Das Bermuda-Dreieck – Flight 19 und neue Erkenntnisse

* von Roland M. Horn

5. Dezember 1945: Fünf amerikanische Marine-Flugzeuge sind auf einem routinemäßigen Flug unterwegs. Ein dreieckiger Kurs ist vorgesehen: Vom Marinestützpunkt Fort Lauderdale in Florida 160 Meilen nach Osten, 40 Meilen nach Norden und dann in südwestlicher Richtung zurück zum Stützpunkt soll es gehen. Flight 19 heißt das Unternehmen. Am Nachmittag findet sich die Besatzung ein. Normalerweise handelt es sich bei ihr um fünf Offiziere und zehn Mann, von denen je zwei auf die Flugzeuge verteilt sind. Doch heute fehlt ein Mann. Wegen einer Vorahnung hat er um Ablösung gebeten. Er wird nicht ersetzt. Bei den Flugzeugen handelt es sich um Torpedobomber der amerikanischen Marine vom Typ TMB 3 Avenger. Jede der Maschinen hat genug Treibstoff für mehr als 1500 Kilometer an Bord. Es ist sehr warm: 29° C werden vom Thermometer angezeigt. Die Sonne scheint, und nur einzelne Wolken sind zu sehen, während ein leichter Nordwind weht. Von anderen Flugzeugen wird ideales Flugwetter gemeldet. Für die Dauer von zwei Stunden soll Flight 19 unterwegs sein, so lautete der Flugplan. Um 14:10 Uhr erfolgt nun endlich der Start. Kommandant ist Lieutenant Charles Taylor, ein Mann mit mehr als 2500 Stunden Flugerfahrung. Er führt den Schwarm zu den Chicken Shoals nördlich der Insel Bimini. Dort will er Übungsangriffe an einen Schiffsrumpf als Ziel durchführen.

Etwa 15:15 Uhr: Die Übung ist beendet, und der Schwarm fliegt weiter, während der Funker am Kontrollturm auf eine Meldung der Formation hinsichtlich der geschätzten Ankunftszeit und der Landeinstruktionen wartet. Stattdessen geht eine seltsame Nachricht des Schwarmführers ein:

„Kommandant Taylor: Wir rufen den Turm…Eine Notsituation. Wir scheinen vom Kurs abgekommen zu sein. Wir können kein Land sehen… Wiederhole… Wir können kein Land sehen.

Turm: Wie ist ihre Position?

Taylor: Wir sind uns bezüglich der Position nicht sicher. Wir sind nicht einmal sicher, wo wir sind… Es sieht aus, als hätten wir uns verirrt.

Turm: Drehen Sie nach Westen ab.

Taylor: Wir wissen nicht, in welcher Richtung Westen ist. Alles ist falsch. …Seltsam…Wir können keine Richtung feststellen – sogar das Meer sieht nicht so aus, wie es sollte…“

Etwa 15:30 Uhr: Der leitende Fluglehrer fängt auf seinem Gerät einen Funkspruch auf und hört, wie jemand Powers, einen Flugschüler, ruft und nach dessen Kompassablesungen fragt. „Ich weiß nicht, wo wir sind!“ sagt Powers. Und: „Wir müssen uns nach der letzten Kurve verirrt haben.“ Der Fluglehrer versucht nun – mit Erfolg – mit dem Ausbilder von Flight 19 Kontakt zu bekommen. Und der sagt: „Meine Kompasse sind beide ausgefallen. Ich versuche, Fort Lauderdale zu finden…Ich bin sicher, dass wir über den Keys1Die Florida Keys sind eine Inselkette mit einer Länge von über 290 Kilometern, die sich von der Südspitze Floridas bis nach Key West (die Bezirkshauptstadt von Monroe County, Florida) erstreckt. Die Inseln liegen zwischen dem Golf von Mexiko und dem Atlantik. sind, weiß aber nicht, wie weit südlich…“ „Fliegen Sie nach Norden, bis Sie Fort Lauderdale sehen können“ rät der leitende Fluglehrer. Schließlich hat der Pilot die Sonne auf der Backbordseite. Später hört er jedoch, wie der Pilot vermeldet: „Wir sind gerade über eine kleine Insel geflogen…Sonst kein Land in Sicht.“ Land müsste aber in Sicht sein, wenn er über den Keys ist.

Atmosphärische Störungen treten auf. Es wird immer schwieriger, Meldungen von Flight 19 zu bekommen. Allem Anschein nach kann der Schwarm die Funksprüche vom Turm nicht mehr hören, jedoch kann man vom Tower aus noch die Gespräche der Piloten untereinander verfolgen. Man hört, wie sich die Piloten über den drohenden Treibstoffmangel unterhalten, der Treibstoff reiche nur noch für 114 Kilometer. Man hört etwas von einem Wind, der mit einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern wehe, und man vernimmt etwas Merkwürdiges hinsichtlich aller Kompasse in den Flugzeugen, sowohl der Kreisel- als der magnetischen Kompasse. „Die Kompasse spielen verrückt,“ heißt es und: „Jeder Kompass zeigt eine andere Richtung an.“

Im Tower wird man nervös. Obwohl der zweite Weltkrieg schon lange beendet ist, denkt man an feindliche Angriffe. Suchflugzeuge werden ausgeschickt, darunter vom Marineflughafen Banana-River ein zweimotoriges Martin-Mariner-Flugboot mit 13 Mann Besatzung.

16 Uhr: Der Turm hört, wie Lieutenant Taylor einem anderen Piloten – Captain Stivers – das Kommando übergibt. Stivers’ Meldung war jedoch nur schwer verständlich:

„Wir wissen nicht genau, wo wir sind… Möglicherweise befinden wir uns 225 Meilen nordöstlich vom Stützpunkt…Wir müssen über Florida hinausgeflogen sein und uns jetzt im Golf von Mexiko befinden…“

Man nimmt an, dass sich der Kommandant zu einer 180°-Wendung entschlossen hat, um über Florida zurückzufliegen. Während dieses Manövers wird die Funkverbindung zusehends schlechter. Hat der Schwarm eine falsche Wendung vollzogen? Fliegt er von der Küste Floridas weg nach Osten ins offene Meer hinaus? Es gibt Berichte, nach denen Funksprüche wie „…Es sieht aus, als wären wir…“ oder „…Wir kommen in weißes Wasser2 Vermutlich ist „Weißes Wasser“ ein Übersetzungsfehler, und es sollte „Wildwasser“ heißen. [i. o.  „White Water“]…Wir haben uns völlig verirrt…“ aufgefangen worden seien.

Kurz nach dem Start der Martin Mariner meldet sich Lieutenant Come, einer der Offiziere dieses Suchflugzeuges. Come berichtet von einem starken Wind, der in einer Höhe von 1800 Metern aufgetreten sei. Danach hört man nicht mehr von ihm. Andere Suchmaschinen erfahren jetzt, dass nun nicht mehr fünf, sondern sechs Flugzeuge vermisst würden, denn auch die Martin Mariner mit seinen 13 Mann Besatzung ist verschwunden.

Kurz nach 19.00 Uhr: Der Opa-Locka-Marineflughafen bei Miami erhält einen schwachen Funkspruch, der aus den Buchstaben „…FT…FT…“ besteht – einem Teil der Kennbuchstaben des Schwarms, denn das Flugzeug des Ausbilders hat das Kennzeichen FT-28. Handelt es sich hier um eine Meldung, die von den Vermissten stammt? Träfe dies zu, dann müsste sie allerdings zwei Stunden nach dem Versiegen der Treibstoffvorräte abgegeben worden sein.

Jegliche Suche blieb erfolglos. Obwohl man 240 Flugzeuge, 67 zusätzliche Maschinen des Flugzeugträgers Salomons, vier Zerstörer, mehrere U-Boote, 18 Schiffe der Küstenwache, Such- und Rettungskutter, Hunderte von privaten Flugzeugen, Jachten, Booten und zusätzliche Maschinen einsetzte, wurde nichts gefunden. Eine genaue Überprüfung von 100 000 Quadratkilometern Land und Meer über dem Atlantik, der Karibik und dem Golf von Mexiko ergab – nichts. Keine Überlebenden, keine Wrackteile, keine Ölflecke. Eine wochenlange gründliche Suche verlief erfolglos.

Die Besatzung eines Frachtflugzeuges berichtete, sie hätte am Tag des Verschwindens einen roten Feuerschein über dem Festland gesehen. Man nahm zunächst an, er sei auf die Explosion der Martin Mariner zurückzuführen. Diese Meldung wurde später jedoch dementiert. Ein weiteres Schiff meldete sich, das an jenem Tag um 19.30 Uhr eine Explosion am Himmel wahrgenommen haben will. Sollten dies die Avengers gewesen sein, müssten sie jedoch Stunden nach dem Versiegen ihrer Treibstoffvorräte immer noch in der Luft gewesen sein. Und sie müssten zusammengestoßen und gemeinsam explodiert sein.

Notrufe wurden hingegen von keinem der Flugzeuge aufgefangen – weder von den Avengers noch von der Martin Mariner. Die Avengers waren so konstruiert, dass sie auf dem Wasser eine reguläre Landung durchführen und 90 Sekunden auf der Oberfläche bleiben konnten, und die Besatzung war darauf trainiert, das Flugzeug innerhalb von 60 Sekunden verlassen zu können. So hätte man in diesem Fall mit den an der Außenseite des Flugzeuges angebrachten Rettungsflößen fliehen können. Man sah zwar während der ersten Stunden der Suchaktion hohe Wellen, doch dazwischen gab es genügend breite Täler, auf denen die Flugzeuge hätten notwassern können.

Im offiziellen Untersuchungsbericht zum Vorfall heißt es:

„Aus den Funkmeldungen ist zu entnehmen, dass die Flugzeuge sich verirrt hatten und ihre Kompasse versagten.“ Captain W. C. Wingard sagte dazu: „Die Mitglieder der Untersuchungskommission konnten nicht einmal eine halbwegs annehmbare Vermutung über den Vorfall äußern.“ Ein anderes Kommissionsmitglied machte die Feststellung: „Sie verschwanden so spurlos, als seien sie zum Mars geflogen.“3Berlitz 1975, S. 23ff, einschließlich Zitate

Dieser Fall machte das „Bermuda-Dreieck“, das Meer der verlorenen Schiffe, weltberühmt. Der Autor und Linguist Charles Berlitz landete in den 70er Jahren mit Das Bermuda-Dreieck und Spurlos zwei internationale Bestseller, und die Begriffe „Spurlos“ und „Mars“ aus dem oben zitieren Statement wurden sehr oft wörtlich genommen. So ist der UFO-Forscher John Spencer, der zu unserem aktuellen Thema das Buch Limbo oft the Lost schrieb, der Meinung dass Bermuda-Dreieck gewissermaßen ein „Fenster zum Kosmos“ darstelle, denn seiner Meinung nach waren es die Besatzer außerirdische Raumschiffe, die die im Bermuda-Dreiecke verschwundenen Schiffe und Flugzeuge von der Erde entführten.4Berlitz 1975, S. 130f Berlitz führt als Beleg für diese Theorie die Aussage einer Mutter eines der vermissten Piloten an, die den Eindruck hatte, „ihr Junge sei irgendwo im Weltall noch am Leben.“5Berlitz 1975, S. 29

Bereits zehn Jahre, bevor Berlitz mit Das Bermuda-Dreieck hierzulande berühmt wurde, veröffentlichte der Reporter und Autor  Vincent Gaddis sein Buch Invisible Horizonts, in dem er sich mit dem Thema auseinandersetzte

Im Jahr 1974 erklärte der amerikanische Reporter Art Ford im Fernsehen, dass Taylor über Funk gesagt haben soll: „Kommt mir nicht nach…Sie sehen aus, als ob sie aus dem Weltraum kämen.“ Diese Informationen will er zum Unfallzeitpunkt von einem Funkamateur erhalten haben. Den ersten Teil der Wendung fand Ford später in einem Gesprächsprotokoll wieder: „Kommt mir nicht nach.“6Berlitz 1975, S. 31f Dr. J. Manson Valentine, Ehrenkurator des Museums of Science in Miami und Forschungsassistent des Bishop Museum in Honolulu, der sich mit dem Thema beschäftigt hatte, sagte: „Sie sind noch da, aber in einer anderen Dimension eines magnetischen Phänomens, das von einem UFO verursacht worden sein könnte.“7Berlitz 1975, S. 29

Der Anomalist, Namensgeber der Kryptozoologie und Autor Ivan Sanderson sprach von elektromagnetischen Wirbeln, die in zwölf Gebieten der Erde aufträten, von denen das Bermuda-Dreieck nur eines sei8Berlitz 1975, S. 29, und sein Kollege Jean Prachan sprach von einem unter auf dem Meeresgrund immer noch existierenden Atlantis, und das Verschwinden der Flugzeuge und Schiffe im Bermuda-Dreieck sei auf die um ihre Erzvorkommen besorgten Atlanter zurückzuführen!

Aber verschwanden die Schiffe und Flugzeuge wirklich so spurlos, wie Berlitz behauptete? Bald wurde Kritik laut, und die Nachforschungen anderer Forscher erweckten Zweifel an der Seriosität Berlitz’. Besonders der Fall der Avengers geriet ins Kreuzfeuer der Kritik.

So beschäftigte sich der amerikanische Sportflieger und Bibliothekar Lawrence David Kusche eingehend mit dem Thema „Bermuda-Dreieck“, und seine besondere Aufmerksamkeit galt Flight 19. Kusche veröffentlichte seine Ergebnisse in seinem Buch Die Rätsel des Bermuda-Dreiecks sind gelöst.

Kusche fand heraus, dass Berlitz’ Angaben z. T. nicht stimmten. So seien die Piloten eben keine erfahrenen Flieger gewesen, Erfahrung hatte nur der Schwarmführer, Charles Taylor. Dieser habe sich durch den Ausfall seiner Kompasse verfranzt. Die Kommunikation zum Tower sei durch einen kubanischen Radiosender gestört worden. Taylor lehnte es jedoch ab, sein Funkgerät auf eine störungsfreie Notfrequenz umzuschalten, denn er befürchtete, dadurch die Verbindung zum Schwarm zu verlieren. Das Wetter war nur anfangs gut. Später verschlechterte es sich, und die (unerfahrenen) Piloten mussten bei dichtem Nebel eine Notwasserung wagen.

Den Satz „Kommt mir nicht nach“ hat Taylor Kusche zufolge zu einem Flugschüler gesagt, der ihn mit einer Maschine abfangen und zum Stützpunkt zurückbringen wollte.

Das Suchflugboot soll zu einem Typ gehören, bei dem häufig wegen undichter Leitungen Benzindämpfe in den Innenraum eindrangen. Vermutlich ist es diesem explosiven Schaden zum Opfer gefallen. Tatsächlich habe die Explosion, die am Unglückstag von einem Tanker am Himmel beobachtet wurde, genau an jener Stelle stattgefunden, an der sich das Flugboot zu jener Zeit hätte befinden sollen.9Höfling 1993, S. 331ff

Charles Berlitz widerspricht dieser Darstellung. Als Zeugen führt er den Kapitän und die Besatzung der Gaines Mills an, die die Explosion gesehen habe. Berlitz verweist darauf, dass weder von der Gaines Mills noch von einem anderen an der Suche beteiligten Schiff oder Flugzeug Wrackteile gefunden wurden, und dass „zwischen dem Moment, in dem das Rettungsboot losgeschickt wurde und der Explosion ein merkwürdiger zeitlicher Abstand bestand“, und so hält er es für gut möglich, dass „dieser Feuerschein am Nachthimmel, der so vielen anderen anschließend in demselben Gebiet beobachteten, plötzlich auftauchenden und rasch erlöschenden Lichtern glich, die Flugbahn eines ganz anderen Flugkörpers kennzeichnete und gar nichts mit der Martin Mariner zu tun hatte.“10Berlitz 1977, S. 229

In Die Welt des Unerklärlichen wird allerdings darauf hingewiesen, dass der Kapitän des Frachters nicht nur eine Explosion am Himmel gesehen habe, sondern vielmehr habe dieser ein Flugzeug Feuer fangen sehen, das dann ins Meer stürzte.11Berlitz 1975, S. 50ff

Laut Die Welt des Unerklärlichen wurde die erste Nachricht nicht vom Tower, sondern von Leutnant Robert Cox aufgefangen, der wie auf der Internet-Plattform von Peter Kurz (Greenpete) am  02.04.2014 in seinem Artikel Ghost Patrol: The Strange Disappearance of Flight 1912https://peterkurtz.com/2014/04/02/ghost-patrol-the-strange-disappearance-of-flight-19/ schreibt, eine zweite Staffel leitete, die Flight 19 auf einer ähnlichen Trainingsmission folgte.

Cox habe ein Gespräch zwischen den Maschinen und dem Tower abgehört. Er hörte, wie jemand Edward Powers nach der Kompassanzeige fragte. Taylor soll geäußert haben, dass beide Kompasse defekt seien. Nach diesem Autor soll Taylor auch keine Uhr gehabt haben, was zu verstärkter Konfusion beitrug. Der Aussage „Folgt mir nicht nach!“ sollen die Worte: „Ich weiß jetzt, wo ich bin. Ich bin auf 700 Meter Höhe“ vorangegangen sein.

Taylor glaubte über den Keys zu sein, in Wirklichkeit habe er sich jedoch samt seinem Schwarm über Great Sale Cay in den Bahamas befunden und Taylor, der diese Strecke noch nie geflogen war, habe sich von der Ähnlichkeit zwischen Great Sale Cay und den Keys in Florida täuschen lassen. Tatsächlich soll Taylor später auch gesagt haben: „Alle dicht zusammenbleiben – wenn wir kein Land sichten, müssen wir wassern – wenn der erste unter 45 Liter fällt, gehen wir alle zusammen unter.“ Später – um 19:04 – wurden noch die verzweifelten Worte eines Piloten aufgefangen, der ohne Erfolg versucht hatte, mit Taylor Kontakt aufzunehmen. In Wirklichkeit sanken die Avengers zweieinhalb Stunden später, als sie spurlos verschwunden sein sollen. Es gab einige widersprüchliche Daten zu diesem Fall, wobei nie geklärt werden konnte, woher die falschen Angaben kamen.

Die Verwirrung komplett macht Charles Berlitz’ Behauptung, dass viele seiner Informationen aus den Notizen stammten, die der Fregattenkapitän R. H. Wirshing, seinerzeit diensthabender Leutnant in Fort Lauderdale, unmittelbar gemacht hatte. Wirshing sagte jedoch in einer Dokumentarsendung der BBC, dass er keine Aufzeichnungen gemacht und seinen Dienst erst nach dem Abbruch des Funkkontaktes zu Flight 19 angetreten habe.13Die Welt des Unerklärlichen 1997, S. 227

Immer wieder gab es Meldungen, nach denen die Flugzeuge gefunden worden seien, doch stellten sich diese Berichte immer als falsch heraus.

Der Wissenschaftler und Tauchlehrer Michael Preisinger, der direkt vor Ort Forschungen durchführte, glaubt nicht, dass die Kritiker Recht haben. Er wiederholt z. T. Berlitz’ Argumente, weist aber darauf hin, dass alle Instrumente vor dem Flug ordnungsgemäß überprüft worden seien. Preisinger verweist auch mit Recht darauf, dass Berlitz von seinen Kritikern falsch zitiert wird: Dieser hat nämlich nie behauptet, dass alle Piloten des Schwarms erfahrene Flieger waren. Preisinger kann sich auch nicht vorstellen, dass sich die Maschinen tatsächlich über den Bahamas befunden hätten. Für diesen ortskundigen Autor ist es schlichtweg unmöglich, die 160 Kilometer lange Inselkette vor Florida mit den sehr kleinen und neun Kilometer langen isoliert liegenden Keys der Bahamas zu verwechseln. Preisinger kommt es weiterhin merkwürdig vor, dass Taylor keine Uhr besessen haben soll, und er behauptet, die kubanischen Störfelder habe es erst 16 Jahre später gegeben. Der Autor verweist weiterhin darauf, dass die Behauptung, die Avengers seien 2½ Stunden früher verschwunden, von Berlitz mit einem „wahrscheinlich“ versehen wurde.14Preisinger 1997, S. 24ff Trotz Preisingers z. T. berechtigten Einwänden scheint es aber tatsächlich so zu sein, dass die Avengers und der Martin Mariner einem Unfall zum Opfer fielen. Die Frage, ob Taylor nun eine Uhr bei sich führte oder nicht und ob der Empfang durch einen kubanischen Störsender oder etwas anderes beeinträchtigt wurde, ist als zweitrangig anzusehen.

Die Frage, die aber offenbleibt, ist jene nach den defekten Kompassen, obwohl alle Instrumente vor dem Start überprüft wurden. Auf diese Frage gingen auch die Kritiker nicht ein.

Wir setzten hier noch einmal auf die Wetterfrage ein, das sich laut Kusche ja während des Einsatzes der Avengers verschlechtert haben soll. Der Autor Mike Bara schreibt in seinem Buch „The Triangle“:

„Der Tag war außergewöhnlich gut zum Fliegen. Die Temperatur war perfekte 65 Grad [Fahrenheit, in Celsius etwa 18], die Sonne schien und es gab nur ein paar verstreute und einen mäßigen Nordostwind. Piloten, die früher an diesem Tag geflogen sind, vermeldeten ideales Flugwetter. Die Flugzeit für diese spezielle Mission wurde auf  zwei Stunden geschätzt.“15Bara 2019, S. 33f

In einer von Baras Quellen16https://www.aviatorsdatabase.com/wp-content/uploads/2013/07/Lost-Patrol.pdf.Der auf dieser Seite zu finde Artikel namens „Lost Patrol” wurde erstmals im Juni 1973 in den Naval Aviation News veröffentlicht. Vgl. https://www.scinexx.de/dossierartikel/wer-erzaehlt-die-geschichte-und-wie/ spricht der Historiker Michael McDonnell hinsichtlich des Wetter von einem „sonnigen Tag über dem Marinestützpunkt Fort Lauderdale“, und genauer:

„Fünf Avengers sind an einem strahlend sonnigen Tag um 14.00 Uhr in der Luft. Die Mission ist eine routinemäßige zweistündige Patrouille von Fort Lauderdale, Florida, aus, die sich 150 Meilen östlich und 40 Meilen nördlich befindet und dann zur Basis zurückkehrt. Alle fünf Piloten sind sehr erfahrene Piloten und alle Flugzeuge wurden vor dem Start sorgfältig überprüft. Das Wetter auf der Strecke wird als hervorragen beschrieben, ein typischer sonniger Florida-Tag.“

Aber genau diese Quelle besagt später, dass das Wetter sich verschlechtert habe! Anfangs wird nur die „gängige Version“ geschildert! Weiter unten in diesem Artikel steht:

„In der Zwischenzeit meldete Palm Beach schlechtes Wetter und in Fort Lauderdale warteten sie darauf, dass es sich zuzog. Um 1724 forderte FT-28 das Wetter in Fort Lauderdale: klar in Lauderdale; über den Bahamas bewölkt, ziemlich niedrige Decke und schlechte Sicht.

Um 17.36 Uhr wurde beschlossen, dass das fertige Flugzeug in Fort Lauderdale nicht ausgehen würde. Nach Angaben des Einsatzleiters veranlasste die Aussicht auf schlechtes Wetter und die ermutigende Information, dass die FT-28 ‚nach Westen fliegen wird, bis sie den Strand erreicht‘, seine Entscheidung. Aus diesem Grund wurde der Vorschlag des Senior Instructor abgelehnt.“

(Es handelte sich dabei um den Vorschlag, dass ein Flugzeug in der Staffel mit einem guten Kompass die Führung übernehmen sollte.)

Auch die zunächst von ihm erzählte Geschichte mit den erfahrenen Fliegern stellte er später richtig, wenn er schreibt:

„Zunächst war die Lost Patrol überhaupt keine Patrouille. Es handelte sich um einen Überwassernavigationstrainingssatz, der sich aus einem Ausbilder, vier in VTB-Ausbildung befindlichen Marinefliegern und neun eingetragenen Flugzeugbesatzungsmitgliedern zusammensetzte, die mit Ausnahme von einem alle eine  weitergehende Flugpersonalausbildung in VTB-Flugzeugen. absolvierten. Der Ausbilder war ein Kampfveteran mit 2509,3 Flugstunden, die meisten davon vom Typ, während seine Schüler jeweils ungefähr 300 Stunden hatten, ungefähr 60 in der TBM / TBF. Mit Ausnahme des Ausbilders kaum ein ‚sehr erfahrener‘ Haufen.“

Weiter wurde dem Artikel zufolge ein Funkspruch aufgefangen, der folgendermaßen lautete:

„Alle Flugzeuge sind dicht beieinander. Wir müssen wassern, es sei denn, wir sichten Land. Wenn das erste Flugzeug unter 10 Gallonen sinkt, gehen wir alle zusammen unter.“

Donell beruft sich bei seinem Bericht auf den offiziellen Untersuchungsausschussbericht über das Verschwinden von Flug 19 und PBM-5, Buno 59225.

Sicher stützte sich Kusche auf diesen Artikel.

Bara weist daraufhin, dass die Flugschüler erst kurz vor Flight 19 im besagten Gebiet Flüge durchgeführt hätten. Und dass nicht nur Taylor keine Uhr gehabt hätte, sondern sich in keinem der Flugzeuge Uhren befunden hätten, wie auch aus dem Artikel oben hervorgeht. Auch Bara bezieht sich dann weiter auf den Artikel und beschreibt im Wesentlichen das gleiche wie Donell. Allerdings erwähnt er, dass Lieutenant Come von der Mariner zwar tatsächlich von starken Winden oberhalb von etwas über 1800 Metern sprach, dass dieser jedoch nicht erwartet hätte, dass diese für die Suchaktion eine ernsthafte Herausforderung sei. Dies wiederspräche den allgemein zitierten Berichten, denen zufolge das Wetter vor der Küste  früher an jenem Tag schlecht gewesen sei und Wildwasserbedingungen17Wildwasser steht für ein Gewässer mit schnellen Strömungen, starken Gegenströmungen, Wirbeln, Stromschnellen und zum Teil Wasserfällen. verursacht habe. Die Mariner sei nicht mit diesen Winden in Berührung gekommen seien, bis sie über 16 Kilometer Höhe gelangt sein könne, und so könnten sie nicht für das Abhandenkommen der Flugzeuge verantwortlich sein.

Bara zitiert den Bericht der erwähnten Gain Milles mit den Worten:

„‚54. Um 00.50 Uhr GMT Flammenexplosion beobachtet, anscheinend Explosion, die Flammen in einer Höhe von 100 Fuß [ca. 30 Meter, Anm. RMH] ansteigend ließ und zehn Minuten brannte. Position 28 Grad, 59 Minuten nördlich, 80 Grad 25 Minuten westlich. Augenblicklich durchquerte sie um 01.19 Uhr GMT eine große Öllache, hielt an, umkreiste sie Bereich mittels Suchscheinwerfern, suchte nach Überlebenden. Keine gefunden.‘

55. Die USS Solomons CVE-67, die um 06.12.7 Uhr entsendet wurde, meldete Folgendes: ‚Unser Luftsuchradar zeigte gestern Abend ein Flugzeug nach dem Start vom Banana River aus, das sich mit einem anderen Flugzeug vereinigte, dann eine Trennung weiter auf Kurs, um 0.45 Grad genau zum Zeitpunkt, als die SS Gaines Mills an der Stelle Flammen sah, an der das das obige Flugzeug vom Radarschirm verschwand und nie wieder auftauchte.

56. Dass konzentrierte Suchaktionen vom 6. bis 10. Dezember 1945 einschließlich von der Oberfläche aus und von Luftfahrzeugen im Bereich der gemeldeten Explosion keine Trümmer der vermissten PBM oder Beweise für ihre Besatzung offenbarten.“

Den Grund, warum Bara den angegebenen Grund als „fadenscheinig“ bezeichnet, ist die Tatsache, dass der Zeitablauf falsch ist. Die Mariner startete um 19:27, funkte drei Minuten später, und nichts von ihr sie mehr von ihr gehört worden. Für Flüge seien regelmäßige Abfertigungen in Kontroll-Türmen und Berichte über ihre Position sowie Höhe und Kurs vorgeschrieben, doch dies sei nie erfolgt. Die Explosion soll ungefähr um 21.30 Uhr, also anderthalb Stunden später, stattgefunden haben, was Bara zu Recht zu der Frage führt: „Was geschah in den zwischenzeitlichen 105 Minuten mit dem Flugzeug, das es völlig zum Schweigen brachte, und – ausgenommen vom Bericht der USS Solomons – anscheinend für das Radar unsichtbar machte?”

Weiter sieht Bara das Problem im visuellen Beobachtungsbericht. Die Höhe der Explosion, wobei er „Explosion“ in Anführungszeichen setzt, wird als in nur 100 Fuß (~ 30 Meter) angegeben. Dies sie zu niedrig für ein Flugzeug, das eine Suche durchführt. Weiter hält es Bara für zweifelhaft, dass das Radar der Salomons die Mariner in so niedriger Höhe erfassen konnte. Doch das ist nicht die letzte Merkwürdigkeit, die Bara erkennt, sondern er findet es seltsam, dass das Flugzeug über zehn Minuten lang gebrannt haben soll. Die Explosion eines Flugzeugs würde sehr viel schneller zu Ende sein, wahrscheinlich würde eshöchstens zwei oder drei Minuten lang brennen, und brennende Bruchstücke müsste gefunden wären, die die Gaines Mills recht einfach hätte bergen können. Dazu käme, dass Flugzeuge einfach so mitten in der Luft explodieren würden.  Bara kommt zu dem Schluss: Ein Einfluss von außen muss die Explosion verursacht haben. Weiter führt der Autor aus, dass von 1366 hergestellten PBM-Marinern nur fünf jemals verloren wurde und keine davon explodiert sei. In Powells Bericht lesen wir:

„Während der Prüfung des Verschwindens der PBM durch den Ausschuss wurden mehrere Zeugen nach Gasdämpfen und Rauchverboten befragt, die Berichten zufolge an Bord aller PBMs gut bekannt gemacht und strikt durchgesetzt wurden. Obwohl der Bericht des Ausschusses keine wörtliche Aufzeichnung ist und keine Anschuldigungen vorgebracht wurden, scheint es genügend Schlussfolgerungen zu geben, die den Verdacht erwecken, dass dem Board der Spitzname des PBM, ‚der fliegende Gastank‘, bekannt war.“

Etwas viel Konjunktiv für meinen Geschmack, und in Angebracht von Baras Äußerungen, auf die wir gerade Bezug genommen haben, hält er den Verdacht, dass irgendjemand an Bord vergessen haben soll, dass das Flugzeug als Fliegender Gastank bekannt war und – wie einige Debunker behaupten würden – eine Zigarette angezündet hatte mit Recht schlicht für „absurd“.  Bara zieht den berechtigten Schluss: Niemand weiß, was mit der Martin Mariner passiert ist.

Der untersuchende Navy-Ausschuss äußert den bereits angeklungenen Verdacht, dass Taylor sich weit nordöstlich des von ihm vermuteten Gebiets befand, als die Staffel verloren ging, sagt aber, dass der Bericht später abgeändert wurde, wobei er sich auf einen Internet-Artikel18https://www.nasflmuseum.com/flight-19.html bezieht, in dem es heißt:

„Captain Charles Taylor wurde anfangs ‘der geistigen Verirrung’ für schuldig befunden. Später gelang es seiner Mutter Katherine Taylor, ihn von ihren eigenen Ermittlungen zu befreien. Charles Taylor wurde 1947 vom Board for Correction of Naval Records wegen ‚Verantwortung für den Verlust von Menschenleben und Marineflugzeugen‘ entlastet.“

In diesem Artikel wird über Captain Powers, der ja auch zur Flight 19-Staffel gehört wird hier geschrieben: „Die Ursache für das Verschwinden des Kanoniers ist noch unbekannt.“

Einen direkten Hinweis darauf, dass der Fall als „cause unknown“ – wie Bara angibt – eingestuft wird, konnte ich jedoch weder in diesem Bericht noch in der „Resolution 500“19https://www.nasflmuseum.com/uploads/4/9/5/8/4958573/___resolution_500.pdf finden, auf den der Bericht fußt. Doch auch der indirekte Hinweis sollte zu denken geben. Im oben genannten Artikel heißt es auch über den an Flight 19 teilnehmenden Flieger George Devlin, dass er „verschwunden“ sei, ebenso über den Kanonier Sgt. Robert Gallivan.

Baras Hinweis auf die Änderung des Berichts findet sich in der englischsprachigen Wikipedia,20https://en.wikipedia.org/wiki/Flight_19, wo es übersetzt heißt:

“Dieser Bericht wurde später von der Marine ‘aus unbekannten Gründen’ geändert, nachdem Taylors Mutter behauptete, dass die Marine ihren Sohn zu Unrecht für den Verlust von fünf Flugzeugen und 14 Männern verantwortlich machte, als die Marine weder die Leichen noch die Flugzeuge als Beweismittel hatte.”

Dieser Artikel basiert aber auf oben genannten Artikel, in dem ich diese Sequenz nicht finden konnte. Einen Hinweise gibt es auf einer Website  von „Bermuda Attractions“21https://www.bermuda-attractions.com/bermuda2_000063.htm,wo es heißt „Im Abschlussbericht der US Navy wurde bei der Angabe der Ursache des Vorfalls „Unbekannte Gründe“ angegeben.“

Auf der Internetseite History.de22https://www.history.com/news/the-mysterious-disappearance-of-flight-19 findet sich der vielleicht beste Hinweis. Hier wird gesagt:

„Bei Tagesanbruch schickte die Marine mehr als 300 Boote und Flugzeuge aus, um nach Flug 19 und die vermisste Mariner zu suchen. Die Suchgruppe verbrachte fünf Tage damit, mehr als 300.000 Quadratmeilen Territorium zu durchkämmen, ohne Erfolg. ‚Sie sind einfach verschwunden‘, erinnerte sich Navy Lieutenant David White später. ‚Wir hatten Hunderte von Flugzeugen im Einsatz und suchten tagelang über Land und Wasser, und niemand hat jemals die Leichen oder irgendwelche Trümmer gefunden.‘ Eine Navy-Ermittlungsbehörde schüttelte ebenfalls den Kopf. Während  sie argumentierte, dass Taylor hätte die Bahamas nach einer Fehlfunktion seines Kompasses mit den Florida Keys verwechselt hätte, konnte sie aber keine eindeutige Erklärung dafür finden, warum Flug 19 so desorientiert geworden war. Seine Mitglieder führten den Verlust schließlich auf ‚unbekannte Ursachen oder Gründe‘ zurück.“

Bara konzentriert sich später auf die Frage, warum die Kompasse von Flight 19 verrücktspielten und die Funkübertragungen nicht richtig funktionierte und fragte sich welches „elektrische Phänomen“ dafür verantwortlich sein könnte. Er schreibt:

„Es ist fast so, als ob irgendeine Art von elektrischer Wolke Flight 19 einhüllte, die Funkübertragungen, die zu den Flugzeugen gelangten, verhinderte, während sie sie die Kompasse veranlasste, durchzudrehen.”23Bara 2019, S. 46

Das macht insofern Sinn, da die Funkverbindung der Flugzeuge untereinander ohne Einschränkungen normal möglich war, wie wir bereits gehört haben.

Wir haben weiter oben beschrieben, dass Captain Cox die Meldung  „Folgt mir nicht nach!“ aufgefangen hatte. Bara zitiert eine andere Version der Konversation, die in einer Ausgabe des SAGA-Magazins vom August 1972 (das Magazin wurde mittlerweile eingestellt), zu finden war, die übersetzt folgendermaßen lautete:

„Cox (an Tower): ‚Erfrage Erlaubnis meine [Rauschen] aus, um nach Powers Ausschau zu halten. Ich denke, ich weiß, wo sie sind.‘

Stivers (Überlappend): treten in Wildwasser ein… Wir sind vollkommen verloren…“

(Pause)

Stivers (in Panik geraten) ‚Es sieht aus, als ob sie aus dem Weltraum kämen [Rauschen]. Kommt mir nicht nach.

Tower (Flight Officer) zu Cox: Ganz sicher nicht.‘“24Bara 2019, S. 47

Bara fragt sich, ob die offizielle Version, dass der Grund dafür, dass nicht sofort Düsenjäger aufstiegen, das schlechte Wetter war, oder ob sie eine Reaktion auf die Aufforderung ‚Kommt mit nicht nach‘, war, die der SAGA-Version zufolge unmittelbar nach der Aussage: ‚Sie sehen aus, als ob sie aus dem Weltraum kämen‘ folgte.

Der Autor kommt weiter auf den schwachen Flugspruch zurück, der zwei Stunden (Bara konkretisiert hier auf „über eine Stunde“) nachdem der Treibstoff der Avenger hätte zu Ende gegangen sein müssen, empfangen wurde.

Bara regt zur Frage an, ob es nicht der gleiche „elektronische Nebel“ gewesen sein könnte, von dem andere Piloten, die im Bermuda-Dreieck  unterwegs waren, berichteten und der zu Zeitverzerrungen führte.

Bara spielt hier insbesondere auf das Erlebnis des Bruce Gernon an.

Am 4. Dezember 1970 bekam es besagter Bruce Gernon Jr., aus Boyton Beach, Florida, mit einem merkwürdigen Zeitphänomen zu tun. Gernon ist ein ausgebildeter Pilot, der oft in der Gegend zwischen den Bahamas und Florida flog. Als er dem Phänomen begegnete, war Gernon 29 Jahre alt. Gernon war an diesem denkwürdigen 4. Dezember mit seinem Vater als Co-Pilot mit einer Beachcraft Bonanza A 36 von Andros aus zu einem Flug über die Bahama-Bänke nach Bimini gestartet, als er auf der ihm zugewiesenen Flughöhe von 3500 Metern, zu der er gerade aufgestiegen war, eine ellipsenförmige Wolke entdeckte, die unbeweglich am Himmel hing. Dass sie zu niedrig hing, fiel Gernon zunächst nicht auf. In seinem Aufstieg flog er 300 Meter pro Minute über sie hinweg. Merkwürdigerweise stieg die Wolke genauso schnell auf wie er selbst. Manchmal hatte er einen kleinen Vorsprung, doch die Wolke holte ihn immer wieder ein. Gernon schätzte die Breite der Wolke auf 25 Kilometer. Als es Gernon gelang, aus der Wolke herauszukommen, war der Himmel klar. Zur Wolke zurückschauend erkannte Gernon jedoch, dass sie jetzt riesengroß war und die Form eines gigantischen Halbmondes hatte. Ein anderer Teil der Wolke befand sich in etwa 20.000 Meter vor Gernons Flugzeug. Ganz anders als dies sonst bei Kumulus-Wolken üblich ist, schien der Bauch der Wolke bis ins Meer hinabzuhängen. Kumuluswolken haben gewöhnlich Regenschleier oder freien Raum unter sich. Beim Versuch, um die Wolke herum zu fliegen, bemerkte der Pilot, dass er sich jetzt mitten in dem „Loch“ in der Mitte einer riesigen „Kringel“-Wolke befand. Eilig suchte er nach einem Durchschlupf, und tatsächlich fand Gernon auch eine Öffnung, raste auf sie zu – doch zu seiner Enttäuschung wurde sie immer kleiner, und zuletzt verengte sie sich zu einem zylindrischen Loch oder Tunnel in dieser seltsamen Wolke. Gernon erreichte schließlich das Loch mit einer kritischen Fluggeschwindigkeit von 345 Stundenkilometern, aber da hatte es einen Durchmesser von gerade noch 70 Metern – und es verengte sich zusehends weiter. Gernon beschrieb das Loch als einen 1,5 Meter langen und auf Miami zulaufenden Tunnel, an dessen anderem Ende er den klaren blauen Himmel zwischen dem Tunnel und Florida sehen konnte. Gernon hielt die Geschwindigkeit und raste durch den Tunnel. Die Wände schimmerten strahlend weiß und verengten sich weiter. Sie waren ganz klar und abgegrenzt, und kleine Wolkenflocken kreisten langsam im Uhrzeigersinn über die Tunnelwände. Während der letzten 20 Sekunden berührten die Spitzen der Flügel auf beiden Seiten die Tunnelwand, und Gernon erlebte in dieser Zeit einen merkwürdigen Zustand der Schwerelosigkeit. Als Gernon aus dem Tunnel herauskam, nahm er um sich einen herum trüben und grünlichen Dunst wahr. Von dem blauen Himmel, den er zuvor gesehen hatte, war nichts mehr zu erkennen. Nur noch dieser grünlichweiße Dunst! Gernon wollte nun seine Position ermitteln und stellt fest, dass alle elektronischen und magnetischen Navigationsinstrumente gestört waren. Eine Funkverbindung mit der Radarbodenkontrolle zu bekommen, war unmöglich. Nach seiner Flugzeit hätte er sich den Bimini-Keys nähern müssen. Plötzlich schoss etwas, was er zunächst für eine Insel gehalten hatte, unter Gernons Flugzeug. Die Geschwindigkeit des Objekts war unglaublich. Dann meldete sich die Radarkontrolle von Miami, die ihm mitteilte, dass ein Flugzeug mit genau westlichem Kurs Miami überflöge. Gernon antwortete, es müsse sich dabei um ein anderes Flugzeug handeln, denn er müsse sich über den Bimini-Keys befinden, wie die Flugzeit nahelegte. Plötzlich öffneten sich im Dunst, der das Flugzeug umgab, breite Schlitze, und Gernon war, als schaute man durch Jalousien. Die Schlitze wurden breiter und breiter, und auf einmal konnten er und sein Vater Miami Beach direkt unter sich sehen. Die Strecke Bimini-Miami konnte Gernon aber unmöglich in wenigen Minuten zurückgelegt haben.

Nach der Landung in Palm Beach, fiel Gernon auf, dass sein Flug lediglich 45 Minuten gedauert hatte. Normalerweise brauchte er 75 Minuten. Und dabei war er nicht einmal die direkte Flugstrecke von 300 Kilometern, sondern eine von 375 Kilometer geflogen! Gernon prüfte den Treibstoffverbrauch und stellte fest, dass nur 100 anstelle der gewöhnliche 150 Liter verbraucht wurden, was die fehlende halbe Stunde erklären würde, denn für 30 Kilometer Flugzeit würde er 37 Liter Treibstoff und ½ Stunde Flugzeit brauchen. In dieser Zeit könnte man ungefähr 150 Kilometer weit fliegen.

Gernon geht davon aus, dass die Wolkenformation sich, während er durch den Tunnel flog, möglicherweise mit einer Geschwindigkeit von 1500 Stundenkilometern fortbewegte. Dadurch hätte seine Maschine eine Gesamtgeschwindigkeit von 1790 Kilometern erreicht, und der geringe Treibstoffverbrauch wäre erklärt.25Horn 2002, S.117f, vgl. Berlitz 1975, S. 198

Bara regt zu dem Gedanken an, dass auch Flight 19 einige Stunden lang „irgendwo anders“ gewesen sei, allerdings ohne in die reale Welt zurückkommen zu können.

Die Avengers und die Martin Mariner waren bekanntlicherweise nicht die einzigen Flugzeuge, die im Bermuda-Dreieck verschwanden. Auf weitere Beispiele wollen wir aber an dieser Stelle verzichten.

Warum aber sind so viele Schiffe und Flugzeuge vom Kurs abgekommen? Warum konnten sie sich auf ihre Kompasse nicht verlassen? Waren die beiden Kompasse, die Taylor mit sich führte, wirklich defekt? Das wäre durchaus möglich, doch was ist dann mit den anderen Fällen von seltsamen Kompassabweichungen? Waren die Kompasse immer defekt? Das ist eine Frage, die noch offen ist und mit der wir uns noch zu befassen haben.

„Beide Kompasse funktionierten nachts über der Florida-Straße falsch. Die Nadel des Erdanzeigers flatterte hin und her. Das Zifferblatt des Flüssigkeitskompasses hörte erst auf zu rotieren, als The Spirit of St. Louis die Küste Floridas erreichte.“

Dieser Satz geht aus Charles A. Lindberghs Bordbook hervor.26Preisinger 1998, S. 157 Er wurde am 13. Februar 1928 ins Bordbuch eingetragen. Das Flugzeug befand sich über den Bahamas.

Wenig später verlor eine dreimotorige Fokker F.VIII im Posteinsatz auf dem Weg von Havanna nach Miami die Orientierung. Die Passagiere starben, die Post und die Maschine gingen verloren, die Piloten konnten jedoch gerettet werden. Sie gaben nach ihrer Rettung an, dass sie durch eine fünfzigprozentige Kompassablenkung vom Ziel abgekommen seien und wegen Treibstoffmangel notlanden mussten. Auch die Fokker war über den Bahamas unterwegs.

Im Februar 1968 flog der Linienpilot Jim Blocker von Nassau nach Palm Beach, Florida. Er ersuchte um Flugerlaubnis für 2400 Meter, der Tower empfahl jedoch 1800 Meter, da am gleichen Tag aus der größeren Höhe zwei andere Flugzeuge spurlos verschwunden seien. Als sich das Flugzeug 65 Kilometer nördlich von Nassau in einer Wolkenbank über der Tongue of Ocean befand, fiel wie aus heiterem Himmel sein Funkgerät aus, und sein Kompass begann zu kreiseln. Alle Navigationssysteme versagten. Als er aus der Wolke wieder herauskam, befand er sich 240 Kilometer nordöstlich von Nassau; ursprünglich war er jedoch in nordwestlicher Richtung geflogen.

Im November 1964 war Chuck Wakeley mit einer Maschine der Sunline Aviation in Nassau im Dunkeln unterwegs nach Miami. Gegen 21 Uhr überflog er das Nordende von Andros. Plötzlich begannen die Flügelenden des Flugzeugs seltsam zu leuchten. Der Kompass begann zu kreiseln, die Kraftstoffanzeige sprang voll auf, und der Autopilot zog die Maschine in eine starke Kurve. Wakeley musste auf „manuell“ umstellen. Alle elektronischen Instrumente spielten verrückt. Nach etwa fünf Minuten war der Spuk vorbei, und Wakeley konnte die Maschine, ohne dass weitere Probleme auftraten, ans Ziel bringen.27Preisinger 1998, S. 157

Das ist nur eine Auswahl aus den Berichten von Piloten, die Erfahrungen mit seltsamen Kompassabweichungen im Bermuda-Dreieck machten.

Im Jahr 1978 organisierte der der am Atlantis-Problem interessierte griechische Industrielle Ari Marschall eine Expedition ins Bermuda-Dreieck. Er wollte wissen, was es mit den Berichten über angebliche Pyramiden auf dem dortigen Meeresgrund auf sich habe. Sein Team arbeitete mit einem Fernsehsystem im Kurzschlussverfahren, und tatsächlich konnten sie in fast zweihundertdreißig Metern Tiefe eine pyramidenförmige Formation vor der Cay Sal Bank auf Videoband aufzeichnen. Was für uns an dieser Stelle wichtig ist, ist die Tatsache, dass bei der Annäherung an das Gebiet die Kompasse verrücktspielten. An der Spitze der Pyramide, die etwa fünfundvierzig Meter unter der Wasseroberfläche zu liegen schien, entdeckten die Kameraleute eine Öffnung, in der Lichtblitze oder glänzend weiße Gegenstände von der turbulenten Strömung hineingeschwemmt wurden. „Waren es Gase oder eine Art von Energiekristallen?“ fragt sich Charles Berlitz. Weiter unten wurde beobachtet, wie die seltsamen Dinge aus einer tiefer liegenden Stelle wieder herauskamen. Das Wasser war in den Bereichen in der Nähe der Pyramide nicht schwarz, sondern grün – auch in der Nacht.28Preisinger 1998, S. 157

Auch Taucher wissen von Kompass-Abweichungen im Bermuda-Dreieck zu berichten.

Henry F. Wayman und sein Freund George Kalivi besuchten während ihres Urlaubs im Jahr 1969 Bimini. Sie wollten einige Tauchübungen machen und suchten dazu mehrere Tauchplätze im flachen Wasser aus, die sie von Land aus erreichen können. Einer der beiden ging ins Meer. Von einem Startpunkt aus, den sich der andere, der am Ufer stand, merkte, tauchte er einen Dreieckskurs über 40 Meter Seitenlänge in drei Metern Tiefe. Der andere verglich die Abtauch- mit der Auftauchstelle. Beide Stellen sollten bei guter Navigation identisch sein. Während am ersten Tag alles einwandfrei funktionierte, klappte am zweiten Tag (an einem anderen Tauchplatz) plötzlich nichts mehr. Henry Wayman tauchte grundsätzlich mehrere Meter rechts neben der angegebenen Stelle auf. Offensichtlich gab es eine Unregelmäßigkeit. Man führte die Abweichung zunächst auf eine Strömung zurück, doch die gab es nicht. An einer anderen Stelle funktionierte alles jedoch wieder einwandfrei. Offensichtlich muss an der zweiten Tauchstelle auf merkwürdige Weise der Kompass beeinflusst worden sein.29Preisinger 1998, S. 165f

Der Diplom-Sportlehrer Michael Preisinger führte ebenfalls einige Tauchexperimente im Bermuda-Dreieck durch, und auch er stellte Ablenkungsfelder fest.30Preisinger 1998, S. 207ff Auf der Basis von Erkenntnissen aus der Neuen Physik, Dimensions-Theorien, der Wurmloch- und der Zeitreise-These stellt er unter Bezugnahme auf das Weiße Wasser, das im Bahama-Gebiet oft beobachtet wird, sowie den grünlichen Nebel und andere im Bermuda-Dreieck auftretenden Phänomene eine Indizienkette auf, die letztlich zur These führt, Flugzeuge und Schiffe verschwänden in anderen Dimensionen.31Preisinger 1998, S. 223ff

Mike Bara glaubt, des Pudels Kern gefunden zu haben. Dieser ‚Kern‘ basiert auf die eine Idee von Richard Hoagland, die dieser in seinem zusammen mit Bara geschriebenem Buch Dark Mission beschrieb.

Bara verweist zunächst auf das Buch Hoaglands Buch The Monuments of Mars (Deutsch: Die Mars-Connection), indem er (Bara) bereits in den frühen 1990er Jahren auf den Begriff ‚Hyperdimensionale Physik‘ stieß. Dieser Name resultiert auf der einfachen Idee, dass alles was wir im Universum sehen und erleben, als Energie tatsächlich von irgendwo anders her stammt, und zwar von außerhalb des für uns wahrnehmbaren dreidimensionalen Bereichs.

Der Begriff “Hyperraum” ginge schließlich auf den deutschen Mathematiker  George Riemann zurück, der in einer bahnbrechenden Präsentation an der Universität Göttingen die erste mathematische Beschreibung der Möglichkeit “höherer, unsichtbarer Dimensionen” unter dem täuschend einfachen Titel “Über die Hypothesen, die der Geometrie zugrunde liegen”, vor. Riemann habe die erste mathematische Abhandlung geschrieben, die tatsächlich die Geometrie der räumlichen – der vierten – Dimension beschreibe. Von diesem Moment an wurden höhere Dimensionen kollektiv unter dem Begriff “Hyperraum”. zusammengefasst Bara zitiert Hoagland und sich selbst aus ihrem gemeinsamen Buch Dark Mission, wo es heißt:

„Der Eckpfeiler des hyperdimensionalen Modells ist die Vorstellung, dass ‚höhere‘ räumliche Dimensionen nicht nur existieren, sondern auch das Fundament sind, auf der unsere gesamte 3D-Realität existiert. Darüber hinaus wird  alles in unserer beobachtbaren 3D-Welt in der Tat durch mathematisch modellierte ‚Informationsübertragung‘ aus diesen höheren Dimensionen angetrieben. Diese ‚Informationsübertragung‘ könnte einfach das Ergebnis von Änderungen in der Geometrie eines angeschlossenen Systems, z. B. eine Änderung der Umlaufparameter eines Planeten, wie Jupiter oder die Erde sein. Da wir in unserer Wahrnehmung auf die 3D-Universum, in dem wir leben beschränkt sind, können wir diese höheren Dimensionen nicht ‚sehen‘. Wir können jedoch Veränderungen in diesen höheren Dimensionen (und messen),  die sich gleichzeitig auf unsere Realität auswirken.

Per Definition wird diese Veränderung der höherdimensionalen Geometrie in unserem 3D-Universum als ‚Energieabgabe‘ wahrgenommen‘…“ (Hoagland/Bara 2007, S. 25f)

Die von Hoagland gefundenen und als “geometrisches Beziehungsmodell” bezeichneten Übereinstimmungen. (Quelle: Bara 2019, S. 123, mit freundlicher Genehmigung des Autors)

Wenn also, wie Bara sagt, Planeten und Fixsterne sowie ganze Galaxien ihre Positionen zueinander ändern, erzeugen diese Aktivitäten „ein Erzittern der Macht“32i. O.: „a tremor in the Force“; Bara spielt mit diesem Begriff offensichtlich auf das Star Wars-Zine dieses Namens an. in höheren für uns nicht wahrnehmbaren Dimensionen, und da diese Resonanzwellen nicht durch unsere beschränkten dreidimensionalen Gesetze (Baras setzt „Gesetze“ hier in Anführungszeichen) wie die angenommene feststehende Lichtgeschwindigkeit beschränkt seien, könnten sie – was sie Bara zufolge nachweislich auch tun – eine unverzügliche Auswirkung auf unser Universum in großen Entfernungen haben. Diese einfache Vorstellung einer unverzüglichen Fernwirkung untergrabe all unsere gegenwärtigen Modelle der Realität, die auf die völlig inadäquaten physikalische Gesetze (diesen Begriff setzt Bara ebenfalls in Anführungszeichen) , denen die Physiker sich folgen zu müssen genötigt sehen.

1988 wurde Hoagland von Erol Torun, einem Kartographen und Satellitenbild-Interpreter für die Defense Mapping Agency, angesprochen, der als sehr qualifiziert galt. Er sollte die Künstlichkeitshypothese hinsichtlich des „Marsgesichts“ und anderer fraglichen Spuren im Cydonia-Gebiet des Mars untersuchen.

Hoagland und Torun argumentierten dahingehend, dass bestimmte mathematische Übereinstimmungen, dessen, was anscheinend alte Ruinen auf dem Mars waren, nahelege, dass es eine unbekannte bzw. bislang unentdeckte Kraft gab, die in unserem Universum tätig sei. Bara schreibt über sie:

„Diese Kraft  hinterließ überall im Sonnensystem deutliche Signaturen in Form von energetischen Auftriebsphänomenen, die fast alle großen Planeten sehr nahe an 19,5 Grad liegen. Neptuns Großer schwarzer Fleck, der Große Rote Fleck auf Jupiter, die ausbrechenden Vulkane  auf dem Jupitermond Io, Olympus Mons auf Mars (der der größte Schildvulkan im Sonnensystem ist), und der auf der Erde gelegene Vulkan Mauna Kea auf Hawaii, liegen alle auf oder nahe bei 19,5 Grad Länge. “ (Bara 2019, S. 119)

Zwei durch einen Kreis umschriebenen Tetraeder. (Aus: Bara 2019, S. 119, mit freundlicher Erlaubnis des Autors)

Dieser einfache numerische Schlüssel führte, wie Bara sagt, Hoagland und Torun zum früheren Werk des John Clerk Maxwell und außerdem zu einer Gruppe von Topologen. Die Topologie ist ein Teilbereich der Mathematik, die sich mit den Eigenschaften mathematischer Strukturen beschäftigt, die unter stetigen Verformung erhalten bleibt. Hoagland und Bara stellten fest, dass die angesprochenen Topologen eine große Menge an topologischer Forschung geleistet hätten, als sie die mathematischen Möglichkeit einer rotiernden Hypersphäre darstellten. Das ist Bara zufolge ein Kreis, der in mehr als nur drei Dimensionen existiere. Die verborgene Mathematik beschreibe diese „Hypersphäre“, und die multiplen Dimensionen (26) seien derart komplex, dass sie nahezu unverständlich seien – außer für die die gebildetsten  Mathematik-Liebhaber. Die Mathematik sage aber auch, dass die Signaturen der höherdimensionalen Zustände diese Sphäre33 Unter einer Sphäre versteht man in der Mathematik die Oberfläche einer Kugel und die Verallgemeinerung davon auf beliebig hohe Dimensionen. Von erheblicher Bedeutung für viele Untersuchungen ist hierbei die Einheitssphäre, also die Oberfläche der Einheitskugel im n-dimensionalen euklidischen Raum. Allgemeiner wird, insbesondere in Topologie und Differentialgeometrie, auch jeder zur Kugeloberfläche homöomorphe topologische Raum als Sphäre bezeichnet, siehe Topologische Sphäre. (https://de.wikipedia.org/wiki/Sph%C3%A4re_(Mathematik) Die Sphäre ist ein wichtiges Objekt in den mathematischen Teilgebieten Topologie und Differentialgeometrie. Aus Sicht dieser mathematischen Gebiete ist die Sphäre eine Mannigfaltigkeit. Sie ist deshalb so wichtig, weil sie das einfachste Beispiel einer kompakten Mannigfaltigkeit ist. (https://de.wikipedia.org/wiki/Topologische_Sph%C3%A4re) auch hier im dreidimensionalen Raum beobachtbar sei. Diese Mathematik würde fordern, dass Rotation, das Versetzen in Aufruhr, Drehbewegungen, genauso so wie die beobachtete Rotationsdynamik des Großen Roten Flecks auf Jupiter ist, einen Marker im dreidimensionalen Raum in der Lokalisation von 19,5 Grad Länge  zurücklassen würden. Bara betont dabei, dass alles im Weltraum Existierende immer rotiert.

Der Aufriss eines Tetraeders. (Quelle: Von Benutzer:Wfstb – Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23785507)

Wenn man  eine Sphäre wie einen Planeten  nähme, der ja rotiert, schreibt Bara, würde dieser Rotationsvorgang Energie aus dem höheren Zustand Energie aus diesem höheren Zustand des Planeten (dem Hyperraum) ziehen und diese Energie würde vorzugsweise von innerhalb des Planeten „aufsteigen“, gemäß eines in eine Kugel gehüllten Tetraeders und bei oder um 19,5 Grad erscheinen, und genau das ist es, was Hoagland und Torun überall im Sonnensystem beobachteten.  Bei einem tieferen Blick in die Materie stellten die beiden fest, dass es weit wäre ist als das: „Es ist nicht weniger als der Basisaufbau aller festen Materie im physikalischen dreidimensionalen Universum, in dem wir leben.“ Tatsächlich würden, Programmierer von Computerspielen in aller Welt Tetraeder verwenden, um 3D-Objekte in allen Spielen zu erzeugen, weil sie herausgefunden hätten, dass dies der einfachste Weg sei, feste Objekte in 3D zu konstruieren, schreibt Bara. Es sei auch eine bestimmte Art von Balance in der symbolischen Natur der Geometrie eines von einer Kugel umgebenen Tetraeders, da der Tetraeder die einfachste von allen geometrischen Formen – den sogenannten platonischen Körpern – sei , und die Sphäre sei die komplexeste.

Unser gegenwärtiges Verständnis von der Beschränkung der Lichtgeschwindigkeit, die auf den Maxwell-Gleichungen des Elektromagnetismus fußen, bestätigt, dass nur bestimmte Arten von Energie wie z. B. elektromagnetische Strahlung selbst lange Entfernungen durch den luftleeren Weltraum durchführen könnten, sagt Bara.

Tetraeder im Tetraeder. (. Quelle: Von Birgit Lachner, drawn with geocNext – de:Bild:Dualitaet des Tetraeders.png, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16962)

James Clerk Maxwell sei einer der Meister der frühen Physik, gewesen, die die Idee hatten, dass bestimmte Probleme in der Elektromagnetik durch das Auferlegen eines höheren Raums in die Gleichungen gelöst werden könnten. Die aus diesen höheren Dimensionen kommenden Energien würden sich dann in unserem unteren dreidimensionalen Universum durch tetraedrischen Geometrien gewissermaßen wiederspiegeln. Es war diese entscheidende Einsicht, die die Erbauer von Cydonia letztendlich versuchen zu vermitteln, meinten Hoagland und Torun. Die Wikipedia sagt über die Maxwell-Gleichungen:

„Die Maxwell-Gleichungen von James Clerk Maxwell (1831–1879) beschreiben die Phänomene des Elektromagnetismus. Sie sind damit ein wichtiger Teil des modernen physikalischen Weltbildes.”

Die Gleichungen beschreiben, wie elektrische und magnetische Felder untereinander sowie mit elektrischen Ladungen und elektrischem Strom unter gegebenen Randbedingungen zusammenhängen. Zusammen mit der Lorentzkraft erklären sie alle Phänomene der klassischen Elektrodynamik. Sie bilden daher auch die theoretische Grundlage der Optik und der Elektrotechnik. Die Gleichungen sind nach dem schottischen Physiker James Clerk Maxwell benannt, der sie von 1861 bis 1864 erarbeitet hat. Er kombinierte dabei das Durchflutungsgesetz und das Gaußsche Gesetz mit dem Induktionsgesetz und führte zusätzlich, um die Kontinuitätsgleichung nicht zu verletzen, den ebenfalls nach ihm benannten Verschiebungsstrom ein.

Die Maxwell-Gleichungen sind ein spezielles System von linearen partiellen Differentialgleichungen erster Ordnung. Sie lassen sich auch in integraler Form, in differentialgeometrischer Form und in kovarianter34Kovarianz ist ein Maß für den linearen Zusammenhang zweier Variablen. Sie ist eng verwandt mit der Korrelation. Ein positives Vorzeichen gibt an, dass sich beide Variablen in dieselbe Richtung bewegen (daher, steigt der Wert einer Variablen an, steigt auch der Wert der anderen). Ein negatives Vorzeichen sagt das Gegenteil über den Zusammenhang aus (daher, wenn der Wert einer Variablen steigt, fällt der Wert der anderen). Ein Wert von Null oder nahe Null deutet darauf hin, dass kein Zusammenhang besteht. (https://matheguru.com/stochastik/kovarianz.html) Form darstellen.“35https://de.wikipedia.org/wiki/Maxwell-Gleichungen

Als Maxwell starb, wurde Hoagland und Bara zufolge diese höherdimensionale oder „skalare“ Komponente vom Mathematiker und Physiker Oliver Heaviside aus seinen Gleichungen entfernt, und die resultierenden „klassischen Maxwell-Gleichungen“ wurden zur Grundlage für unsere modernen Modelle der elektromagnetischen Kraft. Wenn aber Maxwells ursprüngliche Arbeit richtig war – obwohl sie verworfen worden war –, würde das bedeuten, dass seine ursprünglichen Konzepte möglicherweise die verschiedenen Planetenphänomene erklären könnten, die Hoagland und Torun beobachtet hatten.

Um auf unser „heutiges Verständnis“ zurückzukommen, ist zu sagen, dass es in der In dieser klassischen “Einsteinschen” Sicht der Physik es keinen “Äther” gibt – wie er zu Maxwells Zeiten genannt wurde –, um die Transversalwellen36Eine Transversalwelle – auch Quer-, Schub- oder Scherwelle – ist eine physikalische Welle, bei der die Schwingung senkrecht zu ihrer Ausbreitungsrichtung erfolgt. Das Gegenteil ist eine Längs- oder Longitudinalwelle, bei der die Schwingung in Richtung der Ausbreitungsrichtung stattfindet. Beispiele für eine Transversalwelle sind eine Saitenschwingung oder Licht im Vakuum, während Schall in einem idealen Fluid (näherungsweise in Luft) eine Longitudinalwelle ist. (https://de.wikipedia.org/wiki/Transversalwelle)der elektromagnetischen Strahlung durch das Vakuum zu tragen. Im hyperdimensionalen Modell ist der Äther zurück gekommen, und zwar als eigentliches Transformationsmedium zwischen den höheren räumlichen Realitäten und unserer Dimension – durch das sogenannte “Torsionsfeld‘ (das Wort “Torsion” wird von derselben Wurzel wie “Drehmoment” abgeleitet) und bedeutet „drehen“).

Ein Torsionsfeld ist also ein „Drehfeld“.

Diese Torsions-Äther-Feld ist demnach in keinster Weise der “elektromagnetische Äther” des 19. Jahrhunderts, sondern ein drehempfindlicher, geometrischer Ätherzustand, bei dem über sich drehende /rotierende physikalischer Systeme auf unsere Dimension hyperdimensionale Informationen/Energie in unserer Dimension nachweisbar sind.

Laut Maxwell war Fernwirkung durch den “Äther” möglich, den er als höhere räumliche Dimensionen definierte – oder das, was wir jetzt “Hyperraum” nennen, stellen Hoagland und Torun fest. Mit anderen Worten: „Der Vater der modernen terrestrischen elektromagnetischen Physik war zu denselben Ergebnissen gekommen wie Hoaglands theoretisierter ‚Mars-Architekt‘ in Cydonia.“

Bara schreibt: „Dies mag zunächst als dürftige Verbindung erscheinen, aber wenn Sie bestimmte Zeilen aus seinem Gedicht vorlesen, das dem Komitee des Cayley Portrait Fund im Jahr 1887 vorgelegt wurde, wird klar, dass er wusste:

‚Ihr kubischen Oberflächen! Zeichne mit drei und neun um sein Lager deine siebenundzwanzig Linien – das Siegel Salomons in drei Dimensionen ..‘“

Ein dreidimensionales Siegel des Salomon (aus Bara 2019, S. 147, mit freundlicher Genehmigung des Autors)

Diese klare Beschreibung des “Siegels Salomos in drei Dimensionen” ist Hoagland und Bara zufolge ein offenkundiger Hinweis für die geometrischen und mathematischen Grundlagen der berüchtigten „umschriebenen tetraedrischen Geometrie“, an die ganz Cydonia erinnere.

„Wenn Sie die Grundfigur eines Tetraeders – das gleichseitige Dreieck – nehmen und der Figur genau gegenüber der ersten ein zweites gleichseitiges Dreieck hinzufügen und diese Figur dann mit einem Kreis umschreiben, erhalten Sie den bekannten ‚Davidstern‘, das ‚Siegel des Salomons‘, das Maxwell beschreibt. Und in dieser Figur berühren die Spitzen des doppelten Dreiecks den Kreis an den Polen und bei 19,5 ° Nord und Süd und verbinden direkt die identische, hyperdimensionale Quaterniongeometrie37Die Quaternionen (Singular: die Quaternion, von lat. quaternio, -ionis f. „Vierheit“) sind ein Zahlbereich, der den Zahlbereich der reellen Zahlen erweitert – ähnlich den komplexen Zahlen und über diese hinaus. Beschrieben (und systematisch fortentwickelt) wurden sie ab 1843 von Sir William Rowan Hamilton;[…] sie werden deshalb auch hamiltonsche Quaternionen oder Hamilton-Zahlen genannt. Olinde Rodrigues entdeckte sie bereits 1840 unabhängig von Hamilton.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Quaternion), deren physikalische Effekte wir jetzt im gesamten Sonnensystem wiederentdeckt haben. Und wenn Sie dieses ‚Siegel Salomos‘ in drei Dimensionen zeichnen, erhalten Sie natürlich einen Doppelstern-Tetraeder, der von einer Kugel umschrieben wird.”38Bara 2019, S. 146

Hoagland und Bara führen noch weit mehr Beweise für diese Physik an, und Bara weist letztlich daraufhin, dass später entdeckt wurde, dass eine kohärente Verbindung zwischen der 19,5 Grad-Angabe und den „Freimaurerischen 33 Graden“ gäbe, die immer wieder in deren Symbolen und Literatur auftauche, was nahelege, dass sie die mystisch-mathematische überdimensionale Verbindung zwischen ihnen verstünden.

Nach dieser Feststellung kommt Bara schließlich wieder auf das Bermuda-Dreieck zu sprechen. Er schreibt, dass ihm irgendwann klar wurde bzw. er herausfand, dass die Grenzen von Bermuda und Puerto Rico, die nördlichen und die südlichen  Grenzen des Dreiecks 33 Grad und 19,5 Grad sind. Somit liegt Bara zufolge das Bermuda-Dreieck genau innerhalb eines “Hyperdimensionalen Wirbels”, eingerahmt von diesen beiden geheimnisvollen und kritischen Längengraden, auf denen die Wände zwischen den Dimensionen am dünnsten sind.  Bara gibt sich überzeugt davon, dass die vielen seltsame unerklärliche Dinge deshalb dort geschehen und dass sie weiterhin geschehen würden, bis wir der wirklichen dort operierenden Physik bewusst würden um Schritte einzuleiten, diejenigen zu warnen, die dieses Region überqueren, zu warnen.

Das Bermuda-Dreieck mit markierter nördlicher und südlicher Grenze

Diese (Hyperdimensionale) Physik sei es, die es erleichtern könne, zwischen Dimensionen hin und her zu gleiten oder Wurmlöcher zu manipulieren, die Außerirdische anziehen würden.

 

Literatur:

Bara, Mike: The Triangle. Kempton 2019

Berlitz, Charles: Das Bermuda-Dreieck. Wien/Hamburg 1975

Berlitz, Charles: Spurlos. Wien/Hamburg 1977

Die Welt des Unerklärlichen. Rastatt 1977

Hoagland, Richard C. und Bara: Dark Mission. Los Angeles 2007

Hoagland, Richard C. und Bara: Dark Mission. Los Angeles 2007

Höfling, Hoffmann: UFOs, Urwelt, Ungeheuer. Bergisch-Gladbach 1990

Horn, Roland M.: Geheimagenten aus der Zukunft. Leipzig 2002

Das Kapitel ist eine Zusammenfassung des Kapitels Das Bermuda-Dreieck – Fenster zum Kosmos, größte Finte des 19. Jahrhunderts oder Tor zu einer neuen Physik? aus dem Buch

Menschheitsrätsel reloaded:

Von Atlantis bis zum Sirius und vom Klimawandel bis zum Polsprung

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