Buchbesprechung: Steven M. Collins: The Origins and Empire of Ancient Israel

* von Roland M. Horn

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The Orgin of Empire of Ancient Israel

Bibel Blessings, Royal Oak, MI, USA, 2003
ISBN: 978-0972584906
Preis: $ 20.—
Tb, 280 Seiten, weit über 100 s/w-Abb., Register

Dieses Buch ist der erste Teil der Serie “The Lost Tribes of Israel”. Die weiteren Bücher dieser Serie sind Israels Lost Empire, Parthia – The Forgotten Ancient Superpower and its Role in Biblical History und Israel’s Tribes today).

Collins beschäftigt sich hier mit dem Ursprung des Alten Israels zunächst hauptsächlich auf Grundlage der Bibel. Überraschenderweise kann er seine Erkenntnisse aber auch anhand nichtbiblischer Quellen belegen.

Collins geht auf die bekannte Stelle in 1. Mose 26 ein, die folgendermaßen lautet: “Lasset uns Menschen machen nach unserem Bilde.” (Hervorhebungen durch RMH] Ihm fällt die Pluralform ins Auge; diese Feststellung bleibt jedoch ohne weitere Erörterung, abgesehen von einem eher unbefriedigendem theologischen Gedanken, nachdem der Hohepriester Melchisedek, der Abraham segnete, der ihm daraufhin “den Zehnten von allem” gab, ein “niedrigeres Wesen der Gottheit” war. Dabei beruft er sich auf Psalm 110, V.4, wo es in der Elberfelder Bibelübersetzung heißt: “Geschworen hat der HERR, und es wird ihn nicht gereuen: ‘Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks.'”1Wuppertal 1985/1991/2006/2007 Dabei bezieht er sich auf den etwas ominös klingenden ersten Vers dieses Psalms, in dem es heißt: “Spruch des HERRN für meinen Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde gemacht habe zum Schemel deiner Füße.” Also zwei Herren? Da ist die von den Zeugen Jehovas herausgegebene Neue Welt-Übersetzung schon deutlicher, wenn sie schreibt: “Der Ausspruch Jehovas an meinen Herrn ist: ‘Setze dich zu meiner Rechten.'”2Selters 1985/1989 Oder in der jüdischen Zunz-Übersetzung , wo es heißt: “Spruch des Ewigen an meinen Herrn: Setze dich mir zu Rechten, bis ich hinlege deine Feinde, einen Schemel deinen Füßen.”3Basel 1980 (Man bedenke, dass in jüdischen Bibeln und Schriften der Begriff “der Ewige” gerne als Ersatz für den Gottesnamen Jahwe, der im hebräischen Original keine Vokale enthält und schlicht “JHWH” lautet und nach einer anderen – vermutlich eher falschen – Transkription – “Jehova genannt wird, weil man den Namen Gottes dort aus Ehrfurcht nicht ausspricht). Man könnte jetzt an das christliche Trancemedium Edgar Cayce denken, der Melchisedek als eine frühere Inkarnation Jesu Christi ansieht. Doch dies nur am Rande.

Collins erinnert an seinem Buch daran, dass Abraham neben Isaak noch einer zweiten (älteren) Sohn hatte, nämlich Ismael, dem versprochen wurde, Stammvater einer großen Nation zu werden, was sich in den Arabern erfüllt hat. Collins sagt aber auch, dass er seinen Bund nicht mit Ismael, sondern mit Isaak aufgerichtet hat.

Einer der Söhne Isaaks war Jakob, der später von Gott in “Israel” umbenannt wurde. Er hatte zwölf Söhne, aus denen die 12 Stämme Israels wurden. Der Stamm Josef wurde gesondert behandelt, und in der späteren Beschreibung der Stämme Israels sehen wir anstelle von Josef dessen Söhne Manasse und Ephraim. Stattdessen wurde der Stamm Levi meist nicht mehr mit aufgezählt, weil er bei der Landnahme Kanaans durch Josua kein eigenes Land, sondern nur Städte in den Gebieten der anderen Stämme bekam, so dass es bei den “12 Stämmen” blieb, obwohl es im Grunde 13 waren.

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Die Gerstenfeld-Definition für antiisraelischen Antisemitismus

* Manfred Gerstenfeld (übernommen von Heplev)ManfredGerstenfeld

Die im Mai 2016 von der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA) verabschiedete Antisemitismus-Definition erwähnt in ihren verschiedenen Veranschaulichungen mehrere Beispiele antiisraelischen Antisemitismus. Doch die Definition konzentriert sich auf Antisemitismus gegen Juden, nicht den gegen Israelis. Je mehr man die IHRA-Definition anwendet, desto mehr erkennt man, dass eine eigene Definition für antiisraelischen Antisemitismus erforderlich ist. Der folgende Text könnte als erster Entwurf für Organisationen oder Länder dienen, die eine solche Definition einführen möchten.

Die Definition des antiisraelischen Antisemitismus könnte im Einklang mit der IHRA-Definition für Antisemitismus so lauten:

Antiisraelischer Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung Israels, die als Hass gegenüber Israel und Israelis oder deren Diskriminierung zum Ausdruck kommen kann. Rhetorische und physische Erscheinungsformen antiisraelischen Antisemitismus sind gegen Israel oder israelische Einzelpersonen und ihr Eigentum sowie gegen israelische Einrichtungen gerichtet.

Die folgenden Beispiele möchten als Veranschaulichung dienen. Zu den Erscheinungsformen könnte gehören, dass der Staat Israel auf eine Weise ins Ziel genommen wird, wie es für kein anderes Land der Fall ist, wie durch die Kennzeichnungspolitik für Produkte aus Israel oder den umstrittenen Gebieten. Kritik an Israel, die der gegen alle anderen Länder gerichteten ähnelt, ist kein antiisraelischer Antisemitismus. Antiisraelischer Antisemitismus klagt regelmäßig Israel, Israelis oder Zionisten an sie würden Komplotte schmieden, um der Menschheit zu schaden und wird oft dazu genutzt Israel für Dinge verantwortlich zu machen, die in anderen Ländern oder anderen Teilen der Welt schief gehen. Er drückt sich in Handeln, Reden, Schreiben, visuellen Formen aus und verwendet boshafte Stereotype und negative Charakterzüge.

Zu zeitgenössischen Beispielen für antiisraelischen Antisemitismus im öffentlichen Leben, den Medien, an Universitäten und Schulen gehört Folgendes, ist aber nicht darauf beschränkt:

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Zeitgenössische jüdische Akademiker und die masochistische Tradition

*von Manfred Gerstenfeld

(übernommen von Heplev)

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor; eine englische Version gibt es bei BESA)

Am 17. Mai beschloss der deutsche Bundestag, dass BDS als antisemitisch abzulehnen ist.1https://www.welt.de/politik/deutschland/article193718523/BDS-Warum-die-Linke-bei-Israel-Boykotteuren-keinen-Antisemitismus-sieht.html Als Reaktion darauf schrieben 240 jüdische und israelische Wissenschaftler einen Brief, in dem diese Gleichsetzung zurückgewiesen wird. Sie fordern von der deutsche Regierung, diesen Beschluss nicht zu unterstützen, weil diese die freie Meinungsäußerung schützt und respektiert – denn diese werde angegriffen.2https://bdsmovement.net/news/240-jewish-and-israeli-scholars-german-government-boycotts-are-legitimate-and-non-violent-tool

Aus einer ganzen Reihe von Gründen war das eine der vielen typischen Handlungen zeitgenössischen jüdischen Masochismus. Freie Meinungsäußerung hat in Deutschland in der Vergangenheit zu den extremsten kriminellen Handlungen gegen Juden in der gesamten Geschichte geführt. Es gibt heute noch lebende Zeugen, die sich dazu äußern können. Ebenso gibt es eine Reihe erhebliche den Antisemitismus fördernde Aspekte in der zeitgenössischen deutschen Gesellschaft und Regierungspolitik, gegen die diese 240 Wissenschaftler, wenn überhaupt, nicht auf organisierte Weise protestiert haben.

Der Völkermord propagierenden Organisation Hisbollah wird erlaubt in Deutschland frei zu agieren.3https://www.reuters.com/article/us-germany-lebanon-hezbollah/germany-wont-classify-iran-ally-hezbollah-as-terrorist-spiegel-idUSKCN1QP1YT Deutschland unterstützt in der UNO und angeschlossenen Gremien viele antiisraelische Resolutionen, während es gegen viel weitere kriminelle Staaten keinerlei vergleichbare Resolution gibt. Das ist gemäß der wichtigen Definition von Antisemitismus, der der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA), eine antisemitische Handlung.4http://www.holocaustremembrance.com/working-definition-antisemitism Die erwähnten jüdischen Akademiker protestierten auch nicht gegen die Immigration hunderttausender Antisemiten, die sich unter den Flüchtlingen aus muslimischen Ländern befanden, die seit 2015 nach Deutschland kamen. Es sollte festgehalten werden, dass diese importierten Antisemiten in ihrem Hass und ihren Vorurteilen nicht zwischen masochistischen und nicht masochistischen Juden unterscheiden.

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