Buchbesprechung: Wilfried Multhammer: Virtuelle Götterspiele

  • von Roland M. Horn

Wilfried Multhammer:
Virtuelle Götterspiele
Unser Leben in einer animierten Welt
Taschenbuch
182 Seiten
14,99 € + Versand
erhältlich über Privatkauf

Nachdem der Autor im vorliegenden durchweg äußerst spannend und flüssig geschriebenen Buch kurz über seine Kindheit, Jugend und weitere Entwicklung und wir er auf alternative Themen zu sprechen kam – wie so viele andere auch durch das Studium der Bücher Erich von Dänikens – kommt er sehr bald recht unvermittelt auf seine Theorie zu sprechen. Bereits nach dem Lesen der Bücher des Paläo-SETI-“Papstes” kam ihm der Gedanke in den Sinn, dass “die Götter letztlich Menschen unseres Planeten sind und zu einer hohen, jedoch verschollenen Zivilisation gehören”, doch von der Theorie einer animierten Welt war er zu diesem Zeitpunkt noch weit entfernt. Erst nach seinem Studium (Philosophie im Hauptfach, Psychologie und Theologie als Nebenfächer) in etwas höherem Alter kam er seiner Theorie näher. Das Studieren mit Lebenserfahrung “bringt eine gewisse Skepsis mit sich, so dass man nicht alles widerspruchslos hinnimmt, was die Dozenten sagen”, und vermutlich hat er damit gar nicht so Unrecht.

Ausgehend von einem Satz, über den er während seines Studiums hörte (“Eines Morgens wachte ich auch und alle meine Sachen waren geklaut und durch identische Nachbildungen ersetzt!”), machte er sich Gedanken über Themen wie Außenweltrealismus, und schließlich kam er aufgrund vieler Quellen, die er studierte, zu der Erkenntnis, dass das bisherigen materialistisch-mechanische Weltbild ausgedient hat und “die Welt da draußen ganz anders funktionieren könnte als bisher gedacht”, um irgendwann weiterzugehen und zu erkennen: “Der Glaube an die reale Außenwelt ist ein weit verbreiteter Selbstbetrug”.

Nach dieser Einleitung stellt Multhammer seine Theorie vor, und hier steht Atlantis im Mittelpunkt, wobei er nicht vergisst zu erwähnen, dass, “das was jetzt kommt, nur eine Arbeitstheorie ist”. Nachdem er lange über Platon und sein berühmtes Atlantis sowie seine eigenen Gedanken darüber referiert, kommt er zu dem Schluss, dass Atlantis “eine hochentwickelte, technisch weit fortgeschrittene Kultur” war, in der die Etablierten hochmütig und rücksichtslos ihren Vorteil suchten, eine Gesellschaft, in der Korruption, Macht und Geldgier wucherten”, bis schließlich eine Sintflut kam. Schließlich flohen die Atlanter mittels eines Fluggerätes – vermutlich einem Raumschiff – von der Erde, um den überfluteten Planeten zu umkreisen. Sie wollten schnellstens wieder auf die Erde zurückkehren und hatten bereits vor Beginn der Sintflut vorsorglich eine große Menge an Saatgut und Zellkulturen in Sicherheit gebracht, mittels derer die biologische Rekultivierung der toten Erde wieder hergestellt werden sollte.

Weiter kommt Multhammer auf den sumerischen Gott Enki zu sprechen, von dem Multhammer aus den Keilschrift-Texten dieser Kultur herausliest, dass der mit einem U-Boot auf der Erde unterwegs war und schließt, dass dieses U-Boot mit der Arche Noah identisch und in Wirklichkeit ein schwimmendes Labor war. In diesem Labor befanden sich Multhammer zufolge menschliche Klone, die den Atlantern, für den Fall, dass sie irgendwann auf die Erde zurückkehren konnten, als Sklaven dienen sollten. Die im Raumschiff um die Erde navigierenden Atlanter bereiteten die Rückkehr zur Erde mittels einer Simulation vor, nachdem eine auserwählte Gruppe in der Arche gerettet werden konnte. Nun schufen die Atlanter eine virtuelle Welt, “in der sie alles animierten, was für dieses Experiment notwendig war”. Völlig richtig erkennt er, dass auf der Erde “eine ordnende Hand im Spiel ist und die Welt sich nicht durch eine Reihe von Zufällen aus dem Urknall entwickelt hat”. Diese “ordnende Hand” oder “Götter” sind für Multhammer die Atlanter. Zur Bekräftigung seiner Theorie zieht der Autor u. a. Legenden über fliegende Götter heran.

Die Atlanter müssen die virtuelle Welt erschaffen haben, und Multhammer sieht verblüffende Vergleiche zum Schöpfungsbericht der Bibel, wenn auch die Sintflut vor der Erschaffung der Erde stattgefunden haben muss. Dazu kann man aber sagen, dass, wenn wir der Restitutionstheorie folgen, auch in der Bibel eine “Urflut” nach der Schöpfung von Himmel und Erde beschrieben wird, bevor die Erde “neu erschaffen”, d. h. wiederherstellt wird. Doch zurück zu Multhammer, der eine holografische Kugel als Projektionsfläche für die animierte Erde sieht, die zunächst eine Blankovorlage ist. Danach beschreibt Multhammer ausführlich, wie die Schöpfung seiner Meinung nach abgelaufen ist.

Danach kommt er wieder zu seiner Studienzeit zurück und schreibt über philosophische Themen wie den Radikalen Konstruktivismus, um schließlich festzustellen, dass das Gehirn “keinen direkten Zugang zur Außenwelt hat”. Dabei weist er auch auf deutsche Vertreter dieser Theorie hin, die sagen “Wir erfinden unsere Wirklichkeit selbst”. Je mehr er über diesen Themenkomplex nachdachte, desto mehr gelangte er zu der Annahme, dass die Welt nur eine Erscheinung ist,” und stellt weiter fest: “Die Welt da draußen ist in mir”. Zu diesen und ähnlichen philosophischen Themen berichtete der Autor ausführlich und trotzdem spannend.

Schließlich landet er wieder bei Platon und dessen Höhlengleichnis: Die Menschheit ist zeitlebens in einer Höhle angekettet, in der sie sich nicht bewegen kann und auf eine gegenüber liegend Felswand schaut, auf die ein Schattenspiel projiziert wird. Die “wahre Welt” kennt der Mensch nicht, sagt Multhammer.

Später schreibt der Autor, dass die Atlanter-Götter eine Simulation der Wiederbesiedlung der Erde ablaufen lassen um durch ständiges Abändern einzelner Parameter immer neue Bedingungen zu simulieren um schließlich die beste Population zu finden.

Multhammer sieht die Seele als Vermittlerin zwischen dem menschlichen Wesen (Körper) und dem “Reich der Ideen”, das oft auch als Akasha-Chronik bezeichnet wird, in Wirklichkeit aber ein Datenspeicher sei und sieht Zahlen als “Maß aller Dinge” an, was er auch eindrucksvoll belegt.

Später kommt er auf “Göttliche Avatare und Botschafter” zu sprechen, und als einen dieser Avatare sieht er Jesus.

Multhammer beschäftigt sich ausführlich mit den Sumerern und belegt, dass dort “Götter” das Kommando führten, wobei Enki eine große Rolle spielt. Die Bundeslade der Israeliten sieht er als Kommunikationsgerät, genauer ein Empfangsgerät, an, über das der Gott der Israeliten mit seinem Volk kommuniziert. Dieser Gott erscheine darin als Hologramm. Die Gesetzestafel, die in der Bundeslade aufbewahrt wurde, war nach Meinung des Autors eine Art Programmdiskette, die er mit den sog. ME-Tafeln der Sumerer vergleicht.

Wenn man den Klappentext des Buches oder vielleicht auch diese Rezension gelesen hat, ist man vielleicht geneigt, Multhammers Gedanken als “zu weit hergeholt” oder gar Phantastereien abzutun, doch wenn man das Buch mit den zahlreichen Belegen gelesen hat, kann man durchaus ins Grübeln kommen. Schade ist nur, dass dieses Buch nur im Privatkauf zu erwerben ist.

(Erstveröffentlichung auf Atlantisforschung.de)

Einzige Bezugsmöglichkeit

Versunkener Kontinent unter Island?

  • von Roland M. Horn

Ist Island Teil eines versunkenen Mikrokontinents, dessen Ausläufer einst von Grönland bis an den Westrand Europas reichten? (© NASA)

m 22. Juli 2021 meldet Scinexx obige Schlagzeile – untertitelt mit: “‘Icelandia'” könnte der Rest einer urzeitlichen Kontinentalplatte sein.

Der Autorin des Artikels, die Wissenschaftsjournalistin, Biologin und Chefredakteurin von Scinexx, Nadja Podbregar, beginnt mit dem Statement:

“Verlorenes Land: Unter Island könnte ein versunkener Kontinent liegen –’Icelandia’. Dieser unter dem Atlantik verborgene Mikrokontinent reicht von Grönland bis zu den Färöer-Inseln und wurde bei der Aufweitung des Atlantiks erst gedehnt, dann von Magma überdeckt, wie Geologen postulieren. Indizien dafür sehen sie in der geringen Meerestiefe, der ungewöhnlich dicken Erdkruste, sowie in chemischen Auffälligkeiten der Lavagesteine in diesem Gebiet.”

Der nächste Absatz zeigt, dass das Aussehen der Erde einem ständigen Wandel unterzogen ist:

“Die Plattentektonik sorgt dafür, dass sich das Gesicht der Erde ständig verändert. Neue Meere reißen auf, Kontinente kollidieren oder zerbrechen und Krustenteile werden an Plattengrenzen verschluckt. Im Verlauf der Kontinentaldrift wurden auch einige alte Landmassen vom Ozean überflutet und liegen heute am Meeresgrund verborgen – als tektonisches Atlantis. Ein solcher versunkener Mikrokontinent ist unter anderem ‘Greater Adria’ in Südeuropa oder ‘Zealandia‘, von dem heute nur noch Neuseeland über den Meeresspiegel hinausragt.

Es verwundert, dass Podbregar tatsächlich das verbotene A-Wort in diesem Artikel verwendet, während der oben verlinke Artikel der Welt über die “Greater Adria” das A-Wort typischer Weise in abwertender und verneinender Weise verwendet und den Artikel mit den Worten “Nein, es ist nicht Atlantis” einleitet.

Wir wissen, dass die Mainstream-Geologie die Subduktion von (kleineren) Landmassen durchaus zulässt, ja sie sogar ausdrücklich als mögliche (einzige) Möglichkeit des “Verschluckens” von Kontinentalmasse akzeptiert, aber was ist mit dem Versinken von Mikrokontinenten wie dem oben erwähnten? Derartige Ideen wurden bisher meist abgelehnt.

Dabei handelt es sich beim fraglichen Gebiet um eine Landmasse, die fast dreimal so groß ist wie Großbritannien. Das ist interessant, denn Atlantis wird im Allgemeinen eher kleiner eingeschätzt, es darf aber nicht versunken sein. In Otto Mucks Szenario ist ist beispielsweise Atlantis eher kleiner als die angenommene Landmasse, die Icelandia eingenommen haben soll.

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Buchbesprechung: David Winder: Mysterien der Bronzezeit

* von Roland M. Horn

David Winder:
Mysterien der Bronzezeit: Von Atlantis bis Troja. Über die großen Sagen und deren einzig richtige Deutung.  Selbstverlag, Daisendorf, 2020
ISBN: 978-3-00-067068-8
Preis: EUR 4,99
TB, 93 Seiten

Die bereits von Paul Borchardt vertretene These, nach der Atlantis in Tunesien lag, zu ergänzen und anhand weiterer Fakten zu erhärten, ist eine Sache, die willkürliche Anpassung von Überlieferungen, um das gewünschte Ziel zu erhalten, eine andere.

Der Autor propagiert die einstige Existenz eines Goldenen und später eines silbernen Geschlechts. Interessanterweise übernimmt er ausgiebige Passagen aus der als Fälschung geltenden Oera-Linda-Chronik, die einst als Beleg für die Theorie, dass Atlantis in Altfriesland lag, verwendet wurde, vollkommen kritiklos. Aus dieser und anderen Überlieferungen schließt er auf einen Kataklysmus, den es zweifellos auch gegeben hat. Mit diesem Kataklysmus lässt er das “Silberne Zeitalter” enden und setzt die biblische Sintflut hier an. Danach kam das “Bronzene Geschlecht”. Insgesamt habe es drei Kataklysmen und drei Zwischenzeiten gegeben. Die biblische Sintflut legt der Autor auf 1050 v. Chr. fest. Sie habe das “Bronzene Zeitalter” beendet.

Weiter behauptet der Autor, dass die Typhon-Sage aus der griechischen Mythologie, der Seevölkersturm und der Trojanische Krieg in Wirklichkeit ein und dasselbe Ereignis waren. Im Zusammenhang mit diesem Ereignis “gönnt” er es den jüdischen Redaktoren des Pentateuch “durchaus”, dass sie “es aus Eitelkeit mit der historischen Wahrheit nicht allzu ernst genommen haben, indem sie aus einer schlimmen Niederlage einen berauschenden, gottgewollten Sieg machten, doch nun ist klar geworden, das am Schilfmeer [das oft mit dem Roten Meer verwechselt wird] einzig der Pharao als großer Sieger hervorgegangen ist.” (S. 30) Dies schließt er daraus, dass der “Durchzug durchs Rote Meer”, (das er aber richtigerweise als “Schilfmeer”) bezeichnet, “von den Ereignissen um die Seevölker nicht zu trennen ist.”

Irgendwann nach seinen etwas wirr erscheinenden Darlegungen stellt Winder im Einklang mit Albert Hermann und Ulrich Hofmann plötzlich und überraschend fest, dass auf der Basis der “reinen Vernunft” und “ohne irgendwelchen esoterischen Spinnereien Raum zu geben” zu der unumstößlichen Feststellung, dass Atlantis in Nordafrika lag.

Unter Heranziehung der von Dr. Albert Hermann publizierten “Erdkarte der Urbibel” kommt er in diesem Zusammenhang auf die Hebräer zu sprechen, die einst vom Tritonsee im heutigen Tunesien auszogen, “um vor der unbarmherzigen Sonne und der immer weiter voranschreitenden Sahara zu fliehen, in der Hoffnung im Osten eine neue Heimat zu finden.” (S. 35)

An Platon, der als erster von der Insel Atlantis sprach, übt er heftige Kritik. Der habe selbst “den vielen Spinnereien durch eine irrige Zeitangabe, mancherlei Vorschub geleistet.” Winder schließt aufgrund seiner bisherigen zusammengewürfelten und angepassten Theorien, dass Platos Zeitangabe falsch ist. Man kommt nicht drumherum, dem Autor ein sehr willkürliches Vorgehen zu unterstellen. In diesem Zusammenhang spricht Winder auch von einer “falsche Ortung der Säulen des Herakles”, die “viel Unheil gestiftet” hätten. Allerdings muss gesagt werden, dass Platons Identifizierung der Säulen von Herakles als die Straße von Gibraltar mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit richtig ist!

Im Gegensatz zu Plato avanciert ausgerechnet Herodot, in dessen Überlieferungen sich – wie der Autor auch selbst zugibt – einige Widersprüche befinden, zum “Größten aller Historiker”. Winder glaubt allen Ernstes, die Widersprüche dadurch lösen zu können, dass, wenn Herodot von Min bzw. Menes oder Cheops spricht, gar nicht die Pharaonen am Nil gemeint sind, sondern “Herrscher am Tritonsee” in Tunesien. Hin und wieder versucht der Autor, seine skurrilen Behauptungen mit Sätzen wie “So und nicht anders ist es gewesen.” zu bekräftigen. Der Ausdruck “Nil” für den Fluss in Ägypten habe sich aus dem griechischen Ausdruck “neilos” eingebürgert.

Die “große arische Wanderung” ging nicht vom Osten, sondern dem Wesen aus, wenn man Winder folgt.

Ein recht unbehagliches Gefühl regt sich, wenn man die Ansicht des Autoren liest, dass die Hebräer ursprünglich eine rote Hautfarbe hatten und von den Hamiten abstammten. Damit sind nur in bedingtem Umfang die Söhne des biblischen Ham gemeint, sondern es wird Bezug auf die sogenannte Hamitentheorie genommen, die die Überlegenheit einer in Nordafrika verorteten „hamitischen Rasse“ über die sogenannte negroide Bevölkerung Afrikas postulierte. Es muss erwähnt werden, dass diese Theorie in Deutschland nach der Nazi-Zeit in Deutschland vollkommen in Misskredit geriet. Für Winder steht dagegen fest: “Die sagenhaften Hamiten waren also saumtierzüchtende Eselnomaden von rötlicher Hautfarbe (…) (S, 53) Der nachfolgende Satz: “Es kann also gar kein Zweifel darüber obliegen, dass die Vorväter der Juden, die Hebräer, saumtierzüchtende Eselnomaden waren, welche den Karawanenhandel und damit den Welthandel der damaligen Zeit in ihren Händen hielten”, (S. 54) gibt zu denken.

Doch es kommt noch dicker: “Die Hebräer waren heimatlose, herumtreibende Eselsnomaden, welche von Kain abstammend, weite Teile der damals bekannten Gebiete durchquerten,” stellt Winder fest und erklärt: “Es war sehr klug von den später auftretenden jüdischen Redaktoren, über die nachträgliche Zufügung des Stammbaums von Seth die eigentliche Abstammung von Kain zu verschleiern, (…) (S. 58) So einfach kann man den Mörder Kain anstelle von Seth zum Stammvater des jüdischen Volkes machen. Dass sich die sesshaften Ägypter nicht mit den Eselsnomaden an einen Tisch setzen wollten, ist für Winder nicht verwunderlich.

Es wird aber immer schlimmer, denn Winder setzt Jahwe, den Gott des Alten Testamentes, mit dem Teufel gleich. Und noch krasser: “Der Esel wurde zum Gott der Herumtreibenden der Nomaden, ob er nur Jahwe, Seth oder Typhon genannt wurde.” Die Farbe “Rot” ist Winder zufolge die Farbe der Juden (beruhend auf ihre angebliche ursprüngliche Hautfarbe), des Kommunismus, des Teufels und – Vorsicht Triggerwort – “der Rothschild-Dynastie”.

Was am Anfang als eine harmlose vielleicht etwas unausgegorene Theorie erscheint, gerät in der Folge immer mehr in die Nähe der jüdisch/bolschewistischen Verschwörungstheorie. Einfach nur noch widerlich!

(Erstveröffentlichung auf Atlantisforschung.de)

Bestellbar bei Amazon.de

Steven M. Collins, die Aschkenasim und die Khazaren

  • von Roland M. Horn

Das Reich der Chasaren im 9. Jahrhundert
CC BY-SA 3.0,
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Chasaren.jpg

Wir haben hier schon einige Artikel über die Khazaren veröffentlicht, u. a. auch vom orthodoxen Juden Yair Davidiy. Doch auch Steven W. Collins hat sich in seinem Buch Israel’s Tribes Today mit diesem Thema beschäftigt.

Collins wies in seinem Buch Parthia nach, dass ein Großteil der angeblichen zehn verlorenen Stämme Israels nicht in die Assyrische Gefangenschaft ging, sondern nach Asien – genauer in die Region des Schwarzen Meeres -, wo sie das Partherreich errichteten. Nach dem Ende der babylonischen Gefangenschaft kehrte ein Teil der Juden von Babylon ins Heilige Land zurück, wo sie ihren Tempel wieder aufrichten durften. Sie blieben allerdings unter Fremdherrschaft, die von den Persern ausgeübt wurde, die zuvor Babylon bezwungen hatten. Schon als ein Teil der Zehn “verlorenen” Stämme Israels in die Assyrische Gefangenschaft ging, d. h. vor Babylonischen Gefangenschaft, wurden auch einige Juden dorthin verschleppt. Jene Juden, die in Asien verblieben, gingen Collins zufolge zusammen mit den “Verlorenen zehn Stämmen” im Partherreich auf. Als Parthien schließlich im dritten Jahrhundert fiel, wanderten Collins zufolge viele Asiatische Juden mit den Parthern nach Europa. Daher seien  nicht alle Juden in der jüdischen Weltbevölkerung zu finden.

Die Juden, die nach Europa zogen, werden oft als aschkenasische Juden bezeichnet. In der Encyclopedia Britannica fand Collins einen Vermerk, demzufolge die Arsakiden – die ab Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr, von Arsakes I. begründete und das Partherreich beherrschende Dynastie – von den Persern “Ashkanians” bezeichnet wurden, nach “Ashak” , einem persischen Begriff für die parthischen Arsakiden (i. O. “Arsacids”). Collins fällt die Ähnlichkeit zwischen “Ashken-azis und Ashkan-ians auf und schreibt:

“Juden tun in ihrem Namen tatsächlich eine Herkunft aus dem alten Parthien kund. Folglich sind die Aschkenasim (Ashkenazi) tatsächlich Nachkommen der Juden, die im Partherreich lebten.”1Collins, Steven M.: Israels Tribes Today. Royal Oak 2005/2012, S. 229

Diese Aschkenasim wanderten dann von dort in Richtung Europa ein, während die sephardischen Juden  über Spanien und den Mittelmeerraum nach Europa gelangten.

Weiter beschäftigt sich Collins mit den Khazaren, von denen einige behaupten, sie seien gar keine Israeliten, ja nicht einmal Juden, sondern sie schlicht als Volk zum Judentum konvertiert und die Vorgänger aller aschkenasischen Juden in Europa. Dieses Dogma schloss eine jüdische oder israelitische Herkunft der Khazaren aus. Sie stammten nicht vom Stamm Juda ab, behaupteten sie. Doch dieses Dogma ist historisch falsch!  Weder waren die Khazaren Nichtjuden, noch konvertierten alle Khazaren zum Judentum, noch stimmt es nicht, dass keine Nachkommen des Hauses Juda unter den Khazaren lebten.

Collins zufolge wurde festgestellt, dass im Partherreich zahlreiche Juden lebten und viele dieser Nachkommen des Stammes Juda wahrscheinlich die durch die kaukasischen Berge nach Europa und ins Gebiet nördlich des Schwarzen Meeres ziehenden Parther begleiteten. In anderen Jahrhunderten gab es weitere jüdische Migrationen in diese Region. Israeliten und Juden passierten auf ihrem Weg nach Europa das Heimatland der Khazaren. Collins glaubt nicht, dass alle Khazaren Nichtjuden waren, da das Land, in dem sie wohnten,  die Hauptverkehrsroute der migrierenden Stämme Israels waren, als diese Parthien und Skythien verließen. Die Khazarenregion liegt außerdem in dem früheren Königreich Iberien, das nach dem ersten Hebräer, Eber, benannt ist. Die dort ansässigen Israeliten gelangten nach dem Fall von Samaria dort hin. Iberien wurde regiert von Königen, die das Wurzelwort “phares” in ihrem Namen tragen, was Collins zufolge bestätigt, dass sie Nachkommen von König David seien. Collins ist sicher, dass immer noch viele Israeliten in diesem Gebiet lebten, als die Khazaren Jahrhunderte später dort an die Macht kamen.

Wenn wir Collins folgen, gibt es beachtliche Beweise dafür, dass die Khazaren ein Mischvolk verschiedener Ethnien waren. So entnimmt er der Encyclopedia Britannica, dass von den Khazaren erstmals im Armenien des Jahres 198 n. Chr. Notiz genommen wurde – 28 Jahre vor dem Fall des Partherreiches. Nach dem Zusammenbruch Parthiens strömten Millionen von Semiten auf ihrem Weg nach Europa durch diese Region, die später Khazaria genannt wurde. Collins ist überzeugt davon, dass infolge der Jahrhunderten großer Migrationen von israelitischen Stämmen durch das transkaukasische Gebiet ebendiese Stämme dort vorherrschten. Die Herrscher der Khazaren jedoch nahmen das Judentum erst seit 740 v. Chr. an.

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Buchbesprechung: Roland Roth und Frank Grondkowski: Das Unbekannte gibt es nicht

  • von Roland M. Horn

Roland Roth & Frank Grondkowski:
Das Unbekannte gibt es nicht:
Vergessene Orte und verlorenes Wissen
Ancient Mail Verlag, Groß-Gerau, 2021
ISBN: 978-3-95652-303-8
Preis: EUR 21,90
DIN-AS-5, Pb, 220 Seiten, 75 Farbbilder

Die Autoren beweisen in diesem Buch, dass es auch in Deutschland Orte gibt, auf die man ruhig mal einen zweiten Blick werfen kann, denn auch hier gibt es Rätselhaftes zu entdecken.

Ihre Reise zu diesen Orten beginnen sie mit dem Sonnenobservatorium in Goseck, bei dem sie gleich zu Beginn die Frage aufwerfen, ob es sich bei dieser 7000 Jahre alten Kreisgrabanlage im Landkreis Sachsen-Anhalt um ein Erbe von Atlantis handelt. Sie stellen fest, dass die beiden südlichen Tore und Zugangswege vom Mittelpunkt der Anlage aus gesehen mit einer Genauigkeit von drei bis vier Tagen auf den Sonnenauf- und -untergang um 4800 v. Chr. ausgerichtet sind. Allem Anschein nach handelt es sich bei dieser Anlage tatsächlich um ein (frühes) Observatorium zur Bestimmung der Wintersonnenwende. Darüber hinaus stellen die Autoren fest, dass es noch weitere Kreisgrabanlagen in Deutschland und Europa gibt. Auch bei diesen sprechen die Autoren von Sonnenobservatorien, die in der Steinzeit erbaut worden sei müssen. Aber warum? Die Autoren bringen eine Theorie ins Spiel, “dass die Menschen damals die Erinnerungen an große Katastrophen weitergetragen hätten, beispielsweise Einschläge von Himmelskörpern und die in der Folge entstandenen Feuerstürme, Flutwellen etc., die über das Land fegten. Wurden solche Anlagen wie jene in Goseck zur Früherkennung von Katastrophen konstruiert?”, fragen sie sich und staunen, denn dies würde voraussetzen, dass die “Steinzeitmenschen” ein großes Wissen – das ihnen vom Mainstream freilich abgesprochen wird – gehabt haben müssen.

Eine weitere Station der beiden Autoren ist die Himmelsscheibe von Nebra, die wohl 2100 bis 1700 Jahre alt ist. Allem Anschein nach sind dort die Plejaden neben dem Mond abgebildet. Am unteren Ende der Scheibe ist offensichtlich eine Sonnenbarke zu sehen. Die Autoren stellen Überlegungen und Vergleiche an und fest, dass diese sich vom Sonnenaufgang zum -untergang bewegt – ein Gedankengut, das man auch aus Ägypten kennt und das auch noch in einer ähnlichen Zeitepoche und kommen zur Königsfrage: “Kam dieses Wissen womöglich aus Ägypten um die heutige Region um die Stadt Nebra?”

Aus einem weiteren Objekt “Die Heiligen Hallen: Der Buchenhain von Lüttgenhagen” sei nur ein wichtiger Satz zitiert, der kanadischen Atom,- und Astrophysiker Hubert Reeves stammt: “Der Mensch ist die dümmste Spezies! Er verehrt einen unsichtbaren Gott und tötet eine sichtbare Natur, ohne zu wissen, dass die Natur, die er vernichtet, dieser unsichtbare Gott ist, den er verehrt.”

Ein weiterer Ort, den die Autoren ins Visier nehmen, ist die Mecklenburgische Seenplatte. Dort finden sie Grabanlagen, die offensichtlich für Riesen gebaut wurden. Doch die Grundvoraussetzungen für eine derartige Arbeit sind gar nicht gegeben, stellen die Autoren fest, denn die Monumente sollen in der Jungsteinzeit errichtet worden sein. Nachdem sie auf unzuverlässige bis falsche C-14-Datierungen zu sprechen kommen, zitieren sie den Philosophen Karl Popper mit einem ganz anderen Satz als jenen, den “Skeptiker” oft mantramäßig wiederholen: “… es geht nicht um den Wahrheitsbeweis (Verifikation ) eines Satzes oder einer Theorie, sondern um Fehlersuche und Fehlerkorrektur und dadurch um Annäherung an die Wahrheit” – eine Weisheit, die ständig Popper zitierende “Skeptiker” oft nicht beherzigen.

Aus Legenden über einen Sachsengott im Harz namens Krodo, der als ein schlanker älterer Mann dargestellt wird, der auf einem Fisch steht, ergeben sich weitere interessante Aspekte, wie die Autoren feststellen. Interessanterweise gibt es in dieser Gegend jedoch auch Märchen von einem “Krötenkönig” namens Krodo. Er sah aus wie ein Mensch, nur der Kopf war der einer Kröte. Dieser “amphibische König” erinnert die Autoren an die Überlieferungen beispielsweise der Dogon in Mali, die ein amphibisches Wesen verehren, von dem nicht wenige Autoren überzeugt sind, dass er – beispielsweise seine Ethnie – aus dem Weltall kam.

Ein weiterer Ort, den die Autoren besprechen ist die Steinkirche Scharzfeld, die eigentlich eine Höhle ist. Ein Verein, der sich mit dieser Höhle beschäftigt, nennt die Steinkirche “das Avalon des Harzes”, weil sie Mitglieder des Vereins an den Aufstieg beim sagenumwobenen Glastonbury in England erinnert, die oft in Zusammenhang mit Avalon gebracht wird, der “Anderswelt des keltischen Gottes Afallach, nach einer keltischen Legende”.

Die Autoren befassen sich weiter mit Sagen um den Kyffhäuser, in denen wir sogar das “Missing-Time”-Syndrom erkennen und vielen weiteren Beispielen für “vergessene Orte” und “verlorenes Wissen”.

Eine interessante Spurensuche!

(Erstmals veröffentlicht auf Atlantisforschung.de)

Bezugsmöglichkeiten:
Bei Amazon.de
Beim Verlag

Neuentdeckung: Ältestes menschliches Begräbnis in Afrika

* von Roland M. Horn

Abb. 1 Die Pangy ya Saidi-Höhle an der Küste Kenias, in der in der durch Bohlen abgesicherte Grund im Vordergrund die Bestattung eins 78.000 Jahre alten Kindes entdeckt wurde.
Copyright: Mohammad Javad Shoaee

“In der kenianischen Höhle Panga ya Saidi haben Archäologen und Archäologinnen eine rund 78.000 Jahre alte menschliche Grabstätte gefunden. Das Kindergrab ist das älteste bislang gefundene Beispiel für eine gezielte Bestattung auf dem afrikanischen Kontinent und reiht sich ein in die wachsende Zahl an Hinweisen auf frühe komplexe soziale Verhaltensweisen des Homo sapiens ein.”,

berichtet Andreas Müller am 06.05.2021 auf seinem Portal GrenzWissenschaft-aktuell.de.

Dabei bezieht er sich auf einen Artikel im Fachjournal Nature, der von einem internationalen Forschungsteam aus Archäologen um Professor Nicole Boivin vom Jenaer Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte und Dr. Emmanuel Ndiema vom Nationalmuseum Kenia in Nairobi stammt.

Abb. 2 Links: Außenansicht des Panga ya Saidi Hauptblocks mit dem auseinander gebrochenen Teilskelett. Rechts: Außenansicht der linken Seite des Schädels und Unterkiefer Copyright: Martinón-Torres, et al.,
2021

Bereits vorher seien in Afrika die frühesten Hinweise auf die Lebensweise von Homo sapiens gefunden worden, doch Belege für frühe Bestattungen in Afrika seien spärlich und oft nicht eindeutig. Daraus resultiert, dass nur wenig über den Ursprung und die Entwicklung solcher Verfahren bekannt ist. Dazu muss man erwähnen, dass dem Mainstream zufolge – dem Atlantisforschung.de nicht immer folgt – “unsere Art” in Afrika entstanden ist. Die Belege für frühe Begräbnisse sind durch die angesprochene Entdeckung deutlich mehr geworden, denn die Entdeckung des oben beschriebene Kinderskeletts lässt erkennen, wie Menschen in der afrikanischen Mittleren Steinzeit mit ihrem Toten umgingen.

Bereits 2013 wurden bei Ausgrabungen in der Höhle erste Knochen des Kinderskeletts gefunden, doch erst 2017 wurde der kleine Graben mit den Knochen in Gänze freigelegt. “Etwa drei Meter unterhalb des heutigen Bodens der Höhle gelegen, enthielt die flache, kreisförmige Grube eng zusammengedrängte, stark zersetzte Knochen, die vor Ort stabilisiert und mit Gips ummantelt werden mussten”, berichtet die Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts, wie Müller erklärt. Weiter schreibt er: “Das Skelett des Kindes, das die Forschenden auf den suahelischen Spitznamen „Mtoto“ (Kind) tauften, war mitsamt seiner letztlichen Körperhaltung auf wundersame Weise erhalten geblieben.”

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Rätselhaftes Çatal Hüyük

* von Roland M. Horn

Zeichnerische Darstellung eines kleinen Teilbereichs der Stadt Çatal Hüyük. Quelle: http://www.anarheologija.org (nicht mehr online) — nach: Catal Huyuk and the ‘Semi-Grid’ Pattern (nach Atlantisforschung.de)

Çatalhöyük (türk. çatal (Gabel, Gabelung), höyük (Hügel); auch Çatal Höyük, Çatal Hüyük oder Chatal-Hayouk), ist eine in der heutigen Türkei ausgegrabene Siedlung aus der Jungsteinzeit. Sie liegt knapp 40 Kilometer südöstlich der Stadt Konya auf der Hochebene Anatoliens und hatte mehrere tausend Einwohner.“, schreibt Wikipedia.1Siehe: Çatalhöyük, bei: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie (abgerufen: 6. Juni 2009)

Diese Siedlung wurde in den späten 1950er Jahren entdeckt. Der britische Archäologe James Mellaart grub zwischen 1961 und 1965 eine Fläche im Südwesten des Hügels aus. Die Grabungen mussten jedoch aus politischen Gründen abgebrochen werden.

1993 wurden die Arbeiten im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts unter der Leitung von Ian Hodder (University of Cambridge und Stanford University) jedoch wieder aufgenommen. Seit 1995 wurde wieder gegraben.

Nach der Radiokohlenstoffdatierung bestand die Siedlung von 7400/7100 bis etwa 6200 v. Chr. Aufgrund seines Alters, seiner Größe, der Architektur, Wandmalereien und sonstiger Funde innerhalb der Häuser wurde Çatal Hüyük weltweit berühmt. Çatal Hüyük gilt als Meilenstein der prähistorischen Forschung.

Die Siedlung bestand aus eng aneinander gesetzten rechteckigen Häusern, die aus Lehmziegeln oder Stampflehm errichtet wurden. Sie besaßen ein Flachdach. Durch unterschiedliche Raumhöhen und Bodenniveau waren Belüftung und Lichtzufuhr für die einzelnen Bauten gewährleistet. Der Zugang zu den Bauten erfolgte über eben diese Flachdächer und führten zu einer treppenartigen Verschachtelung, denn Straßen, Gassen oder Durchgänge zwischen den einzelnen Häusern gab es nicht.

Bei Wikipedia heißt es:

„Die Grabungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass es neben den einzelnen, dicht bebauten Arealen auch immer wieder Freiflächen gab, so dass die Zahl der Häuser mit schätzungsweise 400 bis 1850 je Schicht nicht so groß war wie zuvor angenommen. Entgegen früheren Schätzungen von bis zu 10.000 gleichzeitig in der Siedlung lebenden Menschen, die zweifellos auch zur fälschlichen Bezeichnung Stadt beigetragen hat, geht man heute von 2500 gleichzeitigen Bewohnern aus.“2Quelle: Siehe: Çatalhöyük, bei: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie (abgerufen: 6. Juni 2009)

Darüber, ob der Begriff „Stadt“ tatsächlich unpassend ist, gibt es allerdings verschiedene Auffassungen. So beginnt die Diplom-Ingenieurin Gabriele Uhlmann ihr Abstract „Kennst Du Çatal Höyük“ aus dem Jahr 2009 zu ihrem Openbook (eine aktualisierte Version ihrer Studienarbeit von 1998/99) mit dem Hinweis, dass viele Wissenschaftler Çatal Hüyük als

• älteste Stadt der Welt
• den größten Siedlungshügel der Jungsteinzeit und gleichzeitig als
• die älteste Stadtkultur der Welt

bezeichnen.

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Buchbesprechung: Steven M. Collins: Israel’s lost Empires

* von Roland M. Horn

Steven M. Collins:
Israel’s lost Empires
Bible Blessings, Royal Oak, MI, USA, 2002
ISBN: 978-0972584913
Preis: $ 20.–
Pp, 280, Über 100 sw-Fotos u. Abb., Register

Das vorliegende Buch ist der zweite Teil der vierteiligen Buchserie “The lost Tribes of Israel”. Der erste Band heißt The Origins and Empire of Ancient Israel, der dritte Parthia, und der vierte und letzte Israel’s Tribes Today.

Zu Beginn dieses Buches weist Collins anhand verschiedener Quellen nach, dass das Königreich Israel unter König Salomon bereits mit den Phöniziern in Verbindung stand und ebenso eine weitreichende Schiffsflotte betrieb. Seine Quellen führen ihn zu dem Schluss, dass die Phönizier per Schiff sogar bis nach England kamen. Er kommt sogar zu der Folgerung, dass Kupfererz via Schiff von der Neuen Welt nach Israel transportiert wurde. Bereits im ersten Buch seiner Serie legt er nahe, das es eigentlich gar keine “phönizische” Nation gegeben hat, sondern das Phönizische Reich aus den Stadtstaaten Sidon und Tyros und dem Königreich Israel und später dem davon abgetrennten Nordreich Israel war.

Collins stellt weiter fest, dass der Name “Iberien” auf “Eber”, nach Collins der Gründer der Hebräer, zurückzuführen ist und weist darauf hin, dass der frühere Name Irlands “Ibheriu” bzw. Iberiru” lautete. (Auf der Internetseite https://www.libraryireland.com/Wonders/Irish-Local-Names-2.php ist sogar “Eberiu” als Namensvariation zu finden – ein deutlicher Hinweis auf Eber.) In 4. Mose 26,44-45 werden Nachkommen eines der 12 Söhne des Stammvaters Israels Asser (bzw. Asher) als Hebriden bezeichnet, und genau so heißt auch eine schottische Inselgruppe. Weiter weist Collins auf einen auf alten britischen Landkarten vorkommenden Ort namens “Simi(i)” hin (s. dazu auch https://picclick.de/1856-Alte-Landkarte-Britannien-Coritavi-Simeni-Brigantes-Damnonii-164579933433.html), der auf Simeon, einen weiteren der zwölf Söhne Israels (Jakobs) hinweist. Dazu kommt der Fluss Tamar im Südwesten von England, dessen Name sich auf die Tochter des Königs David, die ebenfalls Tamar hieß, beziehe.

Aus Collins’ Recherchen ergibt sich weiter, dass die “Moundbuilders” im Alten Amerika “Phönizier” waren. Weiter bezieht er sich auf Inschriften, die in einem Grabhügel in West Virginia gefunden wurden, die letztlich iberisch-punischen Ursprungs waren, und auch die Punier sind letztlich semitisch-phönizischen Ursprungs. Bereits 1872 wurde in Brasilien eine Inschrift in phönizischer Sprache gefunden, die eine Expedition von Sidoniern beschreibt, die Menschenopfer vollbrachten und Baal und anderen Gottheiten huldigten. Ein weiterer interessanter Punkt, den Collins erwähnt, ist die sog. Piri-Reis-Karte aus dem Jahr 1492, auf der die damals angeblich noch unentdeckte östliche Küstenlinie von Südamerika in seiner korrekten längsverlaufenden Verbindung mit der Atlantikküste der Alten Welt dargestellt wird.

Weiter wurde Gibraltar von den Karthagern (Puniern), ein Ausdruck, der synonym zu den Phöniziern verwendet wird, kontrolliert, wie Collins nachweisen konnte. Auch der Name des keltischen Gottes “Belenus” erinnert an den phönizisch-israelitischen Sonnengott Baal.

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Nachruf auf Bernhard Beier

  • von Roland M. Horn
https://atlantisforschung.de/images/Bernhard_Beier.jpg

Bernhard Beier †2021

Am 03.01.2021 wurde ich überraschend darüber informiert, dass mein Freund und bis zu seinem Tode Redaktionsleiter seines Lebenswerks Atlantisforschung.de am 29.01.2021 überraschend verstorben ist.

Der 1960 in Krefeld geborene Bernhard Beier war ein vielfältiger Mensch: Als Geschichtsstudent, Journalist bei einer Tageszeitung, langjähriger Akteur in der antiautoritären Bewegung, Sänger in mehreren Amateur-Rockbands und später Marketingleiter bei Unternehmensgruppen und schließlich selbständiger Marketer für kleine und mittelständische Unternehmen sowie für Verbände, führte er ein buntes Leben, das von zahlreichen Bildungsreisen untermalt war, doch sein Vermächtnis ist zweifellos Atlantisforschung.de, in dem seiner Profession, der Atlantisforschung, Gigantologie und alternative Ur- und Frühgeschichtsforschung ausgiebig nachkam.

Erstmals Anfang dieses Jahrtausends kam ich mit Bernhard Beier in Kontakt. Claudia Wend und er wollten ein großes immer wachsendes unkommerzielles und somit für jeden, der über einen Internetaschluss verfügt, zugängliches Online-Atlantisforschungsportal auf die Beine stellen und baten mich, bei dem Projekt mitzumachen. Unter Bernhards Federführung entstand ein – man übertreibt nicht, wenn man sagt – Mammutprojekt, das auch nach dem Ausscheiden von Claudia Wend unbeirrt weiterlief. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass Bernhard nahezu 95 % der Beiträge auf Atlantisforschung.de selbst verfasst hat.

Auf dem Treffen “10 Jahre Ancient Mail” am 10. April 2010 in Kamp-Lintfort lernte ich Bernhard persönlich kennen, aber schon vorher telefonierte ich wie danach auch, im Schnitt mindestens jeden dritten Tag mit ihm.

Als ich wegen politischer Äußerungen im Internet einem gewaltigen Shitstorm ausgesetzt war, war es ausgerechnet Bernhard, dessen politischen Einstellung sich wahrlich von der meinen unterschied, Beistand und Trost spendete, während andere sogenannte Freunde kräftig in den Shitstorm mit einstimmten und manche sogar Öl ins Feuer gossen. Ganz anders Bernhard! Das werde ich niemals vergessen!

Eines von Bernhards Lieblingszitaten war “Die Wissenschaft fängt eigentlich erst da an interessant zu werden, wo sie aufhört.” (Justus von Liebig). Nun hat er seine letzte Reise, diesmal ohne Rückfahrschein, dahin, wo die Wissenschaft aufhört, angetreten.

Ich werde ihn und die vielen Telefonate mit ihm nie vergessen.

Ist das Corona-Virus antizionistisch?

  • von Roland M. Horn

Vor nur wenigen Tagen las ich in den ICEJ-Nachrichten vom 04. Februar 2021 eine Nachricht, bei der mich als Israelfreund und bekennender Zionist vor allen Dingen der zweite Absatz sehr betroffen machte:

Flughafen-Schließung: Tausende Israelis im Ausland gestrandet

Flughafen

(Foto: Pixabay, Flughafen-Terminal, Symbolbild; übernommen von der ICEJ-Nachrichtenseite)

Aufgrund der Schließung des Tel Aviver Ben-Gurion-Flughafens seit dem 24. Januar sind tausende Israelis im Ausland gestrandet. Am Dienstag startete ein Evakuierungsflug der Fluggesellschaft Israir in Frankfurt mit mehreren Tagen Verspätung. An Bord befanden sich rund 40 Israelis, die teilweise mit Verbindungsflügen angereist waren. Die israelische Regierung plant, täglich einen Evakuierungsflug von Frankfurt aus durchzuführen. Direkte Verbindungen aus den USA und anderen Ländern sind zurzeit nicht vorgesehen. Der Passagierverkehr am Flughafen Tel Aviv war Ende Januar eingestellt worden, um die Einschleppung von Coronavirus-Mutationen zu verhindern. Viele Israelis, die sich im Ausland aufhielten, wurden von der Schließung überrascht. Die Einreise wird seitdem nur in dringenden Fällen wie z.B. einer medizinischen Behandlung oder der Teilnahme an einer Beerdigung genehmigt. Ein Sonderausschuss der Regierung prüft jeden Einzelfall.

Juden, die geplant hatten, Alijah (Einwanderung nach Israel) zu machen, sind ebenfalls betroffen. Kritiker werfen der Regierung vor, mit der Grenzschließung de facto das Rückkehrgesetz ausgesetzt zu haben – erstmals in der Geschichte Israels. Das Rückkehrgesetz von 1950 erlaubt jedem Juden weltweit, nach Israel einzuwandern und israelischer Staatsbürger zu werden. Auch Flüge der Operation „Fels Israels“, mit der die israelische Regierung bis Ende Januar 2.000 äthiopische Juden nach Israel holen wollte, wurden verschoben. 1.270 äthiopische Juden konnten in den letzten Monaten Alijah machen, weitere ca. 730 sollen im Februar eingeflogen werden. Der Ben-Gurion-Flughafen bleibt bis einschließlich 7. Februar geschlossen. Es wird erwartet, dass die Regierung die Schließung bis mindestens 14. Februar verlängert.

Am 7. Januar 2021 hieß es noch in den ICEJ-Nachrichten:

Operation „Fels Israels“: 299 äthiopische Juden landen in Tel Aviv

299 äthiopisch-jüdische Neueinwanderer sind am Freitag in Tel Aviv gelandet. Die Olim (Neueinwanderer) trafen mit zwei Flugzeugen in den ersten Stunden des neuen Jahres in Israel ein. Die ICEJ übernahm die Flugkosten für 100 von ihnen. Am 22. Dezember landeten 219 äthiopische Olim in Israel. Inzwischen sind 950 der 2.000 äthiopischen Juden, die mit der Operation „Fels Israels“ bis Ende Januar Alijah (Einwanderung nach Israel) machen sollen, eingetroffen. Weitere Flüge sind für Ende Januar und Anfang Februar geplant. Im vergangenen Jahr machten trotz der Corona-Krise rund 20.000 Juden aus aller Welt Alijah. Die ICEJ unterstützte mehr als 3.000 von ihnen, für 1.624 Olim sponserte die ICEJ die Flugkosten.

Das Rückkehrgesetz war immer der Halt für Juden auf der ganzen Welt, die dort bedrängt oder sogar verfolgt wurden oder einfach nur nach Hause wollten. Und nun muss man sich fragen, ob das Corona-Virus antizionistisch ist. Oder ist es die weltweite und auch israelische Corona-Politik?

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