Mitfühlende Israelis, mitschuldige Gazaner

zum Beitragsbild oben: Hubschrauber der israelischen Luftwaffe mit Geiseln am Scheba-Krankenhaus (Foto: Avshalom Sassoni/Flash90)

Die heroische Geiselrettungs-Operation brachte das Beste im jüdischen Staat zum Vorschein – und die typische Soziopathie im Streifen. Op-Ed.

Als am Samstag in Israel die Nachricht kam, dass in einer waghalsigen Militäroperation vier Geiseln gerettet wurden, weinte das gesamte Land vor Freude. Buchstäblich. Selbst typischerweise zynischen Sender-Journalisten könnten ihre Tränen nicht zurückhalten, als sie aus dem Feld und im Studio berichteten. (Der Link ist nur in Hebräisch, aber schauen Sie den linken Ansager auf Kanal 12 zusammenbrechen, als er die Rettung verkündete.)

Leute am Strand, die von dem Ereignis über Handyalarme erfuhren, drängten den Rettungsschwimmer das mit seinem Lautsprecher zu verkünden. Sobald er die Erlaubnis der Stadtverwaltung Tel Aviv-Jaffa erhielt, machte er das und zwar mit Freude.

Als er die Namen von Noa Argamani, Amog Meir Jan, Andrey Koslow und Schlomi Ziv hinausschmetterte – und die Bekanntgabe mit „Am Yisrael Chai“ (das jüdische Volk lebt) unterstrich – brachen die Menschenmengen an der Küste in begeisterten Applaus aus.

Israelis in Cafés, Parks und Kinos hatte reagierten eine ähnliche kollektiv. Dito die Urlauber im Ausland.

Die einzigen Mitglieder der Gesellschaft, die anfangs nicht in der Lage waren mitzufeiern, waren die, die den Sabbat einhalten. Damit sie den Jubel nicht verpassen, hängten Israelis Schilder in Treppenhäuser, damit ihre religiösen Nachbarn wussten, was geschehen war.

Andere riefen es aus Fenstern Passanten zu, die von der Synagoge nach Hause gingen. Solche Szenen der Solidarität brachten alle zum Weinen.

Sie dienten als Erinnerung daran, dass Israelis ein familiäres Band haben und es als vorrangig betrachten, gute Nachrichten miteinander zu teilen. Später sollten alle die Tragödie des Tages erfahren: dass Yahalom-Kommandeur Arnon Zamora von der nationalen Terrorbekämpfungseinheit seinen bei der heldenhaften Operation erlittenen Verletzungen erlag.

Vergleichen Sie das mit den sozialen Beziehungen im Gazastreifen. Die Terroristen-Enklave ist das, wo Noa, Almog, Andrey und Schlomi die letzten 246 Tage in Gefangenschaft verbrachten, nachdem sie am 7. Oktober brutal vom Nova-Musikfestival verschleppt wurden.

Es ist auch der Ort mit weiteren 120 Geiseln, derer Schicksal in den  Händen der Hamas und der „unbeteiligten“ Zivilisten liegt, die ihren uniformierten Kollegen bereitwillig Beihilfe leisten. Diese Tatsache wird von den Antisemiten, die die Zahl der durch israelische Kräfte während der Rettungsaktion getöteten palästinensischen Araber beklagen, vorsätzlich ausgespart.

Das Vorhaben war besonders komplex, weil die Geiseln in zwei verschiedenen Gebäuden in dem dicht besiedelten Bereich von Nuseirat festgehalten wurden. Noa wurde Berichten zufolge bei einer Familie eines Arztes und seines Sohnes gefangen gehalten, der Korrespondent für Al-Jazira und den Palestine Chronicle war.

Die Wohnung – die letzte in einer Reihe privater Heime, in die man sie im Verlauf der letzten acht Monate brachte – war weit weniger schäbig als die Tunnel darunter, woran die Mitglieder des Haushalts sie erinnerten, wann immer sie sich dazu herabließen, ihre Bitte um Essen oder eine Dusche zu erfüllen.

Schreiben Sie das der herzerwärmenden Gastfreundschaft des Arztes zugute.  Oder vielleicht war es die Freundlichkeit seiner Tochter oder Schwiegertochter, die die eingesperrte Israelin vor dem Hungertod bewahrten. Wenn für sie die Zeit reif ist, wird Noa die Einzelheiten ihrer qualvollen Erfahrung erzählen.

Dass ihre Geiselnehmer eliminiert wurden ist nur angemessen. Das Gleiche gilt für jeden in der Nähe, der anfing auf die israelischen Einheiten und Terrorbekämpfungs-Trupps zu schießen, die an der Rettung der jungen Frau und der der Männer an Simchat Thora von einer Party verschleppt worden waren.

Es gibt da eine Kameradschaft: Eine Viertel voller Männer, Frauen und Kinder, die sich zusammentun, um zu verhindern, dass terrorisierte Juden ihrer Versklavung entkommen. Die Hamas ist bestimmt stolz auf ihr Werk, besonders angesichts des internationalen Aufschreis zu ihren Gunsten.

Eines kann über den Gazastreifen gesagt werden: Ihm fehlt interner Dissens. In Israel ist das Gegenteil der Fall.

Tatsächlich gingen Samstagabend – als die palästinensischen Araber in ihrem Hamas auf den jüdischen Staat wegen der Rettung unserer vier geeint waren – viele Israelis, die an dem Tag vorher gefeiert hatten, auf der Straße und forderten, dass die Regierung einen Handel mit der Hamas abschließt, um den Rest der Geiseln zurückzuholen. Dass die Hamas es ablehnt, irgendeine Vereinbarung abzuschließen, mit der sie von der Macht entfernt würde, scheint bei ihnen nicht anzukommen.

Aber zumindest liegt ihnen etwas an Menschenleben. Die Gazaner hingegen sind zu sehr damit beschäftigt, den Tod anzubeten, um Mitgefühl für Geiseln in ihrer Mitte zu haben – oder das für ihr Leiden verantwortliche Regime zu ersetzen.

Dry Bones über die Geisel-Rettung (Y. Kirschen)

Gerade wurden vier israelische Geiseln aus dem Gazastreifen heimgeholt!
Und wie viele Terroristen musste Israel dafür freilassen?
Keinen einzigen.
Die Israelis fanden heraus, wo sie waren, tötete die Terroristen und rettete die Geiseln.
Wow. Dürfen die das?

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