Rahat ist eine Stadt 12 km nördlich von Beer Sheva. Sie ist die größte arabische Stadt innerhalb Israels und wird hauptsächlich von Beduinen bewohnt. Einige von ihnen fuhren am 7. Oktober 2023 los, um Besucherinnen und Besucher des Nova-Festivals vor den Massakern der Hamas zu retten – so zum Beispiel Yosef Alziadna (manchmal auch nur Yosef Ziadna genannt). Er hatte am Vortag einige junge Leute zum Festival gefahren und sollte sie von dort wieder abholen. Als er die ersten Berichte über eine Terroristeninfiltration hörte, fuhr er sofort los. Auf dem Festivalgelände nahm er 30 Personen in seinen 14-plätzigen Minibus auf und brachte sie über Felder und Schleichwege in Sicherheit. Ismail, Rafi, Chamad und Dahesch Alkrenawi, vier Brüder aus Rahat, retteten nicht nur ihre Verwandten, sondern insgesamt rund 40 Personen, die sie unterwegs antrafen und mitnehmen konnten. Es gab am schwarzen Shabbat auch Beduinen im Armeedienst, die ihr Leben aufs Spiel setzten, um Menschen zu retten.

Doch es gibt auch die andere Seite. Gestern verhaftete die israelische Armee in Rahat drei Terroristen aus Gaza, die am 7. Oktober 2023 über die Grenze gekommen waren. An ihrem Aufenthaltsort wurden Waffen und Munition gefunden, darunter für Kalaschnikows. Außerdem gab es da eine Drehbank für Metallbearbeitung, die wahrscheinlich zur Herstellung von Waffen benutzt wurde.

Diese Terroristen konnten nicht alleine und ohne Hilfe mehr als zwei Jahre lang innerhalb Israels Grenzen leben. Sie hatten Komplizen – in Rahat, einer israelisch-beduinischen Stadt. Das ist besorgniserregend, denn viele Beduinen leisten Armeedienst. Kann man ihnen wirklich vertrauen? Oder müssen wir damit rechnen, ein Messer in den Rücken gestoßen zu bekommen? Wie kann diese Gefahr gebannt werden?

Im November 2023 waren bereits zwei Terroristen aus Gaza in Rahat gefasst worden – einen Monat nach dem brutalen Überfall. Aber mehr als zwei Jahre danach?

Es ist beängstigend.

Nach wie vor befindet sich die letzte ermordete Geisel in Gaza. Vergiss sie nicht!

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Anima Chutzpanit in der Schweiz geboren, machte eine Ausbildung zur Primarschullehrerin, erhielt das Übersetzerdiplom DOZ, trat zum Judentum über, heiratete und machte Aliyah (Einwanderung nach Israel). Sie lebt mit ihrem Ehemann, zwei Kindern und vielen Katzen in Südisrael. Sie betreibt den Blog Kinder, Katzen und Kakteen.

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