Buchbesprechung Alexander Rahr Die verschlüsselte Chronik der Menschheitsgeschichte: Eine 500 Jahre alte Schrift von Nostradamus – neu decodiert

Buchbesprechung Alexander Rahr Die verschlüsselte Chronik der Menschheitsgeschichte: Eine 500 Jahre alte Schrift von Nostradamus – neu decodiert
  • von Roland M. Horn

Alexander Rahr:
Die verschlüsselte Chronik der Menschheitsgeschichte
Eine 500 Jahre alte Schrift von Nostradamus – neu decodiert
Ancient Mail Verlag, Groß-Gerau, Juni 2026
ISBN: 978-3-95652-364-9
Preis: EUR 16,90
152 Seiten, Pp

In diesem Buch geht es nicht um die Entschlüsselung der Centurien des Nostradamus, sondern der dessen Begleitschreiben an den französischen König Heinrich II. Der Autor stöberte in Geheimarchiven und sprach mit Experten aus Geheimdiensten in verschiedenen Ländern. Er führt den Leser durch ein düsteres Labyrinth aus Visionen, Symbolen und verschlüsselten Hinweisen zur Chronik der Menschheit.

Rahr gelangt zu der Ansicht, dass die Prophezeiungen des Nostradamus nicht schlechter seien als die biblischen. Darüber lässt sich streiten. Wie die Bibel prophezeit allerdings auch Nostradamus im Grunde den insbesondere in der Offenbarung des Johannes genannten Antichristen. Rahr sieht weiter Napoleon und Hitler als von Nostradamus beschrieben an. Weiter sieht er die Oktoberrevolution und ihre Folgen in Nostradamus’ Brief beschrieben. Zu seinen Interpretationen zitiert Rahr jeweils die Stelle im Schreiben in deutscher Sprache. Dadurch kann der Leser selbst die Prophezeiung und Interpretation vergleichen.

Die präziseste Prophezeiung von Nostradamus in diesem Schreiben sieht Rahr in einen Zusammenhang mit der „großen Hure Babylon“, die im biblischen Buch der Offenbarung beschriebenen wird. Seine Beweisführung ist interessant. Der Autor sieht auch die Islamische Revolution im Iran wie die Kriege der USA in Afghanistan und eben Iran beschrieben und weiter damit zusammenhängende Entwicklungen, ohne zu vergessen, dass die Annäherung an Nostradamus’ Text interpretativ bleibt.

Er schreibt, dass Nostradamus Russland und der Volksrepublik China als Siegermächte des Konflikts im Nahen Osten hervorgehen. In diese Richtung scheint – auch wenn es der Autor nicht erwähnt – eine Prophezeiung aus dem biblischen Buch Hesekiel, Kap. 38-39, zu gehen.

Unklarheiten sieht Rahr hinsichtlich der Zeitangaben in der Bibel sowie bei Nostradamus und führt in diesem Zusammenhang Hinweise auf versteckte Botschaften in Nostradamus‘ Brief an, die er mit der Notwendigkeit aufgrund der Wahrscheinlichkeit einer kirchlichen Zensur in Nostradmus’ Zeit begündet.

Rahr sieht Vorstufen zu avon Nostradmus beschrieben und erwähnt in diesem Zusammenhang neben der Französischen Revolution u. a. auch Hitler und Stalin.

In seinem Brief erklärt Nostradamus Rahr zufolge „in langen Passagen und auf höchst umständliche Art und Weise, dass er seine Vorhersagen durch göttliche Inspiration, das Studien geheimer Schriften und astrologischer Berechnungen erstellt habe – und dass er seine Vorhersagen verschlüsseln musste, damit sie nicht in falsche Hände gerieten“.

Rahr versucht – er selbst verwendet diesen Begriff – aus den prophetischen Zeilen der Epistel an Heinrich II. „eine mögliche Zukunft Europas herauszuschälen“, vergisst dabei aber nicht, zu betonen, dass dieser Versuch „kein festes Gebäude aus gesicherten Fakten“ ist, „sondern ein Gang über unsicheres, spekulatives Terrain“.

Am Ende seines Buches zitiert Rahr dann doch einige Passagen aus dem Centurien des Nostradamus, die er als erfüllt ansieht und begründet dies.

Insgesamt gesehen könnte sich das Eintreffen der Interpretationen von Rahr tatsächlich in der heutigen Zeit andeuten, wobei natürlich – gerade bei Nostradamus’ unklaren Prophezeiungen – immer die Gefahr besteht, dass man unbewusst beim Interpretieren der Texte heutige Entwicklungen erst „hineinließt“.

Auf jeden Fall hat sich der Autor sehr viel Mühe damit gegeben, auch den Begleitbrief der Centurien einer umfassenden Untersuchung zu unterziehen.

Erstveröffentlichung auf Atlantisforschung.de

Erhältlich u. a.

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