Schwarzer spuckt Weißen an – Zeit für eine etwas andere Rassismus-Debatte!

Außerhalb des muslimischen Erdkreises drückt im öffentlichen Raum nichts so sehr die Verachtung für einen anderen Menschen aus, wie das Anspucken. Bei Koran-Gläubigen könnte man eventuell das Bewerfen mit Schuhen noch als Steigerungsausdruck der Verachtung verstehen, aber so schnell kam Thuram in dieser Situation wohl nicht an seinen Fuß. Zum anderen äußerte er sich während seiner bisherigen Karriere noch nie dazu – ob er überhaupt und falls ja – an welchen Gott er glaubt!

Marcus Thuram ist Stürmer bei Borussia Mönchengladbach. Und der Sohn des weltberühmten französischen Nationalspielers Lilian Thuram, der sich während seiner aktiven Zeit zu Beginn dieses Jahrtausend aktiv und mit zahlreichen Ehrungen überhäuft gegen Rassismus (Schwarzen- und Islam-Feindlichkeit) einsetzte. Zudem war er Mitglied des französischen Integrationsrats, der sich um mehr Verständnis für die Belange der Muslime große Verdienste erwarb…

Von Ericwaltr – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Allzuviel mit Allah hat aber auch der Papa definitiv nicht am Kopf, denn ebenso engagierte er sich vor einigen Jahren für die gleichgeschlechtliche Ehe und hatte kein Problem Damit, sich neben einem linksliberalen Kreuzträger ablichten zu lassen. Sehr skurril, diese Familie…

Alles nur ein Versehen?

Nicht nur deshalb wird er wohl gestern mit Grausen verfolgt haben, wie sein Sohn einem weißen biodeutschen Spieler der TSG 1899 Hoffenheim während des Bundesligaspiels ins Gesicht spuckte. Oder vielleicht doch nicht…?

Thuram entschuldigte sich auf Twitter wortreich, aber widersprüchlich: »Heute hat etwas stattgefunden, das nicht in meinem Charakter liegt und nie wieder vorkommen darf« »Ich habe mich gegenüber einem Gegner falsch verhalten.« »Es war ein Versehen und nicht beabsichtigt« »Ich entschuldige mich bei allen. Bei Stefan Posch, meinen Gegnern, meinen Teamkollegen, meiner Familie und allen, die meine Reaktion gesehen haben. Natürlich akzeptiere ich alle Konsequenzen meines Handelns.«

Doch wer weiß, vielleicht war ja alles ganz anders. Vielleicht wird Thuram von deutschen Nazis dazu gezwungen, sich nach dem Spiel so zu äußern. Vielleicht hat man ja seine Familie bedroht, wenn er nicht die Schuld auf sich nimmt!  Vermutlich hat der Deutsche ganz böse Dinge zu Thuram gesagt wie: „Eines Tages werden nicht mehr wir niederknien, sondern ihr!“ Wie sonst sollte man sich die Spuckattacke erklären. Thuram muss rassistisch beleidigt worden sein. Sonst hätte er sich niemals nicht zu einer solchen Handlung hinreißen lassen. Er ist schwarz, er ist Muslim, er ist einfach… anständig! Punkt!

Zeit für eine andere Rassismus-Debatte

Karl-Heinz Rummenigge hat recht. Wenn der weiße Deutsche den schwarzen Franzosen angespuckt hätte, wäre gestern Abend und heute im Tagesverlauf überall die Post abgegangen. Und die üblichem Verdächtigen, die sich heute über Rummenigges Worte empören, wären die ersten gewesen, die in Tweets nach der Überprüfung von Bundeswehr und Polizei auf rassistische Gesinnung eine ebensolche für nichtmuslimische und nicht politisch korrekt pigmentierte Menschen im Bundesliga-Betrieb gefordert hätten. Ganz gewiss auch der Edel-Kommunist Kevin Kühnert.

Die öffentlichen Reaktionen auf dieses an und für sich belanglose Vorkommnis zeigt: Wir brauchen tatsächlich in Deutschland eine neue Rassismus-debatte. Zum einen die, in der geklärt wird, was alles unter rassistische Gesinnung und rassistische Akte fällt, um da endlich Klarheit zu haben und nicht bei jeder Gelegenheit „Rassist“ brüllen zu müssen. Und dann noch eine weitere: Ob es tatsächlich auch in Deutschlandhäufiger als bisher vermutet Rassismus gegen Weiß0e und religiösen Rassismus gegen Nicht-Muslime gibt. Thuram hat einfach Pech gehabt. Er hat zum falsche Zeitpunkt und vor den Augen der TV-Öffentlichkeit gespuckt.

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Seine Motivation mag tatsächlich keine rassistische gewesen sein. Aber an Vorgängen wie diesen lässt sich gut die Forderung nach Debatten aufhängen. Auf der Gegenseite klappt das zumindest immer. Diese Chance sollten wir nutzen. Denn viele werden wir nicht mehr haben, um eine Debatte anzuregen, die schon vor mehr als einem Jahrzehnt hätte beginnen müssen. So aber sind wir in eine Situation hineingeschlittert, in der Weiße und Nicht-Muslime sich permanent für Akte, die sie setzen rechtfertigen und auf Buntheitstauglichkeit prüfen lassen müssen. Während der andere Teil der Gesellschaft tut und lässt, was er will, dafür in der Regel noch mit Fördergeldern und Preisen überhäuft wird und die Deutungshoheit über das an sich zu reißen trachtet, was „Rassismus“ und „rassistisch“ ist und was nicht.