Versunkener Kontinent unter Island?

  • von Roland M. Horn

Ist Island Teil eines versunkenen Mikrokontinents, dessen Ausläufer einst von Grönland bis an den Westrand Europas reichten? (© NASA)

m 22. Juli 2021 meldet Scinexx obige Schlagzeile – untertitelt mit: “‘Icelandia'” könnte der Rest einer urzeitlichen Kontinentalplatte sein.

Der Autorin des Artikels, die Wissenschaftsjournalistin, Biologin und Chefredakteurin von Scinexx, Nadja Podbregar, beginnt mit dem Statement:

“Verlorenes Land: Unter Island könnte ein versunkener Kontinent liegen –’Icelandia’. Dieser unter dem Atlantik verborgene Mikrokontinent reicht von Grönland bis zu den Färöer-Inseln und wurde bei der Aufweitung des Atlantiks erst gedehnt, dann von Magma überdeckt, wie Geologen postulieren. Indizien dafür sehen sie in der geringen Meerestiefe, der ungewöhnlich dicken Erdkruste, sowie in chemischen Auffälligkeiten der Lavagesteine in diesem Gebiet.”

Der nächste Absatz zeigt, dass das Aussehen der Erde einem ständigen Wandel unterzogen ist:

“Die Plattentektonik sorgt dafür, dass sich das Gesicht der Erde ständig verändert. Neue Meere reißen auf, Kontinente kollidieren oder zerbrechen und Krustenteile werden an Plattengrenzen verschluckt. Im Verlauf der Kontinentaldrift wurden auch einige alte Landmassen vom Ozean überflutet und liegen heute am Meeresgrund verborgen – als tektonisches Atlantis. Ein solcher versunkener Mikrokontinent ist unter anderem ‘Greater Adria’ in Südeuropa oder ‘Zealandia‘, von dem heute nur noch Neuseeland über den Meeresspiegel hinausragt.

Es verwundert, dass Podbregar tatsächlich das verbotene A-Wort in diesem Artikel verwendet, während der oben verlinke Artikel der Welt über die “Greater Adria” das A-Wort typischer Weise in abwertender und verneinender Weise verwendet und den Artikel mit den Worten “Nein, es ist nicht Atlantis” einleitet.

Wir wissen, dass die Mainstream-Geologie die Subduktion von (kleineren) Landmassen durchaus zulässt, ja sie sogar ausdrücklich als mögliche (einzige) Möglichkeit des “Verschluckens” von Kontinentalmasse akzeptiert, aber was ist mit dem Versinken von Mikrokontinenten wie dem oben erwähnten? Derartige Ideen wurden bisher meist abgelehnt.

Dabei handelt es sich beim fraglichen Gebiet um eine Landmasse, die fast dreimal so groß ist wie Großbritannien. Das ist interessant, denn Atlantis wird im Allgemeinen eher kleiner eingeschätzt, es darf aber nicht versunken sein. In Otto Mucks Szenario ist ist beispielsweise Atlantis eher kleiner als die angenommene Landmasse, die Icelandia eingenommen haben soll.

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Neuentdeckung: Ältestes menschliches Begräbnis in Afrika

* von Roland M. Horn

Abb. 1 Die Pangy ya Saidi-Höhle an der Küste Kenias, in der in der durch Bohlen abgesicherte Grund im Vordergrund die Bestattung eins 78.000 Jahre alten Kindes entdeckt wurde.
Copyright: Mohammad Javad Shoaee

“In der kenianischen Höhle Panga ya Saidi haben Archäologen und Archäologinnen eine rund 78.000 Jahre alte menschliche Grabstätte gefunden. Das Kindergrab ist das älteste bislang gefundene Beispiel für eine gezielte Bestattung auf dem afrikanischen Kontinent und reiht sich ein in die wachsende Zahl an Hinweisen auf frühe komplexe soziale Verhaltensweisen des Homo sapiens ein.”,

berichtet Andreas Müller am 06.05.2021 auf seinem Portal GrenzWissenschaft-aktuell.de.

Dabei bezieht er sich auf einen Artikel im Fachjournal Nature, der von einem internationalen Forschungsteam aus Archäologen um Professor Nicole Boivin vom Jenaer Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte und Dr. Emmanuel Ndiema vom Nationalmuseum Kenia in Nairobi stammt.

Abb. 2 Links: Außenansicht des Panga ya Saidi Hauptblocks mit dem auseinander gebrochenen Teilskelett. Rechts: Außenansicht der linken Seite des Schädels und Unterkiefer Copyright: Martinón-Torres, et al.,
2021

Bereits vorher seien in Afrika die frühesten Hinweise auf die Lebensweise von Homo sapiens gefunden worden, doch Belege für frühe Bestattungen in Afrika seien spärlich und oft nicht eindeutig. Daraus resultiert, dass nur wenig über den Ursprung und die Entwicklung solcher Verfahren bekannt ist. Dazu muss man erwähnen, dass dem Mainstream zufolge – dem Atlantisforschung.de nicht immer folgt – “unsere Art” in Afrika entstanden ist. Die Belege für frühe Begräbnisse sind durch die angesprochene Entdeckung deutlich mehr geworden, denn die Entdeckung des oben beschriebene Kinderskeletts lässt erkennen, wie Menschen in der afrikanischen Mittleren Steinzeit mit ihrem Toten umgingen.

Bereits 2013 wurden bei Ausgrabungen in der Höhle erste Knochen des Kinderskeletts gefunden, doch erst 2017 wurde der kleine Graben mit den Knochen in Gänze freigelegt. “Etwa drei Meter unterhalb des heutigen Bodens der Höhle gelegen, enthielt die flache, kreisförmige Grube eng zusammengedrängte, stark zersetzte Knochen, die vor Ort stabilisiert und mit Gips ummantelt werden mussten”, berichtet die Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts, wie Müller erklärt. Weiter schreibt er: “Das Skelett des Kindes, das die Forschenden auf den suahelischen Spitznamen „Mtoto“ (Kind) tauften, war mitsamt seiner letztlichen Körperhaltung auf wundersame Weise erhalten geblieben.”

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Rätselhaftes Çatal Hüyük

* von Roland M. Horn

Zeichnerische Darstellung eines kleinen Teilbereichs der Stadt Çatal Hüyük. Quelle: http://www.anarheologija.org (nicht mehr online) — nach: Catal Huyuk and the ‘Semi-Grid’ Pattern (nach Atlantisforschung.de)

Çatalhöyük (türk. çatal (Gabel, Gabelung), höyük (Hügel); auch Çatal Höyük, Çatal Hüyük oder Chatal-Hayouk), ist eine in der heutigen Türkei ausgegrabene Siedlung aus der Jungsteinzeit. Sie liegt knapp 40 Kilometer südöstlich der Stadt Konya auf der Hochebene Anatoliens und hatte mehrere tausend Einwohner.“, schreibt Wikipedia.1Siehe: Çatalhöyük, bei: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie (abgerufen: 6. Juni 2009)

Diese Siedlung wurde in den späten 1950er Jahren entdeckt. Der britische Archäologe James Mellaart grub zwischen 1961 und 1965 eine Fläche im Südwesten des Hügels aus. Die Grabungen mussten jedoch aus politischen Gründen abgebrochen werden.

1993 wurden die Arbeiten im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts unter der Leitung von Ian Hodder (University of Cambridge und Stanford University) jedoch wieder aufgenommen. Seit 1995 wurde wieder gegraben.

Nach der Radiokohlenstoffdatierung bestand die Siedlung von 7400/7100 bis etwa 6200 v. Chr. Aufgrund seines Alters, seiner Größe, der Architektur, Wandmalereien und sonstiger Funde innerhalb der Häuser wurde Çatal Hüyük weltweit berühmt. Çatal Hüyük gilt als Meilenstein der prähistorischen Forschung.

Die Siedlung bestand aus eng aneinander gesetzten rechteckigen Häusern, die aus Lehmziegeln oder Stampflehm errichtet wurden. Sie besaßen ein Flachdach. Durch unterschiedliche Raumhöhen und Bodenniveau waren Belüftung und Lichtzufuhr für die einzelnen Bauten gewährleistet. Der Zugang zu den Bauten erfolgte über eben diese Flachdächer und führten zu einer treppenartigen Verschachtelung, denn Straßen, Gassen oder Durchgänge zwischen den einzelnen Häusern gab es nicht.

Bei Wikipedia heißt es:

„Die Grabungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass es neben den einzelnen, dicht bebauten Arealen auch immer wieder Freiflächen gab, so dass die Zahl der Häuser mit schätzungsweise 400 bis 1850 je Schicht nicht so groß war wie zuvor angenommen. Entgegen früheren Schätzungen von bis zu 10.000 gleichzeitig in der Siedlung lebenden Menschen, die zweifellos auch zur fälschlichen Bezeichnung Stadt beigetragen hat, geht man heute von 2500 gleichzeitigen Bewohnern aus.“2Quelle: Siehe: Çatalhöyük, bei: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie (abgerufen: 6. Juni 2009)

Darüber, ob der Begriff „Stadt“ tatsächlich unpassend ist, gibt es allerdings verschiedene Auffassungen. So beginnt die Diplom-Ingenieurin Gabriele Uhlmann ihr Abstract „Kennst Du Çatal Höyük“ aus dem Jahr 2009 zu ihrem Openbook (eine aktualisierte Version ihrer Studienarbeit von 1998/99) mit dem Hinweis, dass viele Wissenschaftler Çatal Hüyük als

• älteste Stadt der Welt
• den größten Siedlungshügel der Jungsteinzeit und gleichzeitig als
• die älteste Stadtkultur der Welt

bezeichnen.

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Neues zum Thema “Polumkehr”

  • von Roland M. Horn

Am 23.02.2021 berichtet Andreas Müller auf Grenzwissenschaft-aktuell.de, dass eine internationale Studie zeige, dass ein vorübergehender Zusammenbruch des Erdmagnetfelds als Vorbote einer vollständigen Polumkehr vor ungefähr 42.000 Jahren weitreichende Klimaveränderungen zur Folge hatte, die zu weltweiten Umweltveränderungen und Massensterben und wahrscheinlich auch zum Auftreten gleichnishafter Höhlenmalereien zur führte.

Das Innere der Höhle bei Castillo in Spanien. Die unterhalb der Mitte zu sehendenden Handabdrücke in der Höhle El Castillo in Spanien werden zu den ältesten Beispielen europäischer Höhlenkunst gezählt. Die rot-ockerfarbenen Handabdrücke sind ein weltweit verbreitetes Motiv – und könnten als Reaktion auf weltweite Klimaveränderungen in Folge eines stillgelegten Magnetfeldes hindeuten.
Quelle: Pressestelle der kantabrischen Regierung, CC BY-SA. (Übernommen von https://brewminate.com/how-early-humans-first-began-to-paint-animals/)

Die Studie wurde Müller zufolge von Chris Turney von der University of South Wales (UNSW) mit einem internationalen Wissenschaftlerteam durchgeführt und im Fachjournal Science veröffentlicht. Müller zufolge wurde der “dramatische Wendepunkt in der Erdgeschichte – gespickt mit elektrischen Stürmen, weit verbreiteten Polarlichtern und kosmischer Strahlung – durch die Umkehrung der Erdmagnetpole und einer veränderten Sonnenaktivität ausgelöst.” Weiter sagt Müller:

Zum ersten Mal konnten wir den Zeitpunkt und die Umweltauswirkungen der letzten Magnetpolumkehr genau datieren“, erläutert Turney. “Die Ergebnisse wurden durch Reste uralter neuseeländischer Kauribäumen ermöglicht, die seit über 40.000 Jahren in Sedimenten überdauert haben. Anhand dieser alten Bäume konnten wir den Anstieg der atmosphärischen Radiokohlenstoffwerte messen und datieren, der durch den Zusammenbruch des Erdmagnetfelds verursacht wurde.

Es sei zwar bereits bekannt gewesen, das vor 41-42.000 Jahren eine Polumkehr – das sog. Laschamp-Ereignis – stattgefunden habe, doch habe man bisher noch nicht gewusst, wie sich dieser Prozess auf das irdische Leben ausgewirkt habe, denn dies habe in einer Zeit stattgefunden, in der die Ausrichtung des Magnetfelds noch keine direkte Bedeutung auf Alltagshandlungen der Menschen hatte, weil damals an Vorgänge und Werkzeuge, die von dieser Ausrichtung abhängig sind, noch nicht zu denken gewesen sei.

Laut Müller kommt es aufgrund des Umstands, dass sich die Pole ständig verschieben, manchmal, wie eben vor ungefähr 42.00 Jahren, zu einer vollständigen Polumkehr. Wenn diese Verschiebungen sich in kurzer Zeit ereigneten, spräche von einem Polsprung. Mit den Worten “Damals tauschten die Pole für rund 800 Jahre lang die Plätze, bevor sich der Vorgang dann wieder umkehrte“, zitiert Müller Prof. Turney. Die bisherige Forschung habe sich lediglich auf jene Veränderungen konzentriert, die direkt während der Umkehr der Magnetpole auftraten, nämlich als das Magnetfeld auf ungefähr 28 Prozent seiner heutigen Stärke geschwächt wurde.

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Nachruf auf Bernhard Beier

  • von Roland M. Horn
https://atlantisforschung.de/images/Bernhard_Beier.jpg

Bernhard Beier †2021

Am 03.01.2021 wurde ich überraschend darüber informiert, dass mein Freund und bis zu seinem Tode Redaktionsleiter seines Lebenswerks Atlantisforschung.de am 29.01.2021 überraschend verstorben ist.

Der 1960 in Krefeld geborene Bernhard Beier war ein vielfältiger Mensch: Als Geschichtsstudent, Journalist bei einer Tageszeitung, langjähriger Akteur in der antiautoritären Bewegung, Sänger in mehreren Amateur-Rockbands und später Marketingleiter bei Unternehmensgruppen und schließlich selbständiger Marketer für kleine und mittelständische Unternehmen sowie für Verbände, führte er ein buntes Leben, das von zahlreichen Bildungsreisen untermalt war, doch sein Vermächtnis ist zweifellos Atlantisforschung.de, in dem seiner Profession, der Atlantisforschung, Gigantologie und alternative Ur- und Frühgeschichtsforschung ausgiebig nachkam.

Erstmals Anfang dieses Jahrtausends kam ich mit Bernhard Beier in Kontakt. Claudia Wend und er wollten ein großes immer wachsendes unkommerzielles und somit für jeden, der über einen Internetaschluss verfügt, zugängliches Online-Atlantisforschungsportal auf die Beine stellen und baten mich, bei dem Projekt mitzumachen. Unter Bernhards Federführung entstand ein – man übertreibt nicht, wenn man sagt – Mammutprojekt, das auch nach dem Ausscheiden von Claudia Wend unbeirrt weiterlief. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass Bernhard nahezu 95 % der Beiträge auf Atlantisforschung.de selbst verfasst hat.

Auf dem Treffen “10 Jahre Ancient Mail” am 10. April 2010 in Kamp-Lintfort lernte ich Bernhard persönlich kennen, aber schon vorher telefonierte ich wie danach auch, im Schnitt mindestens jeden dritten Tag mit ihm.

Als ich wegen politischer Äußerungen im Internet einem gewaltigen Shitstorm ausgesetzt war, war es ausgerechnet Bernhard, dessen politischen Einstellung sich wahrlich von der meinen unterschied, Beistand und Trost spendete, während andere sogenannte Freunde kräftig in den Shitstorm mit einstimmten und manche sogar Öl ins Feuer gossen. Ganz anders Bernhard! Das werde ich niemals vergessen!

Eines von Bernhards Lieblingszitaten war “Die Wissenschaft fängt eigentlich erst da an interessant zu werden, wo sie aufhört.” (Justus von Liebig). Nun hat er seine letzte Reise, diesmal ohne Rückfahrschein, dahin, wo die Wissenschaft aufhört, angetreten.

Ich werde ihn und die vielen Telefonate mit ihm nie vergessen.

Bernhard Beier – das Herz von Atlantisforschung.de – ist tot

Bernhard Beier, Mitbegründer und bis zu seinem Tod am 29.01.2021 redaktioneller Leiter von Atlantisforschung.de

Am vergangen Mittwoch erfuhr ich, dass Bernhard Beier, einer meiner besten Freunde und Redaktionsleiter von Atlantisforschung.de, am Freitag zuvor überraschend verstorben ist. Sein Anteil an Atlantisforschung.de dürfte mindestens 80% und wenn man von der  administrativen Tätigkeit absieht und sich nur auf die Erstellung und das Einpflegen der redaktionellen Artikel bezieht, weit über 90 % liegen.

Zumindest vorübergehend werde ich selbst die Radaktionsleitung übernehmen, wohlweislich, dass ich Bernhard nie ersetzen werden kann und auch bei weitem nicht in der Lage sein werde, auch nur annähernd so viele Artikel beizusteuern, wie er es getan hat. Für die Zukunft hätte ich absolut nichts dagegen, wenn sich ein engagierter Atlantis-Forscher, für diesen Posten bewerben würde. Die Anforderungen sind nicht allzu hoch: Mindestens (soweit möglich) ein Artikel pro Woche wäre super, der Bewerber müsste sich mit Wikimedia auskennen oder bereit sein, sich in die Arbeit mit einem Wiki einzuarbeiten. Ein Hauch Esoterik wäre nicht verkehrt, muss aber nicht sein, ein Zuviel an Esoterik allerdings auch nicht. Grundsätzlich sollte er sich mit dem Anliegen von Atlantisforschung.de identifizieren können. Im Redaktionsteam werden mir weiterhin Ferdinand Speidel und auch Dr. Dominique Görlitz zur Seite stehen, der mir in den letzten Tagen viel geholfen hat. Das Einpflegen der Texte ins Wiki-Format wird vorerst an mir allein hängenbleiben, doch ich wäre froh, wenn sich auf Dauer ein (weiterer) Redakteur fände, der mich hierbei unterstützen könnte.

Dominiques Nachruf auf Bernhard findet ihr hier.

Meinen eigenen Nachruf auf ihn werde ich in den nächsten Tagen fertigstellen.

Eines von Bernhards Lieblingszitate war:

“Die Wissenschaft fängt eigentlich erst da an interessant zu werden, wo sie aufhört.” (Justus von Liebig)

Roland M. Horn

Buchbesprechung: Hartwig Hausdorf: Mars Mysterien

  • von Roland M. Horn

Cover: Hartwig Hausdorf: Mars Mysterien

Hartwig Hausdorf:

Mars Mysterien

Wettlauf zum Roten Planeten

Ancient Mail Verlag, Groß-Gerau, Oktober 2020
ISBN: 978-3-95652-292-5
Preis: EUR 19,90
Hardcover, DIN-A5, 242 Seiten, 19 s/w-Abb.

Was dieses Buch deutlich von anderen Marsbüchern unterscheidet, ist, dass sein Autor als vielfach in der Welt herumgekommener PALÄO-SETI-Forscher die Möglichkeit hat, Ähnlichkeiten und Bezüge von Formationen auf der Erde mit solchen auf dem Mars zu vergleichen. So verweist er auf einen Ort im Nordwesten Namibias, wo er Felszeichnungen begutachtet hat, die nach aktuellem Wissenschaft älter als 6000 Jahre sind. Einige davon sind rätselhaft und “abstrakt”, und Hausdorf glaubt, eine Art Landefähre + Insasse zu erkennen. Ein weiteres Objekt dieser Art ist eine “riesige Gestalt” im algerischen Tassilli-Gebirge, die ihr Entdecker Henri Lhote spontan “Der Große Marsgott” nannte. Groß ist die Figur auf jeden Fall: Sechs Meter hoch. Darüber, ob das Modell tatsächlich vom Mars kam, lässt sich natürlich trefflich streiten. Weiter entdeckte Hausdorf ein “gewaltiges, steinernes Abbild unseres Sonnensystems” in Teotihuacán.

Selbstverständlich setzt sich der Autor aber auch mit “klassischen Marsrätseln” auseinander, so mit dem sogenannten “Phobos-Monolithen“, der sich in der Nähe des großen Stickney-Kraters auf dem Marsmond Phobos befindet und einen langen Schatten wirft. Einige Forscher ziehen sogar, die Möglichkeit in Betracht, dass der ganze Marsmond ein künstliches Gebilde ist.

Hartwig Hausdorf erwähnt weiter seltsame Lichtblitze auf dem Mars, die dort immer wieder beobachtet werden und an die berühmten “Moonblinks” erinnern. Einst hielten Wissenschaftler dieses Blitze für Versuche von Marsbewohnern, mit den Erdbewohnern Kontakt herzustellen. Doch noch seltsamer als diese Blitze erscheinen Hausdorf wolkenartige Gebilde in der Marsatmosphäre, so eine “weiße pilzförmige Wolke” von 30 Kilometer Ausdehnung, die Anfang der 50er Jahre in einer Höhe von 30 Kilomtern gesehen wurde und die ihn an einen Atompilz erinnert. Diese unterscheide sich deutlich von gewöhnlichen Marswolken. Ein weiteres – in anderen Publikationen kaum erwähntes – seltsames “Wolkenphänomen”, auf das Hausdorf eingeht, ist eine Struktur, die in den 1960er Jahren durch ein Teleskop beobachtet wurde und “genau wie unser Buchstabe ‘W’ aussieht“. Diese Struktur zog sich über fast ein Viertel der Marsoberfläche.

Selbstverständlich beschäftigt sich Hausdorf auch mit bekannteren Marsrätseln – so dem sogenannten Marsgesicht und den fünfseitigen pyramidenartigen Objekten auf dem Mars, wobei ihm wieder das auf seinen Weltreisen erworbene Wissen weiterhilft. So erinnert ihn die sog. D&M-Pyramide an ein Bauwerk, das er auf der Kanaren-Insel Teneriffa inspizierte. Was den Autor sehr fasziniert ist die Geometrie in der Cydonia-Region, wo das “Marsgesicht“, die “Pyramiden” und andere Bauwerke stehen. Diese Symmetrie wäre schon ein außergewöhnlicher Zufall, wie man feststellen muss. Zum Thema “Marsgesicht” speziell kommt Hausdorf erneut sein auf seinen Forschungsreisen erworbenes Wissen zugute. So entdeckte er auf der Osterinsel ein Gebilde, das ihn sehr an das “Marsgesicht” erinnert.

Hartwig Hausdorf geht weiter auf den Asteroidengürtel ein, von dem die Mainstream-Astronomie heute der Meinung ist, dass er kein ehemaliger explodierter Planet sein könne, da die Anziehungskraft des nahegelegenen Riesenplaneten Jupiter die Bildung eines solchen von vornherein verhindert hätte. Der Autor kann dieses Argument jedoch nachvollziehbar widerlegen, denn, wenn dem so wäre, hätte sich der Asteroidengürtel gar nicht bilden können, da der Jupiter die kleinen Gesteinsbrocken mittels seiner Anziehungskraft sofort an sich gerissen hätte. Insofern ist die von Hausdorf erwähnte alte Theorie, nach der die Asteroiden eben doch Bruchstücke eines einstigen Planeten sind, der möglicherweise vor sehr langer Zeit von einer Zivilisation bevölkert war, die über ein “riesiges Arsenal atomarer Massenvernichtungsmittel” verfügte und einem äußerst verhängnisvollen atomaren Super-GAU zu Opfer fiel, doch noch nicht ganz aus dem Rennen.

Hausdorf geht auch ausführlich über die derzeit von verschiedenen Staaten initiierten anlaufenden Marsflugprojekte und deren Zielsetzungen ein.

Das Buch kann rundweg empfohlen werden!

(Erstveröffentlichung auf Atlantisforschung.de)

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Neues zum Thema Schöpfung vs. Evolution: Die Restitutionstheorie

  • von Roland M. Horn

Neben der Evolutionstheorie mit all ihren Kompromissthesen (Theistische Evolution, Intelligent Design) und der klassischen Schöpfungslehre (dem Kreationismus) existiert weitgehend ungeachtet eine Variante der Schöpfungstheorie, die den Namen “Resititutionstheorie”, “Lückentheorie” oder (im Englischen “Gap Theory“) trägt. Sie basiert auf der Aussage, dass zwischen 1. Mose 1,1 (“Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde”) und 1. Mose 1,2 (“Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag über der Tiefe, und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser”) ein Lücke klafft, die Millionen von Jahren lang sein kann. Gott hat demnach zwar die Schöpfung strikt nach der Bibel innerhalb von sechs Tagen abgeschlossen, doch davor lag eine unbestimmte Zeit, so dass die Erde durchaus sehr alt ist, wie die Wissenschaftler heutzutage annehmen. “Im Anfang” habe Gott eine perfekte Erde geschaffen, denn Gott schaffe keine “wüste und leere” Erde. Danach geschah eine Katastrophe, die im Allgemeinen mit dem Fall Luzifers identifiziert wird, und dann wurde die Erde wüst und leer. Danach beginnt die Schöpfungsgeschichte, wie wir sie kennen, doch im Grund war sie nur eine Neuschöpfung.

Abb. 1: Thomas Chalmers: Er machte die Restitutionstheorie im 19. Jahrhundert populär

Der erste Autor, der Derartiges andeutete, war Papias von Hierapolis, der schrieb: “Einigen von ihnen [Engeln] gab er die Herrschaft über die Anordnung der Welt, und er beauftragte sie, auch ihre Herrschaft auszuüben … aber es kam vor, dass ihre Anordnung zu nichts führte.1https://de.vvikipedla.com/wiki/Gap_creationism Im 3. Jahrhundert n. Chr. war es Origenes aus Alexandria, der konkret von zwei Schöpfungen und einer Lücke zwischen beiden sprach: Die erste war ein geistiges Reich, die zweite ein physisches, wobei er nicht wusste, was konkret die erste Schöpfung war. Die Lückentheorie wurde gegen Ende des 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer populärer, weil der neue Wissenschaftszweig Geologie eine ältere Erde forderte, als es die damalige Interpretation des 1. Buches Mose zuließ.

Der Theologe und politischer Ökonom Thomas Chalmers, sowohl der Führer der Church of Scotland und der Free Church of Scotland, genannt der größte Kirchenmann des 19. Jahrhunderts war derjenige, der die Lückentheorie populär machte. Er schrieb:

“Meine eigene Meinung, wie sie 1814 veröffentlicht wurde, ist, dass sie [1. Mose 1:1] keinen Teil des ersten Tages bildet, sondern sich auf eine Zeit unbestimmten Alters bezieht, als Gott die Welten aus dem Nichts erschuf. Der Beginn des Arbeit des ersten Tages halte ich für die Bewegung des Geistes Gottes auf dem Wasser. Wir können der Geologie die größte Zeitspanne erlauben … ohne auch nur die Buchstäblichkeit der mosaischen Aufzeichnungen zu verletzen.”2zit n. https://en.wikipedia.org/wiki/Gap_creationism nach McIver T., Formless and Void: Gap Theory Creationism, Creation Evolution Journal (8)3, 1988, p. 6

Steven M. Collins, Leiter des Evangelistic Two-House Information Center E.T.H.i.C hat sich dem Thema in einem längeren Artikel mit dem Namen “IS THE EARTH 6000 YEARS OLD?” ausgiebig beschäftigt.

Am Anfang des Artikels legt er Wert auf die Feststellung, dass er Christ und Biblizist sei und somit glaubt, dass der Schöpfer Autor der Bibel ist, die er im Original für unfehlbar hält. Insofern schließt er sich auch der Meinung anderer Bibelfundamentalisten an, die der Ansicht sind, dass die menschliche Spezies, die jetzt auf dieser Erde lebt, nicht älter als 6000 Jahre sein kann. Ebenfalls hält er an Dogma der wörtlichen Schöpfung innerhalb von sechs 24-Stunden-Tagen fest. Die Erde allerdings sei deutlich älter. In der oben angesprochenen zeitlichen Lücke könnten sich tatsächlich Millionen oder Milliarden von Jahren verstecken. So könnten beispielsweise die Dinosaurier trotz wörtlicher Auslegung der Schöpfungsgeschichte in jenen Zeiträumen gelebt haben, in denen sie von der aktuellen Mainstream-Wissenschaft vermutet werden.

Bezüglich der Annahme der Lücken-Theorie weist Collins darauf hin, dass das Universum nicht am ersten Schöpfungstag geschaffen wurde. Kein Wunder, denn seiner Ansicht nach existierte es bereits lange Zeit vorher! Sie habe sich bereits seit langer Zeit um ihre Achse und um die Sonne gedreht, nur das Licht und somit Tag und Nacht seien erst am ersten Schöpfungstag hinzugekommen. Was er tat, sei schlicht, die Tageslicht- und Nachtabschnitte an einem 24-Stundentag zu schaffen, in dem er das Licht von der Dunkelheit “trennte”. Vorher herrsche eine allgegenwärtige Dunkelheit.

Collins behauptet, das hebräische Wort für “Tiefe”, über die vor der Schöpfung die Finsternis schwebte sei das gleiche, das auch für die Ozeane der Erde während der Zeit nach der Erschaffung des Menschen verwendet wird.

Abb. 2: Der Erzengel Michael schleudert Luzifer und seine Engel auf die Erde. Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von Peter Paul Rubens, ca. 162

Collins setzt nun im Buch Hiob, Kap. 38 an, wo Gott Hiob fragt, wo er war, als er die Erde gründete. Dort heißt es nach der Elberfelder Bibel von 2006:

“Wo warst Du, als ich die Erde gründete? Teile es mit, wenn du Einsicht kennst! Wer hat die Maße bestimmt, wenn du es kennst? Oder wer hat über ihr die Messschnur ausgespannt? Worauf sind ihre Sockel eingesenkt? Oder wer hat den Eckstein gelegt, als die Morgensterne miteinander jubelten und alle Söhne Gottes jauchzten? Wer hat das Meer mit Türen verschlossen, als es hervorbrach, dem Mutterschoß entquoll, als ich Gewölk zu seinem Gewand machte und Wolkendunkel zu seinen Windeln und ich meine Grenze zog und Riegeln und Türen einsetzte und sprach: Bis hierher kommst du und nicht weiter, und hier soll aufhören der Stolz deiner Wellen?” (V. 4-12)

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Nochmal zur Änderungsmöglichkeit des Magnetfelds

  • von Roland M. Horn

Grafische Darstellung des Erdmagnetfeldes (Illu.) Copyright: NASA Goddard Space Flight Center

Wir haben uns bereits mehrmals mit dem Thema “Magnetfeldumkehrungen” beschäftigt. Während einst als wissenschaftliche Norm galt, dass eine Umpolung des Erdmagnetfelds äußerst lange dauern würde, gingen “Seher” wie Edgar Cayce, der “Atlantisforscher wider Willens“, von sehr schnell verlaufenden Polveränderungen aus.

Nun berichtet Andreas Müller am 15.07.2020 auf seinem Blog Grenzwissenschaft aktuell über eine neue Studie, die zeigt, dass sich die Ausrichtung des Magnetfelds der Erde 10 mal schneller umpolen kann, als bisher angenommen wurde. Genau beruft sich Müller auf eine Studie von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen um Dr. Chris Davis von der University of Leeds und der University of California at San Diego. Die Wissenschaftler erlangten neue Erkenntnisse über den Einfluss eines wirbelnden Stroms aus flüssigem Eisen in 2800 Kilometern Tiefe unter der Erdoberfläche auf das Erdmagnetfeld im Verlauf der letzten 100.000 Jahre.

Müller erklärt, dass das Magnetfeld der Erde von einem konvektiven Fluss geschmolzenen Metalls erzeugt und aufrechterhalten wird, der den äußeren Erdkern bildet. Durch die Bewegung des flüssigen Eisens werden elektrische Ströme erzeugt, die das Feld antreiben.

Bereits in zahlreichen früheren Studien haben Wissenschaftler Sedimentproben, Proben aus einstigen Lavaströmen und menschliche Artefakte untersucht, um die Entwicklung des Magnetfelds rückwärts in der Zeit zu untersuchen, die die Ausrichtung des Magnetfeldes zur Zeit ihrer Entstehung aufzeigen. Jedoch gilt es als sehr schwierig, die genauen Signale des Magnetfelds der Erde in Proben dieser Art zu bestimmen, und aus diesem Grund gilt die konkrete Zu- und Einordnung der historischen Ausrichtungen des Felds bis heute als umstritten.

Die Ersteller der Studie haben deswegen einen anderen Weg gewählt: Sie kombinierten Computersimulationen des Erdmagnetfelds mit einer vor noch nicht allzu langer Zeit veröffentlichten Rekonstruktion der Zeitvariationen im Magnetfeld im Verlauf der letzten 100.000 Jahre. Müller schreibt: “Das Ergebnis zeigt, dass sich Veränderungen in der Ausrichtung des Erdmagnetfelds um das Zehnfache schneller einstellen können als die bislang schnellsten Schätzungen dieser Rate. Und Davis selbst sagt: “Da diese schnellen Veränderungen ein extremes Verhalten des flüssigen Erdkerns darstellen, liefern sie auch wichtige Informationen über das Verhalten des tiefen Erdinneren.

Darüber hinaus zeige die Studie, dass die beschriebenen schnellen Veränderungen zusammen mit lokalen Schwächungen des Magnetfelds aufträten. Dies bedeute, dass diese Veränderungen immer dann auftraten, wenn das Feld auch seine Polarität umgekehrt hatte, oder auch während geomagnetischer Wanderungen, als sich die Dipol-Achse des Felds weit von den Orten der geografischen Nord- und Südpole wegbewegt hatte.

Als deutlichstes Beispiel einer solchen Veränderung benennt Müller eine “scharfe Veränderung in der Ausrichtung des geomagnetischen Feldes um etwa 2,5 Grad pro Jahr vor rund 39.000 Jahren. Diese Veränderung ging mit einer lokalen Schwächung der Feldstärke in einer Region vor der Westküste Zentralamerikas einher und folgte dem globalen sogenannten Laschkamp-Ereignis – einer kurzzeitigen Umkehrung des Magnetfeldes, die vor etwas 41.000 (±2000)Jahren stattfand und ungefähr 440 Jahre andauerte.

Müller schließt mit den Worten:

Die Analyse zeigt, dass die schnellsten Richtungsänderungen mit der Bewegung von Flecken mit umgekehrtem Fluss auf der Oberfläche des flüssigen Kerns verbunden sind. Diese Flecken sind in niedrigeren Breiten häufiger anzutreffen, was darauf hindeutet, dass sich zukünftige Suchen nach schnellen Richtungsänderungen auf diese Bereiche konzentrieren sollten.

 

Quelle

Erstveröfffentlichung auf Atlantisforschung.de

nach

Müller, Andreas: Erdmagnetfeld kann sich 10x schneller ändern als bislang gedacht. Grenzwissenschaft-aktuell.de vom 15.07.2020

 

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Wenn die Erdachse ‘verrutscht’(Bernhard Beier/Roland M. Horn)

Otto Muck und „Die Welt vor der Sintflut“

*von Roland M. Horn

(Erstveröffentlicht auf Atlantisforschung.de)

Abb. 1 Der österreichische Atlantisforscher und -autor Otto Heinrich Muck.
Tony O’Connell, in: Atlantipedia.ie, unter “Muck, Otto” (Bildbearbeitung durch Atlantisforschung.de

Otto Heinrich Muck gilt als einer der einflussreichsten und bedeutendsten Atlantis-Forscher des 20. Jahrhunderts. Er wurde am 5. August 1892 in Wien geboren. Dort besuchte er auch die Volksschule, anschließend in Kremsmünster das Gymnasium. Das Abitur legte er am Staatsgymnasium Wien ab. Als junger Mann diente Otto Muck beim östereichischen Militär, wo er es bei den k.u.k. Luftfahrtruppen (Aviatik) bis zum Oberleutnant brachte. Dort war der technikbegeisterte Muck u.a an der Konstruktion des ersten Jagdeinsitzers Österreichs beteiligt. Nach dem Ende des I. Weltkriegs ging er nach München, studierte dort an der Technischen Universität, wo er 1920 mit Abschluss Diplom-Ingenieur graduierte. Im Anschluss studierte er auf Anregung von Werner Heisenbergs Lehrer, dem Physiker Arnold Sommerfeld auch noch Physik sowie Geophysik und zudem Frühgeschichte.1Red. Anmerkung: Wie die umfassenden Recherchen von Dr. Boris Lindenberg, Brandenburg, ergeben haben, ist die bei Ernst von Khuon (1976) und im SPIEGEL (1976) zu findende Darstellung unzutreffend, Muck habe bei Professor Sommerfeld promoviert. Dazu teilte er uns mit: “Muck versuchte – nach Anregung durch Sommerfeld (LMU München) und theoretischem Studium der Atomphysik – an der TH München (heute TU München) über >die Bedeutung der Gasspektren für die Erforschung der Gasstruktur< zu promovieren. Dies wurde seitens der Hochschule aber abgelehnt, wie ich von dort erfuhr. Man findet auch in keiner der Promotionsdatenbanken Otto (Heinrich) Muck.” (Quelle: E-Mail von Dr. B. Lindenberg an Atlantisforschung.de, 06.02.2013 – 16:50 h)

Später korrespondierte Muck wissenschaftlich u.a. mit Sommerfeld und Albert Einstein (mit Letzterem über die Struktur der Lichtquanten2 Siehe: Otto Muck (Hauptautor), Über die Struktur der Lichtquanten, 12 S., Einstein Archives Online; abgerufen: 07. Februar 2013).

Während des II. Weltkriegs gehörte Otto Muck zu Wernher von Brauns Raketen-Team in Peenemünde. Außerdem gilt als einer der Erfinder des U-Boot-Schnorchels, der zu jener Zeit entwickelt wurde.3Red. Anmerkung: Diese Angabe steht allerdings ebenfalls zur Disposition, wie Boris Lindenberg feststellt: “Der U-Boot-Schnorchel wird in der Literatur und Wikipedia anderen Erfindern zugeschrieben. Bei der Patentrecherche hierzu findet sich Otto Muck nicht einmal als Miterfinder. Da Muck offenbar in Sachen Patentschutz Bescheid wusste, hätte er sich zumindest als Miterfinder registrieren lassen.” (Quelle: E-Mail von Dr. Lindenberg an Atlantisforschung.de, 06.02.2013 – 16:50 h) Nach Kriegsende wurde er dann als technischer Berater von Großunternehmen wie den Schuckertwerken bzw. Siemens & Halske aktiv. Er galt nicht nur als hochkarätiger Technik-Spezialist, sondern auch als talentierter Künstler und Graphiker. Zu Beginn der 1950er Jahre lebte er in Uffing am Staffelsee, wo er auch ein Elektrophysikalisches Institut betrieb. Als er am 7. November 1956, 64-jährig, in Wien an den Folgen eines Unfalls verstarb, hinterließ er zahlreiche4Red. Anmerkung: Die in der Literatur häufig zu findende Angabe, O. Muck habe “2000 Patente” angemeldet, entspricht so offenbar auch nicht den Tatsachen. Dazu Dr. Lindenberg: “Otto Muck hat etliche Erfindungen angemeldet, nicht alles führte wirklich zum Patent. Wenn eine (angebliche) Erfindung z. B. beim DPA angemeldet ist, kann man unter Inanspruchnahme dieses Anmeldetags (>Priorität<) bei anderen Patentämtern auf der Welt dieselbe Erfindung auch noch anmelden, um sie dort möglichst ebenfalls patentieren zulassen. Zählt man solche Nachanmeldungen zu den Erstanmeldungen dazu, kommt man vielleicht auf 200 Anmeldungen (nicht = Patente!), aber nicht 2000.” (Quelle: E-Mail von Dr. B. Lindenberg an Atlantisforschung.de, 06.02.2013 – 16:50 h)  Patente.5Unter seinen Patentanmeldungen befanden sich Trockenrasierer, ferngesteuerte Uhren, doppelter Blitz bei der Personenfotografie, Handhabung von tiefgekühlten und brennbaren Gasen, Erzeugung von Ultraschall, senkrecht startende und landende Flugzeuge, elektrotechnische Einrichtungen, Thermomassagegeräte, Flüssigerdgas-Tankschiff und Telegraphen. (Siehe: Otto Muck (Ingenieur), bei: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie; Zugriff: 01.02.2013), von denen knapp 40 in die Konstruktion der Methanschiffe eingegangen waren, welche für den griechischen Reeder Stavros Niarchos gebaut wurden.6Alle Quellen zu Otto Mucks Biographie: Ernst von Khuon, “Rätsel Atlantis”, ein Vorwort zu: Otto Muck, “Alles über Atlantis: alte Thesen, neue Forschung”, Econ-Verlag, 1976 — sowie: Anonymus, “UNTERGANG AM NACHMITTAG – Ein österreichischer Ingenieur, ehemaliger Mitarbeiter Wernher von Brauns, entwickelte mit Hilfe moderner geologischer Erkenntnisse eine interessante Theorie über den Atlantis-Bericht des Philosophen Platon.”, in: DER SPIEGEL, 19/76, 03.05.1976 — Friedrich Bertkau und Gerhard Oestreich (Hrsg.): Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1950. Verlag Walter de Gruyter & Co, Berlin 1950 — Nachricht von Dr. Boris Lindenberg, Brandenburg, an Atlantisforschung.de vom 06.02.2013 – 16:50 h — Otto Muck (Ingenieur), bei: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

Im selben Jahr (1956) hatte er noch sein viel beachtetes Buch Atlantis – Die Welt vor der Sintflut veröffentlicht. Dieses Werk wurde 1976 unter dem Titel Alles über Atlantis bearbeitet neu aufgelegt, allerdings fehlten dort wichtige Bestandteile. Scheinbar aktuellere Themen wurden stattdessen eingefügt, die mit dem Thema und Mucks Ideen nicht unbedingt allzu viel zu tun haben.

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