* von Roland M. Horn

Buchauszug aus Lemuria: Ein Blick auf den anderen versunkenen Kontinent

Die hypothetischen Kontinente Mu und Atlantis nach James Churchward. Mu ist ein Begriff für einen einen sagenhaften im Pazifik versunkenen Kontinent, der heute oft mit Lemuria gleichgesetzt wird, das ursprünglich für einen versunkenen Kontinent im Indischen Ozean gehalten wurde. (Public domain)

„Ganz gleich, wie Lemuria zerstört wurde, Lemuria lässt sich nicht mehr unter den Teppich kehren … und kleine Beweis-Stückchen treten nach und nach zutage…“

zitiert Bernhard Beier im Artikel Geologische und ozeanographische Grundlagen für die Pazifika-Hypothese? auf http://atlantisforschung.de/index.php?title=Geologische_und_ozeanographische_Grundlagen_f%C3%BCr_die_Pazifika-Hypothese%3F den Geologen William Hutton. Und weiter schreibt er:

„Es gibt keinen versunkenen ‚Kontinent‘ im Pazifik oder im Indischen Ozean! Dies scheint das Credo der modernen Geologie zu sein, wenn die Frage nach „Le(Mu)ria“ gestellt wird. Doch selbst wenn wir – um des Arguments Willen – das aktualistische Denkmuster [also der Lyellismus, Anm. RMH] der Damen und Herren ‚Fachleute‘ übernehmen, brauchen wir solche Äußerungen nicht sonderlich ernst zu nehmen. Ganz im Gegenteil dürfen wir behaupten: Es steht heute außer Frage, dass in der Tat während rezenter Perioden der Erdgeschichte ungeheure Landmassen von den Fluten dieser beiden Meere verschlungen wurden!“

Hierzu sei angemerkt, dass Otto Muck, der oft als Katastrophist1Der Katastrophismus stellt im Rahmen der Astronomie sowie der Geologie und Paläontologie ein wissenschaftliches Paradigma dar, das von der überragenden Bedeutung von katastrophalen Ereignissen für die Geschichte unseres Sonnensystems, der Erde und der Entwicklung (Evolution) der Lebewesen ausgeht. Er gilt als Gegenstück zum Aktualismus. oder Neo-Katastrophist angesehen wird, sich tatsächlich zur gegensätzlichen Theorie, nämlich zum Aktualismus bekennt und lediglich zwei irreguläre Ausnahmen einräumt: nämlich den bereits besprochenen Mondeinfang und sein Szenario zum Untergang von Atlantis, das er in seinem Buch Atlantis – Die Welt vor der Sintflut vorstellt. Kommen wir aber zu Beiers Artikel zurück. Er schreibt dort weiter:

„Großmaßstäbliche Überflutungen, wie wir sie hier besprechen, können im Wesentlichen aufgrund zweier Natur-Phänomene zustande kommen: A) Das Absinken von Landmassen. B) Das Ansteigen der Meeresspiegel. Während die erstgenannte Möglichkeit – zumindest als rapide, großräumig und kataklysmisch2Kataklysmus steht für „erdgeschichtliche Katastrophe“ verlaufendes Ereignis – von Geologen entschieden in Abrede gestellt wird, dürfte kaum jemand ernsthaft bestreiten, dass es während der jüngsten 12.000 Jahre einen sehr deutlichen Anstieg der ozeanischen Pegel gegeben hat.

Wenn wir jedoch konservativ3Nonkonformistische Modelle gehen sogar von mehreren Kilometern Niveau-Unterschied aus. einen Anstieg der Meeresspiegels um ca. 100 m bis 150 m voraussetzen, hat dies bereits ganz erstaunliche Konsequenzen für das Erscheinungs-Bild der Küstengebiete und Inselwelt unseres Bezugs-Raums. Werfen wir z. B. einen Blick auf Südostasien – wie es sich gegen Ende des vergangenen Erdzeitalters (Pleistozän) präsentierte […,] dann wird schnell deutlich, dass sich seither selbst in einem aktualistischen Szenario topographische Veränderungen ereignet haben müssen, die bereits an der Grenze menschlichen Fassungsvermögens liegen. In der Tat ist dort offenbar eine kontinentgroße Landmasse untergegangen, nämlich die alte indonesische Tiefebene, die am Ende der jüngsten Eiszeit von den steigenden Meeresspiegeln überspült wurde.“

(…)

Der Forscher und Autor wendet sich nun Zentral-Pazifik zu, wo das Lemuria der meisten modernen Esoteriker gelegen haben soll. Wenn wir einen kurzen wissenschaftsgeschichtlichen Rückblick auf den geologischen und ozeanographischen Diskurs zum Pazifik würfen, würde schnell deutlich, dass das Thema ‚versunkene Landmassen im Pazifik‘ offenbar zu keiner Zeit vom Tisch war, sondern in Fachkreisen immer wieder neu diskutiert wurde.

Auf den geologischen Spuren von Lemuria