Das Märchen von der unverhältnismäßigen israelischen Reaktion

Hohe zivile Opferzahlen sind weder synonym mit noch verursacht von unverhältnismäßiger Reaktion. Op-ed.

Alan Perlman, Israel National News, 13. Mai 2021
Übernommen von Abseits vom Mainstream – HEPLEV

Im Lexikon der falschen Begriffe, die verwendet werden, um Israels rechtmäßiges Handeln zur Selbstverteidigung zu beschreiben, lautet einer der ungeheuerlichsten Begriffe „unverhältnismäßige Reaktion“.

Vernünftige Menschen können erkennen, dass Israel, wie jeder andere Staat, das Recht und die Pflicht hat sein Volk gegen Angriffe zu verteidigen und wenn nötig, das mit Gewalt zu tun. Aber vernünftige Leute können ebenfalls erkennen, dass die Zivilbevölkerung im Gazastreifen das Recht hat ohne unangemessene Bedrohung durch israelische militärische Gewalt zu leben.

Was geschieht also, wenn diese beiden Rechte miteinander im Konflikt zu stehen scheinen – was passiert bei einer großen Zahl ziviler Opfer im Gazastreifen, wenn Israel handelt, um die militärische Bedrohung durch die Hamas zu eliminieren?

Leider ist der Begriff „unverhältnismäßige Gewalt“ gezielt dazu genutzt worden Israels Recht auf Selbstverteidigung zu negieren. Plötzlich wird Israels Recht auf Selbstverteidigung von einer niedrigen Zahl ziviler Opfer abhängig gemacht. Wenn diese Opferzahl zu hoch erscheint, wird Israel aufgefordert Zurückhaltung zu zeigen und die Bedrohung nicht zu eliminieren. Darüber hinaus ignoriert der Begriff anscheinend auch jegliche Verantwortung der Hamas für diese zivilen Opfer.

Es ist aber nicht axiomatisch, dass eine hohe Rate an zivilen Opfern auf unverhältnismäßige Gewalt deutet. Das kann sein, das kann nicht sein. Man muss die Fakten untersuchen.

Und wie lauten die Fakten?

Zu allererst weisen die Beweise darauf hin, dass Israel nicht wünscht den Zivilisten des Gazastreifens Schaden zuzufügen. Israel greift Gaza nicht ohne Grund an. Der jetzige Kampf ist eine israelische Reaktion auf die Raketen der Hamas und des Islamischen Jihad, die auf israelische Städte und Gemeinden geschossen werden. Das ist kein Kreislauf der Gewalt; es ist eine israelische Reaktion auf einen Kriegsakt der Hamas.

Selbst wenn die Hamas Israel angreift und zum Reagieren zwingt, unternimmt Israel alles, was ihm möglich ist, um die Zivilisten des Gazastreifens vor Schaden zu bewahren. Es warnt Zivilisten, dass sie sich von militärischen Hamas-Zielen entfernen sollen. Bei früheren Kämpfen machte es automatische Telefonanrufe und warf Flugblätter ab, mit denen die Leute gewarnt wurden, damit sie Bereiche verließen, die es angreifen wollte.

Zweitens, und das ist ausschlaggebend: Die Hamas nutzt bewusst Gebäude in dicht besiedelten Zivilgebäuden (Wohnhäuser, Schulen, Krankenhäuser, Moscheen), um ihre militärische Ausrüstung und Personal unterzubringen. Offensichtlich wird ein Hamas-Waffenlager in einer Schule oder einem Krankenhaus zu zivilen Opfern führen, wenn es beschossen wird.

Würde die Hamas ihre militärische Ausrüstung und ihr Personal in getrennten Bereichen, außerhalb ziviler Zentren unterbringen, gäbe es weniger oder keine zivilen Opfer, wenn Israel militärische Hamas-Ziele beschießt.

Israels „Kritiker“ behaupten oft, der Gazastreifen sei so dicht besiedelt, dass es keine unbevölkerten Bereiche gebe, die weit genug von Bevölkerungszentren entfernt sind, wo die Hamas ihre militärische Ausrüstung und Personal unterbringen kann. Dem ist aber nicht so; im Gazastreifen gibt es viele solcher unbevölkerten Gegenden.

Wichtiger ist aber, dass selbst innerhalb dicht besiedelter, ziviler Viertel, wenn die Hamas ihre militärische Ausrüstung und Personal nicht in Gebäude setzen würde, in denen Zivilisten untergebracht sind, wenige, wenn überhaupt zivile Opfer gäbe. Und das zeigt den großen Unterschied zwischen verhältnismäßiger Reaktion und hohen zivilen Opferzahlen auf.

Würde Israel einen ganzen Häuserblock in einem Viertel bombardieren, um ein Hamas-Ziel zu eliminieren, könnte das vertretbar als unverhältnismäßige Reaktion bezeichnet werden. Aber im Gegenteil: Israels Reaktionen sind punktgenau, chirurgisch und minimalistisch – das Gegenteil von unverhältnismäßig.

All die Videos von israelischen Angriffen im Gazastreifen (Videos, die sowohl vom israelischen Militär als auch von Einwohnern Gazas veröffentlicht werden) zeigen, dass Israel bestimmte Gebäude und sogar bestimmte Etagen eines Gebäudes beschießt. Die Zivilisten im Gazastreifen fliehen nicht; sie stehen in der Nähe und sehen zu. Nahe gelegene Schulen, Moscheen, Krankenhäuser und Wohngebäude bleiben üblicherweise intakt.

Unter dem Strich heißt das, dass die Hamas ihre militärische Ausrüstung und Personal bewusst in Schulen, Krankenhäusern, Wohnhäusern stationiert. Sie benutzt strategisch und zynisch ihr eigenes Volk als Kanonenfutter, entweder um sich auf die jüdische Gewissenhaftigkeit zu verlassen keine Zivilisten zu verletzen oder um Hass auf Israel zu schüren und internationalen Druck auf Israel zu erzeugen, damit es aufhört sich zu verteidigen. Die Schuld für zivile Opfer im Gazastreifen liegt direkt bei der Hamas, nicht bei Israel.

Israels Aufgabe, wie die eines jeden Landes, besteht darin sein Volk zu verteidigen und Israel tut das mit chirurgischen Schlägen, nicht mit unverhältnismäßiger Reaktion. Große Zahlen ziviler Opfer im Gazastreifen sind das direkte Ergebnis von Entscheidungen und Handeln der Führung Gazas und werden wahrscheinlich weitergehen, bis die Gaza-Führung aufhört ihre Volk als menschliche Schutzschilde zu benutzen.

Es ist höchste Zeit damit aufzuhören, die „unverhältnismäßige Reaktion“ mit einer hohen Zahl ziviler Opfer zu verwechseln. Sie sind nicht synonym.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.