Glaubt Ihr uns jetzt?

TRIGGERWARNUNG: Dieser Beitrag enthält Beschreibungen sexueller Gewalt gegen Frauen, aber auch gegen Männer und Kinder. Bitte lies nur weiter, wenn du es ertragen kannst.

Am 7. Oktober 2023 durchbrachen Tausende von Terroristen und Zivilisten aus Gaza den Grenzzaun und drangen in Südisrael ein. Sie infiltrierten Kibbutzim, Dörfer und eine Stadt im grenznahen Kernland und metzelten dort ungehemmt Menschen jeglichen Alters nieder. Sie misshandelten, folterten, vergewaltigten und ermordeten 1200 Menschen und entführten 250 nach Gaza.

Die Ersthelfer fanden grausige Szenen vor – und schon damals war klar, dass viele der toten Frauen sexuell gefoltert und/oder vergewaltigt worden waren. Sie fanden entblößte Leichen mit gespreizten Beinen, Leichen mit Gegenständen in den Geschlechtsorganen, Leichen mit deutlichsten Folterspuren. Schon damals war klar, dass es systematische Gewalt gegen Frauen gegeben hatte.

Doch die Welt glaubte es nicht. Man relativierte. Man fragte nach Beweisen – und diese waren nicht leicht zu beschaffen, denn in den Tagen nach dem grausamen Überfall herrschte Chaos. Viele Spuren wurden unabsichtlich vernichtet, Leichen ohne Autopsie begraben. Die schiere Menge der toten Körper war überwältigend, und die Familien wollten ihre ermordeten Angehörigen so rasch wie möglich beerdigen.

Jetzt, zweieinhalb Jahre später, wurde ein neuer, umfassender Report über die Vorfälle des 7. Oktober 2023 veröffentlicht. Auf knapp 300 Seiten sind – akribisch recherchiert und belegt – Zeugenaussagen und Transkripte der Videos von den Kameras der Terroristen festgehalten. 25 Forscherinnen und Forscher sichteten 10 000 Fotos und Videos, insgesamt 1800 Stunden Filmmaterial. Sie führten 430 Interviews mit Überlebenden, Geiseln, Ersthelfern und forensischen Experten. Unter der Leitung von Dr. Cochav Elkayam-Levy, Preisträgerin des Israel-Preises 2025, und dem ehemaligen UNO-Chefanklägers David Crane kristallisierten sich 13 ausgeprägte Muster des Missbrauchs heraus. Gruppenvergewaltigungen, sexuelle Folter, sexuelle Verstümmelung, sexuelle Gewalt an Toten, sexuelle Belästigung vor den Augen anderer Familienmitglieder. Die Zeugenaussagen sind einzeln aufgelistet und mit Referenzen versehen. Es ist schrecklich, und ich habe nur kleine Ausschnitte davon gelesen.

Diese sexuelle Gewalt war nicht zufällig. Es handelt sich nicht um Einzelfälle. Die sexuelle Gewalt wurde systematisch angewendet, als kalkulierte Strategie des Terrorangriffs. Sie war geplant. Sie wurde sehr gezielt ausgeführt, um die Erniedrigung bis zum äußersten zu steigern. Die meisten Opfer waren Frauen und Mädchen, doch auch Männer wurden sexuell gefoltert, missbraucht und vergewaltigt.

Nach diesem Bericht kann niemand mehr sagen, es sei nicht wahr, die Vergewaltigungen hätten nicht stattgefunden, der Missbrauch sei erfunden.

Zweieinhalb Jahre Recherche später mit fast unzähligen fundierten Beweisen – glaubt Ihr uns jetzt?

Den ganzen Bericht findest du hier (auf Englisch): Silenced No More

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Anima Chutzpanit in der Schweiz geboren, machte eine Ausbildung zur Primarschullehrerin, erhielt das Übersetzerdiplom DOZ, trat zum Judentum über, heiratete und machte Aliyah (Einwanderung nach Israel). Sie lebt mit ihrem Ehemann, zwei Kindern und vielen Katzen in Südisrael. Sie betreibt den Blog Kinder, Katzen und Kakteen.

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