Gedanken über Leben und Tod

Mein neues Buch Reinkarnation – Das Rätsel der Wiedergeburt sagt es ganz deutlich: Mittlerweile gibt es schon derart viele Beweise für das „Leben nach dem Tod“ und speziell für die „Reinkarnation“, dass man gar nicht darum herum kommt, die Möglichkeit, wenn nicht sogar die Wahrscheinlichkeit, dass man immer wieder auf die Welt kommt, in Betracht ziehen muss.

Doch neulich kam im Rahmen einer Forendiskussion die Frage auf, ob ein Weiterleben nach dem Tod überhaupt erstrebenswert sei. Ja, ich gebe es zu: Ich selbst war es, der diese Frage aufbrachte. In meiner Zeit als fundamentalistischer Christ las ich, dass der bekannte Evangelist Billy Graham die Tätigkeit des gläubigen Christen nach dem Tod sich so vorstelle, dass die Aufgabe des Christen nach dem Tod sein könnte, auf „anderen Planeten zu missionieren“. Ja, hört das denn nie auf? Der Gläubige im fundamentalistisch/evangelistischen Sinne ist schon zu seiner Lebenszeit damit beschäftigt, andere Menschen „zu Jesus zu führen“. Und die Belohnung dafür soll sein, auf anderen Planeten damit weiter zu machen? Gut, wenn man Grahams Filme kenne – und ich habe sie alle gesehen – erkennt man, dass ihm diese Tätigkeit sehr viel Freude bereitet, insofern kann ich verstehen, dass er sich darauf freut. Aber was ist mit anderen und insbesondere mit mir, dem Papa? In alle Ewigkeit hin zu missionieren, erscheint mir ehrlich gesagt eher mühselig als freudebereitend.

Ein „Ältester“ meiner damaligen Gemeinde widersprach Billy Graham und sagte mit einem breiten Grinsen im Gesicht: „Der Mann hat keine Ahnung davon, was lobpreisen ist.“ Ja. Hm. Lobpreisen? Man solle in alle Ewigkeit Gott dafür danken, dass er seinen Sohn Jesus in die Welt geschickt hat, damit wir die Möglichkeit haben, ewiges Leben zu erhalten? Und dieses ewige Leben soll dann wieder dazu verwendet werden, ganztägig Gott für diese Entscheidung zu danken? Hm, klingt für mich heute nicht mehr schlüssig.  Die Option sich nicht bewusst für Jesus zu entscheiden, würde uns in die „Ewige Verdammnis“ führen – einen Ort, an den Gott nicht mehr hinsieht. Möglicherweise ist dies sogar der interessantere Ort, denn von interessanten Menschen umgeben zu sein, scheint für mich, ehrlich gesagt, sogar verlockender zu sein als bis in alle Ewigkeit auf einer Wolke zu sitzen und Harfe zu spielen. Und immer und immer wieder „Halleluja“ und „Hosianna“ zu rufen.  Aber da ist auch die Rede von „Ewiger Qual“, sogar „von Ewigkeit zu Ewigkeit“, also noch länger als eine einzige Ewigkeit. Und von Feuer, in dem das man geworfen würde. Vielleicht doch nicht so erstrebenswert.

Da erscheint doch der Gedanke an die immer wieder stattfindende Neuverkörperung naheliegender. Sie ist wenigstens gerecht, denn das Karma ist unerbittlich und verfolgt die Missetaten der Mensch über mehrere Leben hinweg und ahndet sie. Aber jetzt mal ganz persönlich gesehen: Ist der Gedanke, dass man nach Ablauf dieses Lebens, ein neues beginnen muss, neu als hilfloses Baby auf andere angewiesen zu sein, nochmal in die Schule zu gehen, um später erneut eine Ausbildung zu beginnen, zu arbeiten bis zur Rente, wenn man es überhaupt bis dahin schafft, und nach einer vergleichsweise kurzen Zeit als Pensionär erneut zu sterben, bis das ganze Spiel wieder von neuem beginnt? Gut:  Es gibt die Hoffnung auf das Nirvana nach der Beendigung des Zyklus der Wiedergeburten, doch was unter dem Begriff „Nirvana“ zu verstehen ist, daran scheiden sich die Geister. Eine weit verbreitete Meinung ist, dass das „Nirvana“ nichts anderes als das „ewige Verlöschen“ bedeutet. Schön und gut – aber hätten wir das nicht auch gleich haben können? Ohne den ganzen Zirkus mit den Wiedergeburten? Oder wäre es nicht noch einfacher gewesen, wenn wir nie gelebt hätten?

Ich muss zugeben, dass ich auf all diese Fragen keine Antwort habe. Aber vielleicht habt Ihr eine, liebe Leser?

Es grüßt

Der Papa

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