„Die Achse“ gegen die Juden von Judäa und Samaria

Die psychologische Kriegsführung unterscheidet sich in ihrer Gestaltung nicht allzu sehr von der kinetischen Kriegsführung. Es gibt Feldzüge und Ziele. In jüngster Zeit besteht das Ziel unserer Feinde – der arabisch-europäischen Achse des Antisemitismus – darin, die Legitimität der jüdischen Präsenz in Judäa und Samaria zu zerstören. Die Angriffe kommen aus verschiedenen Richtungen, doch das Ziel ist dasselbe: In den Köpfen der Zielgruppen, zu denen Israelis, Europäer und Amerikaner gehören, soll der Gedanke verankert werden, dass das Leben von Juden in den Gebieten illegal, unmoralisch und der Aussicht auf Frieden in der Region abträglich ist, und ihre Ausweisung soll erzwungen werden.

Zu den Maßnahmen gehört auch die Forderung der EU nach einer speziellen Kennzeichnung von Produkten, die von Juden in Judäa und Samaria hergestellt werden. Der Beschluss wurde 2015 gefasst, doch die Schwierigkeit, ihn umzusetzen, ohne offen antisemitisch zu wirken, scheint viele Länder davon abgehalten zu haben, ihm zu folgen. Im Jahr 2019 bestätigte der Europäische Gerichtshof das Urteil, aber einige Länder haben noch immer Gewissensbisse.

Eine neuere Operation war die “Siedlergewalt”-Kampagne der letzten Wochen, die von verschiedenen europäisch finanzierten NGOs (z. B. B’Tselem und anderen) geführt wurde, die  Behauptungen über gewalttätige Belästigungen arabischer Einwohner durch jüdische “Siedler” mit Duldung der IDF melden. Abgesehen von dem enormen Ungleichgewicht zwischen der Anzahl und Schwere der Vorfälle, die Juden zugeschrieben werden können, und den täglichen Mordversuchen von Arabern, handelt es sich bei der “Siedlergewalt” oft um Selbstverteidigung, die durch arabische Angriffe provoziert und dann von israelischen und europäischen NGO-Aktivisten “dokumentiert” wird, die zufällig mit ihren Videokameras in der Gegend sind. Dennoch zeigen die tatsächlichen Daten, dass die antiarabischen Aktivitäten von Juden in letzter Zeit tatsächlich zurückgegangen sind:

…die von der israelischen Polizei zur Verfügung gestellten Daten weisen auf etwas Bemerkenswertes hin – die Zahl der Vorfälle jüdischer Gewalt ist rückläufig. Von 2019 bis 2021 gab es einen Rückgang von 61,1 % bei den sogenannten “Price tag”-Angriffen. Außerdem hat sich die Zahl der Anklagen gegen jüdische Extremisten im vergangenen Jahr von 16 auf 32 verdoppelt. Das ist nicht das Bild, das die pro-palästinensischen Gruppen Ihnen vermitteln wollen.

Die Begriffe “Besatzung”, “Siedlungen” und “Siedler” spielen auch eine wichtige Rolle in der von den NGOs initiierten Kampagne, Israel zu einem “Apartheid”-Staat zu erklären. Die Auferlegung von Apartheid wird als schweres Verbrechen angesehen, basierend auf dem prominenten Beispiel des ehemaligen südafrikanischen Regimes, das, wie fast alle zugeben, die Menschenrechte seiner Untertanen brutal verletzte. Da es jedoch keine Ähnlichkeit zwischen Israel und dem südafrikanischen Apartheidregime gibt, mussten Israels Ankläger (z. B. Human Rights Watch (HRW)) ihre eigene Definition von “Apartheid” erfinden, um sie auf Israel anzuwenden. Das Römische Statut, mit dem der Internationale Strafgerichtshof gegründet wurde, definiert “Apartheid” als ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, einschließlich

… unmenschliche Handlungen ähnlicher Art wie [Mord, Versklavung, Ausrottung, Deportation, Folter, Vergewaltigung usw. usf.], die im Rahmen eines institutionalisierten Regimes systematischer Unterdrückung und Herrschaft einer rassischen Gruppe über eine andere rassische Gruppe oder andere rassische Gruppen begangen werden und in der Absicht begangen werden, dieses Regime aufrechtzuerhalten; …

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Medien löschen Leid jüdischer Flüchtlinge aus arabischen Ländern

Die Medien legten sich diese Woche [um den Monatswechsel November/Dezember] mächtig ins Zeug und berichteten umfangreich über den „Internationalen Tag der Solidarität mit dem palästinensischen Volk“, der den 74. Jahrestag des historischen Teilungsvorschlags begeht, der – ohne die Ablehnung durch die gesamte arabische Welt – einen jüdischen Staat neben einem arabischen zur Folge gehabt hätte. Tatsächlich diente diese Reihe von Reden und „Kulturveranstaltungen“ nur dazu die Forderung nach dem palästinensischen „Rückkehrrecht“ zu legitimieren, das – sollte es je verwirklicht werden – den jüdischen Staat aufgrund zahlenmäßiger Überlegenheit vernichten würde.

In krassem Gegensatz dazu erzielte der 30. November, an dem Israel und die gesamte jüdische Welt der Vertreibung der Juden aus arabischen und islamischen Ländern gedenkt, die nach der gewaltsamen Ablehnung des UNO-Teilungsplans der Palästinenserführung und der benachbarten Staaten praktisch erfolgte, keinerlei Berichterstattung durch prominente Nachrichtenorgane.

Abseits des Radars der Medien: fast 1.000.000 jüdische Flüchtlinge

Nach der Gründung Israels wurde der Zustand der in arabischen Ländern lebender Juden zunehmend unsicher. Libyens jüdischer Gemeinschaftsrat wurde aufgelöst und 1961 ein Gesetz verabschiedet, dass den Juden praktisch ihre libysche Staatsbürgerschaft entzog. Die jüdische Gemeinschaft des Landes endete im Grunde mit der Evakuierung von 6.000 innerhalb eines Monats.

1963 verabschiedete Algerien ein Gesetz, dass allen Nichtmuslimen die Staatsbürgerschaft entzog. 1964 wurde syrischen Juden verboten in der Regierung oder in Banken zu arbeiten, Grundstücke zu kaufen oder Führerscheine zu erwerben. Syrische Juden, die die Genehmigung erhielten ins Ausland zu reisen, mussten eine Bürgschaft hinterlegen, Familienmitglieder als Geiseln zurücklassen.

Nach dem Sechstage-Krieg traf die ägyptischen Juden eine Beschlagnahme-Welle.

Es wird geschätzt, dass etwa 850.000 Juden zur Zeit von Israels Unabhängigkeit in arabischen Ländern und dem Iran lebten. Einige Wissenschaftler glauben, dass die Zahl näher an einer Million liegt. In der Region Nordafrika flohen 259.000 Juden aus Marokko, 140.000 aus Algerien, 100.000 aus Tunesien, 75.000 aus Ägypten und weitere 38.000 aus Libyen. Im Nahen Osten wurden 135.000 Juden aus dem Irak ins Exil getrieben, 55.000 aus dem Jemen, 34.000 aus der Türkei, 20.000 aus dem Libanon und 18.000 aus Syrien. Der Iran zwang 25.000 Juden, das Land zu verlassen.

Diese Leute wurden gezwungen die Länder zu verlassen, in denen ihre Familien seit Jahrtausenden lebten – und das einzig aufgrund ihrer jüdischen Identität.

Heute leben in der gesamten arabischen Welt weniger als 7.000 Juden. In vielen arabischen Staaten sind die einst blühenden jüdischen Gemeinden so gut wie verschwunden.

Im Versuch diese historische Ungerechtigkeit zu korrigieren trat die israelische Regierung 2019 in Aktion; sie forderte Entschädigung von insgesamt $250 Milliarden für von um ihr Leben zu retten fliehenden Juden zurückgelassene Grundstücke und Vermögen.

Welche jüdischen Flüchtlinge? Medien ignorieren Massenvertreibung

Während Israels Unabhängigkeitskrieg kam ungefähr dieselbe Zahl an jüdischen Flüchtlingen in dem jungen jüdischen Staat an, wie Palästinenser aus ihren Heimen flohen. Dennoch scheint eine Seite dieser historischen Ereignisse von führenden Nachrichten-Organen begraben zu werden.

HonestReporting untersuchte tausende Artikel und Nachrichten-Texte, um beurteilen zu können, wie die Medien während der letzten 12 Monate über die Geschichte der jüdischen Flüchtlinge im Vergleich zur Frage der palästinensischen Flüchtlinge berichtet haben. Während „palästinensische Flüchtlinge“ fast 6.500-mal angeführt wurden, gab es im gleichen Zeitraum nur 865 Funde zu „jüdische Flüchtlingen“.

Keine Anerkennung von aus arabischen Ländern vertriebenen Juden seitens der UNO

Der Widerwille die Geschichte der jüdischen Flüchtlinge zu berichten befindet nicht in einem Vakuum. Auch die UNO puscht das palästinensische Narrativ.

2008 nahm das US-Repräsentantenhaus eine Resolution an, die die Anerkennung der jüdischen, christlichen und anderen Flüchtlingen aus arabischen Ländern forderte. Die Resolution erklärte, dass jede Vereinbarung zwischen Israelis und Palästinensern auch die Anerkennung jüdischer Flüchtlinge beinhalten muss. Die Resolution macht deutlich, dass das Thema vor die UNO-Vollversammlung gebracht werden müsse.

Dennoch lehnte die UNO es ab die Juden anzuerkennen, die brutal aus arabischen Staaten vertrieben wurden. In Reaktion informierte Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen, Gilad Erdan, UNO-Generalsekretär Guterres im Dezember 2020 über seine Absicht einen Resolutionsentwurf, der das internationale Gremium eine jährliche Gedenkveranstaltung für die hunderttausende aus arabischen Ländern exilierten Juden infolge der Gründung des Staates Israel.

Erdan forderte die UNO auf. ein weltweites Forschungsprojekt zur Deportation von Juden aus der arabischen Welt zu beginnen und das Thema in verschiedenen UNO-Foren zu analysieren.

Indem das Leid der jüdischen Flüchtlinge vernebelt wird, halten die Medien ihre Leser und Zuschauer über die ethnische und kulturelle Zusammensetzung des modernen Israel im Dunkeln. Als Ergebnis darf das Märchen, der jüdische Staat sei aus Nachkommen europäischer „Eindringlinge“ zusammengesetzt (sie hier, hier und hier), verewigt werden.

Bis die Medien und die Vereinten Nationen die Ablehnung des jüdischen Staats und die Verfolgung des jüdischen Volks durch arabische Führer erkennen, wird die Koexistenz den Israelis und den Palästinensern wohl entschlüpfen.

Die „woke“ Gleichgültigkeit gegenüber Judenhass

* von Judith Bergman, Gatestone Institute, 10. September 2020
* Übernommen von Abseits vom Mainstream – HEPLEV

  • Twitter selbst spielt eine bedeutende Rolle bei der Förderung des Antisemitismus.
  • Trotz tausender Beschwerden ließ Twitter die meisten Tweets des Rappers (Wiley) sechs Tage lang stehen und entschied sich erst nach einem 48-stündigen Boykott der Plattform durch tausende britischer User, darunter Innenministerin Priti Patel, ihn lebenslang zu sperren.
  • Twitter hat sogar versucht zu behaupten, die völkermörderische Variante des Judenhasses, die Art, in der die Führer des Iran sich auszeichnen, würde nicht gegen seine Regeln verstoßen.
  • Es scheint so, als sei die selbstgerechte Empörung der Wokeratis fehlen, wenn die Person, gegen die sich der Rassismus wendet, Jude ist.
In Britannien hielt der Rapper Wiley vor kurzem eine 48-stündige antisemitische Wutrede auf Twitter, mit der er Verschwörungstheorien und Beleidigungen von Juden verbreitete und sagte, sie sollten erschossen werden. Totz tausender Beschwerden ließ Twitter die meisten von Wileys Tweets sechs Tage lang stehen und beschloss erst nach einem 48-stündigen Boykott der Plattform durch tausende britische User, darunter die britische Innenministerin Priti Patel, ihn zu sperren. Bild: Priti Patel am 8. September 2020 in London. (Foto: Leon Neal/Getty Images)

Der Judenhass hat in den Vereinigten Staaten in den letzten Jahren immer mehr Überhand genommen. 2019 gab es nach Angaben des Berichts der Anti-Defamation League im Mai 2.107 antisemitische Vorfälle. Das war die höchste Zahl seit 40 Jahren. Zu den Vorfällen gehörten 61 Fälle physischer Angriffe, 1.127 Vorfälle von Belästigung und 919 Fälle von Vandalismus.

Auch in mehreren europäischen Ländern erreicht der Antisemitismus einen Höchststand: 2019 erlebte Deutschland mit 2.032 Vorfällen die höchste Zahl antisemitischer Verbrechen innerhalb von fast zwei Jahrzehnten. Großbritannien registrierte 2019 mit 1.805 Vorfällen im vierten Jahr in Folge „einen Rekordzahl“ antisemitischer Vorfälle – die höchste Zahl, die jemals innerhalb eines Kalenderjahres erfasst wurde, so ein Bericht im Guardian. In Frankreich stiegen antisemitische Anschläge 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 74% an und 2019 um weitere 27%. Ein gewalttätiger Angriff 2018 war die brutale Ermordung Mireille Knolls, einer 85-jährigen französisch-jüdischen Holocaust-Überlebenden, die in ihrer Pariser Wohnung von zwei Männern ermordet wurde, die „Allahu Akbar“ brüllten, als sie elfmal auf sie einstachen und ihre Wohnung in Brand setzten.

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Palästina war nie eine Zuflucht für religiöse Freiheit – bis Israel

Elder of Ziyon, 13. Dezember 2021
Übernommen von Abseits vom Mainstream – HEPLEV

Einer der Redner bei der Konferenz der American Muslims for Palestine in Chicago am Erntedank-Wochenende war Omar Suleiman, der als neuer Typ moderater Muslimführer gelobt wurde – er hielt sogar einmal das Eröffnungsgebet im Kongress.

Suleiman stellte seine Vision eines zukünftigen Palästina dar, in der Juden und Christen nicht vertrieben werden, sondern unter vermeintlich wohlwollender muslimischer Herrschaft würdevoll leben.

Ist Palästina ein muslimisches Thema? Es ist ein muslimisches Thema, aber es ist nicht nur ein muslimisches Thema. Die Menschen werden sagen: Nun gut, wisst ihr, die muslimische Vision für Palästina ist eine, in der es keine Juden gibt, in der es keine Christen gibt, in der Menschen ausgelöscht und unterdrückt werden. Und ich antworte ihnen und ich sage, habt ihr Umar Ibn Al-Khattab nicht gelesen, wie er in Palästina einzog? Das ist meine Vision für Palästina.

Umar Ibn al-Khattab wurde angeboten in der Kirche zu beten und er sagte dem Patriarchen: „Lasst mich hier rausgehen, denn wenn ich hier bete, dann wird später ein übereifriger Muslim kommen und sagen Umar Ibn al-Khattab betete hier und sie werden hieraus eine Masjid machen.“ Und so ging er aufgrund seiner Weisheit und Offenheit hinaus und er betete an einem Ort, der heute die Masjid Omar ist.

Meine Vision für Palästina ist eine, die … religiöse Gemeinschaften nicht ausschließt, Weiße nicht ausschließt. Meine Vision für Palästina ist das, was Palästina war! Das ist keine falsche hypothetische Situation der Zukunft: Es ist eine die existierte! In der Menschen Würde haben und hoch geschätzt werden! Das ist das Palästina, das ich will.

Also kommt mir nicht mit eurer aktuellen Realität Muslime und Christen ethnisch zu säubern und zu sagen, wir müssen das tun, denn wenn wir diesen barbarischen Leuten nachgeben, dann tilgen  sie uns vom Planeten

. Das ist nicht wahr und wir haben eine Geschichte, die älter ist als siebzig Jahre.

Er klingt richtig tolerant!

Leider für ihn ist diese Vision eine Schönfärberei der Wirklichkeit von Juden und Christen unter muslimischer Herrschaft, die Jahrhunderte hindurch und auch noch heute. Letzen Endes müssen wir uns nur ansehen, wie die Christenheit unter muslimischer Herrschaft selbst in den letzten Jahrzehnten dahinschwand, um zu sehen, wie tolerant Muslime gewesen sind – ganz zu schweigen von ethnischer Säuberung, unter der Juden unter muslimischer Herrschaft vor nur siebzig Jahren gelitten haben.

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Buchbesprechung: Tilman Tarach: Teuflische Allmacht

* von Roland M. Horn

Tilman Tarach:

Teuflische Allmacht

Über die verleugneten christlichen Wurzeln des modernen Antisemitismus und Antizionismus

Mit einem Geleitwort von Anetta Kahane

Edition Telok, Berlin/Freiburg, 2022
ISBN: 978-3-9813486-4-4
Preis: EUR 14,80
Paperback, 224 Seiten 14 s/w-Bilder, Register

“Der Vater der Juden ist der Teufel.”

Dieses Zitat ist gewissermaßen der Leitsatz des Buches, bzw. damit begründet der Autor die antisemitische Einstellung von Christen. Dieser Aufschrift traf man im Jahr 1935 auf einer Tafel am Ortseingang von Eschenbach in Bayern an. Das Zitat wird Jesus Christus zugeschrieben, und verantwortlich für die Aufstellung der Tafel zeichnet die NSDAP. Tatsächlich stammt – wenn wir dem Verfasser (oder einer späteren “Schlussredaktion” in judenfeindlich griechisch-römischer Zeit?) – diese Aussage aus der Bibel, und zwar an einer Stelle, in der Jesus zum Volk der Juden während eines Disputs mit ihnen gesagt hat: “Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun.”(Joh. 8,44; Schlachter-Übersetzung) Die Auslegung, diese Stelle bezöge sich nicht auf die Juden in ihrer Gesamtheit, sondern lediglich auf die Pharisäer, verwirft Tarach mit Verweis darauf, dass im Kontext  dieser Stelle öfter Wendungen wie “Da sagten die Juden” vorkommen. Also seien auch “die Juden” gemeint. Diese Stelle, bzw. die Behauptung, dass die Juden mit dem Teufel im Bunde seien, die auch Luther teilte, bezeichnet Tarach als Wahnvorstellung. Tatsächlich gibt es heute in der rechten und antisemitischen Verschwörungsszene Autoren, die unter Bezug auf diese Stelle lehren, das gesamte Alte Testament sei vom Teufel diktiert und im neuen würde ein anderer Gott verehrt. Die Stelle aus dem gleichen Evangelium “Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn das Heil kommt aus den Juden” (Joh. 4,22 Schlachter; in anderen Übersetzungen oft mit “Das Heil kommt von den Juden” wiedergegeben) findet hier erwartungsgemäß keine Erwähnung.

Um es gleich vorweg zu sagen: Die Tendenz des Buches ist sehr gut, ein Großteil von Tarachs Ausführungen ebenfalls, an einigen Stellen allerdings schießt er allerdings über das Ziel hinaus.

Ich möchte mit dem positiven beginnen. Tarach erkennt mit Recht, dass der Antisemitismus oft von Christen ausging und ausgeht und bringt dafür auch zahlreiche Beispiele. Was die zahlreichen antisemitischen Pogrome in der Vergangenheit anbelangt, so fällt tatsächlich auf, dass weitaus mehr von Christen ausgingen als von Moslems. Kommen wir aber jetzt auf eine Auswahl von Tarachs zahlreichen Beispielen zurück. Er zitiert einige Aussagen von Hitler, in denen er sich als Christ zu erkennen gibt und Jesus als Kämpfer gegen die Juden bezeichnet. Auf den Oberammergauer Festspielen sowie in der polnischen Ortschaft Pruchnik werden Festspiele zelebriert, in diese Ansicht vertreten wird.

Tarach spricht auf die Piusbrüder und “Figuren wie Bischof Williamson” an, die aus der Piusbrüderschaft stammen und die einst von der katholischen Kirche ausgeschlossen worden waren, die Papst Bendeikt XVI jedoch wieder aufgenommen werden wollte. Williamson selbst würde jedoch kaum in den Schoß der Kirche zurückkommen können, da er mittlerweile wegen Holocaustleugnung strafrechtlich verurteilt wurde.

Besonders interessant ist Tarachs Ausführung, derzufolge der gelbe “Judenstern” nur eine “Weiterentwicklung” des “gelben Flecks” war, den die Juden im Mittelalter an ihrer Kleidung tragen mussten und an den eine Armbinde in “judengelber Farbe” erinnert, die die Juden 1939 in Polen tragen mussten. Ja, die Nazis brachten, wie Tarach schreibt, den weitaus ungekannten Fakt, dass die Nazis setzen den gelben Fleck selbst wieder zum Einsatz, was weithin unbekannt ist.

Weiter werden die angeblichen Hostienschändungen durch Juden im Mittelalter angesprochen, wie auch die Ritualmordlegende, auf die auch der Stürmer Bezug nahm, der die Kreuzigung Christi als “größten Ritualmord aller Zeiten” betitelte. Interessant auch die Aussage Tarachs, dass die Ritualmordlegende auch nach Beendigung des 2. Weltkrieges nicht zu Ende war, sondern von einem katholischen Mob – verstärkt durch polnische Sicherheitskräfte – weitergeführt wurde, der gerade den Gaskammern entkomme Juden massakrierte. Dem voran ging – wie auch in anderen polnischen und ungarischen Städten – das Gerücht, dass “die Juden” Christen in ihren Häusern gefangen hielten, um sie zu töten.

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Das unveräußerliche Recht der Juden auf dem Tempelberg zu beten

First One Through, 29. November 2021
Übernommen von Abseits vom Mainstream – HEPLEV

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (Universal Declaration of Human Rights – UDHR) legte 30 Prinzipien fest, die allen Menschen weltweit gewährt werden. Die Vereinten Nationen zitieren sie oft, außer wenn es um Juden geht.

Artikel 2 der UDHR erklärte, dass alle Menschen Anspruch auf Rechte und Freiheiten haben, ungeachtet von „Rasse, Farbe, Geschlecht, Religion, politischer oder sonstiger Meinung, nationaler oder sozialer Herkunft, Eigentum, Geburt oder sonstigen Status.“Das deckt eindeutig Juden ab – sogar solche aus Israel oder den umstrittenen Gebieten.

Artikel 18 der UDHR beschäftigt sich mit dem Thema Religion, darunter ihren Bräuchen: „Jeder hat das Recht auf Gedankenfreiheit, Gewissensfreiheit und Religionsfreiheit; dieses Recht beinhaltet die Freiheit seinen Glauben zu wechseln und die Freiheit alleine oder in Gemeinschaft mit anderen und öffentlich oder privat seine Religion oder seine Überzeugung in Lehre, Praxis, Anbetung und Ausübung zeigen.“ Viele muslimische Länder treten diese Fähigkeit seine Religion zu wechseln mit Füßen, verbieten in ihren Verfassungen Glaubensabfall, eine offenkundige Verletzung der UDHR, die in der UNO wegen muslimischem Privileg niemals diskutiert wird.

Die Fähigkeit der Juden zu beten, wie es ihr historischer Brauch und ihr Recht ist, wird in der UNO nicht ignoriert, sondern mit einem unverschämten und verankerten Verbot gekontert.

Der jüdische Tempelberg

Der für die Juden heiligste Ort ist der Tempelberg in der Altstadt von Jerusalem. Er ist seit mehr als 3.000 Jahren, seit König David die Hauptstadt des jüdischen Volks von Hebron hierher verlegte und sein Sohn Salomo den ersten Tempel baute, der Mittelpunkt jüdischer Konzentration und Gebete gewesen. Den größten Teil der ersten tausend Jahre hatten Juden zu verschiedenen Zeiten einen Tempel an diesem Ort, wo sie entsprechend den Anweisungen der hebräischen Bibel Tiere opferten. Nachdem im Jahr 70n.Chr. der zweite Tempel zerstört wurde, stiegen Juden weiter auf den Berg, um still zu beten und machten das 1.500 Jahre lang. Die Osmanen kamen 1517 ins jüdische heilige Land und Suleiman I. (1494-1566) baute einen Großteil Jerusalems wieder auf, einschließlich der ikonischen Stadtmauern. Als Teil seines gewaltigen Jerusalem-Projekts warf er die Juden vom Tempelberg und bot ihnen ein kleines Stück der westlichen Umfassungsmauer des Tempelbergs an – die Westmauer oder Kotel – um dort zu beten. Juden ist seit dieser Zeit praktisch das Beten an ihrem heiligsten Ort verboten worden.

Das osmanische Reich endete 1918, aber die Welt dachte bis nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust an den Juden nicht daran die katastrophalen Gefahren durch tief verwurzelten Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit anzugehen,

Wer dafür sorgte, dass jüdische Gebetsrechte abgeblockt wurden

Im Dezember 1948 versuchte die Welt den Kriegen und Hass ein Ende zu setzen und entwarf die UDHR in der Hoffnung, dass Menschen Respekt für andere zeigen könnten, die anders sind. Die Erwähnung von Religion in den Artikeln war ein direktes Ergebnis der Gräueltaten, die den Juden durch Nichtjuden widerfuhr, wie in der Präambel beschrieben, in Bezug auf die „Missachtung und Verachtung für Menschenrechte sind in barbarischen Taten gemündet, die das Gewissen der Menschheit empört haben.“

Dennoch kämpfte der jüdische Staat, als die Weltorganisation diese Rechte formulierte, gegen mehrere eindringende arabische Armeen um sein Überleben. Die einmarschierende jordanische Armee säuberte alle Juden ethnisch aus dem östlichen Teil des heiligen Landes, einschließlich der Altstadt von Jerusalem, nur ein paar Jahre nach dem Holocaust. Die Jordanier verboten dann den Juden sogar den Besuch oder das Gebet in der Stadt, einschließlich an der Kotel und auf dem Tempelberg.

Der widerliche muslimische Antisemitismus wurde angesprochen, als Jordanien Israel im Juni 1967 erneut angriff und die illegal eroberten Landstriche verlor, was es den Juden ermöglichte wieder in ihre heilige Stadt zu ziehen. Um einen Waffenstillstand mit den verschiedenen muslimischen Ländern zu ermöglichen, die versucht hatten den jüdischen Staat zu vernichten, erlaubte Israel der jordanischen Waqf den Tempelberg zu verwalten und sein Verbot jüdischen Gebets beizubehalten.

Bis heute fordert die UNO eine Veränderung des Status quo der Kontrolle Israels über den Ostteil Jerusalems einschließlich der Altstadt, während sie gleichzeitig verlangt die antisemitische Politik des Verbots von jüdischen Gebeten an ihrem heiligsten Ort aufrechtzuerhalten. Es ist praktisch Wahnsinn zu versuchen dutzende muslimische UNO-Mitglieder zu beschwichtigen, während gleichzeitig die grundlegenden Menschenrechte der Juden mit Füßen getreten werden. Lassen Sie uns dieses Jahr zu Hanukka, einer Zeit, in der die Juden rund um die Welt ihre Menoren in ihre Fenster stellen, um der Welt zu zeigen, dass sie jüdische Gebetsrechte auf dem Tempelberg feiern, die Forderung stellen, dass die Regierung des Staates Israel deutlich geltend macht, dass die Würde von Juden wichtig ist. Juden haben unveräußerliche Rechte an ihrem heiligsten Ort zu beten – auf dem jüdischen Tempelberg.

Merkel ließ Israel und die Juden im Stich, als es um das iranische Regime ging

Karmel Melamed, The Times of Israel blogs, 15. November 2021
Übernommen von Abseits vom Mainstream – HEPLEV

Bundeskanzlerin Angela Merkel (übernommen von HEPLEV)

Die scheidende deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte letzten Monat im Rahmen ihrer Abschiedstour Israel und erhielt von offiziellen israelischen Vertretern großes Lob für ihre Unterstützung Israels während ihrer Amtszeit als deutsche Regierungschefin. Merkel erhielt von amerikanischen jüdischen Leitern Lob für ihre Anstrengungen zur Bekämpfung des Antisemitismus in Deutschland. Doch bei all dieser Anerkennung für Merkel hat sie meiner bescheidenen Meinung nach während ihrer Amtszeit total darin versagt den wiederholten Antisemitismus und die Holocaust-Leugnung des Regimes der iranischen Ayatollahs zu verurteilen und zu bekämpfen. Genauso versäumte Merkel es während ihrer Amtszeit den vom iranischen Regime finanzierten Moscheen in Deutschland generierten Judenhass aufzuhalten und die Beziehungen zu stoppen, die zwischen einer deutschen Stadt und einer iranischen Stadt bestehen, deren Vertreter Antisemitismus fördern. Letztlich verdient Merkel kein Lob jüdischer Gruppen oder Israels, weil sie und ihre Regierung es immer wieder ablehnen sich gegen widerwärtigen Judenhass zu äußern, der vom iranischen Regime in ihren Jahren im Amt generiert wurde und diesen zu verurteilen.

Holocaust-Leugnung und Antisemitismus der Ayatollahs

Seit sie im November 2005 das Amt übernahm, ergriff weder Merkel noch sonst jemand in ihrer Regierung das Wort oder verurteilte sogar die Förderung von Holocaust-Leugnungstheorien des iranischen Regimes, die Unterstützung von Holocaust-Leugnungs-Forschern und den ekelhaften Antisemitismus, den die offiziellen Vertreter des Regimes ausspeien. Warum verurteilten Merkel und ihre Regierungsvertreter die staatseigenen Organisationen des Ayatollah-Regimes 2006 und 2015 nicht wegen deren widerlichen Karikaturen-Wettbewerbs zur Holocaust-Leugnung? Dann veröffentlichte Irans Oberster Religionsführer Khamenei im Januar 2016 zum Internationalen Holocaust-Gedenktag erneut ein offizielles Holocaust-Leugnungsvideo – warum hörten wir nicht ein einziges Wort der Verurteilung von Merkel oder ihren Regierungsvertretern dazu? Im Oktober 2014 veranstaltete das iranische Regime in Teheran sogar eine Konferenz zur Holocaust-Leugnung und war Gastgeber für vielerlei europäische Holocaust-Leugner, darunter Maria Poumier, eine Französin, Claudio Moffa, einen Italiener und Kevin Barrett, einen amerikanischen antisemitischen Verschwörungstheoretiker. Dennoch hörten wie nie ein Wort der Kritik von Merkel oder Mitgliedern ihrer Regierung zu dieser von den Ayatollahs im Iran organisierten, schmählichen Holocaust-Leugnungskonferenz!

Ebenso verurteilte die Regierung Merkel, die behauptet Antisemitismus zu bekämpfen, in ihrer Amtszeit nicht ein einziges Mal die antisemitischen Attacken gegen Juden im Iran. Zum Beispiel wurde im Mai 2020 die Synagoge neben den Gräbern von Esther und Mordechai in der iranischen Stadt Hamedan von unbekannten Angreifern mit Brandbomben beworfen. Die Gräber wurden zwar nicht beschädigt, aber die Synagoge erhielt umfangreichen Rauchschaden; Merkel und die deutsche Regierung jedoch brachten nicht ein einziges Wort der Verurteilung des Angriffs auf diese heilige jüdische Stätte im Iran hervor. Außerdem wurden 2019 von unbekannten Dieben drei antike Thora-Rollen aus der Jahrhunderte alten Ezra Yagoub-Synagoge in Teherans jüdischem Ghetto gestohlen und das Regime ermittelte in diesem Verbrechen nie. Merkels Regierung sagte nichts zu diesem antisemitischen Verbrechen und versäumte es die Führer des iranischen Regimes dazu zu befragen. Ebenfalls im Dezember 2017 wurden zwei Synagogen in der iranischen Stadt Schiras von unbekannten Angreifern verwüstet, die insgesamt fünf Thora-Rollen und zahlreiche Gebetsbücher beschädigt oder komplett zerstört zurückließen. Erneut kam von Merkel oder Mitgliedern ihrer Regierung nicht ein einziges Wort der Verurteilung. Die Liste der antisemitischen Angriffe auf Irans Juden und widerwärtigen antisemitischen Kommentare seitens der Obrigkeit des iranischen Regimes sind während Merkels Amtszeit zu umfangreich, als dass man sie auflisten könnte, aber ihr Schweigen und das Schweigen der Mitglieder ihrer Regierung gegenüber den endlosen Fluss an ungezügeltem Judenhass, der vom iranischen Regime ausgekotzt wird, offenbaren ihre Scheinheiligkeit beim Eintreten für den Kampf gegen Antisemitismus und Holocaust-Leugnung.

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Projekt Wikipedia – darf ich Ihnen die antisemitischen und terroristischen Unterstützer-Redakteure vorstellen?

David Collier, Beyond the Great Divide, 23. September 2021
Übernommen von HEPLEV – Abseits vom Mainstream

Radikalisierung wird definiert als „das Handeln oder der Prozess jemanden dazu zu bringen radikale Positionen in politischen und sozialen Fragen zu übernehmen“. Extremisten wissen, dass sie auf traditionellem Weg nicht einfach in den Mainstream reinkommen, aber Wikipedia, eine der populärsten Internetseiten der Welt, hat ihnen über den Online-Zugang eine direkte Stimme in jedem Haus geboten.

Redaktionelle Arbeit bei Wikipedia, gewiss auf hohem Niveau, die nötig ist, um ständig Wikipedias „jüdische“, „Israel“- oder „Palästina“-Seiten zu bearbeiten (bitte sagen Sie mir nicht, dass jeder bei Wiki redaktionell bearbeiten kann – das ist ein Märchen), ist fast eine Vollzeit-Tätigkeit, die einen besonders obsessiven Charakter benötigt. Wer macht das – und  wichtiger: Warum? Ich habe keinen Zweifel, dass die Motive von einigen harmlos sind – aber was ist mit denen, von denen Sie nicht wollten würden, dass sie direkt mit ihren Kindern sprechen – und bestimmt nicht, wenn ihre wahren Absichten getarnt sind?

Dieser Artikel ist Teil einer andauernden Recherche zum Thema der Radikalisierung von Wikipedia. Er ist sogar noch zeitgemäßer, bedenkt man, dass Wikipedia derzeit wieder auf Spendenzug ist. Bitte stellen Sie sicher, dass jeder, den Sie kennen, sich der Gefahren bewusst ist, die der Nutzung und Finanzierung der Internetseite Wikipedia anhaftet.

Das Beispiel StandWithUs

Ich beginne diese Tour mit einem Blick auf die Seite für StandWithUs. SWUs Hauptfunktion ist Bildung – junge Juden mit genügend Wissen zu stärken, um die unablässige Dämonisierungskampagne zu kontern, der sie sich besonders an Universitäten gegenüber sehen.

Das hier ist Wikipedias Eröffnungsabsatz auf der StandWithUs-Seite:

StandWithUs (SWU, auch bekannt als Irael Emergency Alliance) ist eine amerikanische rechte pro-Israel-Interessenvertretungsgruppe. Die Gruppe ist dafür bekannt mit der israelischen Regierung zusammenzuarbeiten, konzentriert sich auf Bildung und ist an amerikanischen Universitäten aktiv. SWU unterstützt israelische Siedlungen und glaubt nicht, dass die Westbank besetzt ist.

Hier gibt es drei Probleme:

Der erste Satz behauptet, dass es sich um eine rechte Organisation handelt; sie sei dafür bekannt, eng mit der israelischen Regierung zu arbeiten und das Intro liefert Information über angebliche Positionen zu „Siedlungen“ und der „Westbank“. Alles andere über SWU geht nach diesen inhaltsleeren Verleumdungen verloren. Was bedeutet „arbeitet eng mit der israelischen Regierung zusammen“ überhaupt? Und will Wikipedia andeuten, wenn Israel eine Vereinbarung mit den Palästinensern erzielen und von einigem Land abziehen würde, um die Gründung eines lebensfähigen Palästinenserstaats zu ermöglichen, SWU sich gegen die israelische Regierung wenden würde? Wie soll das überhaupt Sinn machen?

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Warum Antizionismus und Antisemitismus untrennbar verzahnt sind

Jahrhunderte lang haben Juden diskutiert, wer zu unserer Gemeinschaft gehört. Eine inklusivere jüdische Welt zu akzeptieren ist wichtig und erstrebenswert, aber unmittelbarer sollten unsere Anstrengungen sich auf die aktuelle existenzielle Bedrohung konzentrieren, der sich unsere Gemeinschaft gegenübersieht: den Antisemitismus.

Diese Debatte treibt ironischerweise die Juden weiter auseinander, untergräbt die Legitimität Israels und hat Auswirkungen auf die Sicherheit der US-Juden.

Die Rechtsextreme ist beispielhaft für den historischen Antisemitismus, geprägt von weißen Herrenmenschen und Randgruppen, die es immer geben wird. Der schleichende Antisemitismus der Linksextremen hat derweil jedoch eine fundamentale Fehleinschätzung des arabisch-israelischen Konflikts zur Folge und betrachtet den Konflikt auf eine naive, karikaturenhafte Weise. Auf beiden Seiten der politischen Mitte haben Analogien die Erinnerung an den Holocaust abgebaut, während man mit Fingern auf Probleme der Gegenseite zeigt.

Antisemitismus ist ein uraltes Phänomen, das keiner politischen Bewegung verpflichtet ist. Und während er schon lange vor 1948 existierte, hat die Gründung des modernen Israel eine neue und heimtückische Form des Judenhasses eingeleitet. Das ist der Grund, weshalb eine Parteien-Diskussion über Antisemitismus fehlgeleitet ist, besonders wenn die aktuelle Lage so schlimm aussieht.

Die Verbindung zwischen Antisemitismus und Antizionismus ist zwar eine historisch verschwommene, steht aber heute stärker im Fokus. Die letzte Runde der Gewalt zwischen Israel und der Hamas brachte die Judenhasser aus ihren Löchern und gab virtuell grünes Licht dafür, dass Antisemitismus in den Mainstream einzieht. Der jüngste Versuch gewisser Kongressmitglieder dem Luftverteidigungssystem Eiserne Kuppel die Gelder zu nehmen, ist ein Beispiel dafür, wie die extreme Linke, die sich als pro-palästinensisch bezeichnet, Antisemitismus zur Schau stellen kann. Diese rein defensive militärische Ausrüstung nicht zu finanzieren wird das Leben von Palästinensern nicht retten: Es wird vielmehr nur den Tod von Juden wie auch Palästinensern zur Folge haben.

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„Land, das vor dem Krieg 1967 Palästinensern gehörte“

* First One Through, 1. November 2021
Übernommen von Abseits vom Mainstream – HEPLEV

Zu den führenden Kritikern Israels im Kongress gehört die Abgeordnete Betty McCollum (Democrats, Minnesota), die den Rammbock der „Verteidigung palästinensischer Kinder“ nutzt, um Israel als abstoßenden Menschenrechtsverletzter darzustellen. Die Grundlage ihrer Ansicht zu Israel ist ihre Überzeugung, dass Israel Arabern gehörendes Land gestohlen hat.

Während McCollum nicht ein einziges Wort über die Raketensalven der Hamas auf israelische Zivilisten im Sommer 2014 verlor, auch nicht zur Tötung dreier israelischer Teenager, die den Krieg auslöste, auch nicht die Hamas-Charta, die die Juden für alle Missstände der Welt verantwortlich und sie damit zur tödlichen Zielscheibe macht, begann sie ein Jahr später ihre Stimme zu ihrem Blick auf die Region zu finden. 2015 beschimpfte sie den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu, weil er gegen den Atomplan mit dem Iran war und 2016 rügte sie die in Area C der Westbank lebenden Israelis. Dann applaudierte sie dem Beschluss der Administration Obama den UNO-Sicherheitsrat die Resolution 2334 verabschieden zu lassen, die diese israelischen Häuser für illegal erklärte. Am 9. Januar 2017 lieferte sie Folgendes ab:

„Harte Wahrheiten aufzuzählen ist besonders wahr, wenn es um die Frage der illegalen israelischen Siedlungserweiterung geht. Diese Politik ist das gravierendste Hindernis für das Erreichen einer Zweistaatenlösung, dem einzig durchführbaren Weg zu Frieden zwischen Israel und den Palästinensern. Es ist schon lange die überparteiliche Politik von US-Administrationen gewesen gegen die Siedlungsexpansion auf Land zu sein, das vor dem Krieg von 1967 Palästinensern gehörte, weil diese Siedlungen die Chancen für das Erreichen einer Zweistaatenlösung mindern und für Israels Sicherheit nicht erforderlich sind.“

Das Zitat ist voller sachlicher Ungenauigkeiten, hirnverbrannter Voraussagen und falscher Überzeugungen. Jede von ihnen verdient es ausgepackt zu werden, da McCollum mit diesen Gefühlen wahrscheinlich nicht alleine ist.

„Land, das vor dem Krieg von 1967 den Palästinensern gehörte“

Diese Äußerung steckt voller Probleme:

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