(Quelle Beitragsbild: Symbolbild)
Israel will nicht zulassen, dass Iran und Hisbollah dem Land eine neue Sicherheitsordnung aufzwingen. Netanyahu macht klar: Der Norden Israels soll nicht länger Geisel einer iranischen Front im Libanon bleiben.
Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat am Montagabend deutlich gemacht, dass Israel seinen Feinden keine neue Sicherheitsordnung diktieren lässt. In einer vorab aufgezeichneten Erklärung sagte er, Israel habe das volle Recht, sich selbst zu verteidigen, und werde dieses Recht so oft nutzen, wie es nötig sei. Zugleich verwies Netanyahu auf seinen Kontakt mit US-Präsident Donald Trump und erklärte sinngemäß, man werde gemeinsam Sicherheit in den Norden Israels zurückbringen.
Die Botschaft richtet sich vor allem an Iran und die Hisbollah. Teheran versucht seit Jahren, den Libanon als vorgeschobene Front gegen Israel zu nutzen. Die Hisbollah hält dort ein großes Raketen- und Drohnenarsenal bereit und hat den Norden Israels seit dem 7. Oktober 2023 immer wieder unter Druck gesetzt. Für die Bewohner im Norden bedeutet das nicht nur militärische Gefahr, sondern monatelange Unsicherheit, Evakuierungen, wirtschaftliche Schäden und ein Leben unter ständiger Alarmbereitschaft.
Verteidigungsminister Israel Katz verschärfte die israelische Linie. Er erklärte, Israel werde iranische Drohungen zurückweisen. Jeder Versuch Irans, seine Verbindung zum Libanon für Angriffe auf Israel zu nutzen, werde mit großer Härte beantwortet. Katz warnte zudem, jeder Angriff auf Nordisrael könne neue israelische Angriffe auf Dahiyeh zur Folge haben. Der südliche Beiruter Vorort gilt seit Jahren als Machtzentrum der Hisbollah.
Damit zeichnet sich eine klare israelische Strategie ab: Iran soll nicht länger die Möglichkeit haben, Israel direkt oder über die Hisbollah zu bedrohen und anschließend auf internationale Zurückhaltung zu hoffen. Genau dieses Muster hat Israel zu lange erlebt: Die Hisbollah greift an, Iran droht, westliche Vermittler mahnen zur Ruhe, aber die Gefahr für israelische Städte bleibt bestehen. Netanyahu macht nun deutlich, dass Israel diese Formel nicht mehr akzeptiert.
Brisant ist auch ein Bericht, wonach Finanzminister Bezalel Smotrich im Sicherheitskabinett vorgeschlagen haben soll, für jede iranische Rakete auf Israel 20 bis 30 Gebäude in Dahiyeh anzugreifen. Das ist nach bisheriger Berichterstattung ein Vorschlag, keine beschlossene Regierungslinie. Er zeigt jedoch, wie hart in Jerusalem inzwischen über Abschreckung gesprochen wird. Israel will Iran und der Hisbollah klarmachen, dass Angriffe auf Israel konkrete Kosten haben werden.
Gleichzeitig bleibt die Lage gefährlich. Dahiyeh ist ein bewohnter Stadtteil, in dem die Hisbollah stark verankert ist. Jede israelische Operation muss militärische Ziele, zivile Schutzpflichten und die Realität berücksichtigen, dass die Hisbollah ihre Strukturen bewusst in bewohnten Gebieten absichert. Genau darin liegt das Grundproblem: Der Libanon wird von einer iranisch gestützten Terrororganisation in eine Front verwandelt, deren Preis am Ende auch libanesische Zivilisten zahlen.
Netanyahus Erklärung ist deshalb mehr als eine Reaktion auf einzelne Angriffe. Sie ist eine Absage an eine Ordnung, in der Iran über seine Stellvertreter bestimmt, wann Nordisrael leben darf und wann nicht. Israel will Sicherheit im Norden nicht mehr als Verhandlungsergebnis iranischer Drohungen behandeln. Für Jerusalem ist klar: Wer Israel angreift, darf nicht darauf bauen, dass die Antwort aus Angst vor Teheran ausbleibt.

