Buchbesprechung: Erich von Däniken: Alles Evolution – oder was?

  • von Roland M. Horn

Erich von Däniken:
Alles Evolution – oder was?
Argumente für ein radikales Umdenken
Kopp Verlag, Rottenburg, 2020
ISBN: 978-3-86445-779-1
Preis: 22,99 €
Gebunden mit Schutzumschlag, 223 Seiten, 52 (meist farbige) Fotos

Bei diesem Buch fällt zunächst die außergewöhnlich schöne Aufmachung des Buches auf, die man in dieser Form heutzutage ansonsten kaum noch findet. Ein dickes Lob für den Verlag schon mal vorab. Der Autor ist von seiner Kernkompetenz her eher als “Präastronautiker” bekannt, ja gilt gar als “Präastronautik-Papst”, aber in diesem Buch beweist er, dass er sich auch mit dem Thema Evolutionstheorie gut auskennt, und als bekannt selbstdenkender Mensch verwundert es auch nicht, dass er sich nicht nur als Kritiker der Evolutionstheorie ausweist, sondern sie letztlich vollkommen verwirft – und das nicht ohne Grund, denn all seine Argumente stechen! Insgesamt kann man sagen, dass dieses Buch vielleicht das wichtigste und beste ist, dass Erich von Däniken je geschrieben hat, doch gehen wir jetzt etwas detaillierter auf den Inhalt ein.

Von Däniken beweist anhand von zahlreichen Beispielen, dass viele Tiere (und auch Pflanzen!) Eigenschaften besitzen, die nicht durch eine langsame Entwicklung, wie die Evolutionsthese sie voraussetzt, entstanden sein können. Als eines von vielen Beispielen geht der Autor auf die Braune Einsiedlerspinne, die gefährlichste Giftspinne der USA, ein, die – im Gegensatz zu anderen Spinnen – nur sechs anstelle von acht Augen besitzt. Warum gab sich die Evolution mit nur sechs Augen zufrieden, fragt er sich mit Recht. Warum nicht acht, wie andere Giftspinnen sie auch haben? Dazu kommt die unterschiedliche Giftmischung der Spinnen. Das Gift der Brasilianischen Wanderspinne ist zwanzig Mal stärker als das der Schwarzen Witwe. Warum?

Doch von Däniken sieht noch größere Probleme und verweist auf den Umstand, dass der Falter “AtlasspinnerFacettenaugen besitzt, die aus ungefähr 8000 kleineren Augen bestehen und dass das Männchen mit seinen leicht gespreizten Fühlern ein Weibchen über größere Entfernungen riechen kann. Dies ist auch dringend geboten, denn der Atlasspinner benötigt dringend Nachwuchs, weil er lediglich einige Tage lebt. Wie andere Schmetterlinge entsteht der Atlasspinner als Raupe, die aus dem Ei schlüpft, um sich dann zu entpuppen, bevor aus dieser Puppe ein Schmetterling schlüpft und sich zu seinem kurzen Leben als Falter aufmacht. Der Prozess ist kompliziert: Die Raupe, die das eigentliche Fressorgan des späteren Schmetterlings ist, besteht aus vierzehn gleichmäßig aneinandergereihten Segmenten mit einem Kopf an der Spitze. Die Raupen fressen nach der Geburt zuerst ihre eigene Schale, bevor sie ihr Ernährungsprogramm umstellen und sich über Samen, Nadeln und Blätter verschiedener Pflanzen hermachen. In der Phase der Verpuppung erkennt von Däniken ein “wunderbares genetisches Programm”. Die Zellen der Puppen verwandeln sich derart, dass ein völlig neuer Körper entsteht – der Schmetterling.

In diesem Zusammenhang stellt von Däniken fest, dass jedes Programm zum Aufbau einer Lebensform seinen Ursprung in der Zelle hat, die die DNA enthält. Und er stellt die Königsfrage: Woher soll die Information stammen, die aus der Puppe einen komplett neuen Körper entstehen lässt, um festzustellen, dass diese Informationen schon im Ei existent gewesen sein müssen? “Was bringt ‘Die Evolution’ dazu, mittels eines derart komplizierten Weges eine Lebensform wie den Schmetterling entstehen zu lassen, ein Tierchen zudem, das gerade einmal einige Tage lebt, ohne etwas zu fressen?” Der Autor stellt weiter fest, dass die Informationen beim “Ablesen” des DNA-Stanges auch “Stop and go”-Befehle enthält. “Wann – im zeitlichen Ablauf – wird die nächste Häutung der Puppe freigegeben? Wann entsteht die grobe Flügelform, wann entstehen die gelblichen Flügelspitzen, wann die leicht gefächerten Flügel? Wann wachsen die Mundwerkzeuge, wann die Beine und die 80000 Äuglein? Wann die Sinnesorgane, um zu ergänzen: “Die Botschaft der Gene muss nicht nur in der richtigen Reihenfolge ‘abgelesen’ werden, sondern auch zum exakten Zeitpunkt erfolgen, ansonsten entstehen Missbildungen.” (S. 24)

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Kam Gott aus dem All und schuf die Menschheit?

  • Von Lars A. Fischinger

Nach dem Buch „Historia Mystica“, 2009

„Gott sprach: Lasset uns den Menschen machen nach unserem Abbild, uns ähnlich (…). So schuf Gott den Menschen nach seinem Abbild, nach Gottes Bild schuf er ihn, als Mann und Frau schuf er sie.“ (Gen. 1,26-27)

So berichtete es das 1. Buch Mose in der so genannten „ersten Schöpfungsgeschichte“. Einige Verse weiter, ab Kapitel 2, Vers 7, finden wir dann die „zweite Schöpfung“, in der es heißt:

„Da bildete Gott, der Herr, den Menschen aus dem Staub der Ackerscholle und blies in seine Nase den Odem des Lebens; so ward der Mensch zu einem lebendigen Wesen.“

Später dann wurde aus einer angeblichen „Rippe“ des ersten Mannes seine Gefährtin Eva (korrekt: „Männin“) geschaffen „damit sie ihn diene“, wie es die Bibel weiß.

Eine fromme Geschichte, die viele Jahrhunderte als Tatsache angesehen wurde und erst im Zeitalter der aufkommenden Evolutionstheorie des britischen Naturforschers Charles Darwin (1809 bis 1882) nach und nach verworfen wurde. Die Menschheit, so der grundsätzliche Glauben der modernen Naturwissenschaft, entstand aus primitiven Vorfahren in einer gradlinigen Evolution über Millionen von Jahren.

Doch ist das tatsächlich so und damit alle Schöpfungsmythen unserer Vorfahren nichts als Humbug? An dieser Stelle soll zusammenfassend einmal genauer hingesehen werden.

Die Schöpfung der Bibel ist die auf der Erde am weitesten verbreitete Mythologie über den Ursprung des Menschen überhaupt. Und kein Zweifel, darin wird der Mensch als Produkt Gottes angesehen. Und schon diese Annahme ist falsch. Im 1. Buch Mose heißt es, dass „Gott“ in seiner Güte den Menschen erschuf, um sich die Erde untertan zu machen. Erstaunlich – und schlicht fast immer übersehen – ist die Tatsache, dass die Bibel in Gen. 1,26 davon spricht, dass nicht Gott allein die Menschen schuf. „Lasset uns“, „nach unserem Abbild, uns ähnlich“ heißt es klipp und klar im Alten Testament. Wieso aber uns? Es gibt doch laut biblischer Lehre nur einen Gott. Hier wird es spannend und es breiten ich Parallelen zu anderen, globalen Schöpfungsmythen aus.

Der biblische Name „Gott“, der im Buch Genesis und anderen Teilen des Alten Testamentes steht, lautet im noch vorliegenden Hebräischen Originaltext „ELOHIM“ (´älohîm). Wer oder was ist dieses „ELOHIM“? Entsprechende Nachschlagwerke verraten es: Es handelt sich um eine pluralistische Namengebung und bedeutet schlicht „Götter“, „göttliche Wesen“, „Gottheiten“ usw. „Fremde Götter“ werden in der Bibel ebenso mit diesem Namen bezeichnet, wie es zum Beispiel Dtn. 6,14, Jos. 24,15 und 2 Kön. 18,35 beweist. Damit bekommt auch Gen. 1,26 einen Sinn, denn damit haben „Götter“ gesagt: „Lasset uns Menschen machen“. Im Alten Testament taucht die Bezeichnung „Götter“, „ELOHIM“, ganze 2602-mal mal auf. Hier spricht die Bibel also klar von einer Gruppe von göttlichen Wesen. Auch wenn zum Beispiel Theologen der „Deutschen Bibelgesellschaft“, Stuttgart, diese Bezeichnung gerne als „Abstrakt-, Intensitäts-, Hoheits- oder Herrschaftsplural“ deuten.

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Buchbesprechung: “Darwin? Jahwe? Elohim? Schöpfung vs. Evolution” von Daniela Mattes und Peter Hoeft

  • von Roland M. Horn

Daniela Mattes und Peter Hoeft:

Darwin? Jahwe? Elohim?

Schöpfung vs. Evolution

Ancient-Mail-Verlag, Groß-Gerau, August 2020
978-3-95652-289-5
Preis: EUR 14,90
Paperback, 192 Seiten, 33 sw-Bilder

Ein Buch, das die immer noch gegenwärtige Frage „Schöpfung vs. Evolution“ stellt, grundsätzlich sehr interessant, da die Evolutionstheorie, wie sie heute gelehrt wird, doch einige gewaltige Lücken aufweist. Die beiden Autoren dieses Buches haben je ein gemeinsames Vor- und Nachwort, aber eigene vollständige Artikel geschrieben, und Daniela Mattes beginnt den Kapitelreigen mit dem Thema „Schöpfungsmythen der Menschheit“. So beginnt sie erwartungsgemäß mit der Schöpfungsgeschichte, wie die meisten von uns sie aus der Bibel kennen dürften und ordnet sie zunächst dem Christentum zu. Mattes fällt sofort auf, dass die Bibel im Grunde zwei unterschiedliche Schöpfungsberichte liefert, die einfach hintereinander gesetzt sind. Im ersten Schöpfungsbericht erschafft Gott den Menschen erst, nachdem er (Gott) Pflanzen und Tiere erschaffen hatte und erklärt dem geschaffenen Menschen ausdrücklich, dass die Pflanzen zur Nahrung dienen; im zweiten erschafft er den Menschen, bevor es Pflanzen gab.

Mattes befasst sich auch mit anderen Religionen wie dem Judentum, dem Islam, die ja wie das Christentum, auf dem sogenannten Alten Testament fußen sowie dem Hinduismus. Interessantes hat Mattes über den Buddhismus zu berichten, wenn sie schreibt: „Buddha hat die Frage nach der Schöpfung selbst auch nicht beantwortet, sondern stets darauf hingewiesen, dass bereits das Nachdenken über diese Frage sinnlos sei, da sie nicht beantwortet werden könnte.“ (S. 69) Nun ja, vielleicht hat er ja Recht!

Das nächste Kapitel „Der Vater der Evolutionstheorie: Charles Darwin stammt von Hoeft, der spannend und informativ über dieses Thema informiert.

Besonders gefreut habe ich mich auf das von Hoeft geschriebene Kapitel „Was Fundamentalisten glauben“, weil ich ja weiß, dass Hoeft – wie im Übrigen ich selbst auch – einst Bibelfundamentalist war. Leider ist aber gerade diese Kapitel mit Abstand das schlechteste in diesem Buch (alle andere sind sehr gut bis gut), weil es scheinbar in einem Zustand der Wut geschrieben wurde. Anstatt über den Bibelfundamentalismus zu berichteten, reiht er Hasstirade an Hasstirade, die sich gegen Politiker richten, die eine gewisse Nähe zum Evangelikalismus pflegen. Ganz klar: Thema verfehlt! Gegen Schluss des Kapitels fängt er sich dann aber wieder und berichtet sachlich und fundiert über die Intelligent Design-Theorie und den Kreationismus in den USA und Deutschland.

Anschließend kommt Mattes wieder an die Reihe, die fundiert über das Thema „Evolution vs. Schöpfung“ berichtet und explizit darauf hinweist, dass es ja nicht nur eine Evolutionstheorie gibt, sondern gleich mehrere. Sie musste immer wieder verändert werden, da immer wieder neue Erkenntnisse vorlagen. Andere Wissenschaftler bauen immer wieder verschiedene Thesen und Ansätze ein, die später modifiziert oder verworfen werden. Die Autorin stellt am Ende der Einleitung zu ihrem Artikel fest: „Somit haben wir ein komplexes Gedankengebäude aus verschiedenen Thesen und Erklärungen, die versuchen, uns die Entstehung und Entwicklung des Menschen sowie aller Tierarten zu erklären.“ (S. 101) Insgesamt ist das Kapitel sehr informativ. Mattes vergisst auch nicht zu erwähnen, dass unter den Wissenschaftlern, die die Evolutionstheorie befürworten, auch schon mal geschummelt wird. Der bekannteste Fälscher ist wohl der Zoologe Ernst Haeckel. Mattes stellt weiter mit Recht fest, dass die Kirchen zwangsläufig ein Problem mit der Evolutionsthese haben, da in der Bibel „alle Tiere ‚fertig‘ geschaffen“ wurden und keiner Mutation bedurften. Ja, im Gegenteil: Konkret heißt es, dass „ein jedes Tier nach seiner Art“ geschaffen wurde. Ein deutlicher Widerspruch zwischen der offiziellen wissenschaftlichen und der kirchlichen Lehre also.

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