- von Red. haOlam.de
(Quelle Beitragsbild oben: By Khamenei.ir, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=171728984)
Jetzt ist es offiziell. Der Mann, der den Iran 36 Jahre lang beherrschte und Israels Vernichtung propagierte, ist tot. Auch mehrere Mitglieder seiner Familie wurden getötet.
Die Islamische Republik Iran hat am Sonntag erstmals selbst bestätigt, dass ihr oberster Führer Ali Khamenei bei den gemeinsamen Militärschlägen Israels und der Vereinigten Staaten getötet wurde. Damit endet eine Ära, die seit 1989 die Politik des Iran und die Stabilität der gesamten Region geprägt hatte.
Nach Angaben iranischer Staatsmedien wurde Khamenei bei dem Angriff auf seinen Komplex in Teheran getötet. Gleichzeitig bestätigte das Regime, dass auch mehrere Mitglieder seiner engsten Familie ums Leben kamen. Dazu gehören seine Tochter, sein Enkelkind, seine Schwiegertochter und sein Schwiegersohn. Damit wurde das innerste familiäre Umfeld des Mannes ausgelöscht, der über Jahrzehnte hinweg die absolute Macht im Iran innehatte.
Die Dokumentation seines geborgenen Körpers war zuvor bereits der israelischen Führung vorgelegt worden. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte in einer Fernsehansprache erklärt, dass sich die Hinweise auf seinen Tod verdichteten. Nun hat ausgerechnet das System, das er aufgebaut hatte, sein Ende selbst bestätigt.
Auch der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, erklärte öffentlich, dass er davon ausgehe, dass Khamenei bei den Angriffen getötet worden sei. Die militärische Operation richtete sich gezielt gegen die militärischen Fähigkeiten und die Führungsstruktur des iranischen Regimes.
Ali Khamenei wurde im April 1939 in Mashhad geboren. Seine politische Karriere begann im Schatten von Ruhollah Khomeini, dem Gründer der Islamischen Republik. Nach der Revolution von 1979 wurde Khamenei Präsident und übernahm 1989 nach Khomeinis Tod die Position des obersten Führers.
Von diesem Moment an kontrollierte er das gesamte System. Er bestimmte die strategische Ausrichtung, kontrollierte die Revolutionsgarden und entschied über Krieg und Frieden. Kein anderer Mann hatte mehr Macht im Iran.
Seine Herrschaft war geprägt von innerer Repression und äußerer Konfrontation. Im Inneren ließ er Proteste niederschlagen und Oppositionelle verfolgen. In der Region unterstützte er militante Gruppen und baute den Iran zu einer militärischen Macht aus, die Israel offen bedrohte.
Immer wieder erklärte er, dass Israel verschwinden müsse. Diese Drohungen waren keine leeren Worte, sondern wurden begleitet von militärischem Aufbau und konkreten Angriffen durch vom Iran unterstützte Kräfte.
Sein Tod markiert daher nicht nur das Ende eines einzelnen Mannes, sondern das mögliche Ende einer gesamten politischen Ära. Der im Exil lebende iranische Kronprinz Reza Pahlavi erklärte, mit Khameneis Tod habe das System, das den Iran seit Jahrzehnten beherrscht, seinen Anfang vom Ende erreicht.
Khamenei hinterlässt ein Land in Unsicherheit. Die Frage seiner Nachfolge ist offen. Einer seiner Söhne, Mojtaba Khamenei, wurde in den vergangenen Jahren immer wieder als möglicher Nachfolger genannt.
Für Israel bedeutet sein Tod das Ende eines Mannes, der über Jahrzehnte hinweg der wichtigste strategische Gegner war. Für viele Iraner bedeutet er das Ende eines Herrschers, unter dessen Führung ihr Land isoliert, wirtschaftlich geschwächt und politisch unterdrückt wurde.
Mit der offiziellen Bestätigung seines Todes ist nun klar: Eine der prägendsten und zugleich gefährlichsten Figuren der modernen Geschichte des Nahen Ostens ist nicht mehr am Leben.

