Albaneses jüngste Bemerkungen offenbaren ein Muster der UNO und die Medien dürfen das nicht länger ignorieren

Francesca Albanese hat es wieder getan.

Die Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für die Palästinenser-Gebiete sieht sich erneut Rücktrittsforderungen ausgesetzt, nachdem ihre Äußerungen bei einem Al-Jazira-Forum in der letzten Woche Antisemitismus-Vorwürfe ausgelöst haben.

Albanese behauptet, ihre Worte seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Doch wenn eine hochrangige UNO-Beamtin mit einer gut dokumentierten Vorgeschichte an aufrührerischer Rhetorik Formulierungen benutzt, die klassischen antisemitischen Sprachbildern auffallend ähneln, liegt das Problem nicht in Fehlzitaten. Es liegt im Urteilsvermögen.

Angesichts ihrer langen Vorgeschichte überrascht es kaum, dass ihre Bemerkungen beim der Al-Jazira-Event über den „gemeinsamen Feind“ der Weltgemeinschaft als Echo klassischer antisemitischer Sprachbilder über jüdische Macht und Einfluss verstanden wurden. Die vollständige Rede (zusätzlich zu einem gekürzten Clip) verbreitete sich rasch in den sozialen Medien. Anstatt klar zwischen Kritik an der Politik der israelischen Regierung und einer Rhetorik zu unterscheiden, die Juden als Kollektiv ins Visier nimmt, verwischte ihre Sprache diese Grenze – und zwar weder zufällig noch einmalig.

In einem peinlichen Versuch, sich selbst reinzuwaschen, postete Albanese später den vollständigen Clip ihrer Rede – versehen mit einer Bildunterschrift, die man nahezu wortgleich aus den Protokollen der Weisen von Zion hätte kopieren können.

Watch my AJ Forum speech last week: the common enemy of humanity is THE SYSTEM that has enabled the genocide in Palestine, including the financial capital that funds it, the algorithms that obscure it and the weapons that enable it.

Teil eines Musters

Einige Medien – etwa France24 – verteidigten Albanese und behaupteten, ihre Äußerungen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden, wobei sie unterschlugen, dass es sich nicht um einen einmaligen Ausrutscher einer sonst sorgfältigen Beamtin handelt. Es ist Teil eines Musters.

Albaneses Vorgeschichte an aufhetzerischen Aussagen und problematischen Verbindungen ist gut dokumentiert. Wir haben bereits ausführlich dargelegt, dass das Al-Jazira-Forum nicht nur Albanese eine Bühne bot, sondern auch Terroristen wie den Hamas‑Führer Khaled Maschaal. Dieser Kontext ist entscheidend.

Ebenso entscheidend ist, dass dies nicht das erste Mal ist, dass Albanese wegen ihrer Rhetorik Konsequenzen zu spüren bekommt. Wie wir zuvor festgehalten haben, wurde sie bereits von den Vereinigten Staaten sanktioniert – wegen Äußerungen, die Regierungsvertreter als antisemitisch und terrorverharmlosend beschrieben.

Diese Sanktionen wurden nicht leichtfertig verhängt. Sie folgten auf eine dokumentierte Reihe von Aussagen und Handlungen, die als Grenzüberschreitungen wahrgenommen wurden – weg von legitimer Kritik an Israel hin zu Feindseligkeit gegenüber Juden und offener Nähe zu Akteuren, die den USA feindlich gesinnt sind.

Wenn jemand mit einem solchen Hintergrund in einer Weise von „Macht“ oder „Kontrolle“ spricht, die historische antisemitische Narrative anklingen lässt, ist es keineswegs unvernünftig, dass das Publikum hört, was die Geschichte es gelehrt hat zu hören.

Albaneses Verteidiger argumentieren, sie habe sich lediglich auf politische Lobbyarbeit oder staatliche Politik bezogen. Doch angesichts ihrer Vorgeschichte liegt die Verantwortung, mit Präzision und Klarheit zu sprechen, bei ihr. Stattdessen sprach sie auf einem Forum, das dafür bekannt ist, israelfeindliche Rhetorik zu verstärken – und verwendete Formulierungen, die erwartbar Empörung auslösten.

Überall in den sozialen Medien beeilten sich viele, die Kontroverse als Missverständnis darzustellen. Schlagzeilen betonten ihre Behauptung, sie sei selektiv zitiert worden. Andere suggerierten, die Kritik an ihren Äußerungen sei politisch motiviert. Was jedoch häufig fehlte, war ein schlichtes Eingeständnis ihrer dokumentierten Vorgeschichte und der kumulativen Wirkung ihrer Rhetorik im Verlauf der Jahre.

Das Thema ist nicht, ob UN‑Beamte Israel kritisieren dürfen. Natürlich dürfen sie das. Das Thema ist, ob eine UNO-Sonderberichterstatterin wiederholt Sprache verwenden kann, die antisemitische Sprachbilder anklingen lässt, bei Foren auftreten kann, die Terroristen eine Bühne bieten – und anschließend jede legitime Kritik als böswillig abtun darf.

Die Vereinten Nationen behaupten, universelle Prinzipien zu vertreten und Antisemitismus in all seinen Formen zu bekämpfen. Dieser Maßstab muss auch für ihre eigenen Funktionäre gelten. Wenn mehrere demokratische Regierungen – Frankreich, Italien und Österreich – Albaneses Rücktritt fordern, dann nicht, weil ihre Formulierungen ungeschickt waren. Sondern weil ihr Verhaltensmuster das Vertrauen in ihre Fähigkeit untergraben hat, ihr Mandat unparteiisch auszuüben.

Die Frage ist inzwischen nicht mehr, ob ihre Worte gekürzt oder falsch zitiert wurden. Sondern ob die UNO bereit ist anzuerkennen, dass die Glaubwürdigkeit einer Sonderberichterstatterin mehr erfordert als technische Verteidigungen. Sie erfordert Urteilsvermögen, Verantwortungsbewusstsein und eine unmissverständliche Ablehnung jener Rhetorik, die sich historisch gegen Juden gerichtet hat.

Solange das nicht geschieht, wird die Kontroverse nicht abklingen. Und das sollte sie auch nicht.

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