Die Kugel, die keine Rolle spielt

Abu Aklehs Sarg bei der Trauerfeier.
(Osps7, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons)

Es ist seit dem ersten Tag unbestritten klar, wer die Schuldigen am Tod der Al-Jazira-Reporterin Shiree Abu Akleh sind.

Die Kugel, die die palästinensische Autonomiebehörde US-Vertretern übergab war möglicherweise diejenige, die die Al-Jazira-Reporterin Shireen Abu Akleh im Mai in Jenin tötete.

Das Geschoss kann oder war zu stark beschädigt, um eindeutig zu bestimmen, aus welcher Waffe es stammt.

Die Kugel kann von einem israelischen Soldaten abgefeuert worden sein oder auch nicht.

Alles, was eine Rolle spielt, ist wer die – juristische wie moralische – Verantwortung für Aklehs Tod trägt. Und es ist vom ersten Tag an unbestritten klar, wer die Schuldigen sind: Die palästinensisch-arabischen Terroristen, die den Feuerwechsel initiierten, der ihren Tod zur Folge hatte und die palästinensische Autonomiebehörde, die diese Terroristen verhätschelt und ihnen Schutz bietet.

Erinnern Sie sich an diese Fakten: Jenin wird seit 1995 einzig von der PA regiert. Es gibt dort keine israelischen Siedler. Keinen israelischen Statthalter. Keine israelische Verwaltung. Der einzige Grund, dass israelische Truppen Jenin an diesem fatalen Tag kurz betraten, war, dass sie Terroristen jagten, die festzunehmen die PA abgelehnt hatte.

In krasser Verletzung der Oslo-Vereinbarung erlaubt die PA Terrorzellen der Hamas, der Fatah und des Palästinensischen Islamischen Jihad (die Bande, die meine Tochter Alisa ermordete) in Jenin offen zu agieren.

Laut der Oslo-Vereinbarung ist der PA vorgeschrieben alle Terrorgruppen aufzulösen, ihre Waffen zu beschlagnahmen und sie zu verbieten – mit anderen Worten: sie aus dem Verkehr zu ziehen. Machte sie aber nie.

Die PA verbot terroristische Gruppen nie. Sie hat nie ernsthaft angefangen deren Mitglieder zu verhaften oder ihre Waffen in Jenin oder sonstwo zu beschlagnahmen. Sie könnte die Terrorgruppen vernichten, wenn sie wollte: Die PA hat die weltweit größte Zahl von Sicherheitskräften pro Kopf. Aber sie will nicht. Sie behandelt Terroristen in Jenin und anderen Gegenden unter ihrer Kontrolle wie Brüder, nicht wie Feinde.

Selbst Quellen die Israel nicht wohlgesonnen gegenüber stehen, geben gelegentlich zu, dass Terroristen in den PA-Städten frei umherstreifen. Am 23.März 2014 z.B. berichtete die New York Times, dass israelische Truppen gezwungen waren bei der Verfolgung von Terroristen das Flüchtlingslager Jenin zu betreten, weil Jenin zwar unter der „vollen Kontrolle“ der PA steht, „die palästinensischen Sicherheitskräfte aber allgemein nicht in Flüchtlingslagern operieren“.

Das ist der Grund, dass diese israelischen Soldaten nach Jenin hineingingen; die PA zwang sie mit ihrer gewollten Politik des Nichthandelns dazu. Die Israelis konnten ihre Verfolgung nicht einstellen, als die die fliehenden Terroristen Jenin erreichten; das hätte den Terroristen die Freiheit gelassen weitere jüdische Frauen und Kinder zu ermorden. Die israelischen Soldaten mussten sie verfolgen. Es war ihre moralische und legale Verpflichtung, auch wenn es bedeutete kurz eine von der PA geführte Stadt einzudringen.

Das macht die PA teilweise verantwortlich für den Tod von Shireen Abu Akleh.

Die Terroristen waren die, die direkt für die Verursachung der konkreten Umstände verantwortlich waren, die zu ihrem Tod führten. Als sie mit israelischen Soldaten konfrontiert waren, hätten sie sich ergeben sollen.

Das ist ganz so, wie wenn ein Krimineller in den USA mit Polizisten konfrontiert ist. Der Kriminelle hat eine Wahl. Er oder sie kann sich friedlich ergeben oder sie können anfangen zu schießen. Wenn ein unschuldiger Beobachter bei der Schießerei getötet wird – ob die tödliche Kugel von dem Kriminellen oder der Palästinenser abgeschossen wurde – es ist der Kriminelle, der das verursachte. Die Polizei hätte ihre Waffen nicht abgefeuert, wenn der Kriminelle sich friedlich ergeben hätte.

Ähnlich in Jenin. Der einzige Grund, dass Israelis schossen, war, dass die Terroristen auf sie schossen. Offensichtlich zielten die Israelis mit ihren Gewehren nicht auf Reporter im Umfeld. Israelische Soldaten haben nie vorsätzlich auf Journalisten geschossen.

Wenn die bestimmte Kugel, die Abu Akleh tötete, aus dem Gewehr eines palästinensischen Terroristen kam, dann sind die Terroristen verantwortlich zu machen. Und wenn die Kugel von israelischen Soldaten kam, die auf das Feuer der Terroristen reagierten, dann sind die Terroristen verantwortlich zu machen. Wie auch immer, die Herkunft der viel gepriesenen Kugel spielt eigentlich keine Rolle.

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