(Quelle Beitragsbild oben: Symbolbild / KI)
Nach Hisbollah-Beschuss auf Nordisrael hat die Luftwaffe erstmals seit Beginn der Feuerpause ein Ziel in Beiruts Dahiya-Viertel angegriffen. Teheran droht offen mit Vergeltung.
Israel hat nach anhaltendem Beschuss durch die Hisbollah erstmals seit Beginn der von den USA verkündeten Feuerpause wieder ein Ziel in Beirut angegriffen. Nach Angaben der IDF traf die Luftwaffe eine Infrastruktur der Terrororganisation Hisbollah im Dahiya-Viertel, der Hochburg der Organisation in der libanesischen Hauptstadt. Libanesische Berichte sprachen von drei Raketen, die zwei Wohnungen getroffen hätten. Israel soll Washington vorab über den Angriff informiert haben.
Der Schlag erfolgte nach mehreren Tagen, in denen die Hisbollah weiter Raketen und Drohnen auf israelische Gemeinden im Norden abgefeuert hatte. Damit steht die Feuerpause bereits wenige Tage nach ihrer Verkündung vor einer entscheidenden Bewährungsprobe. Für Israel ist die Lage eindeutig: Eine Vereinbarung, die nur auf dem Papier existiert, während die Hisbollah weiter schießt, schafft keine Sicherheit. Nordisrael kann nicht zur Normalität zurückkehren, solange eine vom Iran geführte Terrorarmee aus dem Libanon heraus entscheidet, wann wieder Sirenen heulen.
Besonders brisant ist die iranische Reaktion. Ebrahim Rezaei, Sprecher des Ausschusses für nationale Sicherheit im iranischen Parlament, drohte nach dem israelischen Angriff mit einer „entschiedenen und schmerzhaften“ Antwort. In einer besonders aggressiven Formulierung schrieb er sinngemäß, man müsse diesen „tollwütigen Hund“ erziehen und an seinen Platz zurückbringen. Außerdem rief er dazu auf, in der Nacht auf den Himmel über den „besetzten Gebieten“ zu schauen. Es ist die Sprache eines Regimes, das den Libanon nicht als souveränen Staat behandelt, sondern als Teil seiner eigenen Kriegsarchitektur gegen Israel.
Bereits in der vergangenen Woche hatte Teheran gewarnt, Israel werde im Fall eines Angriffs auf Dahiya „mit großer Kraft“ angegriffen. Ein hochrangiger iranischer Kommandeur drohte damals den Bewohnern Nordisraels, sie sollten die Region verlassen, falls Israel Beirut angreife. Auch der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte, die iranischen Streitkräfte seien jederzeit bereit. Damit versucht Iran, Israel nicht nur militärisch, sondern politisch einzuengen: Jerusalem soll auf Angriffe der Hisbollah reagieren müssen, aber gleichzeitig durch iranische Drohungen von Schlägen gegen deren Kommandozentren abgehalten werden.
Genau diese Logik kann Israel nicht akzeptieren. Die Hisbollah feuert aus dem Libanon, Iran droht aus Teheran, und die internationale Diplomatie versucht, beides mit Formeln zu überbrücken. Doch für die Menschen in Kirjat Schmona, Metulla, Schlomi und entlang der Nordgrenze zählt nicht, wer in Washington oder Beirut welches Papier unterschrieben hat. Sie brauchen Sicherheit. Und Sicherheit entsteht nicht, wenn die Hisbollah weiter bewaffnet bleibt, weiter schießt und Dahiya als geschützten Kommandoraum behandelt.
Nach israelischen Angaben hatte es innerhalb des Sicherheitsapparats starken Druck gegeben, eine größere Serie von Angriffen in Beirut zu genehmigen. Vorerst wurde offenbar nur dieser einzelne Schlag freigegeben. Die Sicherheitskräfte bereiten sich jedoch auf eine mögliche Ausweitung vor, falls die politische Führung weitere Angriffe genehmigt oder Iran und Hisbollah reagieren. Das Nordkommando teilte den Gemeinden an der Grenze zunächst mit, es gebe keine Änderung der Anweisungen. Schulen sollten wie geplant schließen, neue Vorgaben für Bewohner wurden zunächst nicht erlassen. Zugleich betonte das Kommando, jede Änderung der Lage werde offiziell bekanntgegeben.

