(Quelle Beitragsbild oben: By Tasnim News Agency, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=103629976)
Teheran zieht einen politischen Schlussstrich. Außenminister Abbas Araghchi erklärt, dass neue Verhandlungen mit Washington derzeit nicht mehr auf der Agenda stehen.
Gleichzeitig weist er jede Verantwortung für die wachsende Instabilität im Nahen Osten zurück und macht die Vereinigten Staaten sowie Israel für die Eskalation verantwortlich.
Irans Außenminister Abbas Araghchi hat erklärt, dass sein Land derzeit nicht mehr bereit sei, mit den Vereinigten Staaten zu verhandeln. In einem Interview betonte der Chefdiplomat, Gespräche mit Washington stünden für Teheran im Moment nicht mehr zur Diskussion.
Araghchi begründete diese Haltung mit den militärischen Aktionen der Vereinigten Staaten während laufender diplomatischer Gespräche. Nach seiner Darstellung hätten amerikanische Angriffe bereits früheres Vertrauen zerstört. Washington habe Teheran wiederholt zugesichert, dass keine militärische Eskalation geplant sei, bevor dennoch Operationen gegen iranische Ziele begonnen hätten.
Aus Sicht der iranischen Regierung sei damit die Grundlage für weitere Gespräche entfallen. Araghchi erklärte, unter diesen Umständen sehe Teheran keinen Sinn darin, neue Verhandlungen aufzunehmen.
Gleichzeitig wies der Außenminister Vorwürfe zurück, Iran versuche gezielt Druck auf die Weltwirtschaft auszuüben, indem es die Ölversorgung im Nahen Osten gefährde.
In den vergangenen Wochen war es zu erheblichen Spannungen rund um die Straße von Hormus gekommen, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Öltransport. Beobachter hatten vermutet, dass Iran indirekt versuchen könnte, den Ölverkehr durch die Region zu beeinflussen.
Araghchi widersprach dieser Darstellung. Tanker würden die Passage derzeit aus Angst meiden, erklärte er, doch Iran blockiere die Route nicht aktiv. Nach seiner Darstellung sei die Unsicherheit vielmehr eine Folge der militärischen Eskalation in der Region.
Der Minister machte dafür ausdrücklich die Vereinigten Staaten und Israel verantwortlich. Die militärischen Angriffe gegen iranische Ziele hätten den gesamten Nahen Osten destabilisiert.
Aus Sicht der iranischen Regierung handelt es sich bei dem Konflikt um einen Krieg, der dem Land aufgezwungen worden sei. Araghchi erklärte, Iran handle lediglich in Selbstverteidigung.
Er wiederholte zudem eine Warnung, die Teheran bereits mehrfach ausgesprochen hat. Sollte es zu weiteren amerikanischen Angriffen kommen, werde Iran nicht versuchen, Ziele auf amerikanischem Boden anzugreifen. Stattdessen würden amerikanische Militärbasen und Einrichtungen im Nahen Osten zum Ziel werden.
Eine solche Strategie könnte den Konflikt nach Einschätzung vieler Beobachter weiter ausweiten. Militärische Anlagen der Vereinigten Staaten befinden sich in zahlreichen Ländern der Region.

