(Quelle Beitragsbild oben: By The White House – https://www.flickr.com/photos/202101414@N05/55013875731/, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=180958082)
Mit ungewöhnlich klaren Worten hat US-Präsident Donald Trump auf die eskalierenden Proteste im Iran reagiert. Seine Botschaft richtet sich direkt an das Regime: Sollte weiter auf Demonstranten geschossen werden, seien die Vereinigten Staaten bereit zu handeln. In Teheran spricht man von Chaos und ausländischer Einmischung.
Angesichts der sich ausweitenden Proteste im Iran hat Donald Trump eine offene Drohung an die Führung in Teheran ausgesprochen. In einer Nachricht auf seiner Plattform Truth Social erklärte der US-Präsident, die Vereinigten Staaten würden eingreifen, falls das iranische Regime weiterhin mit tödlicher Gewalt gegen Demonstranten vorgehe. Die Worte sind unmissverständlich. Amerika sei bereit und handlungsfähig.
Es ist die erste öffentliche Stellungnahme Trumps zu den aktuellen Unruhen im Iran. Der Ton ist deutlich schärfer als bei früheren Protestwellen. Trump spricht nicht von Diplomatie oder Zurückhaltung, sondern von Konsequenzen. Wenn das Regime tue, was es seiner Ansicht nach „immer tut“, nämlich friedliche Demonstranten töten, werde Washington nicht tatenlos zusehen.
Nach aktuellen Berichten aus staatlichen und oppositionellen Quellen sollen bislang mindestens sieben Menschen getötet worden sein. Dutzende weitere gelten als verletzt oder festgenommen. Die Proteste haben sich innerhalb weniger Tage auf mehr als zwei Dutzend Städte ausgeweitet, darunter auch religiöse Hochburgen wie Qom. In mehreren Orten wurden Sicherheitskräfte beim Schusswaffeneinsatz gegen Demonstranten gefilmt.
Die Reaktion aus Teheran ließ nicht lange auf sich warten. Ali Laridschani, Berater des obersten Führers Ali Khamenei, warnte vor einer amerikanischen Intervention. Eine Einmischung der USA werde unweigerlich zu Chaos führen, erklärte er. Es ist eine bekannte Formel. Verantwortung für die Gewalt wird nicht übernommen, stattdessen wird sie nach außen verlagert.
Trumps Äußerungen stehen im Kontext einer insgesamt härteren Linie gegenüber Iran. Bei einem Treffen mit Benjamin Netanyahu in dieser Woche hatte der US-Präsident betont, dass er eine weitere Eskalation nicht ausschließe. Er ließ erkennen, dass Washington sehr genau beobachte, ob Teheran versuche, militärische Fähigkeiten wiederherzustellen oder verdeckt aufzurüsten. Die Warnung war deutlich. Sollte Iran diese Grenze überschreiten, würden die Folgen gravierend sein.
Bemerkenswert ist, dass Trump die Proteste ausdrücklich als inneriranisches Geschehen beschreibt. Anders als das Regime in Teheran, das Israel und die USA für die Unruhen verantwortlich macht, stellt Trump den Fokus auf das Verhalten der Sicherheitskräfte. Sein Maßstab ist nicht Geopolitik, sondern der Umgang mit der eigenen Bevölkerung.
Innerhalb Irans versucht das Regime weiter, die Kontrolle zu behalten. Staatsmedien sprechen von einem angeblich gescheiterten Chaosprojekt, gesteuert von ausländischen Mächten. Gleichzeitig werden Basidsch-Milizen und Sicherheitskräfte verstärkt eingesetzt. Berichte über Tote und Verletzte häufen sich dennoch. Die Diskrepanz zwischen offizieller Darstellung und der Realität auf den Straßen wächst.
International wird die Lage aufmerksam verfolgt. Ein möglicher Kontrollverlust in Teheran hätte weitreichende Folgen für die gesamte Region. Noch steht das Regime nicht vor dem Zusammenbruch. Doch die Kombination aus wirtschaftlicher Not, wachsender Gewalt und offenem Druck von außen erhöht die Risiken erheblich.
Trumps Botschaft ist deshalb mehr als ein rhetorischer Ausbruch. Sie ist ein politisches Signal an zwei Adressaten. An die iranische Führung, dass ihr Handlungsspielraum schrumpft. Und an die Demonstranten, dass ihre Lage international gesehen wird. Ob daraus tatsächliches Handeln folgt, bleibt offen. Doch die Schwelle der Sprache ist überschritten.
Der Iran steht am fünften Tag der Proteste an einem kritischen Punkt. Die nächsten Entscheidungen in Teheran und Washington könnten darüber bestimmen, ob die Gewalt weiter eskaliert oder eine neue Phase beginnt.

