Donald Trumps Friedensplan für Nahost und die einzig wahre Zwei-Staaten-Lösung

    • von Roland M. Horn

Victor Rosenthal hat absolut Recht, wenn er sagt, dass der gerade neu vorgestellte Trump-Friedensplan von allen, die in den letzten Jahren vorgeschlagen wurden, stark abweicht. Die Waffenstillstandslinien von 1949 sind nicht mehr in Stein gemeißelt, der Plan ist deutlich variabler und hat sehr viele Vorteile gegenüber der anderen. Wie in seiner gesamten Außenpolitik ist Trump um eine friedliche Lösung bemüht, und so stimme ich Rosenthal auch vollkommen zu, wenn er die Vergabe des Friedensnobelpreises an Trump fordert.

Emir Faisal (re.) and Chaim Weizmann 1918 (Public Domain)

Ich möchte aber in diesem Zusammenhang auf einen weit älteren Plan zur Zwei-Staatenlösung hinweisen. Es handelt sich dabei um das Faisal-Weizmann-Abkommen, das bereits am 3. Januar 1919 im Vorfeld der Pariser Friedenskonferenz zwischen Emir Faisal, dem haschemitischen König Syriens und späterem ersten König des Irak und Chaim Weizmann von der Zionistischen Bewegung ausgehandelt wurde. Im damaligen osmanischen Reich, zu dem das spätere britische Mandatsgebiet Palästina damals gehörte, wurde, das, was später von den neuen Besatzern als „Palästina“ bezeichnet wurde als „Südsyrien“ benannt. Dieses sollte vom damaligen „Großsyrien“ abgespalten und den Juden zurückgegeben werden. Leider scheiterte der Plan daran, dass Faisals Bedingung, dass die Araber die ihnen versprochene Unabhängigkeit erhalten, nicht erfüllt wurde oder nach anderen Quellen, weil Faisal es nicht schaffte, alle Araber für seinen Plan eines jüdischen Staats zu gewinnen.

Letzte Seiten des Faisal-Weizmann-Abkommens mit Unterschriften

Tatsächlich lebten im „Südsyrien“ bzw. im „Mandatsgebiet Palästina“, das die Juden mit Recht „Eretz Israel“ nennen, vor der Vertreibung der Juden seit 70 v. Chr. aus ihrem Land ungefähr drei Millionen Menschen, während im Jahr 1904 nur noch 300.000 Einwohner dort lebten. Der Rest wurde bis zur Rückkehr des jüdischen Volkes nie aufgefüllt. Was spricht also dagegen, dass die ursprüngliche Bevölkerungsmehrheit, die damals im damaligen Staat Judäa lebten, also die Juden, wieder in ihr (weitgehend leerstehendes) Land einzogen? Dies hat offensichtlich auch König Faisal erkannt, so dass er keine Problem hatte, gleichzeitig im damaligen „Nordsyrien“ einen arabischen Staat und in „Südsyrien“ einen jüdischen Staat (wieder-) errichten zu wollen.

Man muss beachten, dass zu jener Zeit sowohl die Golan-Höhen, das sogenannte Westjordanland als auch das jüdische Judäa und Samaria noch zu Judäa/Palästina/Südsyrien gehörten. Der Begriff „Palästina“ war übrigens von den Römern eingeführt nach der Vertreibung der Juden anstelle von „Judäa“ eingeführt worden, später in Vergessenheit geraten und erst von den Engländern wieder verwendet, um ihr Mandatsgebiet mit diesem Begriff zu belegen. Die Ironie ist, dass das Wort Palästina sich aus dem jüdischen Wort „Pleschet“ entwickelte…

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