Vergesst Auschwitz! Denkt an Israel – bevor es zu spät ist

“Der moderne Antisemit benutzt die ‘Auschwitz-Keule’, um sie den Juden/Israelis um zu Ohren zu hauen: ‘Ihr seit auch nicht besser, also hört endlich damit auf, uns Vorwürfe zu machen!’ Eine verständliche und nachvollziehbare Strategie, um das eigene Gewissen zu beruhigen. Schon deswegen wäre es sinnvoll, Auschwitz dem Erdboden gleichzumachen statt Unsummen auszugeben, um diesen Rummelplatz des Schreckens zu sanieren und zu konservieren. Allein die Bundesrepublik hat 60 Millionen zugesagt, derweil die letzten Überlebenden des Holocaust in Polen mit weniger auskommen müssen als ein von der UNWRA versorgter Palästinenser in Gaza. Eine Sprecherin des Außenamtes erklärte 2009 gegenüber der dpa: ‘Wir betrachten es weiterhin als eine Kernaufgabe Deutschlands, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten. Wir werden weiterhin zu der historischen Verantwortung Deutschlands stehen.’

Genau das ist das Problem. Die historische Verantwortung Deutschlands erschöpft sich daran, ‘die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten’, nicht etwa, die kommende Endlösung der Nahostfrage zu verhindern.”

(Broder; Henryk, M.: Vergesst Auschwitz, München 2012, S. 34)

“Fairerweise muss man hinzufügen, dass Israel zu dieser Einstellung maßgeblich beigetragen hat, indem es sich seit seiner Gründung als das Nachspiel zum Holocaust präsentiert. Es ist keine gute Idee, jeden Staatsgast, kaum dass er in Tel Aviv gelandet ist, nach Yad Vashem zu karren, ihn dort auf einen Kranz zur Erinnerung ‘an die sechs Millionen’  niederzulegen und das übliche ‘Nie wieder!’ ist Gästebuch schreiben zu lassen. Auch wenn es nur ein Ritual ist, das beide Seiten lustlos absolvieren: Irgendwann wird der Bußgang zur Zumutung. Allmächtiger! Nicht schon wieder! Wer sich ständig als Opfer präsentiert,muss damit rechnen, dass das Mitgefühl der Umwelt irgendwann in Aggression umschlägt.”

(ebd, S. 37)

“Vergesst Ausschnwitz! Denkt an Israel – bevor es zu spät ist!”

(ebd., S. 174)

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