Am 23. November 2022 veröffentlichte Malcolm Ohanwe folgende Anklage auf Twitter:

„Jeden Tag spüre ich aufs Neue, dass Deutschland, wie fast alle anderen Gesellschaften der Welt, zwar anti-schwarz und homophob ist, aber dieser abgrundtiefe so verbitterte, fiese, rationalisierte Hass gegen Araber*innen und Palästinenser*innen hat ganz andere Dimensionen.“

Menschen wie Malcolm Ohanwe können Kritik nicht von Hass unterscheiden. Rassismus ist die Verurteilung eines Menschen aufgrund seiner Hautfarbe und seiner Herkunft. Die Beurteilung eines Menschen aufgrund seiner Überzeugungen und Bekenntnisse jedoch nennt sich Kritik und Kritik ist kein Hass.

Malcolm Ohanwe nennt es Hass, wenn Menschen die Regierungen, religiösen Führer und gesellschaftlich gefeierten Helden vieler Araber und Palästinenser kritisieren. Er blendet dabei völlig aus, dass die Kritik berechtigt ist. Die Kritik entstammt nämlich der mehr als verständlichen Sorge vieler Menschen, die mit dem Hass vieler Araber und Palästinenser besonders auf Juden konfrontiert sind. Der Hass ist real und laut. Dennoch scheint Malcolm Ohanwe diesen Hass nicht zu hören. Woran kann das liegen?

Vielleicht findet sich die Antwort darauf in seinem Tweet selbst, denn er schreibt ja nicht von Arabern und Palästinenser, sondern von „Araber*innen und Palästinenser*innen“. Vielleicht liegt da der fehlende Schlüssel zum Verständnis. Vielleicht kann Malcolm Ohanwe den Hass nur erkennen, wenn er gendergerecht verfasst wird.

Tapfer im Nirgendwo kann aushelfen. Für alle Menschen, die nur noch gendergerechte Sprache verstehen können, präsentiert Tapfer im Nirgendwo den Hass vieler Palästinenser*innen und Araber*innen in gendergerechter Sprache.

In der Gründungscharta der Hamas heißt es im Artikel 7:

„Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslim*innen die Jüd*innen bekämpfen und sie töten.“

Am 9. Oktober 2015 hielt der cis-männliche Kleriker Muhammed Salah „Abu Rajab“ folgende Predigt in der Al-Abrar Moschee in Rafah im Süden des Gazastreifens:

„Unsere erste Phase soll lauten: Stecht die Jüd*innen ab! Sie haben keine Chance! Die zweite Phase soll lauten: Wir werden die Juden, Jüdinnen, transsexuellen und non-binären Menschen jüdischer Identität nicht mehr vertreiben! Wir werden sie allesamt abstechen und abschlachten!“

Der stellvertretende cis-männliche Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, erklärt:

„Jüd*innen sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gött*in das schmutzige Volk der Jüd*innen vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Menschen jüdischer Identität sei möglich, jeden, der sich mit jüdisch gelesenen Menschen zusammensetzt, jeden, der glaubt, Jüd*innen seien Menschen! Jüd*innen sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Bei der Fußballweltmeister*innenschaft für Menschen mit männlicher Selbstidentifikation 2010 sprach der libanesische Cis-Mann und Minister, Wiam Wahhab, am 4. Juli 2010 auf Al-Jadid/New TV:

„Ich unterstütze Deutschland in der Politik und Brasilien im Sport. Ich mag die Art wie Brasilien Fußball spielt, aber ich mag die Menschen mit deutscher Staatsbürger*innenschaft, weil sie die Jüd*innen hassen und sie verbrannt haben.“

Der Hamassprechende Fawzi Barhoum erklärte am 30. Juli 2014:

„Jeder und jede, der oder die ein Messer, eine Waffe oder ein Auto hat und damit nicht eine*n Siedler*in oder eine*n Jüd*in angreift und mehrere zehn Zionist*innen tötet, gehört nicht zu Palästina!“

Der sich männlich identifizierende ehemalige Amtsinhaber des Innenministeriums in dem von der Hamas verwaltenden Gazastreifens, Fathi Ahmad Hamad, erklärte im Juli 2019:

„Wir müssen alle Jüd*innen auf dem Antlitz der Erde angreifen, sie schlachten und töten mit der Hilfe Gottes/Göttins.“

Im Jahr 2013 erklärte der Führende der palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas:

„In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines/einer einzelnen Israelis/Israelin in unserem Land sehen, seien es nun Zivilist*innen oder Soldat*innen.“

Das sind alles original Zitate, die lediglich in eine gendergerechte Sprache übersetzt wurden.

Vielleicht können Menschen wie Malcolm Ohanwe jetzt ein klein wenig verstehen, warum die Kritik an Palästinenser*innen und Araber*innen ein klein wenig heftiger ausfällt.

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