Das Bild von Noa Argamani auf dem Motorrad wurde zu einem Symbol des 7. Oktober. Nun haben israelische Sicherheitskräfte Saher Nidal Latfi Sakr getötet, der nach Angaben von IDF und Shin Bet an ihrer Verschleppung beteiligt war.

Das Bild ging um die Welt: Noa Argamani wird am 7. Oktober 2023 vom Nova-Festival in den Gazastreifen verschleppt, auf einem Motorrad, während sie verzweifelt nach ihrem Partner Avinatan Or greift. Fast drei Jahre später haben israelische Sicherheitskräfte einen der Männer getötet, die nach ihren Angaben unmittelbar an dieser Entführung beteiligt waren.

Saher Nidal Latfi Sakr wurde am Wochenende bei einem gezielten Angriff in Nuseirat im zentralen Gazastreifen getötet. IDF und Shin Bet bestätigten am Sonntag gemeinsam mit der Gideonim-Einheit 33 der israelischen Polizei die Operation. Sakr sei auf Aufnahmen der Entführung zu erkennen und habe Argamani und Or auf dem Motorrad in Richtung Gaza gebracht.

Damit endet seine Rolle jedoch nicht am Morgen des Massakers. Nach Angaben der israelischen Sicherheitsbehörden war Sakr später mit global-dschihadistischen Organisationen im Gazastreifen verbunden. Während des Krieges soll er Hamas mit Waffen versorgt und Anschläge gegen israelische Soldaten und Zivilisten vorbereitet haben. Welche dschihadistische Organisation konkret gemeint ist, nannten die Behörden zunächst nicht.

Israel sucht die Täter des 7. Oktober weiter

Die Tötung Sakrs ist Teil einer deutlich größeren Operation. Israel verfolgt seit dem Massaker systematisch Männer, die an Mord, Verschleppung und Geiselbewachung beteiligt waren. Bereits im Oktober 2025 veröffentlichten IDF und Shin Bet die Namen von acht getöteten Terroristen, deren Beteiligung am 7. Oktober nachrichtendienstlich rekonstruiert worden war. Darunter befand sich Ahmed Ibrahim Rajab Shaer, den die Behörden ebenfalls als Verantwortlichen für die Entführung Argamanis und Ors bezeichneten. Ein weiterer Terrorist, Ahmed Abu Marhil, war laut Shin Bet an Ors Verschleppung beteiligt.

Das widerspricht der jetzigen Mitteilung nicht: Die Entführung wurde von mehreren Männern durchgeführt. Sakr wird nun ausdrücklich als derjenige bezeichnet, der bei der Verschleppung auf dem Motorrad dokumentiert wurde. Gerade deshalb ist sein Tod symbolisch: Das Fahrzeug und die darauf sitzende Argamani wurden zu einem der bekanntesten Bilder des 7. Oktober.

Argamani selbst überlebte. Am 8. Juni 2024 befreiten israelische Spezialkräfte sie gemeinsam mit Almog Meir Jan, Andrey Kozlov und Shlomi Ziv in der später nach dem gefallenen Yamam-Offizier Arnon Zamora benannten „Operation Arnon“. Die vier Geiseln wurden aus zwei verschiedenen Gebäuden mitten in Nuseirat gerettet. Zamora wurde bei den Kämpfen tödlich verwundet.

Avinatan Or blieb dagegen noch mehr als ein Jahr länger in Gefangenschaft. Erst am 13. Oktober 2025 kam er nach 738 Tagen im Rahmen des von US-Präsident Donald Trump vermittelten Gaza-Abkommens frei. Danach konnten sich Argamani und Or erstmals seit ihrer gewaltsamen Trennung auf dem Nova-Gelände wieder in Freiheit begegnen.

Dass nun auch Sakr getötet wurde, zeigt eine zweite Seite der israelischen Strategie nach dem 7. Oktober. Es geht nicht nur darum, Hamas militärisch zu schwächen oder Geiseln zurückzubringen. Die Sicherheitsdienste versuchen weiterhin, einzelne Täter zu identifizieren, ihre Rollen zu rekonstruieren und sie auch Jahre später aufzuspüren.

Bei Sakr führte diese Spur zurück zu einem der Bilder, mit denen das Massaker weltweit in Erinnerung blieb.

Noa Argamani kam lebend zurück. Avinatan Or kam lebend zurück.

Der Terrorist, der an ihrer Verschleppung beteiligt war und später weiter Waffen und Anschläge unterstützte, ist nun tot.

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