Israels Angriff auf Ziele im Iran fiel relativ mild aus

  • von Roland M. Horn

U. a. berichtete auch die Israel heute Redaktion am 26. Oktober über den Einsatz von Kampfflugzeugen der IDF, die in der Nacht auf den 26. Präzisionsangriffe auf militärische Ziele im Iran flogen. Das war die Reaktion auf einen massiven Raketenangriff der Islamischen Republik Iran beinahe einen Monat zuvor.

Die israelische Armee ließ verlauten, dass Dutzende Flugzeuge – darunter Tankflugzeuge und Spionageflugzeuge – innerhalb weniger Stunden „Angriffswellen“ über mehreren Regionen des Iran – immerhin ungefähr 1600 Kilometer von Israel entfernt – flogen. Ziele waren u. a. Raketen- und Drohnenfabriken, Abschussrampen und Flugabwehrbatterien.

SANA – die staatliche syrische Nachrichtenagentur – meldet gleichzeitige israelische Angriffe auf militärische Ziele in Zentral- und Südsyrien, wo Teheran seit Jahrzehnten versucht, Fuß zu fassen.

Den Namen, den die Israelische Armee für diese Operation wählte, lautet „Tage der Buße“.

Konteradmiral Daniel Hagari, Sprecher der israelischen Streitkräfte, sagte:

„Ich kann jetzt bestätigen, dass wir die israelische Reaktion auf die Angriffe des Iran auf Israel abgeschlossen haben. Wir haben gezielte und präzise Angriffe auf militärische Ziele im Iran durchgeführt und damit unmittelbare Bedrohungen für den Staat Israel abgewendet“

und:

„Die israelischen Streitkräfte haben ihren Auftrag erfüllt. Sollte das iranische Regime den Fehler begehen, eine neue Eskalationsrunde einzuleiten, sind wir verpflichtet, darauf zu reagieren. Unsere Botschaft ist klar: Jeder, der den Staat Israel bedroht und versucht, die Region in eine weitere Eskalation zu stürzen, wird einen hohen Preis zahlen.“

Dem fügte er hinzu:

„Wir haben heute gezeigt, dass wir sowohl die Fähigkeit als auch die Entschlossenheit haben, entschlossen zu handeln, und wir sind bereit – in der Offensive und in der Defensive – den Staat Israel und das israelische Volk zu verteidigen.

Benjamin Netanjahu, Premierminister Israels gab den Befehl zum nächtlichen Angriff vom Kirya-Militärhauptquartier in Tel Aviv, später unterstützt durch Verteidigungsminister Yoav Galant; Generalleutnant Herzi Halevi, dem Generalstabschef der israelischen Streitkräfte; David Barnea, dem Mossad-Chef sowie Ronen Bar, dem Chef des israelischen Sicherheitsdienstes.

Die IDF sagte:

„Das iranische Regime und seine regionalen Stellvertreter haben Israel seit dem [Hamas-]Massaker vom 7. Oktober [bei dem 1.200 Menschen getötet wurden] unerbittlich angegriffen – an sieben Fronten – einschließlich direkter Angriffe von iranischem Boden aus“

und:

„Wie jedes andere souveräne Land der Welt hat der Staat Israel das Recht und die Pflicht, darauf zu reagieren.“

Es erfolgte eine kontinuierliche Lagebeurteilung durch die Armee – unmittelbare Änderungen der Richtlinien des Heimatfrontkommandos gab es nicht.

Die islamische Republik Iran ließ verlauten, dass sie die israelische Offensive erfolgreich abgewehrt habe, gab aber zu, dass an verschiedenen Orten „begrenzter Schaden“ entstanden sei. Den Angaben des iranischen Militärs zufolge, griff Israel in den Provinzen Teheran, Khuzestan und Ilam an.

Wie nicht anders zu erwarten gab die Islamische Republik bekannt, dass sie bereit sei, auf die „Aggression“ mit Vergeltung zu reagieren, wie aus einer Meldung der halbamtlichen iranischen Nachrichtenagentur Tasnim hervorgeht. So zitiert die Agentur „Quellen“, die sagten:

„Es besteht kein Zweifel, dass Israel für jede seiner Handlungen eine angemessene Antwort erhalten wird“.

Die Biden-Administration war im Vorfeld der Operation informiert worden, direkt am Angriff beteiligt waren die USA am Angriff jedoch nicht.

Sean Savett, Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA, bezeichnete den Angriff als „eine Übung zur Selbstverteidigung und als Reaktion auf den iranischen Raketenangriff auf Israel am 1. Oktober“ und ein hochrangiger Regierungsvertreter sagte zu einem späteren Zeitpunkt, dass der Angriff „das Ende des direkten militärischen Austauschs zwischen Israel und dem Iran sein sollte“. Dem fügte er hinzu:

„Sollte sich der Iran zu einem Gegenschlag entschließen, sind wir voll und ganz bereit, Israel zu verteidigen und zu unterstützen, und das wird Konsequenzen haben.“

Lloyd Austin, der US-Verteidigungsminister hatte am Abend des 25. Oktobers mit seinem israelischen Amtskollegen Galant, doch über dessen Inhalt wurde nichts bekannt.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu trifft US-Präsident Joe Biden am 25. Juli 2024 im Weißen Haus. Bildnachweis: Amos Ben-Gershom/GPO. (nach Israel heute)

Joe Biden, der noch amtierende Präsident der USA hatte Jerusalem vor dem Angriff dazu aufgefordert, auf Angriffe aus iranischen Nuklearanlagen und Ölfelder zu verzichten und eine Operation im kleinem Maßstab zu bevorzugen, und offensichtlich hörte Israel auf ihn. Trotz dieser offensichtlichen Einmischung brüstete sich Biden mit den Worten:

„Keine Regierung hat Israel mehr geholfen als ich – keine, keine, keine. Ich denke, Bibi sollte sich daran erinnern“,

unter ausdrücklicher Verwendung von Netanjahus Spitznamen. Ganz anders äußerte sich der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump. Über Biden sagte er lapidar.

„Ich denke, er liegt falsch“,

um dann aber weiter auszuholen:

„Ist das nicht das, was man angreifen sollte? Ich meine, das ist das größte Risiko, das wir haben, Atomwaffen. … Die Antwort hätte sein sollen: Greift zuerst die Atomwaffen an und kümmert euch später um den Rest.“

In der Woche zuvor hatte Netanjahu betont, dass die ausgewählten iranischen Ziele „auf den nationalen Sicherheitsbedürfnissen Israels basieren“ würden.

Später wurde berichtet, dass er seine Haltung zugunsten eines eingeschränkteren Angriffs abgemildert hätte, weil Washington entschieden hatte, das fortschrittliche THAAD-Luftverteidigungssystem in Israel zu stationieren, um somit den Eindruck einer politischen Einmischung in die bevorstehenden US-Wahlen zu vermeiden…

Am 1. Oktober hatte der Iran über 180 ballistische Raketen auf Israel abgefeuert und im April waren es ungefähr 300 Raketen und Drohnen, die der Mullah-Staat auf Israel abfeuerte.

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