- von Roland M. Horn
(zum Beitragsbild oben: Ein Foto des Hamas-Terroristen Mohammed Deif (rechts), das während der Militäroperationen in Gaza auf einem Laptop gefunden und von der IDF am 7. Januar 2024 veröffentlicht wurde. Bild: IDF.)
Heute liest man in der Presse, dass der Top-Terrorist Mohammed Deif getötet worden sein soll, doch diese Meldung ist noch nicht bestätigt, sagt David Isaac am 15. Juli 2024. Deif ist nach Yahya Sinwar der zweite Befehlshaber der Hamas im Gazastreifen. Israels Premierministern Benjamin Netanjahu sagte in diesem Zusammenhang: „Der Sieg ist kein leeres Wort“.
Joshua Marks erklärte am 14. Juli 2024, dass Netanjahu am Abend dieses Tages mit Nachdruck, dass es nicht bestätigt sei, dass Deif und sein Stellvertreter bei eine Angriff in Gaza getötet worden seien. Auf einer Pressekonferenz im Militärhauptquartier Kirya in Tel Aviv an diesem Tag erklärte Nethanjahu:
„Es gibt noch keine absolute Gewissheit, dass sie getötet wurden, aber ich möchte Ihnen versichern, dass wir auf die eine oder andere Weise die gesamte Hamas-Führung erreichen werden“.
Nach Yahya Sinwar ist Deif der zweite Kommandant in Gaza, der als Hauptziel der IDF dient. Diese beiden Männer haben die Planung und Durchführung des Massakers an über tausend Menschen im Süden Israels am 7. Oktober geleitet. Deif ist (war?) 58 Jahre alt und führt(e) den bewaffneten Arm der Hamas, die Qassam-Brigaden an und und ist weiter für die Planung mehreren Busbombenanschläge in 1990er und 2000er Jahre verantwortlich.
Deifs Hände seien mit dem Blut vieler Israelis getränkt, sagte der Premierminister. In diesem Zusammenhang bezeugte er seine Zustimmung zu einer Operation, die ihm von Ronen Bar – dem Chef des israelischen Sicherheitsdienstes – vorgestellt wurde. Nethanjahu:
„Ich wollte drei Dinge wissen: Erstens wollte ich wissen, dass es laut Geheimdienst keine Geiseln in der Nähe gab. Zweitens wollte ich wissen, wie hoch die Kollateralschäden sein würden. Drittens fragte ich nach der Art der Munition, die verwendet werden sollte“,
und weiter:
Als ich zufriedenstellende Antworten erhielt, genehmigte ich die Operation und sagte: ‚Möge sie ein großer Erfolg werden. Dieser Erfolg wird den Nahen Osten und die ganze Welt von diesen Erzmördern befreien“.
Deif und Salameh – der Kommandeur der Khan-Younis-Brigade der Hamas, befanden sich in einer überirdischen Gebäude nahe der humanitären Zone Al-Mawasi und der Stadt Khan Younis. Von Hamas-Quellen wurde bestätigt, dass Salameh bei dem israelischen Angriff getötet wurde, doch den Tod von Deif bestätigten sie nicht – dementierten ihn aber auch nicht, wie die panarabische Tageszeitung Asharq Al-Awsat am Morgen des 15. Juli berichtete. Am Abend zuvor teilte der israelische Fernsehsender KAN 11 mit, dass hochrangige Sicherheitsbeamte bei einer Lagebesprechung auf politischer Ebene, berichteten, dass Deif bei dem Angriff verletzt worden sei und man auf eine endgültige Bestätigung warte, die jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen könnte. Den Tod Salamehs konnten die Sicherheitsbeamten dagegen bestätigen.
Wenn Deif beim Angriff tatsächlich getötet wurde, würde Muhammad Sinwar, Kommandeur der Südbrigade der Hamas und Bruder von Yahya Sinwar, seinen Posten an der Spitze der Qassam-Brigaden übernehmen, wie Hamas-Quellen am 14. Juli in Asharq Al-Awsat vermeldeten.
Der Premierminister lobte die „hervorragenden nachrichtendienstlichen und operativen Arbeit“ und den Fakt, dass der „große interne und externe Druck, den Krieg zu beenden, bevor alle Ziele erreicht sind“, abgewehrt worden sei. Netanjahu im Wortlaut:
„Zu Beginn des Krieges habe ich eine Regel aufgestellt: Die Mörder der Hamas sind vom ersten bis zum letzten des Todes geweiht. Wir werden mit ihnen abrechnen. Die Eliminierung der Hamas-Führer bringt uns der Erreichung all unserer Ziele näher: der Eliminierung der Hamas, der Freilassung all unserer Geiseln und der Beseitigung künftiger Bedrohungen Israels aus Gaza. Es bringt uns auch in anderen Bereichen voran, weil es eine abschreckende Botschaft an alle iranischen Stellvertreter – und an den Iran selbst – sendet“.
Zuvor hatte Charles Bybelezer am 14. Juli berichtet, dass Deif und Salameh am Morgen dieses Tages im Süden des Gazastreifen von israelischen Streitkräften angegriffen worden seien. Bybelezer zitiert die IDF mit den Worten:
„Die [israelische Luftwaffe] führte einen Angriff in einem Gebiet durch, in dem sich zwei hochrangige Hamas-Terroristen und weitere Terroristen unter Zivilisten versteckt hielten. Der Angriff fand in einem offenen Gebiet statt, das von Bäumen, mehreren Gebäuden und Schuppen umgeben war”.
Die beiden Männer hatten sich unter Zivilisten versteckt.
Wie aus Netanjahus Büro am Nachmittag des 14. Juli verlautete, hat der Premierminister zuvor „einen permanenten Befehl zur Eliminierung hochrangiger Hamas-Funktionäre“ erteilt.
Zwei Tag vor der Meldung hatte Isaac zufolge Netanjahu auf der Pressekonferenz in Tel Aviv erklärt, dass die Regierung keineswegs von ihrer Entschlossenheit abgewichen sei, einen totalen Sieg über die Hamas zu erringen. Zudem versprach er umfassende Änderungen der Sicherheitslage im Norden.
„Der Sieg wird erreicht sein, wenn wir die militärischen und regierungstechnischen Fähigkeiten der Hamas ausschalten, alle unsere Geiseln nach Hause bringen, sicherstellen, dass der Gazastreifen nie wieder eine Bedrohung für Israel darstellen wird, und unsere Bewohner im Süden und Norden sicher in ihre Häuser zurückkehren“,
sagte der Regierungschef, der das Bild eines nahenden Sieges im Gazastreifen nach mehr als neun Monaten der Kämpfe zeichnete. Weiter erklärte er:
„In den letzten Wochen haben wir deutliche Risse in der Hamas unter der Kraft der Schläge, die wir auf sie niederregnen lassen, festgestellt“,
und:
„Wir sehen Veränderungen. Wir sehen Schwäche.“
Netanjahu erklärte, dass die Befehlshaber der Hamas von ihren Truppen abgeschnitten seien und die Bevölkerung des Gazastreifens begonnen habe, „das Ausmaß der Katastrophe zu verinnerlichen, die die Hamas ihr zugefügt hat“. Im Wortlaut sagte er:
„Unsere Streitkräfte rücken entschlossen im gesamten Gazastreifen vor – in Rafah, Khan Younis, Shejaiya [in Gaza-Stadt] und im Philadelphi-Korridor [an der Grenze zum Sinai]. Wir erreichen jeden Ort, von dem aus die Terroristen am 7. Oktober aufgebrochen sind. Wir werden sie erreichen. Wir kämpfen und wir werden siegen.“
Der Premierminister betonte, dass eine existenzielle Bedrohung vom Iran ausgeht. Nicht nur eine nukleare Bedrohung bestehe, nein, auch die Gefahr, dass Israel über die Stellvertreter der Islamischen Republik im Norden und Süden – die Hisbollah, die Hamas, die Houthis und die Milizen in Syrien, im Irak und anderswo in einem, wie er sagte „Würgegriff von Terrorismus und Raketenbeschuss“ erstickte werde.
Die Lage an der Nordfront
Netanjahu sprach von größeren Veränderungen an der libanesischen Front und deutete einen Plan an. Offensichtlich besteht das Vorhaben, der die Hisbollah zurückdrängen, schließlich feuert diese Terrorgruppe seit Beginn des Krieges beinahe täglich Raketen und Panzerabwehrraketen auf den jüdischen Staat ab. Bedingt durch diese Terrorangriffe werden ungefähr 60.000 Bewohner des Nordens Israels aus ihren Häusern vertrieben, die nun in Hotels und anderen Notunterkünften leben, damit sie von den Angriffen der Hisbollah geschützt sind. Netanjahu dazu:
„Wir sind nicht bereit, die Situation, die im Norden entstanden ist, zu akzeptieren. Wir werden uns dafür einsetzen, dass Sie auf die eine oder andere Weise mit voller Sicherheit in Ihre Häuser zurückkehren. Wir sind entschlossen, die Sicherheitslage im Norden nicht nur für ein paar Tage oder Monate zu ändern, sondern für Generationen, und das werden wir tun“.
Schätzungen zufolge hält die Hamas noch immer 120 lebende sowie tote Geiseln fest. In diesem Zusammenhang betonte Netanjahu, dass er weiterhin „fest an der vom US-Präsidenten Joe Biden vorgeschlagenen Vereinbarung festhält“ und wiederholte die vier grundlegenden Bedingungen des Entwurfs:
- Israel setzt den Krieg fort, bis alle seine Ziele erreicht sind;
- Israel kontrolliert den Philadelphi-Korridor, um den Waffenschmuggel aus Ägypten zu unterbinden;
- Israel verhindert die Rückkehr von bewaffneten Terroristen und Kriegsmaterial in den nördlichen Gazastreifen; und
- In der ersten Phase des Plans werden so viele lebende Geiseln wie möglich freigelassen.
Wie der Premierminister ausführt, hat die Hamas versucht, 29 Änderungen vorzunehmen, doch er sagt mit Nachdruck dass er keinen Millimeter von der Grundzügen des Übereinkommens abgewichen sei: „Ich habe es sowohl dem Verhandlungsteam als auch den Amerikanern gesagt: Nicht eine einzige Änderung.“
Netanjahu appellierte an die Familien der Geiseln, sich an die oben angeführten Prinzpipien zu halten. Wenn sie dies tun „werden wir ein Abkommen erreichen, das sowohl die Geiseln – die lebenden und die verstorbenen – befreit als auch uns erlaubt, den Krieg bis zum Sieg fortzusetzen.“
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