UFOs im Iran

* von Roland M. Horn

Es war der späte Abend des 18. September 1976. Einwohner von Teheran beobachteten etwas, das sie für ein mehrfarbiges schwebendes Luftfahrzeug hielten. Es schien ein paar Tausend Fuß in der Luft zu sein. Der nahegelegene Flugplatz nahe Mehrabad wurde mit Anrufen bombardiert, doch dort zog man es vor, die Berichte zu ignorieren, bis schließlich der oberste Flugleiter Houssain Perouzi sich dazu entschied, selbst nachzusehen. Er nahm sein Fernglas und fokussierte auf das ungewöhnliche Objekt in 6000 Fuß (knappe zwei Kilometer) Höhe und fünf Meilen (acht Kilometer) Entfernung. Das Objekt hatte blaue Lichter auf seiner rechten und linken Seite und ein rotes blitzendes Licht in der Mitte und bewegte sich in einer unregelmäßigen Weise, wechselte die Farben und sogar die Form, in der es erschien.

Perouzi traute seinen Augen nicht und gab das Fernglas an einen anderen Flugleiter weiter. Dann berichteten vorbeifliegende Flugzeuge, dass sie Notfall-Piepser in ihren Radios hörten. Der irritierte Perouzi benachrichtigte seinen diensthabenden Offizier, und der wiederum kontaktierte unverzüglich seinen Vorgesetzten, General Youseffi. Der bewegte sich zu seiner Veranda und sah das Objekt. Jetzt nahm er Kontakt mit zwei militärischen Radarstationen auf: eine bei Shaharoki und eine bei Babolsar, doch beide konnten nichts wahrnehmen, womöglich, weil die Berge um Teheran herum die Signale abblockten. Das Radar bei Mehrabad selbst war zu diesem Zeitpunkt nicht in Betrieb.

Eine F-4 wurde um 1:30 Uhr von Shaharoki aus losgeschickt, doch als es sich dem UFO auf etwa 45 Kilometer Entfernung näherte, verweigerten die Instrumente und Kommunikationsgeräte ihren Dienst. Immer dann, wenn der Pilot zurückwich, funktionierten sie jedoch wieder. Er hielt nun eine sichere Entfernung zum UFO aufrecht, bis er dachte, er habe es bis über die afghanische Grenze verfolgt. Jetzt flog er Richtung Teheran zurück und sah überraschenderweise das Objekt vor sich. Offensichtlich war es ihm gefolgt. Youseffi, der sich mittlerweile im Kontrollturm aufhielt, stand im ständigen Funkkontakt mit dem Piloten und sagte diesem, dass er dem Objekt näher kommen sollte, doch jedes Mal, wenn sich der Pilot 20 Meilen (etwa 32 Kilometer) innerhalb des Aktionsradius des UFOs befand, begann das gleiche Spiel wie vorher schon. Zudem hatte er nur noch wenig Sprit im Tank, so dass er gezwungen war, die Jagd aufzugeben. Das Objekt befand sich nun in ungefähr 14 Meilen (etwa 23 Kilometer) Entfernung von ihm und 15.000 Fuß (etwa 4 ½ Kilometer) hoch in der Luft.

Ein zweiter Düsenjäger stieg um 1:40 Uhr von Shaharoki aus hoch. 27 Meilen (etwas über 40 Kilometer) vom Radarziel entfernt, fing das Radar ein Objekt in der Größe eines „707 Tanker“ auf. Der Pilot näherte sich dem UFO, doch es flog davon, wie auch das Radar bestätigte.

(Nach Clark 1998: The UFO-Book. Detroit 1998, S. 309-310)

Clark gibt ein Memo von Lieutenant Colonel Olin R. Mooy wieder, der den Piloten interviewte. Der sagte:

Die visuelle Größe des Objekts war aufgrund seines intensiven Leuchtens schwierig festzustellen. Das Licht, dass es ausstrahlte, war das eines blitzenden Stroboskops, das in einem rechteckigen Muster angeordnet war und zwischen blauen, grünen und orangenen Farben wechselte. Die Sequenz der Lichter war so schnell, dass all die Farben auf einmal gesehen werden konnten. Das Objekt und die im folgende  F-4 flogen auf ihrem Kurs nach Süd-Teheran, als ein anderes helles Objekt, das auf eine Größe von der Hälfte bis dreiviertel der scheinbaren Mondgröße geschätzt wurde, aus dem ursprünglichen Objekt herauskam. Das zweite Objekt steuerte in einer hohen Geschwindigkeit auf die F-4 zu. Der Pilot versuchte, eine AIM-9-Rakete auf das Objekt abzufeuern, doch in diesem Augenblick fiel sein Armaturenbrett aus, und er verlor jede Kommunikation (UHF [Ultra-High-Frequency, Anm RMH] über die Gegensprechanlage).

An diesem Punkt initiierte der Pilot eine Umkehr und einen Sinkflug, um fortzukommen. Dann kehrte er um und das Objekt sank bis auf etwa 3-4 NM [nautische Meilen] [etwa 5-7 km: Anm. RMH]. Als er mit seiner Drehung weg von dem ersten Objekt fortfuhr, kam das zweite in seine Umdrehung, kehrte dann zu dem ersten Objekt zurück, um eine perfekte Vereinigung durchzuführen.

Kurz nachdem das zweite Objekt sich mit dem ersten vereinigt hatte, erschien ein anderes Objekt, das aus der anderen Seite des ersten Objektes in einer hohen Geschwindigkeit geradewegs nach unten flog. Die F-4-Crew hatte die Kontrolle über die Kommunikation und das Waffen-Armaturenbrett wiedererlangt und beobachtete das Objekt, das sich dem Boden näherte und eine große Explosion erahnen ließ. Doch das Objekt schien sanft auf der Erde zu ruhen und warf ein sehr helles Licht über ein Gebiet von ungefähr zwei bis drei Kilometern. Die Crew fiel von ihrer Höhe von 25.000 auf 15.000 [Fuß, also etwa 7,5 auf 4,5 Kilometer; RMH] und fuhr damit fort, das zu beobachten und zu bewerten. Sie hatten einige Schwierigkeiten bezüglich des Ausrichtens ihre Nacht-Sichtbarkeit für die Landung, so dass sie nach dem Umkreisen von Mehrabad ein paar Mal aus ihrer Geraden zur Landung hinaus gerieten. Es gab eine Menge von Interferenzen innerhalb der UHF und jedes Mal, wenn sie eine Magnitude von 150 Grad überschritten, verloren sie ihre Kommunikation. (UHF und Gegensprachanlage und das INS [Inertial navigation system, Anm. R.M.H] fluktuierte von 30 bis 50 Grad.) Das einzige zivile Passagierflugzeug, das sich Mehrabad während dieser Zeit näherte, unterlag in der gleichen Gegend (Kilo Zulu) Störungen in den Kommunikationsanlagen und berichtete, nichts gesehen zu haben. Während die F-4 auf einer langen finalen Annäherung war, bemerkte die Crew ein anderes zylinderförmiges Objekt (ungefähr in der Größe eines T-Birds [Übungs-Düsenflugzeug, Anm. Clark]) in 10 NM [an die 20 km; RMH]) Höhe mit dauerhaft hellen Lichtern an jedem Ende und einer Blinkeinrichtung in der Mitte. Während man im Tower anfragte, wurde dort gesagt, dass es keinen bekannten anderen Verkehr in der Gegend gab. Während der Zeit, in der das Objekt die F-4 überflog, hatte der Tower keinen Sichtkontakt zum Flugzeug, doch sie fingen es auf, als der Pilot ihnen sagte, dass sie zwischen den Bergen und der Raffinerie nachsehen sollten.

Während des Tageslichts wurde die C-4-Crew in einem Helikopter in jene Gegend hinausgebracht, in der das Objekt anscheinend gelandet war (einem ausgetrockneten Flussbett). Nichts war an dieser Stelle zu sehen, doch als sie von dem Gebiet aus nach Westen hinweg kreisten, fingen sie ein sehr bemerkenswertes Piepser-Signal auf. An dem Punkt, an dem das Echo am lautesten war, stand ein kleines Haus mit einem Garten. Die Leute sprachen über den lauten Lärm und einem sehr hellen Licht wie ein Blitz. Das Flugzeug und das Gebiet, von dem sie geglaubt hatten, dass dort das Objekt gelandet war, wurden auf mögliche Strahlung untersucht.

(Zit. n. Clark 1998, S. 310-311)

Der Pilot dieses Flugzeuges hieß Parviz Javari. Er wurde auch von dem deutschen UFO-Forscher Illobrand von Ludwiger, dem damaligen Leiter der UFO-Forschungsgruppe MUFON-CES, interviewt. Glücklicherweise ist das Video mit dem Interview auf Youtube zu sehen, s. unten.

Erstmals wurden die beiden Piloten samt ihren Co-Piloten sowie den beiden Kontrolleuren im Tower kurz nach dem Vorfall vom Militär, das den Fall untersuchte, befragt. Letztgenannte sahen die Landung, die 15 Meilen (etwa 24 Kilometer) südlich vom Flugplatz stattfand, allerdings nicht. General Azerbarzin war bei den Interviews dabei, sagte aber erst später gegenüber dem Physiker und UFO-Forscher Bruce Maccabee, dass die Radargeräte in beiden Flugzeugen blockierten, als sie auf das UFO gerichtet wurden. Eines der Flugzeuge wäre beinahe unter dem UFO vorbeigeflogen. Der General beschrieb das UFO als: „wie eine Untertasse, und die Form des Cockpits war eine Kugel…halb eine Kugel und die Farbe der Cockpit-Beleuchtung unterschied sich von der, die die Außenseite hatte. Es war nahezu gelb.“

General Azerbarzin behauptete, dass die komplette Aufzeichnung an die U. S. Air Force weitergegeben wurde, auch wenn diese beharrlich bei der Aussage blieb, dass ihre einzige Aufzeichnung das Mooy-Memo war. Zwei Studenten des offiziellen UFO-Regelwerks schrieben: „Zuverlässige Quellen in der Regierung haben uns gesagt, dass diese iranische Fall-Akte ungefähr anderthalb Inches [fast vier Zentimeter] dick waren. Wie dem auch sei, Kopien des Memos machten Clark zufolge die Runde bei Büros und Agenturen, wie dem Außenminister, der CIA, dem Weißen Haus, der Air Force und den Generalstabschefs der Armee, dem Chef der Navy, dem DIA, dem Oberbefehlshaber der Navy-Einheiten im Nahen Osten und dem Oberbefehlshaber der U. S.- Airforce in Europa.

Ein „Bewertungsbericht“ der DIA stufte es als „ganz besonders“, „rechtzeitig“ und „von hoher Signifikanz“ ein. Es hieß dort:

„Ein hervorragender Bericht. Dieser Fall ist ein klassischer, der all den notwendigen Kriterien für eine berechtigte Untersuchung des UFO-Phänomens genügt.

  1. a) Das Objekt wurde von vielen Menschen aus verschiedenen Örtlichkeiten (z. B. Shemiran, Mehrabad und dem ausgetrockneten Flussbett sowie Standpunkten sowohl in der Luft als auch am Boden) gesehen.

  2. b) Die Glaubwürdigkeit von vielen der Zeugen war hoch (ein Luftwaffen-General, qualifizierte Flugzeugbesatzung und erfahrene Tower-Operatoren).

  3. c) Die visuelle Sichtung wurde durch Radar bestätigt.

  4. d) Ähnliche elektromagnetische Effekte wurden von drei verschiedenen Flugzeugen berichtet.

  5. e) Es gab physiologische Einwirkungen auf Crew-Mitglieder (z. B. der Verlust nachts sehen zu können, was auf die Helligkeit des Objekts zurückzuführen war).

  6. f) Eine übermäßige Menge von Manövrierfähigkeit wurde von den UFOs gezeigt.“

(Nach Clark, S. 311-312)

Die dritte Quartalsausgabe des „MIJI Quarterly“, einer als geheim eingestuften Publikation, in die elektronische Geheimdienste einbezogen sind, berichtete über den Vorfall. Der Artikel wurde 1981 freigegeben, wie Clark berichtet.

Clark erwähnt auch den Erklärungsversuch des Debunkers Philip J. Klass, der allen Ernstes behauptete, die Zeugen hätten anfangs einen astronomischen Körper, vermutlich den Jupiter, gesehen, und die „Inkompetenz der Piloten“ und Instrumentenversagen würden den Rest erklären. Dies ist der Offenbarungseid eines „Wegerklärers“!

Die Wahrheit ist schlicht und einfach: Der Fall konnte bis heute nicht erklärt werden.

Tobias Berg berichtet am 10. Oktober 2013 in seinem Artikel Militärmagazin: Iranische Airforce hatte regelmäßig Begegnungen mit UFOs auf der Seite http://www.exopolitik.org/exopolitik-und-ufos/ufo-sichtungen/852-militaermagazin-iranische-air-force-hatte-regelmaessig-begegnungen-mit-ufos auf der Basis von http://www.openminds.tv/military-magazine-highlights-iranian-air-force-encounters-with-ufos-1153/ (Military magazin highlights Iranian airforce encounters), dass das schon seit Jahrzehnten Tomcat-Jets verwendet wurden, um unbekannte Flugobjekte abzufangen. Die USA hätten nach dem Bekanntwerden des iranischen Atomprogramms im Herbst 2004 damit begonnen, ausländische und unbekannte Flugobjekte abzufangen. Jeweils vier F-4 und F -14 Maschinen waren 24 Stunden in Einsatzbereitschaft, um dem Eindringen der UAVs (unbemannte Luftfahrzeuge) zu begegnen, die das Atomarsenal der Iran auszuspionieren beabsichtigten. Dabei fielen den Piloten auch Objekte auf, die sich durch ein ungewöhnliches Verhalten auszeichneten.

Sowohl vom Boden-Radar als auch vom Luftradar wurden unidentifizierte fliegende Objekte, die ein solches Flugverhalten aufwiesen, aufgezeichnet.

Nach der „Combat Aircraft Monthly“, die sich auf iranische Quellen bezieht, vollführten die gesichteten Objekte „erstaunliche Flugeigenschaften, unter anderem die Fähigkeit außerhalb der Atmosphäre zu fliegen, eine Höchstgeschwindigkeit von 10 Mach [über 12.000 Stundenkilometern, Anm. RMH] und eine Niedrigeschwindigkeit, die bei 0 lag, gepaart mit der Fähigkeit [,] über dem Ziel zu schweben.“ Die Objekte hätten eine große Menge magnetischer Energie abgegeben, die die Radarsysteme störten.

Berg zitiert einen weiteren Fall aus der gleichen Quelle:

In einem Fall, der sich im November 2004 über Arak ereignete, sichtete die Crew einer F-14, die mit zwei AIM-pJs-Raketen bewaffnet war, ein leuchtendes Objekt, welches sich nahe der Schwerwasseranlage des Arakgeländes befand. Als der Bordradar des Waffensystems die Objekte erfasste, bemerkten der Waffensystemoffizier und der Pilot, dass das Radarsignal gestört wurde, was vermutlich auf die starke magnetische Energie des Objektes zurückzuführen war, welche die Intensität der reflektierten Radarwolken erhöhte. Der Pilot beschrieb das Objekt als kugelförmig mit so etwas wie einem grünen Nachbrenner, welcher deutliche Turbulenzen hinter sich verursachte. Der Tomcatcrew gelang eine Zielerfassung. Als sie eine lineare Rakete auswählte, um sie auf das Objekt abzufeuern, verschwand es mit großer Geschwindigkeit wie ein Meteor.

Berg weist noch auf ein Vorkommnis hin, das sich nach der gleichen Quelle im Jahr 2012 zutrug, bei dem eine F-14, die gestartet war, um ein UFO abzufangen, nur wenige Sekunden nach dem Start explodierte. Auch andere Abfangversuche erwiesen sich als zwecklos.

Sowohl der Iran als auch Russland untersuchten die Phänomene und kamen zu dem Schluss, dass es sich um amerikanische Spionage-Drohnen gehandelt habe. Doch Berg meint dazu:

„Kein heute bekanntes Flugzeug hat jedoch die Fähigkeit[,] die Flugeigenschaften der im Iran beobachteten Objekte auszuführen. So hat beispielsweise[…] der von der NASA […] entwickelte X-43A mit Mach 9,6 [etwa 11.000 Stundenkilometer, Anm. RMH] zwar einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt, besitzt jedoch nicht die Fähigkeit[,] auf der Stelle zu fliegen. Die Annahme, dass das US-Militär über geheime Technologie verfüge [,] ist zwar berechtigt, so lange diese Technologie jedoch noch nicht der Öffentlichkeit präsentiert wurde, ist es nicht sicher, dass es sich bei den im Iran beobachteten Objekten tatsächlich um Drohnen handelt.“

Sicherlich werden einige der Sichtungen auf Drohnen verfeindeter Staaten zurückzuführen sein, doch das Fragezeichen, das hier um einige der Sichtungen gesetzt wird, kann (bisher) nicht so einfach aufgelöst werden.

Noch deutlicher fällt die Bewertung der Sichtung von 1976 aus. Ich möchte fast sagen, dass es sich definitiv um ein nicht erklärbares Phänomen handelte. Betrachtet man die häufige Erwähnung von magnetischen Störungen und Frequenzen, auf denen nicht mehr kommuniziert werden konnte, mag einem John A. Keels These vom Superspektrum, nach der es sich bei dem UFO-Phänomen ein elektromagnetisches Phänomen handelt, in den Sinn kommen, in dessen Rahmen wir Menschen nur einen kleinen Teil des Spektrums wahrnehmen können, bis auf jene, die, die Fähigkeit haben, etwas darüber hinaus blicken zu können, um häufiger mit UFO-Sichtungen und anderen parapsychologischen Erscheinungen konfrontiert zu werden

Einzig und allein die Erwähnung des beleuchteten Cockpits des UFOs könnte auf ein materielles Objekt hinweisen, sei es ein außerirdisches Raumschiff, ein Gerät aus der Zukunft oder das Erzeugnis einer irdischen Geheimtechnologie. Doch die Punkte, die Keels Erklärung nahelegen, überwiegen meiner Ansicht nach. Eins aber scheint fast sicher: Es hat sich um ein intelligentes Phänomen gehandelt.

Das Buch zum Thema:

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