(Quelle Beitragsbild oben: By The White House – https://www.flickr.com/photos/202101414@N05/55037661289/, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=181712889)
Während Irans Straßen brennen und hunderte Tote gemeldet werden, verdichten sich Hinweise auf konkrete amerikanische Kriegsplanungen. Washington spricht offen von Einsatzbereitschaft, Teheran bittet zugleich um Verhandlungen. Das Regime steht unter Druck wie selten zuvor.
Die Zeichen verdichten sich, und sie sind nicht mehr zu überhören. Die Vereinigten Staaten haben ihre militärischen Planungen für einen möglichen Einsatz gegen den Iran in eine fortgeschrittene Phase überführt. Das bestätigte ein anonymer US-Regierungsvertreter gegenüber dem arabischen Nachrichtensender Al Jazeera. Die Aussage ist bemerkenswert klar: Die amerikanischen Streitkräfte im Nahen Osten seien bereit für jede Eventualität, für jede Mission, zur Verteidigung eigener Interessen.
Das ist keine rhetorische Drohkulisse mehr. Es ist eine strategische Botschaft, adressiert an ein iranisches Regime, das innenpolitisch taumelt und außenpolitisch isoliert ist.
Proteste im Inneren, Nervosität nach außen
Seit mehr als zwei Wochen erlebt der Iran landesweite Proteste. Was als Wut über wirtschaftliche Not begann, hat sich zu einer offenen Revolte gegen die islamische Herrschaft entwickelt. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Activists News Agency wurden bislang mindestens 544 Menschen getötet. Hunderte weitere Todesfälle werden noch geprüft. Über zehntausend Menschen sitzen in Haft. Auch Minderjährige sollen unter den Opfern sein.
Diese Zahlen stehen für ein Regime, das nicht mehr kontrolliert, sondern nur noch unterdrückt. Krankenhäuser sind überlastet, Leichenhallen überfüllt, das Internet abgeschaltet. Die Führung in Teheran versucht, das Bild der Ordnung aufrechtzuerhalten, doch die Realität widerspricht täglich.
Gleichzeitig wächst die internationale Aufmerksamkeit. US-Präsident Donald Trump hat in den vergangenen Tagen mehrfach erklärt, man prüfe sehr ernsthaft alle Optionen. Militärische Maßnahmen schloss er ausdrücklich nicht aus. Die Botschaft ist eindeutig: Washington beobachtet nicht nur, es bereitet sich vor.
Hinter den Kulissen laufen Gespräche
Brisant ist dabei die Doppelbewegung aus Drohung und Diplomatie. Während das US-Militär Einsatzszenarien ausarbeitet, sucht Teheran offenbar den Gesprächskanal nach Washington. Irans Außenminister Abbas Araghchi soll Kontakt zum US-Sondergesandten für den Nahen Osten aufgenommen haben. Ziel: eine Wiederaufnahme von Gesprächen über das iranische Atomprogramm.
Trump formulierte es gewohnt unverblümt. Der Iran sei müde davon, von den Vereinigten Staaten unter Druck gesetzt zu werden. Man wolle verhandeln. Doch selbst diese Worte enthalten eine Warnung. Der Präsident sagte offen, man könne gezwungen sein, noch vor einem Treffen zu handeln.
Für das iranische Regime ist das eine gefährliche Lage. Nach außen droht ein militärischer Schlag. Nach innen verliert es die Kontrolle. Beides verstärkt sich gegenseitig.
Israel beobachtet aufmerksam
Aus israelischer Sicht sind diese Entwicklungen von existenzieller Bedeutung. Ein geschwächter Iran ist nicht automatisch ein harmloser Iran. Gerade autoritäre Systeme neigen in der Krise zu irrationalem Verhalten. Raketen, Stellvertreter, Terrornetzwerke bleiben reale Bedrohungen.
Jerusalem verfolgt die amerikanischen Signale deshalb mit höchster Aufmerksamkeit. Eine enge Abstimmung zwischen den USA und Israel gilt als wahrscheinlich. Die Region steht an einem Kipppunkt, an dem Fehlkalkulationen schnell zu offenen militärischen Auseinandersetzungen führen können.
Ein Regime unter Zeitdruck
Der Iran versucht, Zeit zu gewinnen. Mit Verhandlungsangeboten nach außen und brutaler Gewalt nach innen. Doch die Spielräume werden enger. Die Proteste reißen nicht ab, trotz Repression. Die internationale Geduld schwindet. Und Washington signalisiert, dass es bereit ist, die nächste Eskalationsstufe zu betreten.
Ob es zu einem Militärschlag kommt, ist noch offen. Sicher ist nur eines: Das iranische Regime steht unter einem Druck, wie ihn die Islamische Republik seit ihrer Gründung nicht erlebt hat. Die kommenden Tage und Wochen werden entscheiden, ob Teheran den Weg der Gewalt weitergeht oder ob äußere und innere Kräfte gemeinsam eine Zäsur erzwingen.

