Buchbesprechung: Lars A. Fischinger: Rebellion der Astronautenwächter

  • von Roland M. Horn

Cover: Lars A. Fischinger: Rebellion der Astronautenwächter

Lars A. Fischinger:
Rebellion der Astronautenwächter – Gefallene Göttersöhne, die Sintflut und versunkene Ur-Kulturen
Amra-Verlag, Hanau 2015
ISBN: 978-3-939373-46-9
Preis: € 19,95
Hardcover mit Lesebändchen,
302 Seiten

Im Jahr 1997 veröffentlichte Fischinger sein zweites Buch: Götter der Sterne, das ich aufgrund seiner gründlichen Quellenarbeit als “seriöseste Prä-Astronautik-Buch ist, das ich je gelesen habe” bezeichnete. Und, um es vorwegzunehmen: Rebellion der Astronautenwächter ist vom gleichen Kaliber! Es ist auch alles andere als etwa eine Neuauflage von Götter der Sterne, sondern vielmehr eine Ergänzung dazu. Während Fischinger sich bei Götter der Sterne eines Großteil des Alten Testaments vorgekommen hat, konzentriert er sich hier auf die Themen von der Schöpfung bis zur Sintflut, und entsprechend ausführlich fallen auch seine Ausführungen dazu aus.

Fischinger schafft es, sich auf 130 Seiten allein mit lediglich zwei Themen intensiv zu befassen, die in der Bibel nur wenig Raum einnehmen: Henoch, über den nach 1. Mose 5:21 im Rahmen einer chronologischen Auflistung des Stammbaum von Adam bis Noah lapidar gesagt wird: “Und Henoch lebte 65 Jahre und zeugte Metuschelach. Und Henoch wandelte mit Gott, nachdem er Metuschelach gezeugt hatte, 300 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Und alle Tage Henochs betrugen 365 Jahre. Und Henoch wandelte mit Gott; und er war nicht mehr da, denn Gott nahm in hinweg” (zit. nach der Elberfelder Übersetzung); und die “Göttersöhne”, die vom Himmel kamen” (1. Mose 6,1-4), über die es nach der gleichen Übersetzung heißt: “Und es geschah, als die Menschen begannen, sich zu vermehren auf der Fläche des Erdbodens, und ihnen Töchter geboren wurden, da sahen die Söhne Gottes, die Töchter des der Menschen, dass sie gut waren, und sie nahmen sich von ihnen alle zu Frauen, welche sie wollten. Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht ewig im Menschen blieben, da er ja auch Fleisch ist. Seine Tage sollen 120 Jahre betragen. In jenen Tagen waren die Riesen auf der Erde und auch danach, als die Söhne Gottes zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen (Kinder) gebaren. Das sind die Helden, die in der Vorzeit waren, die berühmten Männer.” Danach bricht dieses Thema plötzlich ab, und Gott stellt fest, dass die Bosheit der Menschheit – die er selbst geschaffen hatte – groß war, und obwohl man annehmen sollte, dass ein allmächtiger Gott dies hätte voraussehen können oder sogar müssen, reute es ihn plötzlich, dass er die Menschen geschaffen hatte und beschloss, sie in einer Sintflut zu ersäufen und den Großteil der Tiere gleich mit. Sind die auch böse geworden? Wie wir wissen, beschreibt das Alte Testament, dass Noah “Gnade in den Augen des HERRN fand”. Die Aussage über Henoch ist noch knapper, da werden etliche Personen aufgezählt und am jeweiligen Ende wird beschrieben in welchem Alter sie starben, nur bei Henoch finden wir diese merkwürdige Aussage.

Doch Fischinger wühlt sich durch den Literaturwald und findet Ergänzendes: Größtenteils in Apokryphen, die es nicht mal in den (mehr Bücher erhaltende als der evangelische) katholische Kanon geschafft hatten: Allen voran, das (äthiopische) Buch Henoch, aus dem im neuen Testament (im Judas-Brief) sogar zitiert wird und das zur Zeit des frühen Christentums sehr beliebt war. Doch Fischinger erkundet auch das sehr viel weniger bekannte “slawische Buch Henoch”. Dazu kommen u. a. das Buch der Jubiläen. Fischinger recherchiert weiter im Jerusalemer Bibellexikon und findet auch hier viele interessante Ergänzungen hinsichtlich der Frage, was hinter dieses wenigen Bibelpassagen stecken könnte. Er befasst sich eingehend mit sumerischen und akkadischen Mythen und findet dort sehr viel Erhellendes, dass er seinen Lesern auf flüssige und spannende Weise weitergibt. Eine weitere seiner Quellen sind die Qumran-Rollen.

Fischingers Recherchen zufolge können die merkwürdigen “Göttersöhne” am ehesten Außerirdische gewesen sein, die mit menschlichen Frauen verkehrten und “Mischwesen” erzeugten – eben diese Riesen. Insbesondere den sumerischen Mythen zufolge mussten die extra zu diesem Zweck geschaffenen Menschen für die Außerirdische schuften, waren Sklaven. Die “Engel” (eher als Wächter zu verstehen denn als irgendwelche kindlich und feminin aussehenden Figuren, wie sie oft in kitschiger Weise dargestellt werden) rebellierten gegen ihre Arbeitgeber, was nach sumerischen Überlieferungen der Grund für die Erschaffung des Menschen war, die deren Arbeit übernehmen sollten. Auch in der biblischen Schöpfungsgeschichte, klingt – oft unbeachtet – an, dass der Mensch nicht in einem buchstäblichen “Paradies” lebte, sondern den Garten Eden bebauen sollte.

Die Sintflut sieht Fischinger eher als eine Naturkatastrophe an, die nicht buchstäblich die ganze Erde überflutet haben muss. Die Aussagen im (äthiopischen) Buch Henoch sind schwer anders zu verstehen, als dass Henoch sich in einem Fluggerät (mehrmals und schließlich endgültig) von der Erde entfernt hatte.

Im weiteren Verlauf des Buches spricht Fischinger die Frage nach archäologischen Beweisen an und geht auf verschiedene Sintflut- und Katastrophenszenarien ein, die von verschieden Autoren vertreten werden, so die von Leonard Woolley, der glaubt, Beweise der Sintflut in der Stadt Ur gefunden zu haben und der These von der einstigen Überschwemmung des Schwarzen Meeres, wie William Walter C. Pitman und William Ryan sie als Verursacher der weltweiten Sintflut sehen.

Weiter kommt Fischinger auf die Frage nach einer eventuell versunkenen hochstehenden Zivilisation zu sprechen, die durch die Sintflut ausgelöscht worden sein könnte. Seine Spurensuche führt ihn nach Ägypten und dem “Pyramidenkapitel in Al-Makrizis Hitat” aus dem Mittelalter, einer Sammlung arabischer Berichte verschiedener Geschichtsschreiber, in der ein Autor sagt (wie das christlichen Trancemedium Edgar Cayce in seinen Readings auch, dass die Große Pyramide von Giseh nicht von Cheops, sondern von Hermes erbaut wurde – und der soll identisch sein mit dem arabischen Idris und – dem biblischen Henoch, womit wir wieder am Anfang angelangt sind…

Fischinger geht mit den Sintflut- und Katastrophenthesen, die er betrachtet vorbildlich unvoreingenommen um, wenn auch – zumindest aus meiner Sicht – Immanuel Velikowsky und Ignatius Donnelly etwas zu schlecht wegkommen.

Auch über überraschend zahlreiche Funde von offensichtlichen Werkzeugen oder Skelettteilen von Riesen geht Fischinger ein.

Zusammenfassend ist nur zu sagen, dass jeder, der auch nur am Rande an einem der in diesem Buch behandelten Themenkomplexen interessiert ist, dieses Buch gelesen haben sollte – und anschließend am besten mit “Götter der Sterne” weitermacht…

(Erstveröffentlichung bei Atlantisforschung.de)

Bezugsmöglichkeiten:
Bei Amazon.de
Beim Verlag

Buchbesprechung: Erich von Däniken: Alles Evolution – oder was?

  • von Roland M. Horn

Erich von Däniken:
Alles Evolution – oder was?
Argumente für ein radikales Umdenken
Kopp Verlag, Rottenburg, 2020
ISBN: 978-3-86445-779-1
Preis: 22,99 €
Gebunden mit Schutzumschlag, 223 Seiten, 52 (meist farbige) Fotos

Bei diesem Buch fällt zunächst die außergewöhnlich schöne Aufmachung des Buches auf, die man in dieser Form heutzutage ansonsten kaum noch findet. Ein dickes Lob für den Verlag schon mal vorab. Der Autor ist von seiner Kernkompetenz her eher als “Präastronautiker” bekannt, ja gilt gar als “Präastronautik-Papst”, aber in diesem Buch beweist er, dass er sich auch mit dem Thema Evolutionstheorie gut auskennt, und als bekannt selbstdenkender Mensch verwundert es auch nicht, dass er sich nicht nur als Kritiker der Evolutionstheorie ausweist, sondern sie letztlich vollkommen verwirft – und das nicht ohne Grund, denn all seine Argumente stechen! Insgesamt kann man sagen, dass dieses Buch vielleicht das wichtigste und beste ist, dass Erich von Däniken je geschrieben hat, doch gehen wir jetzt etwas detaillierter auf den Inhalt ein.

Von Däniken beweist anhand von zahlreichen Beispielen, dass viele Tiere (und auch Pflanzen!) Eigenschaften besitzen, die nicht durch eine langsame Entwicklung, wie die Evolutionsthese sie voraussetzt, entstanden sein können. Als eines von vielen Beispielen geht der Autor auf die Braune Einsiedlerspinne, die gefährlichste Giftspinne der USA, ein, die – im Gegensatz zu anderen Spinnen – nur sechs anstelle von acht Augen besitzt. Warum gab sich die Evolution mit nur sechs Augen zufrieden, fragt er sich mit Recht. Warum nicht acht, wie andere Giftspinnen sie auch haben? Dazu kommt die unterschiedliche Giftmischung der Spinnen. Das Gift der Brasilianischen Wanderspinne ist zwanzig Mal stärker als das der Schwarzen Witwe. Warum?

Doch von Däniken sieht noch größere Probleme und verweist auf den Umstand, dass der Falter “AtlasspinnerFacettenaugen besitzt, die aus ungefähr 8000 kleineren Augen bestehen und dass das Männchen mit seinen leicht gespreizten Fühlern ein Weibchen über größere Entfernungen riechen kann. Dies ist auch dringend geboten, denn der Atlasspinner benötigt dringend Nachwuchs, weil er lediglich einige Tage lebt. Wie andere Schmetterlinge entsteht der Atlasspinner als Raupe, die aus dem Ei schlüpft, um sich dann zu entpuppen, bevor aus dieser Puppe ein Schmetterling schlüpft und sich zu seinem kurzen Leben als Falter aufmacht. Der Prozess ist kompliziert: Die Raupe, die das eigentliche Fressorgan des späteren Schmetterlings ist, besteht aus vierzehn gleichmäßig aneinandergereihten Segmenten mit einem Kopf an der Spitze. Die Raupen fressen nach der Geburt zuerst ihre eigene Schale, bevor sie ihr Ernährungsprogramm umstellen und sich über Samen, Nadeln und Blätter verschiedener Pflanzen hermachen. In der Phase der Verpuppung erkennt von Däniken ein “wunderbares genetisches Programm”. Die Zellen der Puppen verwandeln sich derart, dass ein völlig neuer Körper entsteht – der Schmetterling.

In diesem Zusammenhang stellt von Däniken fest, dass jedes Programm zum Aufbau einer Lebensform seinen Ursprung in der Zelle hat, die die DNA enthält. Und er stellt die Königsfrage: Woher soll die Information stammen, die aus der Puppe einen komplett neuen Körper entstehen lässt, um festzustellen, dass diese Informationen schon im Ei existent gewesen sein müssen? “Was bringt ‘Die Evolution’ dazu, mittels eines derart komplizierten Weges eine Lebensform wie den Schmetterling entstehen zu lassen, ein Tierchen zudem, das gerade einmal einige Tage lebt, ohne etwas zu fressen?” Der Autor stellt weiter fest, dass die Informationen beim “Ablesen” des DNA-Stanges auch “Stop and go”-Befehle enthält. “Wann – im zeitlichen Ablauf – wird die nächste Häutung der Puppe freigegeben? Wann entsteht die grobe Flügelform, wann entstehen die gelblichen Flügelspitzen, wann die leicht gefächerten Flügel? Wann wachsen die Mundwerkzeuge, wann die Beine und die 80000 Äuglein? Wann die Sinnesorgane, um zu ergänzen: “Die Botschaft der Gene muss nicht nur in der richtigen Reihenfolge ‘abgelesen’ werden, sondern auch zum exakten Zeitpunkt erfolgen, ansonsten entstehen Missbildungen.” (S. 24)

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Kam Gott aus dem All und schuf die Menschheit?

  • Von Lars A. Fischinger

Nach dem Buch „Historia Mystica“, 2009

„Gott sprach: Lasset uns den Menschen machen nach unserem Abbild, uns ähnlich (…). So schuf Gott den Menschen nach seinem Abbild, nach Gottes Bild schuf er ihn, als Mann und Frau schuf er sie.“ (Gen. 1,26-27)

So berichtete es das 1. Buch Mose in der so genannten „ersten Schöpfungsgeschichte“. Einige Verse weiter, ab Kapitel 2, Vers 7, finden wir dann die „zweite Schöpfung“, in der es heißt:

„Da bildete Gott, der Herr, den Menschen aus dem Staub der Ackerscholle und blies in seine Nase den Odem des Lebens; so ward der Mensch zu einem lebendigen Wesen.“

Später dann wurde aus einer angeblichen „Rippe“ des ersten Mannes seine Gefährtin Eva (korrekt: „Männin“) geschaffen „damit sie ihn diene“, wie es die Bibel weiß.

Eine fromme Geschichte, die viele Jahrhunderte als Tatsache angesehen wurde und erst im Zeitalter der aufkommenden Evolutionstheorie des britischen Naturforschers Charles Darwin (1809 bis 1882) nach und nach verworfen wurde. Die Menschheit, so der grundsätzliche Glauben der modernen Naturwissenschaft, entstand aus primitiven Vorfahren in einer gradlinigen Evolution über Millionen von Jahren.

Doch ist das tatsächlich so und damit alle Schöpfungsmythen unserer Vorfahren nichts als Humbug? An dieser Stelle soll zusammenfassend einmal genauer hingesehen werden.

Die Schöpfung der Bibel ist die auf der Erde am weitesten verbreitete Mythologie über den Ursprung des Menschen überhaupt. Und kein Zweifel, darin wird der Mensch als Produkt Gottes angesehen. Und schon diese Annahme ist falsch. Im 1. Buch Mose heißt es, dass „Gott“ in seiner Güte den Menschen erschuf, um sich die Erde untertan zu machen. Erstaunlich – und schlicht fast immer übersehen – ist die Tatsache, dass die Bibel in Gen. 1,26 davon spricht, dass nicht Gott allein die Menschen schuf. „Lasset uns“, „nach unserem Abbild, uns ähnlich“ heißt es klipp und klar im Alten Testament. Wieso aber uns? Es gibt doch laut biblischer Lehre nur einen Gott. Hier wird es spannend und es breiten ich Parallelen zu anderen, globalen Schöpfungsmythen aus.

Der biblische Name „Gott“, der im Buch Genesis und anderen Teilen des Alten Testamentes steht, lautet im noch vorliegenden Hebräischen Originaltext „ELOHIM“ (´älohîm). Wer oder was ist dieses „ELOHIM“? Entsprechende Nachschlagwerke verraten es: Es handelt sich um eine pluralistische Namengebung und bedeutet schlicht „Götter“, „göttliche Wesen“, „Gottheiten“ usw. „Fremde Götter“ werden in der Bibel ebenso mit diesem Namen bezeichnet, wie es zum Beispiel Dtn. 6,14, Jos. 24,15 und 2 Kön. 18,35 beweist. Damit bekommt auch Gen. 1,26 einen Sinn, denn damit haben „Götter“ gesagt: „Lasset uns Menschen machen“. Im Alten Testament taucht die Bezeichnung „Götter“, „ELOHIM“, ganze 2602-mal mal auf. Hier spricht die Bibel also klar von einer Gruppe von göttlichen Wesen. Auch wenn zum Beispiel Theologen der „Deutschen Bibelgesellschaft“, Stuttgart, diese Bezeichnung gerne als „Abstrakt-, Intensitäts-, Hoheits- oder Herrschaftsplural“ deuten.

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Buchbesprechung: “Darwin? Jahwe? Elohim? Schöpfung vs. Evolution” von Daniela Mattes und Peter Hoeft

  • von Roland M. Horn

Daniela Mattes und Peter Hoeft:

Darwin? Jahwe? Elohim?

Schöpfung vs. Evolution

Ancient-Mail-Verlag, Groß-Gerau, August 2020
978-3-95652-289-5
Preis: EUR 14,90
Paperback, 192 Seiten, 33 sw-Bilder

Ein Buch, das die immer noch gegenwärtige Frage „Schöpfung vs. Evolution“ stellt, grundsätzlich sehr interessant, da die Evolutionstheorie, wie sie heute gelehrt wird, doch einige gewaltige Lücken aufweist. Die beiden Autoren dieses Buches haben je ein gemeinsames Vor- und Nachwort, aber eigene vollständige Artikel geschrieben, und Daniela Mattes beginnt den Kapitelreigen mit dem Thema „Schöpfungsmythen der Menschheit“. So beginnt sie erwartungsgemäß mit der Schöpfungsgeschichte, wie die meisten von uns sie aus der Bibel kennen dürften und ordnet sie zunächst dem Christentum zu. Mattes fällt sofort auf, dass die Bibel im Grunde zwei unterschiedliche Schöpfungsberichte liefert, die einfach hintereinander gesetzt sind. Im ersten Schöpfungsbericht erschafft Gott den Menschen erst, nachdem er (Gott) Pflanzen und Tiere erschaffen hatte und erklärt dem geschaffenen Menschen ausdrücklich, dass die Pflanzen zur Nahrung dienen; im zweiten erschafft er den Menschen, bevor es Pflanzen gab.

Mattes befasst sich auch mit anderen Religionen wie dem Judentum, dem Islam, die ja wie das Christentum, auf dem sogenannten Alten Testament fußen sowie dem Hinduismus. Interessantes hat Mattes über den Buddhismus zu berichten, wenn sie schreibt: „Buddha hat die Frage nach der Schöpfung selbst auch nicht beantwortet, sondern stets darauf hingewiesen, dass bereits das Nachdenken über diese Frage sinnlos sei, da sie nicht beantwortet werden könnte.“ (S. 69) Nun ja, vielleicht hat er ja Recht!

Das nächste Kapitel „Der Vater der Evolutionstheorie: Charles Darwin stammt von Hoeft, der spannend und informativ über dieses Thema informiert.

Besonders gefreut habe ich mich auf das von Hoeft geschriebene Kapitel „Was Fundamentalisten glauben“, weil ich ja weiß, dass Hoeft – wie im Übrigen ich selbst auch – einst Bibelfundamentalist war. Leider ist aber gerade diese Kapitel mit Abstand das schlechteste in diesem Buch (alle andere sind sehr gut bis gut), weil es scheinbar in einem Zustand der Wut geschrieben wurde. Anstatt über den Bibelfundamentalismus zu berichteten, reiht er Hasstirade an Hasstirade, die sich gegen Politiker richten, die eine gewisse Nähe zum Evangelikalismus pflegen. Ganz klar: Thema verfehlt! Gegen Schluss des Kapitels fängt er sich dann aber wieder und berichtet sachlich und fundiert über die Intelligent Design-Theorie und den Kreationismus in den USA und Deutschland.

Anschließend kommt Mattes wieder an die Reihe, die fundiert über das Thema „Evolution vs. Schöpfung“ berichtet und explizit darauf hinweist, dass es ja nicht nur eine Evolutionstheorie gibt, sondern gleich mehrere. Sie musste immer wieder verändert werden, da immer wieder neue Erkenntnisse vorlagen. Andere Wissenschaftler bauen immer wieder verschiedene Thesen und Ansätze ein, die später modifiziert oder verworfen werden. Die Autorin stellt am Ende der Einleitung zu ihrem Artikel fest: „Somit haben wir ein komplexes Gedankengebäude aus verschiedenen Thesen und Erklärungen, die versuchen, uns die Entstehung und Entwicklung des Menschen sowie aller Tierarten zu erklären.“ (S. 101) Insgesamt ist das Kapitel sehr informativ. Mattes vergisst auch nicht zu erwähnen, dass unter den Wissenschaftlern, die die Evolutionstheorie befürworten, auch schon mal geschummelt wird. Der bekannteste Fälscher ist wohl der Zoologe Ernst Haeckel. Mattes stellt weiter mit Recht fest, dass die Kirchen zwangsläufig ein Problem mit der Evolutionsthese haben, da in der Bibel „alle Tiere ‚fertig‘ geschaffen“ wurden und keiner Mutation bedurften. Ja, im Gegenteil: Konkret heißt es, dass „ein jedes Tier nach seiner Art“ geschaffen wurde. Ein deutlicher Widerspruch zwischen der offiziellen wissenschaftlichen und der kirchlichen Lehre also.

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