Roland M. Horn wieder bei “Sagenhaft und Sonderbar – der Podcast” – Diesmal zum Thema Atlantis (Video)

Gestern durfte ich mich erneut dem Podcaster Daniel Bechmann und seiner Kollegin Julia Domschke deren Fragen stellen. Diesmal ging es um den Themenkomplex “Atlantis”. Das Ganze lief live über Video und war interaktiv angelegt.

Auf den geologischen Spuren von Lemuria

* von Roland M. Horn

Buchauszug aus Lemuria: Ein Blick auf den anderen versunkenen Kontinent

Die hypothetischen Kontinente Mu und Atlantis nach James Churchward. Mu ist ein Begriff für einen einen sagenhaften im Pazifik versunkenen Kontinent, der heute oft mit Lemuria gleichgesetzt wird, das ursprünglich für einen versunkenen Kontinent im Indischen Ozean gehalten wurde. (Public domain)

„Ganz gleich, wie Lemuria zerstört wurde, Lemuria lässt sich nicht mehr unter den Teppich kehren … und kleine Beweis-Stückchen treten nach und nach zutage…“

zitiert Bernhard Beier im Artikel Geologische und ozeanographische Grundlagen für die Pazifika-Hypothese? auf http://atlantisforschung.de/index.php?title=Geologische_und_ozeanographische_Grundlagen_f%C3%BCr_die_Pazifika-Hypothese%3F den Geologen William Hutton. Und weiter schreibt er:

„Es gibt keinen versunkenen ‚Kontinent‘ im Pazifik oder im Indischen Ozean! Dies scheint das Credo der modernen Geologie zu sein, wenn die Frage nach „Le(Mu)ria“ gestellt wird. Doch selbst wenn wir – um des Arguments Willen – das aktualistische Denkmuster [also der Lyellismus, Anm. RMH] der Damen und Herren ‚Fachleute‘ übernehmen, brauchen wir solche Äußerungen nicht sonderlich ernst zu nehmen. Ganz im Gegenteil dürfen wir behaupten: Es steht heute außer Frage, dass in der Tat während rezenter Perioden der Erdgeschichte ungeheure Landmassen von den Fluten dieser beiden Meere verschlungen wurden!“

Hierzu sei angemerkt, dass Otto Muck, der oft als Katastrophist1Der Katastrophismus stellt im Rahmen der Astronomie sowie der Geologie und Paläontologie ein wissenschaftliches Paradigma dar, das von der überragenden Bedeutung von katastrophalen Ereignissen für die Geschichte unseres Sonnensystems, der Erde und der Entwicklung (Evolution) der Lebewesen ausgeht. Er gilt als Gegenstück zum Aktualismus. oder Neo-Katastrophist angesehen wird, sich tatsächlich zur gegensätzlichen Theorie, nämlich zum Aktualismus bekennt und lediglich zwei irreguläre Ausnahmen einräumt: nämlich den bereits besprochenen Mondeinfang und sein Szenario zum Untergang von Atlantis, das er in seinem Buch Atlantis – Die Welt vor der Sintflut vorstellt. Kommen wir aber zu Beiers Artikel zurück. Er schreibt dort weiter:

„Großmaßstäbliche Überflutungen, wie wir sie hier besprechen, können im Wesentlichen aufgrund zweier Natur-Phänomene zustande kommen: A) Das Absinken von Landmassen. B) Das Ansteigen der Meeresspiegel. Während die erstgenannte Möglichkeit – zumindest als rapide, großräumig und kataklysmisch2Kataklysmus steht für „erdgeschichtliche Katastrophe“ verlaufendes Ereignis – von Geologen entschieden in Abrede gestellt wird, dürfte kaum jemand ernsthaft bestreiten, dass es während der jüngsten 12.000 Jahre einen sehr deutlichen Anstieg der ozeanischen Pegel gegeben hat.

Wenn wir jedoch konservativ3Nonkonformistische Modelle gehen sogar von mehreren Kilometern Niveau-Unterschied aus. einen Anstieg der Meeresspiegels um ca. 100 m bis 150 m voraussetzen, hat dies bereits ganz erstaunliche Konsequenzen für das Erscheinungs-Bild der Küstengebiete und Inselwelt unseres Bezugs-Raums. Werfen wir z. B. einen Blick auf Südostasien – wie es sich gegen Ende des vergangenen Erdzeitalters (Pleistozän) präsentierte […,] dann wird schnell deutlich, dass sich seither selbst in einem aktualistischen Szenario topographische Veränderungen ereignet haben müssen, die bereits an der Grenze menschlichen Fassungsvermögens liegen. In der Tat ist dort offenbar eine kontinentgroße Landmasse untergegangen, nämlich die alte indonesische Tiefebene, die am Ende der jüngsten Eiszeit von den steigenden Meeresspiegeln überspült wurde.“

(…)

Der Forscher und Autor wendet sich nun Zentral-Pazifik zu, wo das Lemuria der meisten modernen Esoteriker gelegen haben soll. Wenn wir einen kurzen wissenschaftsgeschichtlichen Rückblick auf den geologischen und ozeanographischen Diskurs zum Pazifik würfen, würde schnell deutlich, dass das Thema ‚versunkene Landmassen im Pazifik‘ offenbar zu keiner Zeit vom Tisch war, sondern in Fachkreisen immer wieder neu diskutiert wurde.

Weiterlesen

Buchbesprechung: Frank Joseph: Die Überlebenden von Atlantis

* von Roland M. Horn

Frank Joseph:
Die Überlebenden von Atlantis
Wie der Untergang einer Zivilisation die Welt veränderte
AMRA-Verlag, Hanau, 2021
ISBN: 978-3-939373-17-9
Preis: 24,99
Geb., 381 Seiten, 42 s/w-Bilder, Register

Das legendäre Atlantis ist Platon zufolge 9000 Jahre vor seiner Zeit jenseits der Säulen des Herakles (im Allgemeinen mit der Meerenge von Gibraltar gleichgesetzt) untergegangen. Manche Atlantis-Forscher und -Autoren bezweifeln die Lokalisierung, andere (oft die gleichen) die Zeit des Untergangs. Frank Joseph gehört zu jenen, die Platons Lokalisierung zwar akzeptieren, den Untergang dieser Landmasse aber viel früher – in historischer Zeit – sehen, und somit gehört er zu den sog. „Jungzeitlern“.

Ihm zufolge ist Atlantis im Laufe von von vier aufeinander folgenden Katastrophen versunken, die sich in historischer Zeit abspielten. Den ersten Kataklysmus sieht Joseph im Jahr 3113 v. Chr., als seiner Meinung nach der ein Komet mit Asteroiden kollidierte, was den Nachthimmel für einen Zeitraum von mindestens einem oder zwei Jahrtausenden störte. Unter anderem verweist er auf den grönländischen Eisbohrkern von Camp Century, der einen Säuregehalt aufweist, der wiederum auf eine plötzliche Zunahme von weltweit niederregnender Asche schließen lässt. Der Vulkanismus im Atlantik habe um die Wende des 4. Jahrtausends v. Chr. einen Höhepunkt – insbesondere auf Island und den Azoren, also in der Gegend von Atlantis, wie er weiter feststellt. Bei dieser Katastrophe sei Atlantis durch schwere Erdbeben und Vulkanismus, die durch Meteoriten ausgelöst wurden, verwüstet worden, wobei einige Landbereiche sich ablösten und ins Meer stürzten. Überlebende wanderten in andere Teile der Welt, insbesondere ins Niltal und nach Mesopotamien aus.

Der zweite Kataklysmus soll sich 2193 v. Chr. ereignet haben, als verschiedene Kometen sich in der Nähe der Erdumlaufbahn einander näherten. Dabei soll eine große Landbrücke zwischen Malta und der nahe gelegenen Insel Filfa während einer Naturkatastrophe eingebrochen sein, deren dadurch erzeugten riesige Wellen das Ende des jungsteinzeitlichen Malta verursachten. Auf Atlantis selbst soll eine weit verbreitete seismische Aktivität zahlreiche Tempel und Wohngebiete zerstört haben, während Vulkanismus Ackerland verbrannte und mehrere nahegelegene Inseln versenkte. Des Weiteren hätten Tsunamis Siedlungen entlang der regionalen Küste verwüstet. Viele Einwohner kamen um. Die zweite große Migrationswelle in den Nahen Osten setzte ein. Unter anderem die Zerstörung von Sodom und Gomorrha sieht Joseph im Rahmen dieses Kataklysmus‘.

Der dritte Kataklysmus soll 1628 v. Chr. stattgefunden haben, als die „Killerkometen“ wieder zur Erde zurückkehrten, worauf ein erneuter ausgewöhnlich starker Aschefall im grönländischen Eisbohrkern festgestellt wurde. Auf Atlantis setzten wieder Erdbeben und Tsunamis ein. Es kam zu einer weiteren Migrationswelle.

Der vierte Kataklysmus schließlich fand Joseph zufolge 1198 v. Chr statt, als ein Komet durch das Erscheinen eines anderen näher an die Erdumlaufbahn gedrängt wurde. Der Wasserspiel in nordeuropäischen Seen sei damals stark angestiegen, wieder wurde eine große Menge Asche in der Erdatmosphäre festgestellt, der Vulkanismus erreichte auf der ganzen Welt im Zeitraum um um dieses Jahr einen Höhepunkt. Atlantis versank jetzt vollständig im Meer. Wieder kam es zu Migrationsströmen. Viele Überlebenden von Atlantis kamen jetzt in Ägypten an. Hier beruft sich Joseph auf den Ägyptologen Prof. Walter B. Emery, der von der Entdeckung von Gräbern in der späten prädynastischen Periode im nördlichen Teil Oberägyptens berichtet, deren Schädel und Körper größer waren als die der Eingeborenen. Emery schließt auf eine (fremde) „Herrenrasse“, die den raschen Fortschritt im Niltal unmittelbar vor der Vereinigung Ägyptens erklären soll.

Weiterlesen

Zealandia: Ein weiterer untergegangener Kontinent?

  • von Roland M. Horn

Topografische Karte von Zealandia, basierend auf den Bathymetrie-Daten des Scripps Institution of Oceanography, University of California, San Diego. Die Umrandung zw. Grenzziehung basiert auf Informationen des Buches: Nick Mortimer; Hamish Campbell (2014) Zealandia – Our Continent Revealed, London: Penguin Books, S. 54 ISBN: 978-0-143-57156-8.
Urheber Ulrich Lange, Bochum, Germany. Diese Datei wird unter der Creative-Commons-Lizenz „CC0 1.0 Verzicht auf das Copyright“ zur Verfügung gestellt.

Als ich neulich einen Artikel über einen möglicher Weise versunkener Kontinent unter Island? (Icelandia) geschrieben habe, ein nach Meinung eines Wissenschaftsteams untergegangenen Mikrokontinents, in dem ich mich auf einen Artikel von Nadja Podbregar von Scienexx bezog, zitierte ich Podregar mit den Worten:

Die Plattentektonik sorgt dafür, dass sich das Gesicht der Erde ständig verändert. Neue Meere reißen auf, Kontinente kollidieren oder zerbrechen und Krustenteile werden an Plattengrenzen verschluckt. Im Verlauf der Kontinentaldrift wurden auch einige alte Landmassen vom Ozean überflutet und liegen heute am Meeresgrund verborgen – als tektonisches Atlantis. Ein solcher versunkener Mikrokontinent ist unter anderem ‘Greater Adria’ in Südeuropa oder ‘Zealandia’, von dem heute nur noch Neuseeland über den Meeresspiegel hinausragt.

Nur wenige Tage später fiel mir ein Artikel über das im Zitat genannte “Zealandia” in die Hände. Er stammte von National Geographic und trug den Titel Zealandia: Beweis für achten Kontinent gefunden?” Der Aufreißer am Artikel-Anfang lautete: “Wissenschaftler haben in Neuseeland ein 1,3 Milliarden Jahre altes Teilstück des urzeitlichen Superkontinents Rodinia entdeckt. Mit seiner Hilfe wollen sie die Geschichte des mysteriösen “verlorenen Kontinents” Zealandia aufklären.”

Die Autorin des Artikels, Maya Wei-Haas, begann ihren Artikel vom 23.07.2021/Aktualisiert am 26.07.2021 mit den Worten:

“Im Sommer 2018 flieht die Petrologin Rose Turnbull von der Geological Society of New Zealand vor der kalifornischen Hitze in die angenehme Kühle eines fensterlosen Kellerraums und sortiert Sandkörner. Die eigentlich in Neuseeland ansässige Geologin hatte sich in dem Labor eines Kollegen an der California State University Northridge eingefunden, um die Sandproben nach Zirkon-Kristallen zu durchsuchen. Ihr Ziel: Unter Zuhilfenahme der Mineral-Kristalle das Mysterium um den geheimnisvollen “achten Kontinent” Zealandia zu lösen, der in der Sprache der Māori Te Riu-a-Māui genannt wird.”

Ein modellartig ausgebildeter, kognakfarbener Zirkonkristall (Größe: 1,0 cm) auf Calcit aus Gilgit, Region Gilgit-Baltistan, Pakistan.
Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Zircon-49506.jpg, https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2a/Zircon-49506.jpg, Rob Lavinsky, iRocks.com – CC-BY-SA-3.0, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

Der in diesem Artikel erwähnte Sand und die darin erhaltenen Zirkone entstammen Gesteinsproben aus Neuseeland. Überraschend deutlich schreibt Weiss-Haas:

“Die neuseeländischen Inseln und Neukaledonien sind die einzigen Landteile Zealandias, die über dem Meeresspiegel liegen. Die restlichen 94 Prozent der fast 5 Millionen Quadratmeter großen Landscholle liegen unter Wasser.”

Weiter erklärt die Autorin:

“Die Anerkennung Zealandias als offizieller Kontinent steht noch aus, denn die Scholle ist nicht nur dünner als die bekannten Kontinente, sie ist nach bisherigen Berechnungen vor allem sehr viel jünger.”

Eigentlich ging es Rose Turnbull und ihren Kollegen von der Beratergruppe GNS Science darum, im Rahmen einer neuen Studie mehr über die ungewöhnliche Landmasse Neuseelands und deren Entstehung zu erfahren. Doch – Überraschung: Unter der Südinsel Neuseelands und Stewart Island fanden sie “Überreste eines Milliarden Jahre alten Superkontinents. “Diese lassen vermuten, das Zealandia älter ist als bisher gedacht.” Wei-Haas fügt noch dazu, dass das Alter der Landmasse eine entscheidende Rolle bei ihrer Anerkennung als offizieller Kontinent spielt.

Weiterlesen

Buchbesprechung: Wilfried Multhammer: Virtuelle Götterspiele

  • von Roland M. Horn

Wilfried Multhammer:
Virtuelle Götterspiele
Unser Leben in einer animierten Welt
Taschenbuch
182 Seiten
14,99 € + Versand
erhältlich über Privatkauf

Nachdem der Autor im vorliegenden durchweg äußerst spannend und flüssig geschriebenen Buch kurz über seine Kindheit, Jugend und weitere Entwicklung und wir er auf alternative Themen zu sprechen kam – wie so viele andere auch durch das Studium der Bücher Erich von Dänikens – kommt er sehr bald recht unvermittelt auf seine Theorie zu sprechen. Bereits nach dem Lesen der Bücher des Paläo-SETI-“Papstes” kam ihm der Gedanke in den Sinn, dass “die Götter letztlich Menschen unseres Planeten sind und zu einer hohen, jedoch verschollenen Zivilisation gehören”, doch von der Theorie einer animierten Welt war er zu diesem Zeitpunkt noch weit entfernt. Erst nach seinem Studium (Philosophie im Hauptfach, Psychologie und Theologie als Nebenfächer) in etwas höherem Alter kam er seiner Theorie näher. Das Studieren mit Lebenserfahrung “bringt eine gewisse Skepsis mit sich, so dass man nicht alles widerspruchslos hinnimmt, was die Dozenten sagen”, und vermutlich hat er damit gar nicht so Unrecht.

Ausgehend von einem Satz, über den er während seines Studiums hörte (“Eines Morgens wachte ich auch und alle meine Sachen waren geklaut und durch identische Nachbildungen ersetzt!”), machte er sich Gedanken über Themen wie Außenweltrealismus, und schließlich kam er aufgrund vieler Quellen, die er studierte, zu der Erkenntnis, dass das bisherigen materialistisch-mechanische Weltbild ausgedient hat und “die Welt da draußen ganz anders funktionieren könnte als bisher gedacht”, um irgendwann weiterzugehen und zu erkennen: “Der Glaube an die reale Außenwelt ist ein weit verbreiteter Selbstbetrug”.

Nach dieser Einleitung stellt Multhammer seine Theorie vor, und hier steht Atlantis im Mittelpunkt, wobei er nicht vergisst zu erwähnen, dass, “das was jetzt kommt, nur eine Arbeitstheorie ist”. Nachdem er lange über Platon und sein berühmtes Atlantis sowie seine eigenen Gedanken darüber referiert, kommt er zu dem Schluss, dass Atlantis “eine hochentwickelte, technisch weit fortgeschrittene Kultur” war, in der die Etablierten hochmütig und rücksichtslos ihren Vorteil suchten, eine Gesellschaft, in der Korruption, Macht und Geldgier wucherten”, bis schließlich eine Sintflut kam. Schließlich flohen die Atlanter mittels eines Fluggerätes – vermutlich einem Raumschiff – von der Erde, um den überfluteten Planeten zu umkreisen. Sie wollten schnellstens wieder auf die Erde zurückkehren und hatten bereits vor Beginn der Sintflut vorsorglich eine große Menge an Saatgut und Zellkulturen in Sicherheit gebracht, mittels derer die biologische Rekultivierung der toten Erde wieder hergestellt werden sollte.

Weiter kommt Multhammer auf den sumerischen Gott Enki zu sprechen, von dem Multhammer aus den Keilschrift-Texten dieser Kultur herausliest, dass der mit einem U-Boot auf der Erde unterwegs war und schließt, dass dieses U-Boot mit der Arche Noah identisch und in Wirklichkeit ein schwimmendes Labor war. In diesem Labor befanden sich Multhammer zufolge menschliche Klone, die den Atlantern, für den Fall, dass sie irgendwann auf die Erde zurückkehren konnten, als Sklaven dienen sollten. Die im Raumschiff um die Erde navigierenden Atlanter bereiteten die Rückkehr zur Erde mittels einer Simulation vor, nachdem eine auserwählte Gruppe in der Arche gerettet werden konnte. Nun schufen die Atlanter eine virtuelle Welt, “in der sie alles animierten, was für dieses Experiment notwendig war”. Völlig richtig erkennt er, dass auf der Erde “eine ordnende Hand im Spiel ist und die Welt sich nicht durch eine Reihe von Zufällen aus dem Urknall entwickelt hat”. Diese “ordnende Hand” oder “Götter” sind für Multhammer die Atlanter. Zur Bekräftigung seiner Theorie zieht der Autor u. a. Legenden über fliegende Götter heran.

Die Atlanter müssen die virtuelle Welt erschaffen haben, und Multhammer sieht verblüffende Vergleiche zum Schöpfungsbericht der Bibel, wenn auch die Sintflut vor der Erschaffung der Erde stattgefunden haben muss. Dazu kann man aber sagen, dass, wenn wir der Restitutionstheorie folgen, auch in der Bibel eine “Urflut” nach der Schöpfung von Himmel und Erde beschrieben wird, bevor die Erde “neu erschaffen”, d. h. wiederherstellt wird. Doch zurück zu Multhammer, der eine holografische Kugel als Projektionsfläche für die animierte Erde sieht, die zunächst eine Blankovorlage ist. Danach beschreibt Multhammer ausführlich, wie die Schöpfung seiner Meinung nach abgelaufen ist.

Danach kommt er wieder zu seiner Studienzeit zurück und schreibt über philosophische Themen wie den Radikalen Konstruktivismus, um schließlich festzustellen, dass das Gehirn “keinen direkten Zugang zur Außenwelt hat”. Dabei weist er auch auf deutsche Vertreter dieser Theorie hin, die sagen “Wir erfinden unsere Wirklichkeit selbst”. Je mehr er über diesen Themenkomplex nachdachte, desto mehr gelangte er zu der Annahme, dass die Welt nur eine Erscheinung ist,” und stellt weiter fest: “Die Welt da draußen ist in mir”. Zu diesen und ähnlichen philosophischen Themen berichtete der Autor ausführlich und trotzdem spannend.

Schließlich landet er wieder bei Platon und dessen Höhlengleichnis: Die Menschheit ist zeitlebens in einer Höhle angekettet, in der sie sich nicht bewegen kann und auf eine gegenüber liegend Felswand schaut, auf die ein Schattenspiel projiziert wird. Die “wahre Welt” kennt der Mensch nicht, sagt Multhammer.

Später schreibt der Autor, dass die Atlanter-Götter eine Simulation der Wiederbesiedlung der Erde ablaufen lassen um durch ständiges Abändern einzelner Parameter immer neue Bedingungen zu simulieren um schließlich die beste Population zu finden.

Multhammer sieht die Seele als Vermittlerin zwischen dem menschlichen Wesen (Körper) und dem “Reich der Ideen”, das oft auch als Akasha-Chronik bezeichnet wird, in Wirklichkeit aber ein Datenspeicher sei und sieht Zahlen als “Maß aller Dinge” an, was er auch eindrucksvoll belegt.

Später kommt er auf “Göttliche Avatare und Botschafter” zu sprechen, und als einen dieser Avatare sieht er Jesus.

Multhammer beschäftigt sich ausführlich mit den Sumerern und belegt, dass dort “Götter” das Kommando führten, wobei Enki eine große Rolle spielt. Die Bundeslade der Israeliten sieht er als Kommunikationsgerät, genauer ein Empfangsgerät, an, über das der Gott der Israeliten mit seinem Volk kommuniziert. Dieser Gott erscheine darin als Hologramm. Die Gesetzestafel, die in der Bundeslade aufbewahrt wurde, war nach Meinung des Autors eine Art Programmdiskette, die er mit den sog. ME-Tafeln der Sumerer vergleicht.

Wenn man den Klappentext des Buches oder vielleicht auch diese Rezension gelesen hat, ist man vielleicht geneigt, Multhammers Gedanken als “zu weit hergeholt” oder gar Phantastereien abzutun, doch wenn man das Buch mit den zahlreichen Belegen gelesen hat, kann man durchaus ins Grübeln kommen. Schade ist nur, dass dieses Buch nur im Privatkauf zu erwerben ist.

(Erstveröffentlichung auf Atlantisforschung.de)

Einzige Bezugsmöglichkeit

Versunkener Kontinent unter Island?

  • von Roland M. Horn

Ist Island Teil eines versunkenen Mikrokontinents, dessen Ausläufer einst von Grönland bis an den Westrand Europas reichten? (© NASA)

m 22. Juli 2021 meldet Scinexx obige Schlagzeile – untertitelt mit: “‘Icelandia'” könnte der Rest einer urzeitlichen Kontinentalplatte sein.

Der Autorin des Artikels, die Wissenschaftsjournalistin, Biologin und Chefredakteurin von Scinexx, Nadja Podbregar, beginnt mit dem Statement:

“Verlorenes Land: Unter Island könnte ein versunkener Kontinent liegen –’Icelandia’. Dieser unter dem Atlantik verborgene Mikrokontinent reicht von Grönland bis zu den Färöer-Inseln und wurde bei der Aufweitung des Atlantiks erst gedehnt, dann von Magma überdeckt, wie Geologen postulieren. Indizien dafür sehen sie in der geringen Meerestiefe, der ungewöhnlich dicken Erdkruste, sowie in chemischen Auffälligkeiten der Lavagesteine in diesem Gebiet.”

Der nächste Absatz zeigt, dass das Aussehen der Erde einem ständigen Wandel unterzogen ist:

“Die Plattentektonik sorgt dafür, dass sich das Gesicht der Erde ständig verändert. Neue Meere reißen auf, Kontinente kollidieren oder zerbrechen und Krustenteile werden an Plattengrenzen verschluckt. Im Verlauf der Kontinentaldrift wurden auch einige alte Landmassen vom Ozean überflutet und liegen heute am Meeresgrund verborgen – als tektonisches Atlantis. Ein solcher versunkener Mikrokontinent ist unter anderem ‘Greater Adria’ in Südeuropa oder ‘Zealandia‘, von dem heute nur noch Neuseeland über den Meeresspiegel hinausragt.

Es verwundert, dass Podbregar tatsächlich das verbotene A-Wort in diesem Artikel verwendet, während der oben verlinke Artikel der Welt über die “Greater Adria” das A-Wort typischer Weise in abwertender und verneinender Weise verwendet und den Artikel mit den Worten “Nein, es ist nicht Atlantis” einleitet.

Wir wissen, dass die Mainstream-Geologie die Subduktion von (kleineren) Landmassen durchaus zulässt, ja sie sogar ausdrücklich als mögliche (einzige) Möglichkeit des “Verschluckens” von Kontinentalmasse akzeptiert, aber was ist mit dem Versinken von Mikrokontinenten wie dem oben erwähnten? Derartige Ideen wurden bisher meist abgelehnt.

Dabei handelt es sich beim fraglichen Gebiet um eine Landmasse, die fast dreimal so groß ist wie Großbritannien. Das ist interessant, denn Atlantis wird im Allgemeinen eher kleiner eingeschätzt, es darf aber nicht versunken sein. In Otto Mucks Szenario ist ist beispielsweise Atlantis eher kleiner als die angenommene Landmasse, die Icelandia eingenommen haben soll.

Weiterlesen

Buchbesprechung: David Winder: Mysterien der Bronzezeit

* von Roland M. Horn

David Winder:
Mysterien der Bronzezeit: Von Atlantis bis Troja. Über die großen Sagen und deren einzig richtige Deutung.  Selbstverlag, Daisendorf, 2020
ISBN: 978-3-00-067068-8
Preis: EUR 4,99
TB, 93 Seiten

Die bereits von Paul Borchardt vertretene These, nach der Atlantis in Tunesien lag, zu ergänzen und anhand weiterer Fakten zu erhärten, ist eine Sache, die willkürliche Anpassung von Überlieferungen, um das gewünschte Ziel zu erhalten, eine andere.

Der Autor propagiert die einstige Existenz eines Goldenen und später eines silbernen Geschlechts. Interessanterweise übernimmt er ausgiebige Passagen aus der als Fälschung geltenden Oera-Linda-Chronik, die einst als Beleg für die Theorie, dass Atlantis in Altfriesland lag, verwendet wurde, vollkommen kritiklos. Aus dieser und anderen Überlieferungen schließt er auf einen Kataklysmus, den es zweifellos auch gegeben hat. Mit diesem Kataklysmus lässt er das “Silberne Zeitalter” enden und setzt die biblische Sintflut hier an. Danach kam das “Bronzene Geschlecht”. Insgesamt habe es drei Kataklysmen und drei Zwischenzeiten gegeben. Die biblische Sintflut legt der Autor auf 1050 v. Chr. fest. Sie habe das “Bronzene Zeitalter” beendet.

Weiter behauptet der Autor, dass die Typhon-Sage aus der griechischen Mythologie, der Seevölkersturm und der Trojanische Krieg in Wirklichkeit ein und dasselbe Ereignis waren. Im Zusammenhang mit diesem Ereignis “gönnt” er es den jüdischen Redaktoren des Pentateuch “durchaus”, dass sie “es aus Eitelkeit mit der historischen Wahrheit nicht allzu ernst genommen haben, indem sie aus einer schlimmen Niederlage einen berauschenden, gottgewollten Sieg machten, doch nun ist klar geworden, das am Schilfmeer [das oft mit dem Roten Meer verwechselt wird] einzig der Pharao als großer Sieger hervorgegangen ist.” (S. 30) Dies schließt er daraus, dass der “Durchzug durchs Rote Meer”, (das er aber richtigerweise als “Schilfmeer”) bezeichnet, “von den Ereignissen um die Seevölker nicht zu trennen ist.”

Irgendwann nach seinen etwas wirr erscheinenden Darlegungen stellt Winder im Einklang mit Albert Hermann und Ulrich Hofmann plötzlich und überraschend fest, dass auf der Basis der “reinen Vernunft” und “ohne irgendwelchen esoterischen Spinnereien Raum zu geben” zu der unumstößlichen Feststellung, dass Atlantis in Nordafrika lag.

Unter Heranziehung der von Dr. Albert Hermann publizierten “Erdkarte der Urbibel” kommt er in diesem Zusammenhang auf die Hebräer zu sprechen, die einst vom Tritonsee im heutigen Tunesien auszogen, “um vor der unbarmherzigen Sonne und der immer weiter voranschreitenden Sahara zu fliehen, in der Hoffnung im Osten eine neue Heimat zu finden.” (S. 35)

An Platon, der als erster von der Insel Atlantis sprach, übt er heftige Kritik. Der habe selbst “den vielen Spinnereien durch eine irrige Zeitangabe, mancherlei Vorschub geleistet.” Winder schließt aufgrund seiner bisherigen zusammengewürfelten und angepassten Theorien, dass Platos Zeitangabe falsch ist. Man kommt nicht drumherum, dem Autor ein sehr willkürliches Vorgehen zu unterstellen. In diesem Zusammenhang spricht Winder auch von einer “falsche Ortung der Säulen des Herakles”, die “viel Unheil gestiftet” hätten. Allerdings muss gesagt werden, dass Platons Identifizierung der Säulen von Herakles als die Straße von Gibraltar mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit richtig ist!

Im Gegensatz zu Plato avanciert ausgerechnet Herodot, in dessen Überlieferungen sich – wie der Autor auch selbst zugibt – einige Widersprüche befinden, zum “Größten aller Historiker”. Winder glaubt allen Ernstes, die Widersprüche dadurch lösen zu können, dass, wenn Herodot von Min bzw. Menes oder Cheops spricht, gar nicht die Pharaonen am Nil gemeint sind, sondern “Herrscher am Tritonsee” in Tunesien. Hin und wieder versucht der Autor, seine skurrilen Behauptungen mit Sätzen wie “So und nicht anders ist es gewesen.” zu bekräftigen. Der Ausdruck “Nil” für den Fluss in Ägypten habe sich aus dem griechischen Ausdruck “neilos” eingebürgert.

Die “große arische Wanderung” ging nicht vom Osten, sondern dem Wesen aus, wenn man Winder folgt.

Ein recht unbehagliches Gefühl regt sich, wenn man die Ansicht des Autoren liest, dass die Hebräer ursprünglich eine rote Hautfarbe hatten und von den Hamiten abstammten. Damit sind nur in bedingtem Umfang die Söhne des biblischen Ham gemeint, sondern es wird Bezug auf die sogenannte Hamitentheorie genommen, die die Überlegenheit einer in Nordafrika verorteten „hamitischen Rasse“ über die sogenannte negroide Bevölkerung Afrikas postulierte. Es muss erwähnt werden, dass diese Theorie in Deutschland nach der Nazi-Zeit in Deutschland vollkommen in Misskredit geriet. Für Winder steht dagegen fest: “Die sagenhaften Hamiten waren also saumtierzüchtende Eselnomaden von rötlicher Hautfarbe (…) (S, 53) Der nachfolgende Satz: “Es kann also gar kein Zweifel darüber obliegen, dass die Vorväter der Juden, die Hebräer, saumtierzüchtende Eselnomaden waren, welche den Karawanenhandel und damit den Welthandel der damaligen Zeit in ihren Händen hielten”, (S. 54) gibt zu denken.

Doch es kommt noch dicker: “Die Hebräer waren heimatlose, herumtreibende Eselsnomaden, welche von Kain abstammend, weite Teile der damals bekannten Gebiete durchquerten,” stellt Winder fest und erklärt: “Es war sehr klug von den später auftretenden jüdischen Redaktoren, über die nachträgliche Zufügung des Stammbaums von Seth die eigentliche Abstammung von Kain zu verschleiern, (…) (S. 58) So einfach kann man den Mörder Kain anstelle von Seth zum Stammvater des jüdischen Volkes machen. Dass sich die sesshaften Ägypter nicht mit den Eselsnomaden an einen Tisch setzen wollten, ist für Winder nicht verwunderlich.

Es wird aber immer schlimmer, denn Winder setzt Jahwe, den Gott des Alten Testamentes, mit dem Teufel gleich. Und noch krasser: “Der Esel wurde zum Gott der Herumtreibenden der Nomaden, ob er nur Jahwe, Seth oder Typhon genannt wurde.” Die Farbe “Rot” ist Winder zufolge die Farbe der Juden (beruhend auf ihre angebliche ursprüngliche Hautfarbe), des Kommunismus, des Teufels und – Vorsicht Triggerwort – “der Rothschild-Dynastie”.

Was am Anfang als eine harmlose vielleicht etwas unausgegorene Theorie erscheint, gerät in der Folge immer mehr in die Nähe der jüdisch/bolschewistischen Verschwörungstheorie. Einfach nur noch widerlich!

(Erstveröffentlichung auf Atlantisforschung.de)

Bestellbar bei Amazon.de

Buchbesprechung: Eire Rautenberg: Die Deltagöttin-Kultur

* von Roland M. Horn

Eire Rautenberg:

Die Deltagöttin-Kultur

Atlantis und die Vorfahren der Deutschen

epubli, Berlin 2017
978-3-7450-1439-6
Preis: EUR 10,99
Pb, 295 Seiten

Wie der Untertitel schon zeigt, gehört dieses Buch in die Gattung der Atlantis-Literatur, doch die Autorin spricht lieber von einer „Ersten Deltagöttin-Kultur“, da ihr der Begriff „Atlantis“ zu esoterisch geprägt ist. Zudem findet sie diesen Begriff treffender, da Atlantis ihren Recherchen zufolge etwa in den Jahren zwischen 10.500 und 5.500 v. u. Z „rund um das umfassende Großgebiet des Schwarzen Meeres, einschließlich der jetzt überall überfluteten Küsten“ existierte.

Diese erste Deltagöttin-Kultur entstand der Meinung der Autorin zufolge nach der letzten Kaltzeit um 10.500 – ca. 5.500 v. Chr., und Solons Notiz, über die Plato berichtete, bezieht sich demnach auf die anschließende neue Kulturphase, die wieder mehr Wärme brachte. Diese erste Kultur verschwand der Autorin zufolge vermutlich mit der klimatischen Umstellung auf die Warmzeit, während die zweite sich vom untergegangenen Zentrum aus ausbreitete und enorme Fluchtbewegungen der Bevölkerung in die umliegenden Gegenden und letztlich Völkerwanderungen in alle Himmelsrichtungen zur Folge hatte.

Hier spricht die Autorin insbesondere die wirklich erstaunliche Kultur von Göbekli Tepe, sowie Jericho und Catalhöyuk an und bringt stichhaltige Argumente für Völkerwanderungen bis nach Mitteleuropa!

Bezüglich der Idee der Überflutung des Schwarzen Meeres bezieht sie sich auf William Ryan und Walter C. Pitman, die 1997 die Idee „ihrer“ Schwarzmeerflut als Ursache für die Sintflutmythen populär gemacht haben und verweist darauf, dass die Küstenlinie des Schwarzen Meeres heute erheblich anders verläuft als damals.

Rautenberg ist nicht die einzige, die den Ursprung der Goten, der Teutonen, der Skythen und der Kelten am Schwarzen Meer vermutet, und ihre Spuren sind verdammt heiß. Ich weiß nicht, ob eine Überschwemmung des Schwarzen Meeres tatsächlich die Ursache für die Atlantis- und die Sintflut-Legenden war, aber die Spur der Deutschen vom Schwarzen Meer bis nach Mitteleuropa ist ebenso faszinierend wie begründet. Ich freue mich schon auf die Lektüre ihres bereits früher verfassten Buches Volk des Lichts, das genauso unschlagbar günstig wie Die Deltagöttin Kultur ist. (Nebenbei sei angemerkt, dass unter dem Titel Der deutsche Lebensbaum zu einem unschlagbaren Preis von ebenfalls 10,99 € ein Taschenbuch von Eire Rautenberg erhältlich ist, das aufgrund der Fülle von Informationen mit kleiner Schrift geschrieben wurde, aber beide Bände einschließlich aller Quellen beider Bücher in numerologischer Reihenfolge enthält.)

Die Informationen in Die Deltagöttin-Kultur erfolgen Schlag auf Schlag, so dass der eine oder andere Leser sich möglicherweise buchstäblich erschlagen fühlen könnte, aber hätte man das Werk durch Einschiebungen anekdotischer Art aufgelockert, wäre man leicht auf die doppelte Seitenzahl gekommen, und der äußerst günstige Preise wäre wohl kaum zu halten gewesen. Ich kann jedem nur raten, sich dieses wertvolle Buch zuzulegen!

(Erstveröffentlichung auf Atlantisforschung.de)

Bestellmöglichkeiten:
Bei Amazon.de
Beim Verlag

Geheimnisvolles Tiahuanaco

  • von Roland M. Horn

Tiahuanaco ist eine Ruinenstätte nahe dem Titicacasee. Sie liegt in Bolivien. Zwischen den Jahren 300 und 800 war sie Kultzentrum der präkolumbischen Tiahuanacokultur. Erhalten ist das Sonnentor (Abb. 1) mit dem Hochrelief einer Schöpfergottheit. Das Sonnentor stellt nach der Meinung etlicher Forscher und Autoren einen Kalender dar.

Abb. 1 Das Sonnentor von Tiahuanaco

Bezüglich des Alters der Stadt ist man sich nicht einig. Einige Forscher kommen auf 15 000 v. Chr., andere auf 10 500 v. Chr. Viele sind der Meinung, dass Tiahuanaco einige Jahrtausende jünger sei.

Der Autor Paul Schulz stellt sich die Frage: „Wodurch wurde Tiahuanaco so vollständig zerstört?“. Und er findet Antworten in den Arbeiten des Archäologen Arthur Posnansky (1873-1946).

Schulz ist der Meinung, dass Tiahuanaco vor etwa 11-12 000 Jahren eine blühende Hafenstadt gewesen sei, die im Zuge der Bildung neuer Gebirgszüge um 3000 Meter angehoben wurde und dadurch einen Teil des Andenplateaus bildete. Als Beleg wird angeführt, dass auf den umliegenden Bergen verkalkte Salzwasser-Meerespflanzen gefunden wurden, die auf eine ehemalige Wassernähe schließen lassen. Die Architektur ist erstaunlich und verweist auf ein hohes astronomisches Wissen dieser offensichtlich untergegangen Kultur. Prähistorische Tiere, die auf Artefakten abgebildet sind, weisen auf Tiahuanaco als eine der ältesten Kulturen der Erde hin.

Schulz glaubt, dass diese Stadt noch vor 10 500 Jahren auf Meereshöhe lag, wie es deutliche Spuren von früheren Brandungslinien vermuten lassen. Dies bestätigt Mucks Theorie von der Hebung an den Kontinentalrändern zum Ausgleich der Massen während des Versinkens von Atlantis. Der Titicacasee, der heute 3800 Meter über dem Meeresspiegel liegt, hat eine Strandlinie, die etwas schief zur heutigen Strandlinie gelegen ist. Diese Schräge weist nach Nordosten, also genau auf den von Muck proklamierten Katastrophenherd hin.

Abb. 2 Sonnentor-Details mit Zeptergott

Nun gibt es aber einen scheinbaren Widerspruch: Der Titicacasee, der damals ein Titicacameer, ein Binnenmeer mit Zugang zum Pazifik gewesen sein müsste, ist allem Anschein nach Richtung Süden gekippt. Denn nach Süden ist damals ein Großteil seiner Gewässer abgeflossen. In diesen ehemaligen Küstengebieten findet man heute riesige Salzmengen.

Weiterlesen

1 2