Antisemitismus im heutigen Europa

Wenn Judenhass auf der Straße normal wird

 

Das Erbe des Antisemitismus in Europa ist langes und schmerzhaftes. Es hatte seinen Höhepunkt im Holocaust. Während Europas demokratische Regierungen heute behaupten Antisemitismus bekämpfen zu wollen, hat der Zustrom von Millionen muslimischer Migranten aus dem Nahen Osten den verbleibenden Antisemitismus ins Unterbewusstsein vieler Europäer eingebettet. Die in Europa geborenen Muslime wurden zusammen mit den neu angekommenen Migranten dank der Indoktrination in Medien und Moscheen in ihren Heimatländern auf Judenhass feingeschliffen. Die muslimischen Migranten aus dem Nahen Osten haben außerdem einen tiefen Hass auf Israel mitgebracht. Im heutigen Europa ist Antisemitismus auf der Straße, wenn nicht gar in Regierungsbüros normal gemacht worden. Europäische Regierungen machen sich nun Sorge, dass ihre einheimischen Juden als Ergebnis des höheren Niveaus des Antisemitismus aus dem Kontinent fliehen könnten, besonders da COVID-19 Europa plagt und Juden zunehmend griffbereite Sündenböcke geworden sind. Besonders die Regierungen der Europäischen Union (EU) haben die Sorge, es könnte sich zeigen, sollte jüdisches Leben in Europa zu Ende gehen, dass Europa die Lektionen aus dem Holocaust nicht gelernt hat.

Eine Umfrage in der EU unter europäischen Juden aus ganz Europa, die im Januar 2019 veröffentlicht wurde, zeigte, dass 89% der Befragten sagten, der Antisemitismus habe in den letzten fünf Jahren beträchtlich zugenommen. Bei der Umfrage der EU wurden 16.395 Juden in 12 EU-Ländern befragt. In einer separaten EU-Umfrage unter der Grundrechte-Agentur der EU kam man allerdings zu dem Schluss, dass Juden „einem anhaltenden Strom an Übergriffen ausgesetzt“ wurden. 38% der Befragten sagten, sie würden über Auswanderung aus Europa nachdenken, weil der Kontinent für Juden nicht mehr sicher sei. Im letzten Jahrzehnt zogen tausende französischer und britischer Juden nach Israel.

Die jüdische Zukunft in Europa ist düster. Eine aktuelle Umfrage des Thinktanks Henry Jackson aus London stellte fest, das 44% der britischen Muslime an antisemitische Verschwörungstheorien glauben. Die Umfrage deutete auch an, dass siebenundvierzig Prozent der Muslime mit einem Collegeabschluss die Falschmeldung der „gespaltenen Loyalität“ gegen britische Juden stützen. Noch ernster sind jedoch die zunehmenden Vorfälle physischer und verbaler Übergriffe von Muslimen auf identifizierbare Juden. Tatsächlich hat das Vereinte Königreich in jedem der letzten drei Jahre die höchste Zahl der jemals aufgezeichneten antisemitischen Vorfälle registriert.

In Frankreich wird die Polizei von vielen Muslimen als „dreckige Juden“ betrachtet. Nach Angaben von Sammy Ghozlan, dem Gründer von Frankreichs Nationalbüro für Wachsamkeit gegenüber Antisemitismus, ist „die antisemitische Gleichsetzung von Polizisten und Juden eine neue Entwicklung, die Verschwörungstheorien entstammt, was inzwischen zu Gewalt und Blutvergießen anstachelt. Das ist nicht nur für Juden gefährlich, sondern auch für das Rechtsstaatsprinzip in Frankreich.“ In diesem Land, das die drittgrößte jüdische Bevölkerung der Welt hat, haben Regierungsunterlagen von 2017 bis 2018 eine Steigerung von 74% bei antisemitischen Taten gezeigt.

Eine Meinungsumfrage der Anti-Defamation League von 2019 stellte fest, dass einer von vier Europäern negative Einstellungen gegenüber Juden hegt. Antisemitische Sprachbilder wie, dass Juden Geschäfte und Finanzen kontrollieren und dass Juden Israel gegenüber loyaler sind als ihren Heimatländern, sind in allgemeiner Verwendung. Europäische Befragte haben sich auch beschwert, dass „Juden immer noch zu viel darüber reden, was ihnen im Holocaust geschah“.

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Die Hagia Sophia und der Völkerrechtsbruch der Juden

* von Raphael Korenzecher

Die Al Aqsa Moschee, die die islamischen Eroberer Jerusalems unter dem Kalifen Umar ibn al-Chattab im Jahr 638 damals noch aus Holz errichten ließen und den Juden aufs Haupt ihres heiligen Tempels stellten, ist eine typische Eroberungsmoschee wie sie die Islamis bei ihren zahlreichen brutalen Mord- und Eroberungsraubzügen zur Demütigung der jeweiligen Besiegten auf deren Heiligtum aufstellten.

Wie sehr dieser später baulich aufgepeppte islamische Protzbau ein Fremdkörper auf dem Tempelberg der Juden war und heute noch ist, belegt schon der Name dieses Gebäudes: „Al Masqid Al Aqsa“ heißt übersetzt nichts anderes als „Die ferne Moschee“ und offenbart — allen heutigen von der Welt gern wiedergekauten islamischen Lügen zum Trotz — dass den muslimischen Eroberern der seit jeher jüdischen Stadt Jerusalem schon damals bewusst war, dass sie dort weder zu Hause waren noch sind.

Eigentlich wäre im Juni 1967 nach der Befreiung Ostjerusalems aus der jordanischen Besatzung ein Abriss dieses monströsen Symbols der jahrhundertelangen Unterwerfung, Entrechtung und Vertreibung der Juden während der islamischen Fremdherrschaft ein klares Zeichen gewesen — zumindest gegen die massive Islamisierung Ostjerusalems.

In den 19 Jahren, in denen Jordanien Ostjerusalem besetzt hielt bis es 1967 endlich durch die israelische Armee verjagt wurde, übte es eine brutale, rücksichtslose und destruktive Herrschaft über Ost-Jerusalem aus.

Jordanien betrieb ethnische Säuberung gegen die Juden, zerstörte jüdische Kultstätten und entjudaisierte nur wenige Jahre nach dem Holocaust völkerrechtswidrig vor den wegsehenden Augen ( was denn sonst ) sowie ohne jede störende Belästigung durch die ethisch ach so hochstehende Völkerfamilie der UNO den im Jahre 1948 eroberten und von Israel geraubten Teil der Jahrtausende alten heiligen Stadt der Juden. Diesem Raub vorausgegangen war ein heimtückischer völkerrechtswidriger arabischer Überfall auf den soeben mit völkerrechtlicher Genehmigung genau dieser UNO gegründeten, damals noch sehr schwachen und militärisch kaum verteidigungsfähigen jüdischen Staat.

Anders als es heute unter dem Jubel unserer linken Gesinnungsmedien und ihren einseitig erblindeten pseudo-antirassistischen politischen Taktgebern den Columbus- oder wohl bald auch den Washington-Monumenten geht, verzichtete Israel auf die Beseitigung des Al Aqsa Monsterbaus auf seinem Tempelberg.

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1939 bis 1945: Die katholische Kirche war Teil der Kriegsgesellschaft

In einem neuen Bericht anlässlich des 75. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs hat die Deutsche Katholische Bischofskonferenz endlich die Mittäterschaft der Kirche beim Handeln des Naziregimes während des Krieges eingestanden. Man muss nur ein paar Zeilen ihres Textes zitieren, um zu verstehen, was die derzeitigen Bischöfe über ihre Vorgänger in der Kriegszeit sagen: „Die katholische Kirche in Deutschland war Teil der Kriegsgesellschaft. Die patriotische Bereitschaft die materiellen, personellen und geistigen Ressourcen der Kirche für den Kriegseinsatz zu mobilisieren, blieb bis zum Ende ungebrochen.“1https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2020/2020-075d-DB_107-Deutsche-Bischoefe-im-Weltkrieg.pdf Weiter: „Sowohl im September 1939 als auch danach blieb der offene Protest der deutschen Bischöfe gegen den nationalsozialistischen Vernichtungskrieg aus“ und „gegen die ungeheuerlichen Verbrechen an den als ‚rassenfremd‘ diskriminierten und verfolgten Anderen, insbesondere den Juden, erhob sich in der Kirche in Deutschland kaum eine Stimme.“2ebenda, S. 14 Es gab viele andere Wege, wie die Kirche den Nazis half. Der Bericht beschreibt auch diese.

Man sollte hinzufügen, dass die deutsche katholische Kirche die Prozesse gegen Nazi-Kriegsverbrecher als Racheakte wahrnahm. Diese extremen Kriminellen waren in ihren Augen Opfer, die von der Siegerjustiz verfolgt wurden.3https://www.zeit.de/zustimmung?url=https%3A%2F%2Fwww.zeit.de%2F1992%2F09%2Fvergebung-ohne-reue%2Fkomplettansicht Katholische Geistliche, auch aus dem Vatikan, gehörten zu denen, die tausenden Nazis halfen über die „Rattenlinie“ nach Lateinamerika zu entkommen.4https://www.dw.com/en/the-ratlines-what-did-the-vatican-know-about-nazi-escape-routes/a-52555068

Der aktuelle Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, sagte, dass die in dem Bericht enthaltenen Eingeständnisse für die Bischöfe nicht leicht waren. „Wir wissen, dass der Vorsitz als Richter und Jury über unsere Vorgänger uns nicht zusteht. Keine Generation ist frei von Urteil und Vorurteil, die von ihrer Zeit geformt sind… aber wer später kommt, muss sich der Geschichte stellen, um daraus zu lernen.“5https://nypost.com/2020/05/03/german-catholic-bishops-admit-they-were-complicit-in-nazi-crimes/ In seiner Einführung in den Bericht deckt Bätzing auf – das sollten schockierende Neuigkeiten sein –, dass ernsthafte Fragen zum Verhalten der deutschen Bischöfe während des Zweiten Weltkriegs erst vor kurzem veröffentlicht wurden.

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Das arabische Kapitel des Holocaust

Der palästinensische Mufti Haddsch Amin al-Husseini spornte Hitler an Europas Juden auszulöschen, gründete eine muslimische SS-Division und stachelte zum mörderischen „Farhud“-Pogrom in Bagdad an. Lasst uns nie die elenden Konzentrationslager in Nordafrika vergessen.

Mordechai Kedar, Israel HaYom, 2. Mai 2019

(übernommen von Abseits vom Mainstream – Heplev)

Natürlich wird der Holocaust als fundamental europäisches Ereignis wahrgenommen. Er wird üblicherweise als „Holocaust am europäischen Judentum“ behandelt, dessen Täter europäische Staaten waren, die Deutschen und ihre Verbündeten. Aber wir sollte nicht die Aspekte des Holocausts ignorieren, die die arabische Welt betreffen.

Einer der auffallenderen dieser Aspekte war die Rolle des palästinensischen Mufti Haddsch Amin al-Husseini. Schon vor dem Holocaust, als er verschiedene öffentliche Ämter im Land Israel bekleidete (1920-1937), stachelten seine Predigten zur Ermordung von Juden in den Krawallen von 1920, 1921 und 1929 auf, dann wieder in der arabischen Revolte von 1936. Es überrascht nicht, dass er später am Völkermord an den Juden Europas beteiligt war.

Nach Zeugenaussagen von Nazi-Offizieren bei den Nürnberger Prozessen nach dem Krieg wurde der Mufti als eine der Personen angeführt, die Hitler dazu drängten die Juden Europas zu vernichten und zwar von dem Moment an, an dem er Ende 1941 nach Deutschland kam. Zwar ist die Annahme begründet, dass Hitler nicht sonderlich vom Mufti „ermutigt“ werden musste, aber seine Rolle bei der Werbung für die Idee der Vernichtung der Juden und deren Umsetzung ist auffällig.

Der Mufti spielte zudem in den Jahren 1942 bis 1944 für die Nazis eine wichtige Rolle, als er die Gründung muslimischer Einheiten im deutschen Militär und der SS initiierte, deren Soldaten in Jugoslawien und Bulgarien eingezogen wurden. 1944, als im Raum Budapest die Mehrheit der ungarischen Juden zusammengetrieben wurde – mehr als eine halbe Million Menschen – hatten die Deutschen vor sie per Zug ins Vernichtungslager Auschwitz zu transportieren; er aber hatte Sorge, dass Partisanen die Brücken im Versuch die Transporte zu stören sprengen könnten. Der Mufti schickte die muslimischen Einheiten los, um die Brücken zu schützen und sicherzustellen, dass die Juden in den Tod geschickt wurden.

Der Mufti hielt mit seinen Absichten nicht hinterm Berg. Er schrieb und sendete – hauptsächlich auf Arabisch per Radio aus Berlin – sein Engagement unter allen Umständen die Immigration der europäischen Juden nach „Palästina“ zu verhindern, deren Auslöschung aus seiner Sicht notwendig und entscheidend war. Im Juli 1945 beschloss die „Jugoslawische Kommission zur Bestimmung von Verbrechen der Besatzer und ihrer Kollaborateure“ die Resolution 1892, die Amin al-Husseini wegen seiner Rolle bei der Zwangsrekrutierung der Bevölkerung in den besetzten Gebieten auf die Liste der Kriegsverbrecher übernahm; Grundlage dafür war die Klausel 23 der Haager Konventionen von 1899 und 1907.

Die Kommission vermerkte: „Als Ergebnis von Al-Husseinis Handeln … wurde die muslimische Division der SS gegründet … Überall, wo sie eingesetzt wurden, begingen sie zahlreiche Kriegsverbrechen, wie Massenmorde, abscheuliche Gräueltaten, brannten ganze Gemeinden nieder und plünderten. Wegen dieser Aktivitäten … ist der Großmufti Haddsch Amin al-Husseini auf die Liste der internationalen Kriegsverbrecher gesetzt worden … Er trägt die Verantwortung für den Einsatz der muslimischen Massen, mit anderen Worten dafür diese Leute dazu zu treiben, die gezwungen wurden in den Dienst faschistischer Militärorganisationen zu treten und dementsprechend ist er auch derselben Verbrechen schuldig.“ Nach dem Krieg floh der Mufti nach Frankreich, wo die Franzosen ihn herzlich willkommen hießen und ihm ein Jahr lang eine Villa schenkten, in der er lebte.

Allerdings müssen wir über die Rolle des Muftis hinaus in diesem Kontext die Konzentrationslager in Libyen zur Kenntnis nehmen, die während des Krieges unter italienischer Kontrolle standen. Die Juden Libyens wurden in Lager in der Wüste geschickt: Jadu, Sidi Azaz, Gharyan, Buq Buq, Ifrane. Sie wurden unter verwahrlosten Umständen gehalten, litten unter Hunger und Durst; hunderte krepierten. Wer jagte die Juden? Wer identifizierte sie für die Deutschen? Die Antwort ist klar: ihre muslimischen Nachbarn.

Schließlich müssen wir uns an die „Farhud“ in Bagdad erinnern, ein Pogrom mit Mord, Vergewaltigung und Plünderung, begangen von irakischen Arabern gegen die Juden von Bagdad am Feiertag Schavuot 1941. Insgesamt wurden 179 Juden ermordet, tausende verletzte, Frauen wurden vergewaltigt und Kinder zu Waisen gemacht, alles durch die dämonische Hetze, die al-Husseini erbrach, der sich zu dieser Zeit in Bagdad befand.

Ist Antizionismus antisemitisch?

* von Abseits vom Mainstream – Heplev

Die Frage wurde irgendwo in den USA von zwei jungen Juden diskutiert, schrieb Victor Rosenthal auf seinem Blog Abu Yehuda anlässlich seines Erlebens des Vormittags des Yom HaSchoah, des Holocaust-Gedenktags in Israel.

Seine Reaktion: Ihr scherzt ja wohl?

Das war wohl eine rhetorische Frage. Aus ihr klingt Empörung. Zurecht.

Aber den Unbedarften und vor allem den Hetzern muss man das traurigerweise immer wieder erklären, wobei vor allem Letztere das ums Verrecken nicht einsehen werden, denn dann müssten sie ja mal zugeben, dass sie falsch gedacht haben. Und sie müssten von ihrem Hass ablassen und das geht ja nun gar nicht.

Zionismus ist die „Nationalbewegung der Juden“. Was nichts anderes hießt, als dass Juden als Volk das Recht auf ihren eigenen Staat in Anspruch nehmen wollen. Wer also gegen Zionismus ist, der verweigert – einzig – den Juden ihren eigenen Staat. Das machen gerade diese Hetzer mit keinem einzigen anderen Volk so. Selbst den Kurden gegenüber gestehen sie ein, dass diese eigentlich einen eigenen Staat haben könnten, auch wenn in der politischen Realität dann ganz anders gehandelt wird. Dass Kurden kein Volk sind, keinerlei Selbstbestimmungsrecht haben, wird so nicht zum Ausdruck gebracht. Das geschieht ausschließlich mit den Juden. Und ausschließlich Juden etwas zu verweigern, was allen anderen – wirklich, theoretisch oder auch nur prinzipiell – zugestanden wird; heißt, dass man einzig Juden diesbezüglich diskriminiert. Weil sie Juden sind.

Und das ist Antisemitismus.

Noch eine Bemerkung zum Schluss: Wer jetzt kommt und davon faselt, dass Israel ja den Palästinensern Land raubt, den Hals nicht voll bekommt usw.: Blödsinn. Die Juden hatten sich mit weniger zufrieden gegeben, sie hätten ihren Staat auch auf dem kleinen Fetzen gegründet, den ihnen die Peel-Kommission 1936 vorgeschlagen hat. Sie haben sich gegen den von den Arabern angestrebten Völkermord wehren müssen. Müssen sich heute weiter gegen den von den palästinensischen Arabern angestrebten Völkermord wehren.

Dass Israel heute flächenmäßig größer ist als beim Vorschlag von 1936 und beim Teilungsplan der UNO 1947 hat einen einzigen Grund: die Völkermord-Bestrebungen der Araber. Jede Mal wollten sie die Juden vernichten, jedes Mal hatten sie hinterher von ihnen teilweise illegal besetztes Land verloren. Also kommt mir nicht weiter mit euren verlogenen Charakterschweinereien. Wer den Juden verweigert, was er anderen zusteht, ist ein Antisemit. Basta.

Vergesst Auschwitz! Denkt an Israel – bevor es zu spät ist

“Der moderne Antisemit benutzt die ‘Auschwitz-Keule’, um sie den Juden/Israelis um zu Ohren zu hauen: ‘Ihr seit auch nicht besser, also hört endlich damit auf, uns Vorwürfe zu machen!’ Eine verständliche und nachvollziehbare Strategie, um das eigene Gewissen zu beruhigen. Schon deswegen wäre es sinnvoll, Auschwitz dem Erdboden gleichzumachen statt Unsummen auszugeben, um diesen Rummelplatz des Schreckens zu sanieren und zu konservieren. Allein die Bundesrepublik hat 60 Millionen zugesagt, derweil die letzten Überlebenden des Holocaust in Polen mit weniger auskommen müssen als ein von der UNWRA versorgter Palästinenser in Gaza. Eine Sprecherin des Außenamtes erklärte 2009 gegenüber der dpa: ‘Wir betrachten es weiterhin als eine Kernaufgabe Deutschlands, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten. Wir werden weiterhin zu der historischen Verantwortung Deutschlands stehen.’

Genau das ist das Problem. Die historische Verantwortung Deutschlands erschöpft sich daran, ‘die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten’, nicht etwa, die kommende Endlösung der Nahostfrage zu verhindern.”

(Broder; Henryk, M.: Vergesst Auschwitz, München 2012, S. 34)

“Fairerweise muss man hinzufügen, dass Israel zu dieser Einstellung maßgeblich beigetragen hat, indem es sich seit seiner Gründung als das Nachspiel zum Holocaust präsentiert. Es ist keine gute Idee, jeden Staatsgast, kaum dass er in Tel Aviv gelandet ist, nach Yad Vashem zu karren, ihn dort auf einen Kranz zur Erinnerung ‘an die sechs Millionen’  niederzulegen und das übliche ‘Nie wieder!’ ist Gästebuch schreiben zu lassen. Auch wenn es nur ein Ritual ist, das beide Seiten lustlos absolvieren: Irgendwann wird der Bußgang zur Zumutung. Allmächtiger! Nicht schon wieder! Wer sich ständig als Opfer präsentiert,muss damit rechnen, dass das Mitgefühl der Umwelt irgendwann in Aggression umschlägt.”

(ebd, S. 37)

“Vergesst Ausschnwitz! Denkt an Israel – bevor es zu spät ist!”

(ebd., S. 174)

Wie schlimm ist der Antisemitismus in Europa? Umfragen legen nahe: Er grassiert.

* von Melissa Braunstein (Übernommen von HEPLEV – ABSEITS VOM MAINSTREAM)

Das ist Karneval in Spanien im Jahr 2020 … nicht 1940 (timesofisrael.com

Die belgische Stadt Aalst feierte den Karneval dieses Jahr mit grotesker Zurschaustellung von offenem Antisemitismus. Jecken ahmten verspottend die Klagemauer nach, einige verkleideten sich als Ameisen mit chassidischen Hüten und andere als Nazis. Das Thema setzte sich in Campo de Criptana in Spanien fort, wo Teilnehmer am Karnevalszug sich als Nazis und Insassen von Konzentrationslagern verkleideten, flankiert von Schornsteinen.

Die zur Schau gestellte unverfrorene Borniertheit unterstrich, dass offener Antisemitismus lautstark wieder da ist. Weniger gewiss ist, wie viele Menschen dieses Wiederaufleben schüren. Meinungsumfragen von Pew Research und der Anti-Defamation League (ADL) sind diese Frage angegangen, aber fragen ist leichter als Antworten zu geben.

Diese Zahl zu berechnen erfordert nicht nur eine gute Definition von Antisemitismus (wie die Arbeitsdefinition der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz), sondern auch ein klares Verständnis dafür, warum wir überhaupt fragen. Wollen wir denn wissen, wo Juden am ruhigsten als erkennbare Juden leben können, sich am leichtesten assimilieren können oder einfach sicher leben können, ohne physische Attacken?

Europäische Einstellungen zu Juden ändern sich zum Schlimmeren

Pew Research nickte letztes Jahr zu diesem Thema, als die Einstellungen Europas 30 Jahren nach dem Fall der Berliner Mauer untersucht wurden. Juden standen nicht im Fokus der Umfrage, aber es fällt auf, dass Juden von ihrem Landsleuten in den Niederlanden (92%), Schweden (92%), Großbritannien (90%) und Frankreich (89%) positiv bewertet wurden.

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Gottfried Curio zur Wahnsinnstat in Hanau und zu den wahren Spaltern der Gesellschaft

Gottfried Curio präzise und stark wie immer. Aber wer interessiert sich schon für die Wahrheit, wenn er Hass sähen will gegen die Vertreter der bürgerlichen Mitte und die Gesellschaft spalten in „die Anständigen“ und jene, an deren Händen das Blut der Muslime und Juden in Deutschland klebe? Ein Gastbeitrag von Michael van Laack

Die gleichen Gestalten, die schon zwei Tage nach dem Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz dazu aufforderten, dort wieder Glühwein zu trinken und Zwiebelrostbraten zu konsumieren, trauern nun wochenlang öffentlichkeitswirksam und beschuldigen – was übrigens auch eine Straftat darstellt – die AfD einer Mitschuld an Kapitalverbrechen.

Angela Merkel, die nur um die „Richtigen“ trauernde Kanzlerin

Die gleiche Kanzlerin, die sich einen Dreck interessierte für die Hinterblieben der Opfer vom Breitscheidplatz, trauert nun tief mit. Jene Kanzlerin, die der ersten Flüchtlingswelle die Tore öffnete und in diesen Tag schweigt zum Szenario an der türkisch-griechischen Grenze.

Und jene Sozialdemokraten, Grünen und Linken, die über Jahre bemüht waren, radikale Islamisten von den tiefgläubigen und zu Deutschland gehörenden Muslimen abzugrenzen, stellen sich heute vor die Mikrofone und reden von Blutspuren, die sich von Hanau und anderen Orten bis in die AfD-Bundestagsfraktionen zögen. Auch nennen sie – damit den Holocaust einmal mehr relativierend – die Bluttat von Hanau einen Massenmord.

Die Anständigen dürfen auch Erschießungs- und Internierungsphantasien haben

Vor einigen Tagen erklärte der Bundesvorsitzende der Linkspartei, Andersdenkende gehörten in Arbeitslager, Mitglieder seiner Partei verfolgten auf der Strategiekonferenz dem Ansatz, Kapitalisten und sonstiges Gesindel zu erschießen.

Und dennoch klatschen der Bundespräsident, der Bundestagspräsident und die Kanzlerin artig Beifall, als der Vorsitzende der Linkspartei die Gefahr von Rechts als die größte bezeichnet.

Die heutige Inszenierung wie auch die Hetz- und Hassjagd auf die AfD in den vergangenen Wochen – schon vor Hanau, aber besonders danach – dienen nur einem einzigen Zweck: Dem tumben, vor den TV-Geräten sitzenden Bürger, der sich in den vergangenen Jahren vieler Freiheiten widerspruchslos hat berauben lassen, weil das Brot- und Spieleprinzip noch immer funktioniert, darauf vorzubereiten, dass in den nächsten Tagen die gesamte AfD zum Beobachtungsfall erklärt wird und dies richtig ist. Denn wenn doch alle Anständigen und Zuständigen sagen, dass es so sei, muss es doch wohl so sein.

Ziel der Kanzlerin und ihrer willigen Vollstrecker: Ausschaltung aller nichtlinker Mitbewerber

Zwischenziel ist, noch vor der Bundestagswahl 2021 erklären zu können, man habe nun genug Material, um ein Verbotsverfahren anzustreben und so die Partei im Wahlergebnis zu halbieren. Wenn das Verbot nach 2021 dann nicht durchgesetzt werden kann, ist es egal. Dann haben die Buntfaschisten um CDU und Grüne und die Linksfaschisten um die SPD und die Linkspartei genug Zeit, dass Land weiter in Richtung einer politischen Religion zu bewegen.

Endziel dieser Bewegungsrichtung ist ein totalitaristischer europäischer Einheitsstaat. Der wird selbstverständlich das sein, was auch Hitlers NSDAP war: Eine sozialistische Diktatur. Die – gemessen an der Einwohnerzahl – nach China zweitgrößte, die die Weltgeschichte bis dahin gesehen haben wird.

Bernie, der jüdische Dummkopf

Als Purim bevorstand, sagte Bernie Sanders, der jüdische Spitzenreiter bei der Nominierung des demokratischen Präsidenten:

[Die US-Botschaft zurück nach Tel Aviv zu verlegen] ist etwas, das wir in Betracht ziehen würden…

Ich bin sehr stolz darauf, Jude zu sein. Ich habe tatsächlich einige Monate in Israel gelebt, aber was ich persönlich glaube, ist, dass sie im Moment leider, tragischerweise, in Israel mit Bibi Netanyahu einen reaktionären Rassisten haben, der jetzt dieses Land regiert …

In unserer Außenpolitik im Nahen Osten sollte es darum gehen, die Unabhängigkeit und Sicherheit Israels absolut zu schützen, aber Sie können das Leid des palästinensischen Volkes nicht ignorieren.

Wenn es vorher Zweifel gab, wissen wir jetzt, wo Bernie steht. Jerusalem ist immer ein Lackmustest. Der amerikanische Kongress forderte die US-Regierung auf, die Realität Jerusalems bereits 1995 anzuerkennen. Das war vor einem Vierteljahrhundert. Bis Trump den gordischen Knoten durchtrennte, hielten drei Präsidenten diese Anerkennung zurück. Die Ausnahmeregelungen bezogen sich angeblich auf die „nationale Sicherheit“, aber jeder wusste, dass dies eine Anspielung auf die Araber und andere war, die sich einer jüdischen Souveränität widersetzten, nicht nur unserer Kontrolle über Jerusalem. Ein Beweis dafür war die lächerliche Meinung des Außenministeriums, dass Israel in keinem Teil Jerusalems souverän war, selbst in dem westlichen Teil, den es seit 1948 innehat und in dem sich die Knesset befindet. Tatsache ist, dass es keine nachteiligen Folgen für die „nationale Sicherheit“ gab.

Es ist wichtig anzumerken, dass Trumps Erklärung kein Neuland betreten hat. Sie bestimmte nicht die konkreten Grenzen Jerusalems und ließ die Möglichkeit offen, dass einige Teile davon Bestandteil eines zukünftigen palästinensischen Staates werden würden. Um zur Situation vor Trump zurückzukehren: Wenn es angesichts des Jerusalem Embassy Act von 1995 überhaupt rechtlich möglich ist – wäre einfach absurd, und der einzige Grund dafür wäre, Israel die Zähne einzuschlagen.

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