Nochmal zur Änderungsmöglichkeit des Magnetfelds

  • von Roland M. Horn
Grafische Darstellung des Erdmagnetfeldes (Illu.) Copyright: NASA Goddard Space Flight Center

Wir haben uns bereits mehrmals mit dem Thema “Magnetfeldumkehrungen” beschäftigt. Während einst als wissenschaftliche Norm galt, dass eine Umpolung des Erdmagnetfelds äußerst lange dauern würde, gingen “Seher” wie Edgar Cayce, der “Atlantisforscher wider Willens“, von sehr schnell verlaufenden Polveränderungen aus.

Nun berichtet Andreas Müller am 15.07.2020 auf seinem Blog Grenzwissenschaft aktuell über eine neue Studie, die zeigt, dass sich die Ausrichtung des Magnetfelds der Erde 10 mal schneller umpolen kann, als bisher angenommen wurde. Genau beruft sich Müller auf eine Studie von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen um Dr. Chris Davis von der University of Leeds und der University of California at San Diego. Die Wissenschaftler erlangten neue Erkenntnisse über den Einfluss eines wirbelnden Stroms aus flüssigem Eisen in 2800 Kilometern Tiefe unter der Erdoberfläche auf das Erdmagnetfeld im Verlauf der letzten 100.000 Jahre.

Müller erklärt, dass das Magnetfeld der Erde von einem konvektiven Fluss geschmolzenen Metalls erzeugt und aufrechterhalten wird, der den äußeren Erdkern bildet. Durch die Bewegung des flüssigen Eisens werden elektrische Ströme erzeugt, die das Feld antreiben.

Bereits in zahlreichen früheren Studien haben Wissenschaftler Sedimentproben, Proben aus einstigen Lavaströmen und menschliche Artefakte untersucht, um die Entwicklung des Magnetfelds rückwärts in der Zeit zu untersuchen, die die Ausrichtung des Magnetfeldes zur Zeit ihrer Entstehung aufzeigen. Jedoch gilt es als sehr schwierig, die genauen Signale des Magnetfelds der Erde in Proben dieser Art zu bestimmen, und aus diesem Grund gilt die konkrete Zu- und Einordnung der historischen Ausrichtungen des Felds bis heute als umstritten.

Die Ersteller der Studie haben deswegen einen anderen Weg gewählt: Sie kombinierten Computersimulationen des Erdmagnetfelds mit einer vor noch nicht allzu langer Zeit veröffentlichten Rekonstruktion der Zeitvariationen im Magnetfeld im Verlauf der letzten 100.000 Jahre. Müller schreibt: “Das Ergebnis zeigt, dass sich Veränderungen in der Ausrichtung des Erdmagnetfelds um das Zehnfache schneller einstellen können als die bislang schnellsten Schätzungen dieser Rate. Und Davis selbst sagt: “Da diese schnellen Veränderungen ein extremes Verhalten des flüssigen Erdkerns darstellen, liefern sie auch wichtige Informationen über das Verhalten des tiefen Erdinneren.

Darüber hinaus zeige die Studie, dass die beschriebenen schnellen Veränderungen zusammen mit lokalen Schwächungen des Magnetfelds aufträten. Dies bedeute, dass diese Veränderungen immer dann auftraten, wenn das Feld auch seine Polarität umgekehrt hatte, oder auch während geomagnetischer Wanderungen, als sich die Dipol-Achse des Felds weit von den Orten der geografischen Nord- und Südpole wegbewegt hatte.

Als deutlichstes Beispiel einer solchen Veränderung benennt Müller eine “scharfe Veränderung in der Ausrichtung des geomagnetischen Feldes um etwa 2,5 Grad pro Jahr vor rund 39.000 Jahren. Diese Veränderung ging mit einer lokalen Schwächung der Feldstärke in einer Region vor der Westküste Zentralamerikas einher und folgte dem globalen sogenannten Laschkamp-Ereignis – einer kurzzeitigen Umkehrung des Magnetfeldes, die vor etwas 41.000 (±2000)Jahren stattfand und ungefähr 440 Jahre andauerte.

Müller schließt mit den Worten:

Die Analyse zeigt, dass die schnellsten Richtungsänderungen mit der Bewegung von Flecken mit umgekehrtem Fluss auf der Oberfläche des flüssigen Kerns verbunden sind. Diese Flecken sind in niedrigeren Breiten häufiger anzutreffen, was darauf hindeutet, dass sich zukünftige Suchen nach schnellen Richtungsänderungen auf diese Bereiche konzentrieren sollten.

 

Quelle

Erstveröfffentlichung auf Atlantisforschung.de

nach

Müller, Andreas: Erdmagnetfeld kann sich 10x schneller ändern als bislang gedacht. Grenzwissenschaft-aktuell.de vom 15.07.2020

 

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Otto Muck und „Die Welt vor der Sintflut“

*von Roland M. Horn

(Erstveröffentlicht auf Atlantisforschung.de)

Abb. 1 Der österreichische Atlantisforscher und -autor Otto Heinrich Muck.
Tony O’Connell, in: Atlantipedia.ie, unter “Muck, Otto” (Bildbearbeitung durch Atlantisforschung.de

Otto Heinrich Muck gilt als einer der einflussreichsten und bedeutendsten Atlantis-Forscher des 20. Jahrhunderts. Er wurde am 5. August 1892 in Wien geboren. Dort besuchte er auch die Volksschule, anschließend in Kremsmünster das Gymnasium. Das Abitur legte er am Staatsgymnasium Wien ab. Als junger Mann diente Otto Muck beim östereichischen Militär, wo er es bei den k.u.k. Luftfahrtruppen (Aviatik) bis zum Oberleutnant brachte. Dort war der technikbegeisterte Muck u.a an der Konstruktion des ersten Jagdeinsitzers Österreichs beteiligt. Nach dem Ende des I. Weltkriegs ging er nach München, studierte dort an der Technischen Universität, wo er 1920 mit Abschluss Diplom-Ingenieur graduierte. Im Anschluss studierte er auf Anregung von Werner Heisenbergs Lehrer, dem Physiker Arnold Sommerfeld auch noch Physik sowie Geophysik und zudem Frühgeschichte.1Red. Anmerkung: Wie die umfassenden Recherchen von Dr. Boris Lindenberg, Brandenburg, ergeben haben, ist die bei Ernst von Khuon (1976) und im SPIEGEL (1976) zu findende Darstellung unzutreffend, Muck habe bei Professor Sommerfeld promoviert. Dazu teilte er uns mit: “Muck versuchte – nach Anregung durch Sommerfeld (LMU München) und theoretischem Studium der Atomphysik – an der TH München (heute TU München) über >die Bedeutung der Gasspektren für die Erforschung der Gasstruktur< zu promovieren. Dies wurde seitens der Hochschule aber abgelehnt, wie ich von dort erfuhr. Man findet auch in keiner der Promotionsdatenbanken Otto (Heinrich) Muck.” (Quelle: E-Mail von Dr. B. Lindenberg an Atlantisforschung.de, 06.02.2013 – 16:50 h)

Später korrespondierte Muck wissenschaftlich u.a. mit Sommerfeld und Albert Einstein (mit Letzterem über die Struktur der Lichtquanten2 Siehe: Otto Muck (Hauptautor), Über die Struktur der Lichtquanten, 12 S., Einstein Archives Online; abgerufen: 07. Februar 2013).

Während des II. Weltkriegs gehörte Otto Muck zu Wernher von Brauns Raketen-Team in Peenemünde. Außerdem gilt als einer der Erfinder des U-Boot-Schnorchels, der zu jener Zeit entwickelt wurde.3Red. Anmerkung: Diese Angabe steht allerdings ebenfalls zur Disposition, wie Boris Lindenberg feststellt: “Der U-Boot-Schnorchel wird in der Literatur und Wikipedia anderen Erfindern zugeschrieben. Bei der Patentrecherche hierzu findet sich Otto Muck nicht einmal als Miterfinder. Da Muck offenbar in Sachen Patentschutz Bescheid wusste, hätte er sich zumindest als Miterfinder registrieren lassen.” (Quelle: E-Mail von Dr. Lindenberg an Atlantisforschung.de, 06.02.2013 – 16:50 h) Nach Kriegsende wurde er dann als technischer Berater von Großunternehmen wie den Schuckertwerken bzw. Siemens & Halske aktiv. Er galt nicht nur als hochkarätiger Technik-Spezialist, sondern auch als talentierter Künstler und Graphiker. Zu Beginn der 1950er Jahre lebte er in Uffing am Staffelsee, wo er auch ein Elektrophysikalisches Institut betrieb. Als er am 7. November 1956, 64-jährig, in Wien an den Folgen eines Unfalls verstarb, hinterließ er zahlreiche4Red. Anmerkung: Die in der Literatur häufig zu findende Angabe, O. Muck habe “2000 Patente” angemeldet, entspricht so offenbar auch nicht den Tatsachen. Dazu Dr. Lindenberg: “Otto Muck hat etliche Erfindungen angemeldet, nicht alles führte wirklich zum Patent. Wenn eine (angebliche) Erfindung z. B. beim DPA angemeldet ist, kann man unter Inanspruchnahme dieses Anmeldetags (>Priorität<) bei anderen Patentämtern auf der Welt dieselbe Erfindung auch noch anmelden, um sie dort möglichst ebenfalls patentieren zulassen. Zählt man solche Nachanmeldungen zu den Erstanmeldungen dazu, kommt man vielleicht auf 200 Anmeldungen (nicht = Patente!), aber nicht 2000.” (Quelle: E-Mail von Dr. B. Lindenberg an Atlantisforschung.de, 06.02.2013 – 16:50 h)  Patente.5Unter seinen Patentanmeldungen befanden sich Trockenrasierer, ferngesteuerte Uhren, doppelter Blitz bei der Personenfotografie, Handhabung von tiefgekühlten und brennbaren Gasen, Erzeugung von Ultraschall, senkrecht startende und landende Flugzeuge, elektrotechnische Einrichtungen, Thermomassagegeräte, Flüssigerdgas-Tankschiff und Telegraphen. (Siehe: Otto Muck (Ingenieur), bei: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie; Zugriff: 01.02.2013), von denen knapp 40 in die Konstruktion der Methanschiffe eingegangen waren, welche für den griechischen Reeder Stavros Niarchos gebaut wurden.6Alle Quellen zu Otto Mucks Biographie: Ernst von Khuon, “Rätsel Atlantis”, ein Vorwort zu: Otto Muck, “Alles über Atlantis: alte Thesen, neue Forschung”, Econ-Verlag, 1976 — sowie: Anonymus, “UNTERGANG AM NACHMITTAG – Ein österreichischer Ingenieur, ehemaliger Mitarbeiter Wernher von Brauns, entwickelte mit Hilfe moderner geologischer Erkenntnisse eine interessante Theorie über den Atlantis-Bericht des Philosophen Platon.”, in: DER SPIEGEL, 19/76, 03.05.1976 — Friedrich Bertkau und Gerhard Oestreich (Hrsg.): Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1950. Verlag Walter de Gruyter & Co, Berlin 1950 — Nachricht von Dr. Boris Lindenberg, Brandenburg, an Atlantisforschung.de vom 06.02.2013 – 16:50 h — Otto Muck (Ingenieur), bei: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

Im selben Jahr (1956) hatte er noch sein viel beachtetes Buch Atlantis – Die Welt vor der Sintflut veröffentlicht. Dieses Werk wurde 1976 unter dem Titel Alles über Atlantis bearbeitet neu aufgelegt, allerdings fehlten dort wichtige Bestandteile. Scheinbar aktuellere Themen wurden stattdessen eingefügt, die mit dem Thema und Mucks Ideen nicht unbedingt allzu viel zu tun haben.

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Das Erwachen des Eifel-Vulkans

Eifel-Maar photo
Das Eifel-Maar

An dieser Stelle berichtete ich jüngst über eine offensichtlich neue Phase der Ätna-Aktivität. Dabei erwähnte ich auch die Prophezeiungen des Trance-Mediums Edgar Cayce, der eine erstaunlich hohe Trefferquote bei seinen Voraussagen zustande brachte und den Ätna quasi als „ein Zeichen an der Wand“ für beginnende geologische Veränderungen auf der Erde sah, die in der Zeitpanne von 1958-1998 beginnen sollten. Überhaupt sind Vulkanausbrüche für Cayce Indikatoren für diese bevorstehenden Ereignisse.

In einem jüngst erschienenen Pressebericht hieß es überraschend:

Im Eifel-Vulkan unter dem Laacher See in Rheinland-Pfalz steigt wohl Magma auf. Darauf deuten kurze Erdbeben-Serien hin, die Forscher registriert haben. Mit einem aktuellen Ausbruch rechnen sie aber nicht.

In diesem Artikel ging es um Gasblasen, die am Uferbereichs des Laacher Vulkansees Maria Laach nahe der Stadt Andernach aufsteigen. Denn tief unter den Wassermassen brodelt ein Vulkan, wie Wissenschaftler erst kürzlich belegten. In einer Studie stellten Wissenschaftler seit 2013 acht Serien von niederfrequenten Erdbeben in 10 bis 45 Kilometern Tiefe fest. Die Wissenschaftler erklärten, dass dies Belege dafür seien, dass derzeit unter dem Vulkan magmatische Fluide aus dem oberen Erdmantel in die Erdkruste aufsteigen könnten. Es sei mit dieser Studie gelungen, eine wissenschaftliche Meinung erstmalig mit seismologischen Daten zu bestätigen, wie Martin Hensch, Geophysiker beim Landeserdbebendienst Baden-Württemberg im Regierungspräsidium Freiburg, mitteilte. Konkret sagte er:

Der Eifel-Vulkanismus ist nicht erloschen, er ist langzeitschlafend.

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Seen auf dem Mars?

Hallo,

nachfolgend mal wieder ein Beitrag aus der eigenen Feder. Ich hoffe, er gefällt Euch wünsche Euch viel Erkenntnis und Freude beim Lesen.

Der Papa

Seen auf dem Mars?

    • Roland M. Horn

Am 05.03.2019 meldet Andreas Müller unter dem Titel „Mars Express findet erstmals Beweise für planetares Grundwassersystem auf dem Mars“:

„Anhand der Daten der europäischen Mars-Sonde „Mars Express“ haben Planetenwissenschaftler erstmals Beweise für ein Grundwassernetzwerk gefunden, das einst planetenweit den Untergrund des Mars durchzog und unterirdische Gewässer miteinander verband. In fünf dieser einst miteinander verbundenen unterirdischen Seen fanden die Forscher zudem Mineralien, die auch eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Leben gespielt haben könnten.“

Müller beruft sich in seinem Artikel auf den Umstand, dass der Mars heute eine kalte und trockene Welt ist, während sich aber überall auf dem Planeten „ein deutliches Bild von der einst auch an der Oberfläche fließenden und stehenden Gewässer zeichnen“. Müller zufolge gehörten zu diesen Merkmalen verästelte Talnetzwerke, natürliche Kanäle sowie Minerale, die für gewöhnlich nur durch Wechselwirkungen mit flüssigem Wasser entstehen.

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