Peinliche Panne im iranischen Staatsfernsehen: Reporter ruft versehentlich Tod für Khamenei

Eigentlich sollte der übliche Hassruf gegen Israel und Amerika erklingen. Doch live auf Sendung rutschte einem Reporter ein fataler Satz heraus: Tod für Khamenei. Der Ton wurde sofort abgeschaltet, Verantwortliche wurden gefeuert, und das Regime reagierte in panischer Eile.

Es war nur ein kurzer Moment, wenige Sekunden, doch in einem Land wie Iran können Sekunden politische Erdbeben auslösen. Während der offiziellen Feierlichkeiten zum 47. Jahrestag der Islamischen Revolution berichtete ein Reporter des staatlichen Fernsehens aus der Provinz Sistan und Belutschistan live von einer Kundgebung. Was dann geschah, dürfte ihm das Ende seiner Karriere beschert haben.

Der Journalist wollte wie üblich den regimetreuen Schlachtruf Tod für Israel und Tod für Amerika anstimmen. Diese Parole gehört in der Islamischen Republik zum festen Ritual jeder staatlich organisierten Demonstration. Doch anstatt der vorgeschriebenen Worte verließ ein anderer Satz seine Lippen: Tod für Khamenei.

Im iranischen Machtapparat ist dies mehr als ein Versprecher. Es ist ein Sakrileg. Der oberste Führer Ali Khamenei gilt offiziell als unantastbar. Ihn öffentlich zu verfluchen, selbst aus Versehen, ist im System der Islamischen Republik eine gefährliche Grenzüberschreitung.

Noch bevor der Reporter seinen Satz beenden konnte, wurde der Ton der Liveübertragung abrupt abgeschaltet. Zuschauer konnten die Szene dennoch verfolgen. Das kurze Video verbreitete sich rasend schnell in sozialen Netzwerken und sorgte für Spott und Schadenfreude, vor allem unter iranischen Exilanten und Regimegegnern.

Die Reaktion der Behörden ließ nicht lange auf sich warten. Die staatliche Rundfunkbehörde IRIB verkündete noch am selben Tag, der Leiter des Senders in der betreffenden Provinz sei entlassen worden. Mehrere weitere Mitarbeiter wurden zu disziplinarischen Anhörungen vorgeladen. Über das Schicksal des Reporters selbst wurde offiziell nichts bekanntgegeben. In Iran ist Schweigen in solchen Fällen oft ein schlechtes Zeichen.

Der Vorfall ereignete sich ausgerechnet an einem Tag, der für das Regime von großer symbolischer Bedeutung ist. Jedes Jahr am 11. Februar feiert die Islamische Republik den Jahrestag der Revolution von 1979. Mit groß inszenierten Kundgebungen, Militärparaden und choreografierten Menschenmassen versucht die Führung, Stärke und Einigkeit zu demonstrieren.

Auch in diesem Jahr marschierten tausende Menschen durch die Straßen, begleitet von Raketenattrappen, Särgen mit amerikanischen Flaggen und den immer gleichen Hassparolen. Präsident Masud Peschkian, hohe Militärs und führende Vertreter des Regimes nahmen an den Veranstaltungen teil. Die Botschaft sollte klar sein: Trotz internationalem Druck, wirtschaftlicher Krise und innerer Unruhe steht das System fest.

Doch gerade in diesem sorgfältig kontrollierten Rahmen platzte der peinliche Zwischenfall wie ein unerwarteter Störton. Die Islamische Republik ist ein Staat, der sich auf strenge Zensur, Angst und absolute Kontrolle stützt. Ein simpler Versprecher entlarvt daher mehr, als den Machthabern lieb sein kann.

Denn viele Iranerinnen und Iraner dürften den Satz Tod für Khamenei keineswegs als bloßen Fehler wahrgenommen haben, sondern als ungewollte Wahrheit. Seit Monaten erlebt das Land Proteste, Streiks und wachsenden Widerstand gegen das Regime. Die brutale Niederschlagung von Demonstrationen, die massive Wirtschaftskrise und die internationale Isolation haben den Rückhalt der Führung stark erschüttert.

Offiziell spricht das Regime weiterhin von Einheit und Loyalität. Doch hinter den Kulissen wächst die Nervosität. Ein Live-Fernsehen, das außer Kontrolle gerät, ist in einem autoritären System besonders gefährlich. Deshalb reagierte die Führung so schnell und hart.

Die Episode zeigt auch, wie fragil die Propagandamaschine der Islamischen Republik geworden ist. Jahrzehntelang funktionierte sie wie ein Uhrwerk. Heute reichen wenige Sekunden, um das sorgfältig aufgebaute Bild zu beschädigen.

Während in den Straßen weiterhin Flaggen verbrannt und Drohparolen gegen Israel und die USA skandiert wurden, machte im Internet ein ganz anderer Ruf die Runde. Ironie und schwarzer Humor gehören seit Langem zu den wenigen Freiräumen, die Iraner sich noch leisten können.

Der Vorfall im Staatsfernsehen mag auf den ersten Blick banal wirken. Doch er steht symbolisch für eine tiefere Realität. Selbst in den streng überwachten Strukturen des Regimes brechen Risse auf. Worte, die nicht gesagt werden dürfen, finden dennoch ihren Weg an die Oberfläche.

Für die Machthaber in Teheran ist dies eine Mahnung. Kontrolle kann vieles erzwingen, aber nicht alles. Ein einziger unbedachter Satz hat genügt, um zu zeigen, wie dünn der Lack der offiziellen Loyalität geworden ist.

Und vielleicht hat der Reporter, ohne es zu wollen, ausgesprochen, was Millionen Iraner längst denken.

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