Gezielte IDF-Operationen in Rafah im Gange (Video)

  • von Roland M. Horn

Quelle Beitragsbild: Screenshot

“Das Kriegskabinett gab bekannt, dass es beschlossen hat, ‘die Operation in Rafah fortzusetzen, um Druck auf die Hamas auszuüben’“ vermeldet die Israel heute-Redaktion am 07.05.2024.

Am Vorabend der Meldung begannen die israelischen Streitkräfte damit – wie es heißt “gezielt” – gegen terroristische Einrichtungen der Hamas im Osten der Stadt Rafah im südlichen Gazastreifen vorzugehen. Dies wurde wenige Minuten, nachdem das israelische Kriegskabinett einstimmig beschlossen hatte „die Operation in Rafah fortzusetzen, um militärischen Druck auf die Hamas auszuüben, um die Freilassung unserer Geiseln und die anderen Ziele des Krieges zu fördern“ vom Büro des Premierministers Benjamin Netanjahu bekannt gegeben.

Wie der israelische Nachrichtensender Channel 9 unter Berufung auf arabische Medien verlauten ließ, drangen IDF-Bodentruppen in den Osten Rafahs ein. Sie wurden begleitet von schweren Luftangriffen, unter denen sich auch sogenannte Belt of Fire-Sperrfeuer befanden, bei denen kreisförmige Explosionen rund um terroristische Infrastrukturen gezündet werden.

Die IDF rief am Vortag der Meldung die Bewohner im Osten Rafahs dazu auf, vor einer geplanten Militäroffensive, deren Ziel es ist, die vier Terrorbataillone der Hamas in ihrer letzten Bastion im Gazastreifen – Rafah – in humanitäre Zonen zu evakuieren, von denen die IDF zwei abgesteckt hatte. Die Evakuierungszonen – ein schmaler Küstenstreifen am südlichsten Ende des von der IDF als humanitäre Zone ausgewiesenen Territoriums – verlaufen in der erweiterten Zone um Al-Mawasi  entlang der zentralen und südlichen Küste des Gazastreifens und der Stadt Khan Yunis. Zivilisten wurden an diesem Tag in diese erweiterte Zone in Al-Mawasi verwiesen, die Feldlazarette, Zelte sowie größere Mengen an Lebensmitteln, Wasser und andere Vorräte erfasst.

Übersetzung des Tweet-Texts:

“Die IDF hat den humanitären Bereich in Al-Mawasi erweitert, um den gestiegenen Hilfslieferungen nach Gaza gerecht zu werden. Dieser erweiterte humanitäre Bereich umfasst Feldlazarette, Zelte und größere Mengen an Nahrungsmitteln, Wasser, Medikamenten und zusätzlichen Hilfsgütern.

Gemäß der Zustimmung der Regierung wird eine laufende Lagebeurteilung die schrittweise Bewegung der Zivilbevölkerung in den angegebenen Gebieten im Osten von Rafah in den humanitären Bereich leiten.

Aufrufe zu einem vorübergehenden Umzug in den humanitären Bereich werden über Flugblätter, SMS-Nachrichten, Telefonanrufe und Medienbeiträge auf Arabisch übermittelt.

Die IDF wird die Hamas überall in Gaza weiter verfolgen, bis alle Geiseln, die sie in Gefangenschaft halten, wieder zu Hause sind.”

Die Evakuierung wurde bereits am Abend des 5. März beschlossen und der israelische Verteidigungsminister Yoav Gallant informierte noch in der Nacht sein US-Pendant Lloyds Austin über die Entscheidung. In dem ursprünglich für die Evakuierung vorgesehenen Gebiet leben ungefähr 100.000 Menschen.

Gallant unterrichtete den US-Verteidigungsminister über zahlreiche von Israel vorgenommenen Bemühungen, eine Vereinbarung über die Freilassung der Geiseln und einen vorübergehenden Waffenstillstand zu erreichen, die jedoch daran scheiterten, dass Hamas zu jenem Zeitpunkt jeden Vorschlag ablehne, wie aus einer Wiedergabe des Telefonats aus Gallants Büro hervorgeht. So betonte der israelische Verteidigungsministern, dass es “keine andere Wahl gebe und dies den Beginn der israelischen Operation in Rafah bedeute.”

Tags darauf führte der US-Präsident Joe Biden ein Telefongespräch mit Netanjahu, in dem Biden erklärte, dass ein Waffenstillstandsabkommen mit der Hamas der beste Weg sei, das Leben der 132 Geiseln zu schützen, die noch immer von der Hamas im Gazastreifen festgehalten werden. Biden drückte seine Besorgnis über die IDF-Militäroperation in Rafah aus, lehnt doch Washington diese vehement ab.

Den zeitlichen Rahmen des Telefongesprächs stellte eine Behauptung der Hamas, einen von Vermittlern vorgeschlagenen Waffenstillstand akzeptiert zu haben, doch hochrangige Beamte in Jerusalem sehen dies als eine Manipulation der Hamas an, um Israel als Verweigerer darzustellen. Dieser Vorschlag, dem die Hamas angeblich zugestimmt haben soll, ist weder Israel noch den Vereinigten Staaten bekannt und folglich kam er im Telefonat zwischen Biden und Netanjahu auch nicht zur Sprache, wie ein hochrangiger israelischer Politiker, der von Ynet zitiert wurde, betont.

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