Fachartikel: Vier Sichtungen – eine (unkonventionelle) Erklärung?

Hallo,

ich habe ja angekündigt, hier hin und wieder hier Fachartikel zu veröffentlichen, und den Anfang mache ich mit meinem Artikel o. g. Titels, der zuerst im Journal für UFO-Forschung (kurz JUFOF) veröffentlicht habe (Genau: JUFOF 240, 06-2018, S. 181-187). Ich habe nur notwendige Korrekturen und Aktualisierungen durchgeführt und den Artikel an das Layout dieses Blogs angepasst.

Ich hoffe, der Artikel sagt Euch zu und sage

Tschüss, Euer Roland

Vier Sichtungen – eine (unkonventionelle) Erklärung?

Von Roland M. Horn

Eine UFO-Sichtung, die in neuerer Zeit von sich reden machte, spielte sich 1997 über Phoenix, Arizona, ab, wo am 13. März seltsame Lichter gesehen wurden. Diese Sichtung wird auf der Seite https://www.ufocasebook.com/phoenixlights.html als einer der besten Fälle überhaupt bezeichnet. Es gibt Videos und Fotos von dem Ereignis. Diese Phoenix-Lichter wurden von Zeugen in mindestens fünf anderen Städten gesehen. In Phoenix wurden die Lichter allerdings zuerst gesichtet.

Beobachtet wurden sie um 19:30 Uhr über den Superstition-Mountains, östlich der Stadt. Da war die Rede von fünf Lichtpunkten, denen acht miteinander verbundene Punkte folgten. Im Einklang mit diesen acht Lichtern bewegte sich ein neuntes Licht. Die Formation wurde kurz vor 22:00 Uhr über dem Gila River erneut gesehen. Einige Minuten lang überflog die Formation Phoenix, und Tausende von Zeugen sahen sie. Zu dieser Zeit wurden auch die ersten Fotos und Videos aufgenommen. Die letzte Beobachtung in jener Nacht ereignete sich in Rainbow Valley. Die Zeugen dort berichten von einer deutlichen V-Formation. Dies war um ungefähr 2:00 Uhr nachts, also bereits am 14. März 1997.

Abbildung 1: Die Phoenix-Lichter. Screenshot aus: https://www.fox10phoenix.com/news/107047807-video

Es gibt unterschiedliche Beschreibungen. Einige Zeugen beschrieben eine sehr deutliche V-Formation, während andere von einer runden oder sichelförmigen Form sprachen. Die Objekte sollen sich langsam bewegt haben, und es wurde berichtet, dass seltsame Lichter von Henderson, Las Vegas in Nevada, sehr schnell Richtung Arizona geflogen seien und erst dort ihre Geschwindigkeit reduzierten.

Oft wird angenommen, dass die Sichtungen dieser Welle auf Leuchtsignale, die von Übungen auf der Goldwater Gunnery Range außerhalb von Gila Bend, die zur Yuma Marine Airbase gehört, zurückzuführen seien. Ein Video zeigt vier mehr oder weniger runde Objekte, die sich auf gleicher Höhe mit einem kleinen Schweif auf der rechten Seite nach links bewegen. Links von den vier Objekten ist ein weiteres Licht zu sehen, dass aber nicht (wie die anderen) beständig ist, sondern mal aufleuchtet und mal nicht. Weit rechts oberhalb von dem Objekt ist ebenfalls schwach ein unbeständiges Licht zu sehen.

Der Militärhistoriker Marius Kettmann teilte mir auf Anfrage Folgendes mit: „Das Verschwinden und Wiederauftauchen des linken Objekts so wie das spätere Auftauchen des Objekts rechts oben, sprechen für mich gegen Flares.“ (Mitteilung vom 03.10.2013) Und ein Pilot bestätigte die Aussagen Kettmanns in Bezug auf das Licht links außen. Es könne kein Ziel sein, denn wenn der Topf ausgebrannt sei, könne er nicht wieder angehen. (Mitteilung vom 04.11.2013) Weiter fragt er, wo man auf diesem Video die Flugzeuge bzw. Raketen sehen könne. Diese müssten zu sehen sein, wenn es Leuchtfackeln (Ziele) gewesen seien. Er hält es zwar für denkbar, dass man Flugzeuge aufgrund der schlechten Videoqualität nicht sehen könne, doch müsste man Raketen sehen, die sich dem Ziel nähern, und so wirft er die Frage in den Raum, warum auf dem Video kein einziger Treffer zu sehen ist. (Mitteilung vom 05.11.2013)

Die Reporterin der „Arizona Republik“, Anne Ryman, die in Deer Valley lebt, berichtet von vier Lichtern in einer quadratischen Form, die sich schließlich zu einer dreieckigen Form wandelte. Während die Lichter nach Osten zogen, verschwanden sie eins nach dem anderen. Insgesamt seien die Objekte ungefähr 13 Minuten um etwa 20:00 Uhr sichtbar gewesen. Ein Einwohner im Norden von Phoenix, der anonym bleiben will, sagte, er habe fünf oder sechs rote Lichter gesehen, die in einer schnurgeraden Linie aufgereiht und gleichmäßig voneinander entfernt waren. Die Lichter verlangsamten ihre Bewegung, als sie sich in Richtung Osten bewegten und verblassten im Laufe der Beobachtung. Das letzte der Lichter sei am längsten zu sehen gewesen. Flugzeuge von der Luke Airport Force Base und des Deer Valley Airports hätten in der Nacht keine Objekte in der Luft gehabt. Ein Sprecher der Federal Aviation Administration sagte aus, dass die Luftverkehrs-Kontrolleure die Lichter ebenfalls sahen, die Ursache dafür jedoch nicht kennen würden. (Horn, Roland: UFOs – The final Countdown, Wasungen, S. 125ff (nicht mehr erhältlich; erscheint im Frühjahr 2019 in erweiterter Form unter dem Namen Jacques Vallée & Die Blutspur von Roswell und der letzte Vorhang) nach https://www.ufocasebook.com/phoenixlights.html)

Der Autor Frank Schwede benennt als prominentesten Augenzeugen die US-Schauspielerlegende Kurt Russell, der staunend am Flughafen von Phoenix sechs Lichter in V-Form sah. Somit war Russell weit näher dran als die Einwohner von Phoenix, denn Russell saß gemeinsam mit seinem Sohn in seinem Privatflugzeug. Er meldete den Vorfall der örtlichen Flugsicherung, doch dort bekam er mitgeteilt, dass sie nichts Ungewöhnliches auf ihrem Radar hätten.

Fife Symington , der ehemalige Gouverneur von Arizona, sagte Schwede zufolge:

„Ich sah ein riesiges, deltaförmiges Schiff lautlos über Squaw Valley navigieren. Es war schlichtweg atemberaubend. Ich war wie betäubt vor Staunen, als dieses gespenstische Bild erschien. Eine dramatisch große Vorderflanke mit riesigen Scheinwerfern schwebte am Nachthimmel von Arizona. Als Pilot und ehemaliger Air Force-Offizier kann ich definitiv sagen, dass dieses Schiff keinem von Menschenhand geschaffenen Objekt ähnelte, das ich jemals gesehen hatte.“

Schwede schreibt weiter:

„Dass die Lichter in V-Form erschienen, könnte etwa ein Hinweis darauf sein, dass es sich möglicherweise um den Atmosphärenaufklärer TR 6 TELOS (Transatmospheric Electrogravitie Low Observability Surveillance) handeln könnte. Seit Jahren schon kursieren im Netz entsprechende Vermutungen. Bisher jedoch gab es Zweifel, ob das Fluggerät tatsächlich existiert, oder lediglich ein Phantasieprodukt aus der beschriebenen Lichterformation ist, was natürlich immer noch durchaus zutreffen könnte.

Wie aus zahlreichen unbestätigten Informationen hervorgeht, verwendet diese Plattform zwar eine elektronische Beschichtung, die das Fahrzeug nicht nur für das Radar, sondern auch für das Auge unsichtbar macht, doch kann es ja an jenem Abend zu einer Panne gekommen sein oder es bestand sogar Absicht dahinter, für öffentliche Verwirrung zu sorgen, so wie das auch Ende der 1980er Jahre mit der TR-3B in Belgien der Fall war.“

Nach den „vorliegenden Informationen“ soll es sich bei der TR-6 um einen Multikommunikator handeln, wie Schwede schreibt, eine Art Schnittstelle, die aufgefangene Funksprüche und erfasstes Bildmaterial über militärische Operationen in Krisengebiete, etwa Syrien und die Ukraine, in Echtzeit an alle Militärnetzwerke der US Streitkräfte weiterleite. (UFOs: Waren die Phoenix-Lichter ein Fahrzeug des Geheimen Weltraumprogramms? (Von „aikos2309“ auf der Seite: https://www.pravda-tv.com/2018/09/ufos-waren-die-phoenix-lichter-ein-fahrzeug-des-geheimen-weltraumprogramms-videos/ .)

Dies klingt reichlich spekulativ, doch gibt es sehr deutliche Hinweise darauf, dass NAZI-Technologie nach dem 2. Weltkrieg im Rahmen des Projekts Paperclip in die USA weitergeleitet wurde. Darunter war beispielsweise auch der die Horten Ho 229, die – besonders in der Nacht – bumerangförmig aussehen kann, und auch an eine „Sichel“ erinnert. Da stellt sich doch tatsächlich die Frage, ob die Einwohner von Phoenix auch ein weiterentwickeltes deutsches Flugobjekt gesehen haben könnten. Ganz nebenbei könnte so auch zumindest ein Teil der Sichtungen in Belgien in den Jahren 1989 und 1990 erklärt werden.

Ein weiter klassischer Fall weist auf Fotos eine ähnliche Form auf: Die Lubbock-Lights. Wir schrieben den 21.30 Uhr am 25. August 1951, als  Dr. W. I. Robinson, Professor der Geologie am technologischen College von Texas, im Hinterhof ihres Hauses in Lubbock, Texas, standen und mit zwei Kollegen plauderten. Diese anderen Männer waren Dr. A. G. Oberg, Professor für Chemieingenieurswesen und Professor W . L. Ducker, Leiter der Abteilung für Erdöltechnik.

Abbildung 2: Die Lubbock-Lichter: Screenshot aus: https://www.youtube.com/watch?v=RNrLbZlTxGM

Die Nacht war klar und dunkel, und plötzlich sahen alle drei Männer, wie eine große Anzahl von Lichtern geräuschlos von Horizont zu Horizont über den Himmel rasten. Sie erwecken den Eindruck von 30 Lichtperlen, die sichelförmig angeordnet waren, und ein paar Minuten später blitzte eine ähnliche Formation am Himmel auf.

Dieses Mal konnten die drei Wissenschaftler, bestimmen, dass die Lichter sich durch dreißig Bogensekunden bewegten. Am nächsten Tag zeigte eine Nachprüfung durch die Airforce, dass Sichtungszeitpunkt keine Flugzeuge in der Luft waren. Doch das war nur der Anfang: Professor Ducker beobachtete zwölf Flüge der leuchtenden Objekte zwischen August und November. Kollegen von ihm beobachteten zehn, und hunderte von Laienbeobachtern in einer großen Nähe um Lubbock herum sahen drei Flüge der mysteriösen Sicheln  in einer Nacht.

In der Nacht des 30. August versuchte der 18-jährige Carl Hart Jr., die Lichter zu fotografieren. Er setzte eine Kodak-35mm-Kamera ein und stellte die Blende auf f3,5 ein und die Belichtung auf 1/10 Sekunde, und tatsächlich gelang es ihm, fünf Belichtungen der Überflüge zu fotografieren. Diese Bilder zeigten 18 – 20 leuchtende Objekte, die intensiver leuchteten als der Planet Venus  und in einem oder einem Paar von Sicheln angeordnet waren. In einigen Fotografien war abseits der Hauptformation eine größere Leuchtkraft zu sehen.

Die Bilder wurden um 17.30 Uhr und 10.37 Uhr aufgenommen. Die drei o. g. Professoren untersuchten die Bilder, konnten jedoch keine Erklärung finden. Der Zeuge Roger Dots hörte ein leichtes Rascheln oder Rauschen, als die Objekte sie überflogen. Diese Sichtung machte Dots um 10.37  Uhr. Im späten September ging bei der Airforce ein Bericht über die Lubbock-Lichter ein.

Die Luftwaffe untersuchte die Bilder sehr detailliert, konnte jedoch die Echtheit der Fotos weder verifizieren noch falsifizieren. Der Airforce-Offizier Captain Edward J. Ruppelt, der der erste Leiter des Projekts Bluebook werden sollte, reiste nach Lubbock untersuchte den Fall. Er interview einen älteren Rancher in Brownfield, der behauptete, „den unverkennbaren Ruf des Regenpfeifers, einem Wasservogel mit einer Flügelspannweite von etwa 30 Zentimetern und einer öligen weißen Brust, gehört habe, die (in Scharen)„einfach die Lichter der Stadt reflektiert haben könnte“,.  Diese Erklärung wurde von deutschen Skeptikern liebend gerne aufgenommen,  jedoch „vergaßen“ sie zu erwähnen, dass Windhüter sagten, dass die Lubbock-Lichter nicht auf Regenpfeifer zurückzuführen sein können, weil diese Vögel, die die Größe einer Wachtel hatten, nie in Scharen flögen, die größer als drei Exemplare umfassten. Zeugen beschrieben die Objekte als in „V“ oder „U“-Form fliegend, sprachen von acht – neun und von 20 – 30 Objekten, und gaben an, dass sie sich grob in einem Halbkreis bewegten und weich bläulich-grün leuchteten.

Dr. J. C. Cross, Leiter des Tech’s Department für Biologie untersuchten die Fotos, und beteuerten, dass das Phänomen nicht durch Vögel verursacht worden sein könne. In der texanischen Stadt Matador wurden Berichte von „geräuschlosen Flugzeugen, die in niedriger Höhe flogen, ohne Hilfe eines Propeller oder Flügel“ flogen, ein. Es hätte völlig anders ausgesehen als jedes Flugzeug, das sie je gesehen hatten. (B J Booth in The Lubbock Lights, 1951 auf  https://www.ufocasebook.com/lubbocklights.html.)

Am 25. August um 9.58 Uhr, dem Datum der der initialen Sichtung durch die Professoren, sah Hugh Grand, ein Wächter an der Sandia Base mit einer hohen Sicherheitsfreigabe, ein fremdartiges Flugzeug aus dem Hof seiner transportierbaren Mobileinheit an der Ostseite von Albuquerque in  etwa 400 Kilometer Entfernung von Lubbock. Auchs seine Frau Emily sah das Phänomen: einen   Nurflügler mit einer halb mal so großen Flügelspanne einer B-36. Als es sie von Norden mit einer Geschwindigkeit etwa 500 bis 650 Stundenkilometern in einer Höhe von weniger als 300 Meter über sie hinwegfliegen sahen, machte es keinen Mucks. Dunkle Bänder verliefen von der Vorderseite  zum Flügelrücken und an seinen anhängenden Ecken konnten sechs bis acht Paare von fliegenden Lichtern gesehen werden. Auch hier wurde wieder festgestellt, dass zur Sichtungszeit kein Flugzeug in der Nähe war. Weiter sagte die Frau eines in Lubbock beheimateten Ex-Rancher zu Ruppelt, dass er ein „Flugzeug ohne Körper“ gesehen habe, das „flugs lautlos über ihn hinwegflog“.  Er sah blaue Lichter an der Rückseite des Flügels. Der Sichtungszeitpunkt lag bei zehn Minuten vor der initialen Sichtung durch die Professoren. (Clark, Jerome: The UFO-Book. Denver 1998, S. 353 + 348-349)

An dieser Stelle sei nochmal daran erinnert, dass die oben erwähnte Horten Ho 229 ein Nurflügler war! Von daher ist die Vermutung berechtigt, dass die Einwohner von Lubbock und Umgebung tatsächlich – wie bei den Phoenix-Lichtern – eine geheime Weiterentwicklung dieses Nurflüglers – gesehen haben könnten.

Die meisten Leser dieses JUFOF werden sich an den Fall GEP-Fall 20140208B (Bumerangförmiges Objekt über der A6) erinnern, demzufolge die Zeugin N. N. auf der genannten Autobahn in der Höhe Grünstadt einen „bumerangförmigen Flugkörper mit eckigen Enden“ sah, der viele helle Flutlichter hatte, die aber nicht blendeten. Die Zeugin befand sich mit ihrem Mann am 24.02.2014 aus dem Saarland kommend in Richtung Frankfurt, und das im Anflug befindliche Flugobjekt bewegte sich über das Fahrzeug des Ehepaares hinweg, verharrte aber mindestens vier Minuten über dem Auto.

Abbildung 3: Zeugenskizze zum Grünstadt-Fall

Die bisher beste Erklärungsmöglichkeit für diesen Fall legte Hans-Jürgen Köhler vor, der eine sehr große Ähnlichkeit des Objekte mit einer Militärmaschine einer USAF-C-17 Globemaster nachweisen konnte, wie sie Nacht im Anflug erscheint. (Köhler, Hansjürgen: UFO-Forschung – Wenn Unzureichende Recherchen zu PROBLEMATIC UFO führen auf https://www.hjkc.de/_blog/2014/09/12/3228-ufo-forschung—wenn-unzureichende-recherchen-zu-problematic-ufo-fuehren/ ) Aus dem oben beschriebenen geht aber hervor, dass der Flugkörper mehrere Minuten lang rückwärts geflogen sein müsste, worauf Christian Czech hinweist. Man kann nun gerade an dieser Stelle einen Beobachtungsfehler konstruieren, um den Fall mit dieser Erklärung abschließen zu können, man kann aber auch im Hinblick auf die vorher beschriebenen Fälle auch hier schließen, dass das von der Zeugin beobachtete Flugzeug eben keine C-17 Globemaster war, sondern an einen geheimen weiterentwickelten Nurflügler denken.

Mindestens ebenso bekannt dürfte dem Leser der „Kenneth-Arnold-Fall“ sein, der das moderne UFO-Zeitalter einleitete, als der 32jährige Geschäftsmann dieses Namens aus Boise, Idaho als Pilot am 24.06.1947 mit seiner einmotorigen Maschine in 2800 Metern Höhe über die Cascade Mountains im Staate Washington flog und eine Formation von neun unbekannten Flugzeugen (!) am Mount Adams sah, die eine unglaubliche Geschwindigkeit an den Tag legten: Arnold schätzte sie auf ungefähr 2650 Stundenkilometer.

In meinem Buch Angriff aus dem Superspektrum, bzw. dem nicht mehr erhältlichen Buch „John A. Keel und dem Stein der Weisen“, von dem „Angriff aus dem Superspektrum“ eine stark erweiterte Version ist, habe ich mich intensiv mit diesem Fall auseinandergesetzt, und im Nachfolgeband Jacques Vallée & Die Blutspur von Roswell und der letzte Vorhang  bzw. der nicht mehr erhältlichen Version unter dem Namen „UFOs – The Final Countdown“ habe ich bereits den Verdacht geäußert, dass es sich bei den von Arnold gesichteten Objekten um eine von der Amerikanern weiterentwickelte Horten IX bzw. Horten HO-229 und acht Flugscheiben gehandelt haben könnte, die da mit unglaublicher Geschwindigkeiten über den Himmel rasten. Die Horten IX sieht Arnolds Beschreibung verblüffend ähnlich.

Obwohl Arnold in seinem initialen Bericht die Objekte an zwei Stellen als „rund“ bezeichnete und sie annähernd (!) rund zeichnete, sagte er später in einem Interview mit Edward R. Morrow von den CBS News:

„Ich nahm zu der Zeit an, dass zu jener Zeit eine neue Formation eines neuen Typs von Düsenjäger waren, doch ich war verblüfft von der Tatsache, dass sie keine Hecks hatten.“ (Zit. n. Bara, Mike: Hidden Agenda. Kempton 2016, S. 54)

Weiter sagte er:

„Diese Objekte flatterten mehr oder weniger, als  ob sie wie, oh, ich sagte Boote auf sehr rauem Wasser oder irgendeiner Art sehr rauer Luft wären, und als ich beschrieb, wie sie flogen, sagte ich, dass sie flogen, wie wenn sie eine Untertasse nehmen und über das Wasser werfen würden. Die meisten der Zeitungen verstanden das falsch dies und zitierten dies auch falsch. Sie sagten, dass ich sagte, sie wären untertassenähnlich; ich sagte, sie flogen auf eine untertassenartigen Weise.“ (Zit. n. Bara 2016, S. 55)

Das ändert aber nichts daran, dass Arnold die „Flugzeuge“ als scheibenförmig beschrieb und als (beinahe) rund („halbmondförmig; aber etwas dicker als der Halbmond) zeichnete. Findige skeptische UFOlogen, darunter auch ich (ich muss es zugeben), entnahmen dem aber fälschlicherweise, dass er in Wirklichkeit neun sichelförmige Objekte sah und triumphierten darüber, dass der Begriff „Fliegende Untertassen“ auf einem Missverständnis beruhe.

An diesem Missverständnis ist Arnold aber nicht ganz unschuldig, denn er hatte nach der Sichtung die von ihm gesehenen fremdem Objekte tatsächlich als „untertassenähnlich“ und flach wie eine Kuchenform beschrieben. Vermutlich sah er sie von der Seite als Scheibe und von oben gesehen als fast rund. Dies wird auch durch seine Zeichnung bestätigt.

Abbildung 4: Eine Seite aus Arnolds Bereich an den Army-Airforce-Air-Geheimdienst vom 12.07,1947, auf dem je eine Skizze der Objekte von oben und der Seite gesehen zu sehen ist.

Quelle: Aus Baras Buch „Hidden Agenda“, S. 55 (mit freundlicher Genehmigung von Bara)

Später ließ Arnold von einem Künstler eines der Objekte, die er sah, zeichnen – und es ähnelte tatsächlich einer Sichel. Die Zeichnung ähnelte sehr einer Horton HO-229!

Abbildung 5: Abbildung 4: : Oben die künstlerische Darstellung des sichelartigen Objekts, das Arnold sah. Unten eine Aufnahme der Horton HO-229

Quelle: Aus Mike Baras Buch „Hidden Agenda“, S. 53 (mit freundlicher Genehmigung von Bara)

Laut Bara (und auch anderen Quellen, die diese Aussage bestätigen) enthüllte Arnold gegenüber zwei Geheimdienstoffizieren, dass eines der neun Objekte sich von den anderen unterschied und „größer und eher geformt war wie eine Sichel die aus einem Punkt der Rückseite kam“.  Dass Arnold tatsächlich eine Sichel gesehen hat, beweist eine Zeichnung, auf der er das Objekt genau so gezeichnet hat, wie es auf der künstlichen Darstellung zu sehen ist.

Abbildung 6: Sichel-Skizze.jpg: Arnolds Skizze des sichelförmigen Objekts.

Quelle: https://www.martinshough.com/aerialphenomena/Arnold%20analysis2.pdf,  S. 46 nach NICAP/CUFOS files; courtesy Mary Castner, CUFOS; Bildzitat / Rechteinhaber konnte nicht ermittelt werden

 

Für mich steht fest: Arnold hat eine weiterentwickelte Horton HO 229 gesehen, die von irgendeiner Art konventioneller oder nonkonventioneller Art von Flugzeugen begleitet wurde. (Horn, Roland M: Freimaurer im Weltraum. Unveröffentlichtes Manuskript; erscheint im Frühjahr 2019 im Ancient Mail-Verlag, Groß-Gerau)

Haben also die hier beschriebenen vier Sichtungen den gleichen Verursacher?

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