(Quelle Beitragsbild oben: IDF-Soldaten manövrieren im Gazastreifen (Foto: IDF-Sprechereinheit)
Nach der Operation der Hamas vom 20. August in Khan Junes gegen eine israelische Militärstellung und dem Versuch, Soldaten zu verschleppen gab es eine Welle an Pro-Hamas-Kommentaren in Qatars staatlichen Medien.
Pro-Hamas-Journalisten des islamistischen Staates Qatar riefen Hamas-Terroristen auf, sie sollten IDF-Soldaten im Gazastreifen zu verschleppen und priesen die Gewalt der Hamas gegen die IDF von Ende August.
Das Drängen des qatarischen Regimes über die Reporter seiner staatlich kontrollierten Medien, die Hamas solle israelische Soldaten verschleppen, kommt zeitgleich mit den Bericht der Zeitung Die Welt, dass die Deutsche Presseagentur – die wichtigste Nachrichtenagentur des Landes – sich einem umstrittenes Medienprojekt in dem gasreichen, undemokratischen Staat angeschlossen hat.
Das Middle East Media Research Institute (MEMRI) deckte am Montag auf, dass „Qatar zwar von internationalen Elementen und der israelischen Regierung als Vermittler in den Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas wahrgenommen wird, die Regierungspresse des Emirats aber weiterhin uneingeschränkte Unterstützung der Terroraktivitäten der Hamas zum Ausdruck bringt und sogar dazu aufruft sie zu intensivieren.
Jaber Al-Harmi, Herausgeber der qatarischen Tageszeitung Al-Sharq, lobte am 20. August auf X Hamas-Terroristen der Issedin al-Qassam-Brigaden, die in Khan Junes im Gazastreifen versuchten IDF-Soldaten zu verschleppen.
Laut MEMRI-Übersetzung schrieb er in seinem Post: „Selbst wenn die Al-Qassam-Helden diesmal darin scheiterten, zionistische Soldaten zu verschleppen, wird der zweite, dritte oder vierte Versuch, so Allah will, es schaffen der Zahl [der Geiseln], die von den Helden der Brigaden festgehalten werden, neue Ratten hinzuzufügen… Bei dem heutigen Versuch bei einem qualitativ hochwertigen Überfall auf eine neue [israelische] Militärstellung in Rafah [sic, die Aktion fand in Khan Junes statt] gelang es den Al-Qassam-Helden mehrere zionistische Soldaten in die Hölle zu schicken, auf Nimmerwiedersehen.“ [Anmerkung d.Ü.: Es gab auf israelischer Seite lediglich Verletzte.]
Al-Harmi fuhr fort: „[Sie schickten] mehrere andere in quälendes Leid in dieser Welt, indem sie bei ihnen dauerhafte Entstellung und Behinderungen verursachten oder indem sie sie in Irrenhäuser schickten. Ich stärke die Hände der Helden und mögen die Hände der unreinen Kriminellen, Lumpengesindel aus aller Welt, gelähmt werden.“
Nach dem MEMRI-Bericht löschte Al-Harmi seinen Pro-Hamas-Post auf X.
Dr. Ariel Admoni, Qatar-Experte am Jerusalem Institute for Strategy and Securty (JISS), sagte gegenüber i24News: „Anders als früher löschte der Herausgeber von Al-Sharq seinen Tweet. Ich interpretiere das als Befehl von oben, da Qatar Angst hat als Vermittler weiter an den Rand gedrängt zu werden, besonders inmitten der Meldungen, dass das nächste Treffen nicht in Qatar (oder Ägypten) stattfinden wird.“
Die staatseigenen Medien in Qatar sind voller Pro-Hamas-Berichte, seit die Terrororganisation am 7. Oktober 2023 mehr als 1.200 Menschen massakrierte und mehr als 250 verschleppte.
Die neue Zunahme der Pro-Hamas-Artikel in den staatseigenen Medien Qatars folgt der am 20. August durchgeführten Operation der Hamas in Khan Junes gegen einen israelischen Armeeposten, bei der die Hamas auch versuchte, israelische Soldaten zu verschleppen.

Ihsan Al-Faqih schrieb am 24. August eine Kolumne für die Tageszeitung Al-Sharq, dass der Versuch der Hamas israelische Soldaten zu verschleppen – so die Übersetzung des Artikels durch MEMRI – „den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu und seine Freunde von der extremen Rechten schockierte, sie verwirrte und die strategischen militärischen Überlegungen der israelischen Führung kippte“. Sie behauptete, der Entführungsplan der Hamas „war die herausragendste und kraftvollste Operation des Widerstands seit dem 7. Oktober [2023], hat viele kraftvolle Bedeutungen und Folgen“, weil sie „bewies, dass der Widerstand immer noch fähig ist die Initiativen zu ergreifen“.
Der ehemalige Direktor von Al-Jazira, Yassir Abu Hilala, der dem Berater des Emirs von Qatar, Azmi Bishara, nahesteht, pries ebenfalls die Hamas-Kampagne gegen Israel; er schrieb: „Dies ist eine Operation, die man in Militärakademien studieren wird. Dies ist eine Operation, die man in den Fakultäten der Philosophie, Psychologie und Geschichte studieren wird. Das sind die Soldaten Allahs, die nach zwei Jahren totaler Zerstörung immer noch aus den Tunneln kommen und die Soldaten des Feindes verschleppen!…“
Die Welt berichtete am Montag: „Qatar sponsert islamistische Propaganda und hofiert westliche Medien mit einem neuen Prestige-Projekt. Die Deutsche Presseagentur (dpa) ist mit an Bord“ und eine ehemalige deutsch-palästinensische Politikerin von der SPD, Sawsan Chebli, dient als Beraterin des Projekts „Media City Qatar“.
Chebli hat sich in Deutschland Kritik wegen ihrer israelfeindlichen Attacken in sozialen Medien ausgesetzt gesehen.
Die Welt berichtete, dass das Regime Qatars versucht, Doha für westliche Medien attraktiv zu machen, eine „Beeinflussungsstrategie“, um sein Berichten zufolge angeschlagenes Image zu verbessern. Qatar ist von US-Abgeordneten und Nahost-Experten wie dem Gründer und Präsident von MEMRI, Yigal Carmon, beschuldigt worden, Top-Staatssponsor des islamistischen Terrorismus zu sein. Menschenrechtsgruppen haben Qatar hart kritisiert, weil es sich mit seiner erschreckenden Menschenrechts-Bilanz nicht auseinandersetzt. Qatar erlaubt aufgrund seines Scharia-Rechtssystems Hinrichtungen von Schwulen. Pressefreiheit und bürgerliche Freiheiten sind in Qatar weithin nicht vorhanden und Kritik an der Herrscherfamilie Al-Thani durch qatarische Medien ist nicht erlaubt.

Der Emir von Qatar, Scheich Tamim bin Hamas al-Thani (Foto: Brendan SMIALOWSKI / AFP)
Die dpa sagte der Welt, sie suche internationale Standorte „ausschließlich aus redaktionellen Gründen“ und dass „wir als neutrale Nachrichtenagentur die Umstände in den Ländern, in denen wir tätig sind, nicht kommentieren“.
Laut einer Stellungnahme des Projekts haben „die Media City Qatar und die Deutsche Presseagentur (dpa) eine Zusammenarbeits-Vereinbarung getroffen, um ein regionales Zentrum einzurichten. Diese Partnerschaft stärkt Qatars Rolle als führende Medienplattform und verbessert die Berichterstattung in der gesamten Region des Golf-Kooperationsrats (GCC). Der Betrieb soll ab Juni 2025 erfolgen und wird anfänglich über einen Zeitraum von fünf Jahren weiterlaufen.“
2017 war die dpa in einen Antisemitismus-Skandal verwickelt. Die in Hamburg ansässige Agentur schrieb: „Trump wurde von einflussreichen jüdischen Partei-Sponsoren auf den Thron gehoben.“ Chris Melzer, ein dpa-Sprecher, sagte damals, „der Artikel hätte nicht veröffentlicht werden dürfen und wir bedauernd das.“
Daniel Killy, ein Sprecher der jüdischen Gemeinschaft in Hamburg, sagte damals: „Das ist keine Äußerung der neofaschistischen NPD. Das ist die Deutsche Presseagentur, die Klischees von ‚Jüdischer Lobby‘ und andere antisemitische Klischees verbreitet – es ist echt unglaublich.“