Militarisierung: Jetzt sollen Schüler auf Krieg eingestimmt werden

Quelle Beitragsbild oben: (c) Pierre Holtz / UNICEF CAR / hdptcar.net at hdptcar, CC BY-SA 2.0 , via Wikimedia Commons

Der jüngste Vorstoß der Bundesbildungsministerin sorgt für Aufregung. Wenige Tage nachdem Lauterbach die militärische Aufrüstung von Krankenhäusern forderte, will sie nun sogenannte Zivilschutzübungen an Schulen. Sollen Schüler etwa auf einen Krieg vorbereitet werden? Reicht es nicht, wenn schon Erwachsenen die Knie schlottern? Ein Gastbeitrag von Meinrad Müller

Die Erinnerung an eine Zeit, in der Kinder in der DDR steif wie Soldaten in Uniformen antreten mussten, steckt vor allem den Menschen in den neuen Bundesländern noch in den Knochen. Nun geht die Angst um, dass sich die Geschichte gezielt wiederholt. Wird das Klassenzimmer künftig zum Schulhof, der zugleich Kasernenhof ist? Wird der Lehrer zum Hauptfeldwebel in Zivil?  Sollen diese paramilitärischen Gehorsamkeitsübungen auch gewollte Auswirkungen auf die Folgsamkeit im Klassenzimmer haben und kindliche Kritik von vornherein unterbinden?

Militärisch anmutende Veranstaltungen

Zivilschutzübungen, weit entfernt vom harmlosen Charakter eines Sportfestes, mutieren zu straff organisierten, militärisch anmutenden Veranstaltungen. Und: Sie sind weitgehend sinnlos, weil es für 99,999 Prozent der Bevölkerung keine Schutzräume gibt, in die man „zivilschutzgerecht“ und geordnet einrücken könnte. Diese Maßnahme entpuppt sich daher schnell als Instrument der Angstmache. Kinder und Jugendliche, die mit militärischen Ritualen und im schlimmsten Fall mit symbolischen Auszeichnungen wie Blechorden vertraut gemacht werden, erleben eine schleichende Militarisierung ihres Alltags. Diese Entwicklung steht in krassem Gegensatz zum Bild eines friedlichen Deutschlands.

Die Erinnerung an die DDR, in der staatliche Dominanz und militärische Disziplinierung zum Schulalltag gehörten, ist in der ostdeutschen Bevölkerung tief verankert.Die Vorstellung, dass ähnliche Praktiken nun auch im neuen deutschen Staat Einzug halten könnten, löst große Besorgnis aus. Die jüngsten Pläne des Bundesbildungsministeriums, die junge Generation unter dem Deckmantel des Zivilschutzes mit militärischen Konzepten vertraut zu machen, wirken daher nicht nur befremdlich, sondern auch gefährlich.

Der unfehlbare Staat

Die emotionalen und historischen Bedenken, die mit den vorgeschlagenen Zivilschutzübungen verbunden sind, machen deutlich, dass eine Zeitenwende bevorsteht. Wie so oft sind die möglichen Folgen solcher Maßnahmen aber nicht durchdacht. Der Staat kann sich bekanntlich nicht irren, denn alle seine Maßnahmen sind besonders seit 2020 „effektiv und sicher“.

Der Staat muss deshalb eine kritische Auseinandersetzung mit diesem Thema aushalten, ohne sich beleidigt oder delegitimiert zu fühlen.

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