Das Geheimnis der schwarzen Särge (neueste Version)

* von Roland M. Horn

Es war schon Mitte der 1990er Jahre, als ich erstmals auf das Phänomen der “Fliegenden Särge” aufmerksam gemacht wurde. UFOs in Form von “Kästen” (meistens von schwarzer Farbe) gehören nicht gerade zu den am meisten beobachteten Formen, doch mich scheinen sie regelrecht zu verlogen. Während ich mein (ehemalige e-)Buch “Menscheitsrätsel” für eine neue (Print-)Auflage kräftig überarbeitete und ergänzte, kam schon wieder ein neuer Fall dieser Sorte dazu. Nachfolgendend ein Auszug aus dem Buch, das jetzt dem Titel Menschheitsrätsel reloaded trägt.

Zeugenskizze des Herrn Raaf

Im Jahre 1994 lernte ich während eines Kuraufenthaltes den Zeugen Michael Kiem (geb. 1973) kennen, wo er mir seine UFO-Begegnung mehr oder weniger beiläufig erzählte. Kiem sei tief in der Nacht um ca. 3.30 Uhr (als Sichtungsdatum wird „ca. 1989“ angegeben) auf die Toilette gegangen und dabei auf ein Licht aufmerksam geworden, das draußen vor seinem Fenster zu sehen war. Dort vor dem Fenster habe er ein merkwürdiges Objekt gesehen, das später im Fragebogen als „größer als eine Untertasse bei ausgestrecktem Arm“ beschrieben wurde. Es hätte fast die Form eines U-Boots gehabt, und vorn und an der Seite war jeweils eine Reihe von Lichtern angebracht.

Zeugenskizze des Herrn Kiem

Herr Kiem betrachtete am nächsten Morgen die Sichtung als einen Traum, wobei er lediglich merkwürdig fand, dass ein Freund von ihm, Herr Torsten Raaf (ebenfalls geb. 1973), der zum Sichtungszeitpunkt wie Kiem in Frankfurt-Zeilsheim wohnte, die gleiche Sichtung gemacht hatte, auch „um diese Zeit herum“, wobei der genaue Zeitpunkt leider nicht mehr feststellbar ist. Beide Zeugen füllten den Fragebogen aus und unterschrieben die eidesstattliche Erklärung. Die Skizzen ähnelten sich sehr, nur die Zeichnung von Herrn Raaf erschien etwas kastenförmiger. Die Flugbewegung wurde von Kiem als von Nord nach Süd, von Raaf umgekehrt angegeben, und die Geschwindigkeit wurde von beiden Zeugen als „deutlich schneller als ein Zeppelin“ bezeichnet. Beide Zeugen kannten keine UFO-Literatur.

Wir haben zwei glaubwürdige Zeugen, ein recht großes Objekt, , was will man mehr? Andererseits bleiben doch noch Fragen offen. Fanden beide Sichtungen wirklich zur gleichen Zeit statt? War es vielleicht doch nur ein Traum? Oder wurde hier tatsächlich ein Flugobjekt unbekannter Identität beobachtet?1Horn, Roland M.: Sie sahen aus wie Untertassen. Leipzig 2006, S. 142f

Zeugenskizzen zum Fall Radevormwald

Interessant ist die Ähnlichkeit zu einem Fall, der sich am Freitag, dem 30.11.1984 zutrug und der seinerseits von der Gesellschaft des UFO-Phänomens e.V. (GEP e.V.) untersucht wurde. Damals wurde bei Radevormwald ebenfalls ein „großer schwarzer Kasten“ am Himmel gesichtet. Der Zeuge öffnete am Sichtungsabend um 22.47 Uhr die Balkontür, um das Zimmer zu lüften. Dabei trat er auch auf den Balkon hinaus, wobei ihm auffiel, dass sich der im Südwesten stehende Mond verdunkelte, obwohl es zu diesem Zeitpunkt sternenklar, bzw. wolkenlos war. Der Zeuge bemerkte ein Objekt, das durch das Einschalten eines starken Lichts auf sich aufmerksam machte. Dieses Objekt hatte die Form eines länglichen Kastens, und das beschriebene Licht befand sich innerhalb eines ring- oder schlauchförmigen Gebildes. Der Ring, der wie ein Gürtel um das Objekt herumführte, begann plötzlich an einer Stelle gelb zu leuchten, und anschließend breitete sich dieses gelbe Licht nach beiden Seiten hin aus. Nach ca. 90 Minuten war dieser Vorgang beendet, begann allerdings noch einmal von vorne, wobei nun aber das Licht weiß und extrem hell war – so hell, dass dem Zeugen die Augen brannten, wenn er direkt hineinblickte. Es überlagerte das gelbe Licht und beleuchtete nun den gesamten sichtbaren Ring. Im hellen Licht bemerkte der Zeuge kleine schwarze, unregelmäßig angeordnete Striche, die ebenfalls in beiden Richtungen um den Ring wanderten. An der Vorderseite des „Kastens“ nahm der Zeuge zwei runde „Gebilde“ war, die mit kupferfarbenen waagerechten Lamellen versehen waren. Aus den Unterkanten dieser Lamellen trat „dunkelbraunes Licht“ aus. Der untere Teil des Objektes erschien anthrazit bis dunkelblau, während der mittlere Bereich als „hellblau“ beschrieben wurde. Der Zeuge konnte an der Vorderseite noch viele regelmäßig angeordnete schwarze Punkte erkennen. Um die runden Gebilde herum will der Zeuge strassähnliche Stellen wahrgenommen haben, die stark glitzerten. Die obere Kante der Objektfrontseite erschien in einer gelb-grünen Farbe, die nach unten hin immer dunkler wurde und schließlich in schwarz überging. Die Oberfläche des Objekts ähnelte gebrochenem Grauguss. Die Sichtungsdauer betrug zwei Minuten.

Obwohl das Objekt so groß war, dass es den Dachgiebel eines Hauses komplett verdeckt hat, konnten trotz Aufruf in der Regionalzeitung und Rücksprache mit der Polizei keine weiteren Zeugen ausfindig gemacht werden. Laut dem Zeugen waren während der Sichtung auch gar keine Fahrzeuge auf der Straße zu sehen gewesen.

Der Zeuge selbst war von dieser Sichtung derart beeindruckt, dass er ein Modell von dem Objekt anfertigte. Der GEP e. V. erschien der Zeuge glaubwürdig, und trotz intensivster Überlegungen, Diskussionen und Recherchen konnte die Sichtung nie befriedigend erklärt werden.

Die GEP e.V. berichtete in mehreren Ausgaben des Journal für UFO-Forschung (JUFOF) über den Fall.2Journal für UFO-Forschung (JUFOF) 2/1987, S. 33ff; JUFOF 3/1987 S. 65ff; JUFOF 4/1987, S. 97; JUFOF 5/1987, S. 129ff; s. a. Peiniger, Hans-Werner: Das Rätsel: Unbekannte Flugobjekte. Rastatt 19981998, S. 260f

Im Journal für UFO-Forschung, Ausgabe 1/96 wird von einem Fall berichtet, in dem abermals ein „Fliegender Kasten“ eine Rolle spielt, der in der Zeit zwischen dem 2. und dem 7.8.1990 in der Nähe von Hameln gesichtet wurde. (Man denke an die Zeitangabe der Zeugen Kiem und Raaf, der weiter oben beschrieben wurde: ca. ’89). Die Zeugin des „Hameln-Falles“ sah vom Küchenfester aus, wie sich von hinten aus über ihr Haus etwas Großes, Dunkles näherte. Der „große Kasten“ bewegte sich nur langsam. Die untere Hälfte bestand laut der 76 Jahre alten Zeugin aus dunklem Material, während die obere Hälfte durchsichtig wie farbloses Glas war. Die Zeugin blickte auf einen Teil der rechten Seite und des Hecks. Oben am durchsichtigen Teil sah sie eine Reihe von Lampen, die von oben dunkel abgeschirmt waren. Der Unterteil des Hecks war seitlich abgerundet, bzw. es endete beidseitig in einer Art von „Flossen“, „wie man sie bei amerikanischen Straßenkreuzern sehen kann.“ Unter dem Rumpf sei im Abstand von einer bis zwei Sekunden eine Stichflamme nach hinten herausgeschossen. Geräusche konnte die Zeugin nicht vernehmen. Nach zwei bis drei Minuten verschwand das Objekt, dessen Größe die Zeugin auf 30 – 50 Meter Höhe bei einer Entfernung von ca. 150 Metern einschätzte, hinter Baumkronen. Die GEP e.V. konnte auch für diesen Fall keine Erklärung finden.3JUFOF 1/96, S. 13ff

Im  Journal für UFO-Forschung 4/1997 berichtete die GEP über die Sichtung eines „riesigen unbeleuchteten schwarzen Rochens“ über Holzwickede. Die Zeugin, die zusammen mit ihrem Mann eine einsame Landstraße befuhr, sah Anfang Mai 1994 dieses Flugobjekt auf sich zukommen und schließlich auf einem nahen Acker geräuschlos landen. Merkwürdigerweise hielten die Zeugen nicht an, obwohl sie nur 15 Meter an dem Objekt vorbeifuhren. Sie erkannten, dass das Objekt keine Fenster hatte, unbeleuchtet war und auch sonst keinerlei Strukturen aufwies. Von der Seite glich das Objekt einem rechteckigen Kasten, dem ein dreieckförmiges Oberteil aufgesetzt war. Landeeinrichtungen wurden nicht erkannt. Das Objekt soll 50 Meter groß gewesen sein, obwohl die am Rande des Ackers befindlichen Pappeln das Flugobjekt nur leicht überragten. Die Zeugen maßen dem Ganzen wenig Bedeutung zu und dachten erst später an ein UFO.4S. 120f

Der nachfolgend geschilderte Fall trug sich 1996 im norddeutschen Plön zu. Der genaue Sichtungstag konnte leider nicht mehr ermittelt werden. Es muss sich jedoch um einen Montag oder Dienstag Ende Februar oder Anfang März gehandelt haben. Die Zeugin ist eine 1960 geborene Erzieherin. Sie wandte sich schriftlich an mich und beschrieb eine UFO-Sichtung. Vom Balkon ihrer im fünften Stock gelegenen Wohnung in Plön konnte sie abends gegen 19.00 Uhr in der Dämmerung ein graues liegendes Rechteck beobachten, das bewegungslos über der Krone einer Birke stand. Sie schätzte die Höhe auf etwa 80-100 Meter und beschrieb rote und weiße Lichter, die abwechselnd an der Seite entlang liefen. Geräusche vernahm sie nicht, und die Entfernung schätzte die Zeugin auf 600 Meter ein.

Sie beobachtete das Objekt ca. 45 Sekunden lang. Bei ausgestrecktem Arm wurde der Abstand zwischen Daumen und Zeigefingern auf immerhin drei Zentimeter angegeben. Nachdem die Zeugin in die Küche gelaufen war, um einen Topf vom Herd zu nehmen, war beim erneuten Betreten des Balkons das Objekt nicht mehr zu sehen. Die Zeugin kennt allgemeine UFO-Literatur und hatte bereits früher eine Sichtung. Als Erklärung für die aktuelle Sichtung gab sie „Ein Objekt unbekannter Herkunft“ an.

Bei der Suche nach einer Erklärung dachten der GEP-Vorsitzende Hans-Werner Peiniger und ich zunächst an einen Solarzeppelin , der oft als Beilage in Jugendzeitschriften zu finden ist, denn auch er ist ein häufiger Auslöser für UFO-Sichtungen – dagegen sprachen allerdings zum einen die Lichter und zum anderen die von der Zeugin beschriebene Kälte sowie die Tages- und die Jahreszeit, in der man gewöhnlich keinen Solarzeppelin starten lässt.

Aufgrund der Tatsache, dass in den letzten Jahren öfter kastenförmige UFOs beobachtet und im Journal für UFO-Forschung beschrieben wurden, bat ich den Bremerhavener UFO-Sichtungsermittler Sascha Schomacker, der Sache weiter nachzugehen. Nachfolgend sein Untersuchungsbericht:

„Am Nachmittag des 26. August 1997 besuchte ich die Zeugin in ihrer Wohnung in Plön. Die Zeugin lebt in unehelicher Partnerschaft und hat einen rund 10 Jahre alten Sohn. Sie machte einen recht vernünftigen und glaubwürdigen Eindruck auf mich. Allerdings verschwieg sie, dass ihr Sohn der Sichtung beiwohnte! In Wirklichkeit standen sie gemeinsam auf dem Balkon, und es sei ihr Sohn gewesen, der das Objekt über den Bäumen entdeckte und nach einer Erklärung bat. Eine Erklärung konnte nicht gefunden werden, so dass die Beobachtung fortgesetzt wurde. Erst als der Zeugin einfiel, dass sie nach dem Essen sehen muss, verließ sie gemeinsam mit ihrem Sohn den Balkon. Nachdem sie zurückkehrten, sei das Objekt aber plötzlich verschwunden gewesen.

Das Haus der Zeugin gehört zu den größten ihrer Stadt. Außerdem liegt es auf einer Erhebung, wodurch zusätzlich ein weit über die Stadt hinausreichender Blick gegeben ist. Wir versuchten die Ereignisse des Sichtungstages zu rekonstruieren. Dabei wohnte ihr Sohn dem Nachstellen nicht bei. Auch musste eine ausführliche Befragung des Jungen ausbleiben, da er zum Zeitpunkt meines Besuches nicht anwesend war.

Während der Rekonstruktion musste ich feststellen, dass die von der Zeugin geschätzte Objektgröße bei ,frei Hand’ und nicht mit einem Messgerät gemessen wurde und das Maximum an möglicher Größe auszunutzen versuchte. Trotzdem ist ihre Schätzung merkwürdig. Denn die Objektgröße musste dezimiert werden, weil mir die Zeugin genau beschrieb, welchen Raum das Objekt über den Bäumen einnahm. Die von ihr genannte Größe hätte das Objekt über 10 Meter länger gemacht!

Natürlich interessierte mich, warum sie uns das Beisein ihres Kindes verschwieg. Sie sagte, ihren Sohn aufgeklärt zu haben, dass das beobachtete Objekt nicht zwingend ein zu UFO sein bräuchte. Außerdem habe sie Befürchtungen, er könnte unkontrolliert davon weitererzählen. Womöglich müsste man sich dann noch über das Gespött einiger Nachbarn aufregen. Sie sei im Freundeskreis schon genügend verhöhnt worden. Dies würde sie sich nicht noch einmal antun wollen. Letztlich hätte sie mir auch nur von ihrem Sohn berichtet, weil sie wegen ihrer ‚kleinen Sichtung‘ nicht erwartet hätte, Besuch zu bekommen.

Sollten ihre Beschreibungen stimmen, müsste sich das Objekt 40-55 Meter über dem Erdboden befunden haben. Ihre anfangs genannte Höhe von 80-100 Meter ist übertrieben. Allerdings ist eine Überschätzung vom Standpunkt der Zeugin aus möglich, da ihre Wohngegend insgesamt eine hügelige, fast bergige Beschaffenheit aufweist. Ich denke auch, dass das Objekt nicht 600 Meter, sondern über 1000 Meter entfernt war. Angesichts der vorhandenen Daten und falschen Angaben ist dies sehr wahrscheinlich. Welcher Stimuli könnte also in Betracht gezogen werden?

In erster Linie ist der astronomische wie meteorologische Stimuli5Auslöser der Sichtung auszuschließen. Es gibt aber in der unmittelbaren Umgebung des Wohnortes militärische Einrichtungen, so dass m. E die Beobachtung eines Hubschraubers nicht ausgeschlossen werden sollte, wenngleich die Beschreibungen nicht unbedingt dafür sprechen.

Nach einigen Recherchen in meinem Archiv fand ich in der JUFOF-Ausgabe Nr.107, 5/96 den Bericht über die Sichtung von Andreas R. aus Götz. Der Bericht weist innerhalb der Beschreibungen einige Parallelen zum vorliegenden Fall auf. Andreas R. behauptet, ein Objekt gesehen zu haben, das ,fast stehend in der Luft’ erschien. Außerdem berichtete er: ,Das innere Licht war stabil. Die äußere Beleuchtung pulsierte regelmäßig…Lauflicht mit rot, grün und weiß.’

Zum Vergleich die Beschreibungen der Zeugin dieses Falles: ‚(ich konnte)… ein graues, liegendes Rechteck beobachten; es ,stand’ bewegungslos über der Krone einer Birke…An der Längsseite pulsierten Lichter (rot-weiß) in einer Reihe.‘

Herr Rolf König vom Astronomischen Zentrum in Potsdam hat den Fall in Götz untersucht. Er ist angesichts weiterer Zeugenaussagen zur Auffassung gelangt, dass es sich bei dem Götzer Fall um einen Heißluftballon handeln würde, „dessen Flamme, die die Hülle zum Aufleuchten bringt“, die Ursache ist. Wenn ich mich recht erinnere (TV-Bericht), dann wird die Plöner Region tatsächlich auch vornehmlich für Flüge mit Heißluftballons gewählt!

Leider stehen uns aber keine näheren Informationen, wie z.B. das genaue Datum, zur Verfügung, so dass nicht nachrecherchiert werden kann, ob ein Heißluftballon als Verursacher in Frage kommt. Der Fall bleibt daher aus meiner Sicht offen.“

Soweit Sascha Schomacker.

Ich selbst halte es für wenig wahrscheinlich, dass es sich bei dem in Plön beobachteten Objekt um einen Heißluftballon handelte, denn dafür ist mir die Beschreibung zu untypisch. Andererseits ist es aufgrund des nicht bekannten Datums leider nicht möglich, weitere Recherchen in diesem Fall anzustellen.6s. a. JUFOF 6/1997, S. 185 f

Am 18.07.1995 hörte ein mir namentlich bekannter Zeuge in einem Brandenburger Ort gegen 0.30 Uhr, während er eine Zigarette rauchte, ein „merkwürdiges Geräusch“. Wegen der Ungewöhnlichkeit konnte der Zeuge es jedoch nicht einordnen, und so suchte er den Himmel systematisch nach einem Objekt ab. Es war bewölkt, und das zylinderförmige Objekt, das er nun erblickte, flog unter der Wolkendecke. Der Zeuge beschreibt es als einen grauen Stab oder einen fliegenden Zylinder, dessen Höhe er auf ca. 200 Meter schätze, während er die Länge des Objekts auf 30 Meter taxierte. Besonders auffällig war, dass das Objekt keinerlei Tragflächen aufwies und dass vorne und hinten zwei Lichter, die als „greller als ein Blitzlicht“ beschrieben wurden, blinkten. Beim Aufblinken dieser Lichter war ein merkwürdiger Ton zu hören, der dem Zirpen einer Grille ähnelte.

Der Zeuge empfand die Geräusche – eine Mischung von Summen, Knistern und Brummen – als beängstigend.

Die Flugbahn des Objektes war nach den Aussagen des Zeugen gleichmäßig, und deswegen konnte er es auch gut beobachten. Bei Beobachtungsbeginn befand sich das Objekt ca. 90° und bei Beobachtungsende etwa 45° über dem Zeugen. Die ganze Sichtung habe immerhin ein bis zwei Minuten gedauert, bevor das Objekt von einem Häuserblock verdeckt wurde.

Die mittlerweile schon lange nicht mehr existente UFO-Interessengruppe Frankfurt/Oder, die den Fall untersuchte, schloss ein Flugzeug oder einen Hubschrauber als Auslöser aus, da sich zum Sichtungszeitpunkt kein solches Flugobjekt am Himmel befand. Auch Verwechslungen mit astronomischen Objekten wurden ausgeschlossen. Der Zeuge glaubt bis heute nicht, dass es sich bei seinem Objekt um ein außerirdisches Raumschiff gehandelt haben könnte.7Unknown Reality (Vereinszeitschrift der ehemaligen UIG/FfO), Nr. 4/1995. S. 10

Was im Bericht der UIG/FfO leider keine Erklärung findet, ist ein Hinweis auf den Umstand, dass die Größe von UFOs oft massiv überschätzt wird (wie es im geschilderten Fall Plön wohl auch der Fall war) . Vielleicht lag eine solche Fehleinschätzung auch in diesem Fall vor. Aber auch, wenn dem so sein sollte, bleibt die Sichtung sehr interessant.

Skizze der Hauptzeugin des Falles Wilhelmshaven

Eine sehr interessante Sichtung, die sie 31. März 2002 in Wilhelmshaven hatte, meldete im Jahr 2016 eine 1948 geborene Fotografin, die namentlich nicht genannt werden möchte, der DEGUFO (Deutschsprachige Gesellschaft für UFO-Forschung) e. V.). Als neugewählter 2. Vorsitzender dieses Vereins  nahm ich im Jahr 2019 dieses Falles an, ohne mit den Inhalten vertraut gewesen zu sein. Doch als ich die Skizze sah und den Fragebogen durchließ, traf mich beinahe der Schlag: Es handelte sich um einen weiteren Fall der Kategorie „Schwarze Särge“ und die Skizze der Zeugin ähnelte sehr den oben abgebildeten. Die Zeugin schrieb:

„Wir fuhren mit dem Auto durch eine Hauptstr. der Freiligrathstr. und bewunderten den Abendstern, die Venus am westlichen Himmel.

Meinte im Auto, saß hinten rechts, geblitzt worden zu sein und schrie der Fahrerin zu, halte sofort an, der Stern kommt auf uns zu??

Sie hielt auch sofort auf einem Seitenstreifen dieser Straße. Wir stiegen sofort aus, ließen die Wagentür offen und begaben uns auf die dahinter liegende Nebenstr. die Ackerstr auf dem Bürgersteig.

In dem Moment flog das Objekt geräuschlos tieffliegend über unser Auto hinweg, wobei wir es aus unserer Position gut beobachten konnten. Es ward schnell Richtung Osten verschwunden.

Wir unterhielten uns noch eine Weile, was es gewesen sein könnte und fuhren dann mit dem Auto weiter.

Nach Sekunden? bemerkten wir zuerst gemeinsam penetranten Geruch, ähnlich Krankenhaus. Dann klagten meine Freundinnen über taube Beine, ich allerdings nicht. Nach ein paar Sekunden? war alles wieder normal und wir fuhren uns gegenseitig nach Hause.“

Mit „wir“ meinte die Zeugin sich und zwei Freundinnen, die das Objekt ebenfalls beobachteten. Im Fragebogen gab die Melderin an, dass ihr spontan der Gedanke an „Zeitreisende“ in den Sinn kam, weil das Objekt altertümlich ausgesehen hätte. Weiter gab sie an: „Wir schauten uns erstmal gegenseitig an, ob wir drei dasselbe sahen. Ja.“ Die Zeugin verspürte den persönlichen Drang danach, das Objekt identifizieren zu wollen. Der Sichtungstag sei ein Sonntag gewesen, und die Daten konnten verifiziert werden: Der 31. März 2002 war ein Sonntag. Mit der Örtlichkeit sei die Zeugin vertraut. Die Beobachtung erfolgte innerhalb der Ortschaft. Die Namen der beiden Mitzeuginnen sind mir bekannt, und die Melderin versucht, bisher ohne Erfolg, einen Kontakt zwischen zumindest einer der Mitzeuginnen und mir herzustellen. Bezüglich der Frage „Können Sie uns Kontaktdaten zu Ihnen bekannten weiteren Zeugen vermitteln, hatte die Melderin im Fragebogen geantwortet:

„Wenn sie es erlauben, was ich aber nicht wirklich glaube. Wir haben uns unsere Sichtung gegenseitig bestätigt, aber sie wollten damit nichts mehr zu tun haben. Wenn es aber wirklich nötig wäre, wurde ich versuchen, den Kontakt wieder herzustellen.“

Die Melderin beschrieb das Objekt folgendermaßen: „Es war rechteckig wie eine Zigarettenschachtel. Eine Freundin meinte, fliegender Sarg.“ Weiter schrieb sie: „unterhalb des Objektes waren 4 oder 6 artige Bullaugen, die matt Licht abgaben.“ Die Umrisse des Objekts gab die Zeugin mit „scharf“ an. Die Lichtstärke des Objekts habe dem eines Autoscheinwerfers geähnelt, sei aber verhaltener gewesen. Die Frage nach den Farben des Objekts und deren Intensität beantwortete die Melderin mit „grau metallic, einfach, schlicht“. Das Objekt sei geräuschlos gewesen, und die scheinbare Größe des Objekts bei ausgestrecktem Arm gab die Melderin mit „8 cm mit einem Zentimetermaß“ an. Auf die Frage, wie groß das Objekt ihr erschien, antwortete die Melderin „Schwer zu schätzen. Da es ziemlich tief über uns hinwegflog, empfanden wir es als ziemlich groß. Ca. 15 Meter lang?“ und die Entfernung schätzte sie auf etwa zehn Meter ein, kennzeichnete diese Antwort jedoch mit einem Fragezeichen. Der Himmel sei klar gewesen, und das Objekt habe sich direkt unter den Zeuginnen am klaren Himmel befunden. Die Frage nach „Positionsänderungen, Flugbahn und charakteristische Flugmanöver des Objekts“ beantworte die Melderin wie folgt:

„Es flog direkt über unser geparktes Auto, kam von links/Stern, wobei wir auf der Nebenstr. dahinter standen und somit gut sehen konnten.“

Das Objekt sei von links/westlich gekommen und über die Beobachterinnen hinweg geflogen.

Nach der Vorlage der vorläufigen Version korrigierte mich die Melderin  (bzw. sich selbst (?), dahingehend, dass das Objekt „von rechts und nicht von links [kam] wie beschrieben. Wir kamen von Norden und standen Richtung Süden, wo von Westen(Abendstern) das Objekt über uns gen Osten flog.“ Ihre jetzige Angabe stimmt mit der Situation auf der Skizze vollkommen überein, sodass angenommen werden muss, dass sich mit den Angaben im Fragebogen schlicht vertan haben muss.

Die Melderin gab an, mit den Himmelsrichtungen am Ort vertraut zu sein. Das Objekt sei plötzlich verschwunden, als wenn man ein Licht ausschalte. Während der Sichtung sei es dunkel gewesen und das Wetter wird als „trocken“ beschrieben. Die Melderin habe das Objekt mit bloßem Auge gesehen. Mit der UFO-Thematik habe sie sich gelegentlich beschäftigt, und auf die DEGUFO aufmerksam wurde sie durch Facebook und den damaligen 1. Vorsitzenden der DEGUFO, Marius Kettmann. Weitere UFO-Sichtungen habe die Melderin nicht gehabt.  Als ich die Mederin darüber informiert habe, dass es eine ganze Reihe von Sichtungen kastenförmiger unidentifizierten fliegenden Objekten gibt, äußerte sie mit den folgenden Worten:

„Gut zu wissen. dass noch ähnliche kastenförmige Ufos gesichtet wurden. Mich hat das damals sehr beschäftigt, wobei meine Zeugen das zwar auch beeindruckt hat, aber nicht mehr mit mir darüber sprechen wollten. Weiß nicht mehr, ob ich im Fragebogen angegeben habe [hat sie nicht, Anm. RMH], dass der Mann einer Zeugin uns für verrückt hielt und sehr aufbrausend reagierte, wenn wir davon sprachen. Auch andere Bekannte reagierten äußerst abfällig über unsere Sichtung.“

Bevor die Zeugin sich an die DEGUFO wandte, sei sie bereits etwa ein oder zwei Jahre nach der Sichtung mit dem mittlerweile verstorbenen Leiter der (skeptischen) UFO-Gruppe CENAP (Centrales Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene) Werner Walter in Kontakt getreten, dessen Einschätzung sie offensichtlich auch eher verunsicherte, was aus den folgenden Worten, die die Zeugin an mich richtete, hervorgeht:

„Die Sichtung hatte ich danach ja CENAP/Werner Walter mitgeteilt und wollte sie [ihre Freundinnen, die mit ihr das UFO sahen] als Zeugen angeben, was sie aber nicht wollten. Das musste ich ja akzeptieren. Der WW hat auch sehr komisch reagiert, sprach von Wechseljahren bei uns und dass er gerne Knödel isst und Bier trinkt.“

Leider sind Reaktionen wie oben beschrieben weder selten noch hilfreich und erschweren die weiteren Ermittlungen, die noch nicht abgeschlossen sind, da aber die Zeugin einen sehr glaubhaften Eindruck macht und das Gesehene unzweifelhaft zum Phänomenkomplex „Fliegende Kästen“ gehört, habe ich mich trotzdem dazu geschlossen, den Fall hier im Rahmen der Berichterstattung über diese merkwürdigen Kästen trotzdem schon aufzuführen.

In Parnarama, einer Kleinstadt in der Nähe von Sâo Luis in Brasilien, sollen fünf Menschen – angeblich einige nach nahen Begegnungen mit kistenförmigen UFOs, die starke Lichtstrahlen aussenden können – gestorben sein. Diese Objekte werden von den Einwohnern „chupas“ genannt, und diese chupas sollen nachts über bewaldete Gegenden und durch Flusstäler fliegen. In den meisten Fällen berichteten die Opfer (es handelte sich ausnahmslos um Hirschjäger) von rechteckigen Objekten – die Beobachter verglichen sie oft mit Kühlboxen – die über Baumwipfel flogen und einen Lichtstrahl auf die Erde richteten. Sie sollen gleichbleibende summende Geräusche von sich gegeben haben. Die Objekte seien laut den Zeugenaussagen nicht groß genug gewesen, um menschliche Piloten aufzunehmen. An der Unterseite und an einem Ende hätte sich Lichter befunden, die scharf umrissene Strahlen wie Autoscheinwerfer aussandten.8Vallée, Jacques: Konfrontationen. München 1996, S. 126ff

Interessant ist, dass diese kastenförmigen UFOs, die in der Literatur kaum beschrieben werden, relativ häufig und vor allem zu verschiedenen Zeiten auftauchen. Gewöhnlich sind UFO-Sichtungen des jeweils gleichen Typs an eine Sichtungswelle (wie beispielsweise die Meldungen von den fliegenden Dreiecken in den Jahren 1989 und 1990 in Belgien) gebunden, oder sie schließen an eine Initialsichtung an bzw. werden erst nach dem Erscheinen entsprechender Presseberichte gemeldet, wie dies beispielsweise nach Kenneth’ Arnolds Sichtung der Fall war.

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