Schrittweise Einnahme von Rafah durch die IDF verstärkt

  • von Roland M. Horn

Quelle Beitragsbild oben: Israelische Soldaten bei einem Einsatz im östlichen Rafah, Gazastreifen, 9. Mai 2024. Foto: IDF

Wie Yaakov Lappin  am 16.05.2024 auf Israel heute berichtet, deuten die Entwicklungen in Rafah darauf hin, dass die IDF ihre Operationen in Rafah – der letzten Bastion der Hamas im Gazastreifen – schrittweise ausweitet. Wie verlautet, führen die israelischen Streitkräfte auch im zentralen und nördlichen Gazastreifen intensive Operationen durch, wo es am 16. Mai 2024 zu einem tragischen Zwischenfall  mit Beschuss durch das Fallschirmjägerbataillon 202 kam, bei dem fünf IDF-Soldaten getötet wurden.

Für die Operationen in Rafah ist die 162. Division der IDF verantwortlich, die dort eine Operation überwacht, die auf terroristische Infrastrukturen mit großer Bedeutung abzielt. Voraussichtlich werden die israelischen Streitkräfte nach Abschluss der Operation auch die Kontrolle der Philadelphi-Passage übernehmen, die von strategisch entscheidender Bedeutung ist. Diese Passage wurde jahrelang von der Hamas zum Schmuggeln von Waffen über und unter der Erde genutzt.

In den Tagen vor der Meldung war die 162. Division im Osten von Rafah sehr aktiv. Allein am Unabhängigkeitstag, der am 13.und 14. Mai gefeiert wird, hat die IDF nach eigenen Angaben im gesamten Gazastreifen ungefähr 100 Terroristen ausgeschaltet. Nach Angaben des IDF-Sprechers Daniel Hagari, Konteradmiral, haben die israelischen Streitkräfte seit Beginn der IDF-Operationen am 7. Mai, an dem israelische Panzer die Kontrolle über die Gaza-Seite des strategisch wichtigen Grenzübergang Rafah übernahm, der ein Teil der Philadelphia-Passage ist, ungefähr 100 Terroristen getötet , Raketenwerfer zerstört und ungefähr zehn unterirdische Tunnel aufgefunden.

Weiter beschrieb Hagari, dass zahlreiche Waffenverstecke, die Panzerabwehrakten, Raketen und Sprengstoff enthielten, beschlagnahmt wurden, und am 14. Mai veröffentlichte die IDF Filmmaterial, auf dem bewaffnete Terroristen nahe von UN-Fahrzeugen zu sehen sehen, die von einem UNRWA-Gelände östlich von Rafah aus schießen. Unverzüglich wurde dieses Beweismaterial zusammen mit der Aufforderung, die Verbindungen zwischen den Logistikzentren der UNWRA und den Hamas-Terroristen zu untersuchen, an hochrangige Mitglieder der internationalen Gemeinschaft weitergeleitet.

Das Ziel der schrittweisen Operation in Rafah ist die systematische Zerschlagung der vier im Gazastreifen verbliebenen Hamas-Brigaden, während sich die Reste der Terrorgruppe in Guerillazellen auflösen. Nicht nur im Süden, sondern auch im Zentrum und im Norden des Gazastreifens weiten die israelischen Streifkräfte ihre Aktivitäten aus. Mehrere Tag lang operierte die 99. IDF-Division in der Zeitoun-Region im Zentrum des Gazastreifens, wo sie ungefähr 150 Terroristen tötete und ungefähr 80 von der Hamas genutzten Einrichtungen zerstörte, darunter auch eine Hamas-Kampfzentrale in einer UNWRA-Schule. Dort befanden sich IDF-Angaben zufolge ungefähr 15 Terroristen der Nukhba-Truppe. Sie waren an der Planung und Durchführung des Massakers am 7. Oktober 2023 beteiligt. Die Nahal-Brigade verließ Zeitoun am 15. Mai wieder , um mit den Vorbereitungen für Operationen in anderen Gebieten des Gazastreifens zu beginnen.

Die 98. Division der IDF, die zuvor noch die Operationen in Khan Yunis, der größten Stadt im südlichen Gazastreifen, geleitet hatten, begann mit Operation in einem Gebiet der Stadt Jabalia im Nordosten des Gazastreifens. Diese Region war während des aktuellen Konflikts bislang noch nicht von der IDF betreten worden. Im Rahmen dieses Feldzugs wurden in dieser Stadt etwas 80 Terroristen ausgeschaltet, mehrere Raketenwerfer – darunter auch Langstreckenraketen- zerstört und Waffenwerkstätten angegriffen und ebenfalls zerstört. Die IAF flog zur Unterstützung der Bodenoperationen über 100 Luftangriffe pro Tag. Mittlerweile führt die 143. IDF-Division  in den Städten Beit Lahia  und Beit Hanoun im Norden des Gazastreifens nahe der Grenze zu Israel Angriffe gegen die Hamas durch, mit dem Ziel, das Wiedererstarken von Terrorstützpunkten in der Nähe zu Israel zu verhindern.

Jüngsten Berichten ist zu entnehmen, dass bislang ungefähr 45.000 Menschen – das sind etwas weniger als die Hälfte der Zivilbevölkerung von Rafah –  dem Aufruf der IDF gefolgt ist, das Gebiet zu verlassen. Bei den Raketen, die die Hamas auf den Süden Israels abfeuert, handelt es sich um die letzten ihrer vor dem Krieg angelegten Geschossreserven und die IDF ist sich sicher, dass die Hamas nicht mehr in der Lage sein wird, Raketen in größerem Umfang herzustellen, solange Israel seine Angriffe aus den Gazastreifen fortsetzt, allerdings werde die Terrororganisation sicherlich versuchen,. ihre Terrorarmee wieder aufzubauen weshalb es als nötig erachtetet wird, dass die IDF noch viele Jahre lang gezielte Operationen im Gazastreifen durchführt – so wie es es in den vergangenen Zeit Jahrzehnten in Judäa und Samaria (der sog. Westbank) getan hat.

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