UFOs, Jesus und die Bibel

Buchauszug aus:

UFOs, Roswell und der letzte Vorhang: Jacques Vallée auf der Spur des UFO-Phänomens

von Roland M. Horn

Der presbyterianische Pastor und Physiker Barry H. Downing beschäftigt sich mit den Zusammenhängen zwischen Wissenschaft und Religion. In seinem Buch The Bible And Flying Saucers weist er darauf hin, dass die „Gottheit” unseres Gottes durch Wesen übermittelt wurde, die wie gewöhnliche Menschen aussahen: Den Engeln. Tatsächlich haben diese, wie die Bibel berichtet, fast immer keine Flügel. Diese Engel seien von der „Auferstehungs-Welt“ gekommen und waren auch bei der Himmelfahrt Jesu anwesend. Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament seien Gruppen von Wesen aus einer anderen Welt hier gewesen, die die biblische Religion brachten.

Ich erinnere an dieser Stelle daran, dass Vallée in Messengers of Deception zu dem Ergebnis kam, dass seine „Kontrolleure aus einer anderen Dimension“ daran interessiert zu sein scheinen, Kulte zu etablieren. Downing weist darauf hin, dass „Engel“ „Botschafter“ bedeutet. Er weist daraufhin, dass unmittelbar vor seiner Himmelfahrt Jesus seine Jünger instruierte, das Evangelium (in diesem Wort versteckt sich das englische Wort „Angel“, das auf Deutsch „Engel“ bedeutet und das ist nach Downing auch im Griechischen so) in der ganzen Welt zu predigen.

Die Frage, ob UFOs existieren, hinge davon ab, ob wir von Wesen einer anderen Welt besucht worden seien. Er bringt die „Engel“ mit den Insassen einer fliegenden Untertasse in Verbindung, sagt aber, dass er nicht beweisen könne, dass es UFOs gäbe, schildert aber einige UFO-Fälle sowie Meinungen von UFO-Forschern. Downing sagt, dass, wenn es UFOs gäbe, sie auf irgendein Anti-Gravitations-Prinzip beruhten. Er beruft sich damit auf den UFO-Forscher Donald Keyhoe, der in seinem Buch „Flying Saucer Conspiracy“ von einem „Anti-G-Feld“ spricht. Auch andere Autoren glauben, dass eine solche Kraft in den UFOs wirksam ist. Wenn dies tatsächlich der Fall sei, sei die Feststellung wichtig, dass ein solches Anti-G-Feld nicht nur mit modernen UFO-Sichtungen zusammenhängt, sondern auch mit biblischen Ereignissen, wie dem Überqueren des Roten Meeres auf trockenem Boden durch die Israeliten.

Auch dort könne ein „Anti-G-Strahl“, wenn es ihn wirklich gäbe, oder etwas Ähnliches eine Rolle gespielt haben. Die positive Anziehungskraft des Mondes verursacht die Tide und somit das Ansteigen von Wasser. Wenn der Mond mit einer Anti-G-Kraft ausgestattet würde, würde er das Wasser in den Ozeanen eher abstoßen als es anzuziehen. Wenn ein UFO, das über einem Wasserkörper, den die Israeliten durchschritten, nämlich das Rote Meer, schwebte, in der Lage gewesen wäre, einen ausreichend starken Anti-G-Strahl über dem Durchmarschgebiet der Israeliten zu erzeugen, würde das Wasser mit großer Wahrscheinlichkeit zurückgehen, meint Downing.

Der Physiker spricht einen Bericht aus einer AP-Meldung an, den Keyhoe in seinem genannten Buch erwähnt. Ihm zufolge sahen Polizisten und Bürger aus Wanaque, New Jersey, ein UFO, das die Form einer fliegenden Untertasse und die ungefähre Größe eines Autos hatte und ein Licht ausstrahlte, das in einem strahlenden Weiß leuchtete. Einer der Polizisten, Sergeant Thompson, sagte, dass er sich das Objekt fünf Minuten lang angesehen habe, bis es ihn blendete. Im Artikel stand weiter, dass Thompson sagte, das UFO hätte manövriert und Büsche und Wasser in dem Reservoir aufgewirbelt. Das UFO habe etwa 150 Fuß (45 Meter) hoch gestanden. Downing beruft sich nun auf den UFO-Forscher Frank Edwards (Autor von „Flying Saucer – Serious Business“), der sagte, dass des Öfteren UFOs gesehen würden, die eine Unruhe von Wasser direkt unter der fliegenden Untertasse verursachten. Downings Meinung nach könne ein Antigravitions- oder elektromagnetischer Strahl in der Lage sein, Derartiges zu verursachen.

Doch kehren wir wieder zum damaligen Ereignis am Roten Meer zurück. Downing meint, wenn wir das Ereignis aus dieser Sicht erklären wollten, müsste die „Wolkensäule“, die die Israeliten begleitete, sich von ihrer Position zwischen den Israeliten und der ägyptischen Armee wegbewegt haben, hin zu einer Position direkt über dem Meer. Das 2. Buch Mose (Exodus) berichtet, dass die Wolkensäule ihre Position tatsächlich in diesem Sinne geändert hat. Neben der Wolke ist von einer Dunkelheit die Rede.

Ein Autor namens Martin Noth habe in seinem Buch „Exodus: A Commentary“ den Hinweis auf diese „Dunkelheit“ betrachtet und nahegelegt, dass die Möglichkeit bestünde, dass diese „Säule aus Wolke und Feuer“ in dieser Nacht nicht, wie sonst, leuchtete. Im Allgemeinen scheint das UFO genug Licht gespendet zu haben, um es den Israeliten zu ermöglichen, sich in der Nacht bewegen zu können, aber dieses Licht könne es auch den Ägyptern ermöglicht haben, in dieser Nacht Israel zu überwältigen.

Wenn bei diesem Ereignis das Licht nicht in jener Nacht geleuchtet hätte, hätten die Israelis nicht sehen können, wie diese Wolkensäule sich durch die Nacht in eine Position zum Meer hin bewegte. Dann wären die Ägypter bedingt durch die Dunkelheit, gezwungen gewesen, ein Lager aufzuschlagen und bis zum nächsten Morgen zu warten, bis sie zum Kampf aufgebrochen wären, denn die Israeliten konnten kaum irgendwohin gehen mit dem Meer vor ihnen. Das nächste Mal, als diese Wolke gesehen wurde, schwebte sie über dem Meer, direkt über der Stelle, an der das Meer geteilt wurde.

Das UFO blieb bis zur Morgenwache sichtbar, bis die Sonne hell genug strahlte und das UFO gesehen wurde, auch wenn es nicht leuchtete. Das Meer teilte sich nicht, bevor es dunkel wurde. Und als es schließlich erleuchtet genug war, um zu sehen, wurde das UFO über der Teilungsstelle gesehen. Downing weist wieder auf den Antischwerkraft- oder elektromagnetischen Strahl hin, unter dessen Einfluss sich das Meer geteilt haben könnte. (Vgl. Exodus (2. Mose 14:20-24)

Sicher: Weder ist erwiesen, dass ein Antischwerkraftantrieb möglich ist, noch, dass der Exodus mitsamt der Durchquerung des Roten Meeres überhaupt stattgefunden hat. Wenn beides aber doch möglich wäre, würde das ein ganz anderes Licht auf die Wüstenwanderung werfen.

Diese „Wolke“ spielte beim Exodus eine außerordentlich wichtige Rolle, denn die Israeliten richteten sich bei ihrer Wüstenwanderung ganz nach ihr. Im 4. Buch Mose (Numeri) wird ausführlich beschrieben, wie sehr die Israeliten sich auf das Licht verließen und auch verlassen konnten. Dort heißt es z. B. dass immer dann, wenn sich die Wolke über das Zelt erhob, die Kinder Israel aufbrachen und dass die Israeliten sich immer dort niederließen, wo die „Wolke“ sich senkte. (Vgl. 2. Mose 9:17)

Downing erinnert auch an das neuzeitliche „Engelshaar“, das während mancher UFO-Sichtung von den Objekten heruntergeworfen wurde, das eine zarte flockenartige Substanz zu sein schien und bringt es mit dem Manna in Verbindung, das damals vom Himmel regnete und die Israeliten während ihrer Wüstenwanderung ernährte. In 2. Mose 16:4 heißt es, dass die Herrlichkeit des Herrn in der Wolke erschienen sei, wie auch immer man sich das vorzustellen hat.

Downing kommt auch auf die Offenbarung Jahwes im „brennenden Buch“ zu sprechen. Es heißt dort (2. Mose 32:4-6), dass der Engel Gottes Mose in einer Feuerflamme in einem Busch erschien und dass der Busch brannte, obwohl er sich nicht aufbrauchte, nicht abbrannte. Moses näherte sich dem Busch und eine Stimme sagte zu ihm: „Moses, Moses.“ Der Text sagt, dass der Engel inmitten des Busches war. Downing ist das Wort „inmitten“ wichtig, denn das hebräische Wort (für) „Busch“ bedeute tatsächlich „Gestrüpp“ und so sei anzunehmen, dass eine Gruppe von Büschen gemeint ist.

Daraus schließt er, dass die eben besprochene Säule aus Rauch und Feuer sich auf den Boden gesenkt habe und zusammen mit den Umständen Moses’ Aufmerksamkeit erregte. Auch auf dem Berg Sinai, wo Moses die Zehn Gebote erhielt und in der Stiftshütte war er „Gott“ bereits begegnet, sodass er beim Sehen dieses „brennenden Gestrüpps“ sich nicht sonderlich wunderte, meint Downing.

Weiter geht Downing auf die Himmelfahrt des Elias ein, die zu Beginn des 2. Buchs der Könige beschrieben wird. Da waren 50 Männer, die sahen, wie Elia und Elisa in der Nähe des Jordan standen. Da ist von „feurigen Rossen“ die Rede, die beide voneinander trennte, und dann, so heißt es, dass Elia im Wettersturm gen Himmel gefahren sei. Zornig über die Hinwegnahme seines Mentors schlug Elisa mit dem Mantel des Elia, der diesem entfallen war, auf den Jordan, und das Wasser spaltete sich in zwei Teile und Elisa ging hindurch.

Downing deutet an, dass Elia von einem UFO mitgenommen worden sein könnte.

Der Pastor weist auf den Umstand hin, dass in der Bibel immer wieder von einer besonderen Wolke die Rede ist. Weiter erwähnt er, dass der Tempel des Salomon später diese Stiftshütte ersetzte (1. Kö. 8:10-11 und 2. Chr. 7:13) und auch über ihm die seltsame Wolke schwebte.

Der Autor des Buches Jesaja fragt (Jes. 60:8): „Wer sind die, diese da, die wie eine Wolke hervorgeflogen kommen und wie Tauben zu ihren Schlägen?“ (zit. n. Menge-Übersetzung) Downing kommt auf die Taufe Jesu zu sprechen und weist auf die Bibelstelle 3:16 hin, wo es heißt: „Als Jesus aber getauft und soeben aus dem Wasser gestiegen war, siehe, da taten sich die Himmel auf und er […] sah den Geist Gottes wie eine Taube auf ihn herabkommen.“

Der Pastor verweist darauf, dass das griechische Wort, das in der von ihm genutzten Übersetzung „The Holy Bible, Revised Standard-Version“ für das Aufsteigen aus dem Wasser, „went up“ verwendet wird, was im griechischen Original das Wort „Ascended“ (aufgestiegen) bedeutet. Was Menge mit „soeben“ wiedergibt, heißt Downing zufolge in der von ihm genutzten Übersetzung „immediately“ (unmittelbar), und das griechische Originalwort dafür ließe auf „uprightness“ (Geradheit) schließen. Downing glaubt, dass Matthäus damit ausdrücken wollte, dass Jesus aufrecht bzw. vertikal aus dem Wasser aufgestiegen sei.

Als Jesus sagte, dass er vom Himmel käme (Joh., 6:42), habe er Downing zufolge gemeint, dass er aus einer fremden Welt kam und hier, quasi als „verdeckter Ermittler tätig war.“ Ich habe mich in meinen Büchern Sie kamen aus der Zukunft und Geheimagenten aus der Zukunft mit den von Downing geschilderten biblischen und anderen Ereignissen befasst und bin dabei zu der Erkenntnis gekommen, dass diese Stellen eher für die Zeitreise-These als für die These von außerirdischen Besuchern sprechen.

„Zeig mir den Himmel“ singen die Nonnen im Musical „Sister Act“, und nun wollen wir uns den Himmel von Barry H. Downing zeigen lassen. Downing sagt, dass die wichtigsten Dinge im Universum unsichtbar seien; ja, dass Gott selbst unsichtbar sei und somit auch der Himmel. Gott sei, obwohl er unsichtbar ist, trotzdem buchstäblich anwesend und umgäbe jedes Lebewesen (Apg. 17:28), und Jesus sei nach Kol. 1:15 das (sichtbare) Bild des unsichtbaren Gottes. Man müsse die Frage stellen: „Wie können Jesus und die Engel auf der Erde sichtbar und im Himmel unsichtbar sein?“

Die Antwort, die von den Anhängern der Extraterrestrischen Hypothese (ETH) gegeben würde, würde lauten, dass sie zu weit weg seien, als dass man sie sehen könne. Dies sei durchaus denkbar, doch von einem theologischen Standpunkt aus sei es unzulässig, nahezulegen, dass mit dem Begriff „Himmel“ ein anderer Planet gemeint sei, denn es gäbe einen Unterschied zwischen den „Himmeln“ (Planeten, Sterne), die Gott zusammen mit der Erde geschaffen hätte und dem Himmel, der keine Schöpfung sei. Himmel, Hölle und Erde könnten nach Downing vollkommen verschiedene Universen sein. Er fragt sich, ob es einen Weg geben könnte, das „dreistöckige Bild“ der Welt (unten Hölle, Mitte Erde und oben Himmel) tatsächlich in den Begriffen der modernen Wissenschaft als richtig zu erkennen, so, dass die christliche Idee von Engeln und der Auferstehung wahr sein könnte und es immer noch so sei, dass der Himmel unsichtbar ist. Er macht einige theologische Anmerkungen und bekennt sich dazu, an die biblische Sicht zu glauben, einschließlich der körperlichen Auferstehung.

Downing wiederholt seine Ausgangsfrage noch einmal: „Wo ist der Himmel?“ Doch nun schiebt er gleich die nächste Frage („Wo kommen die UFOs her?“) hinterher und bringt beides miteinander in Verbindung. Als presbyterianischer Pastor geht Downing davon aus, dass es eine Wiederauferstehung und demzufolge auch einen Auferstehungskörper für jeden Menschen gäbe. Dieser soll „hochwertiger“ als der „normale“ Körper sein.

Wir müssten uns fragen, wie es die Zivilisation, die hinter den fliegenden Untertassen steckt, geschafft hat, den Auswirkungen der Gravitation zu entkommen. Wenn es nämlich einen Weg zu diesem Schritt gäbe, könne er keinen Grund dafür erkennen, warum wir nicht von einem Universum in ein anderes gelangen können sollten. Der Physiker weist darauf hin, dass Wissenschaftler die mögliche Existenz von Antimaterie diskutiert hätten, und gelangt zu der Annahme, dass es keinen Grund gäbe, warum nur eine Art von Materie existieren sollte. Einige materielle Strukturen könnten außerhalb unseres Universums existieren und auf irgendeine Weise nicht dem Schwerkraft-Feld unseres Universums unterworfen sein.

Es könne tatsächlich möglich sein, dass mehrere Universen koexistieren. Möglicherweise gäbe es ja einen von der Wissenschaft noch nicht erkannten Weg, mit Überlichtgeschwindigkeit zu fliegen. Dann würden fast unbegrenzte Geschwindigkeiten möglich.

Wenn die Relativitätstheorie einen Himmel in Form eines Universums erlaube, der von uns getrennt sei, wäre dies jedoch nicht die einzige Möglichkeit. So stellt Downing eine andere Eventualität vor: Unser eigenes Universum könnte gekrümmt sein, entweder in eine positive Richtung oder eine negative. Oder es könne eine „Null-Krümmung“ aufweisen. Wissenschaftler seien sich noch nicht darüber im Klaren, welche Art von Krümmung für unser eigenes Universum charakteristisch sei, doch wenn es gekrümmt sei, sei es interessant, mathematische Konzepte zu erwägen wie ein „Jordan-Krümmungs-Theorem“, das besagt, dass es tatsächlich eine Innenseite und eine Außenseite einer einfachen geschlossenen Kurve in einer Ebene gäbe und auf dem gleichen Platz wie unser eigenes Universum koexistiere.

Damit würden wir zu der Frage geführt, ob es Universen möglich sein könnte mit verschiedenen Raumkrümmungen an der gleichen Stelle zu existieren und ob man sich von einem Universum in ein anderes bewegen kann, wenn man die Raumkrümmungen und die Gravitationskräfte für jeden Raum verstehen würden.

Downing glaubt, dass die Universen eher durch „Wände“ als durch Flure und Räume getrennt sind, auch wenn dieses Beispiel nicht zufriedenstellend sei, weil Himmel, Hölle und unser sichtbares Universum tatsächlich nur aus einem „Haus“ mit „nur einem Raum“, ob positiv, negativ oder 0-gekrümmt, bestünde, sodass es die Möglichkeit gäbe, dass drei Universen existierten, die den gleichen Raum beanspruchen. Man würde sich vielleicht durch den gekrümmten Raum von einem zum anderen bewegen können, sodass eine Öffnung hergestellt werden würde.

Als bibelgläubiger Presbyterianer-Pastor muss Downing wohl an die Existenz einer Hölle glauben, obwohl deren Existenz in der Bibel auch von bibelkundigen Personen überhaupt nicht nahegelegt wird, denn, kurz gesagt, deuten die Wörter, die im Alten Testament auf die Hölle verweisen, eher auf ein Grab als auf eine „Hölle“ hin, und oft wird gesagt, dass der „feurige Pfuhl“ bzw. der „Feuersee“ in der Offenbarung eher symbolisch aufzufassen sei. Andererseits sei auf das katholische Fegefeuer verwiesen, in dem man nicht eine Ewigkeit, sondern nur eine Zeit lang kommt.

Die evangelistische These, nach der die Gottlosen in eine sprichwörtliche Hölle kommen, kann ich nicht teilen. Außerdem scheint es, wenn man sich auf Downings Ausführungen bezieht, in dieser Vorstellung möglich zu sein von einem Universum ins andere zu gelangen. Wenn es tatsächlich ein „Höllen-Universum“ gäbe, müsste man nach Downing tatsächlich aus dieser „Hölle“ wieder in ein anderes Universum gelangen können.

Doch lassen wir dieses (Rand)-Thema und wenden uns der Bibelstelle Luk 17. 20-21 zu, wo es bei Menge heißt: „Als er [Jesus] aber von den Pharisäern aufs Neue gefragt wurde, wann das Reich Gottes käme, gab er ihnen zur Antwort: ‚Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichem Gebaren (=unter augenfälligen Erscheinungen); man wird auch nicht sagen können: <Siehe, hier ist es!> oder <dort ist es!> Denn wisset wohl: Das Reich Gottes ist (bereits) mitten unter uns.’“

In der Lutherbibel von 1914 wird der letzte Satz mit „Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in Euch“, wiedergegeben. Sollte damit gemeint sein, dass das Reich Gottes innerhalb der Pharisäer zu suchen sei? Doch darauf weiß Menge eine Antwort. Er schreibt in einem Kommentar zu der genannten Stelle: „[…] oder in Eurer Mitte, weil Jesus und die Seinen unter ihnen weilten. Die Übersetzung ‚inwendig in Euch’ ist nicht gut möglich, weil Jesus ja zu den Pharisäern redet und diese ihn nach der Zeit der Erscheinung des Gottesreiches gefragt hatten.“

Downing interpretiert den Vers basierend auf seine Gedanken folgendermaßen: „Der Himmel könnte ein völlig anderes Universum direkt in unserer Mitte sein.“ (Downing 1992/94, S. 136) Downing meint, dass es ein „Auferstehungsuniversum“ geben könnte, das unsichtbar ist und eine körperliche Existenz erlaube. Er verweist auf die Bibelstelle Joh. 20:19, nach der Jesus in einem geschlossenen Raum, in dem die Jünger saßen und der Jünger Thomas ihn berührte, um zu prüfen, ob er wirklich körperlich anwesend sei, erschien.

Downing schreibt dazu: „Wenn wir […] annehmen können, dass wir in der „Mitte“ eines unsichtbaren räumlich gekrümmten Auferstehungsuniverums leben, dann ‚kam’ Jesus durch einen ‚Raumtunnel’ in den Raum, indem die Jünger bei verschlossener Tür versammelt waren. Die Folgerung daraus scheint zu sein, dass Jesus kein UFO und keine ‚Weltraum-Wolke’ brauchte, um ihn in den Himmel zu bringen, sondern eher, dass die Himmelfahrt ein spezielles Ereignis zum Nutzen der Jünger war, das veranstaltet wurde, um den Jüngern etwas Gutes zu tun, um sie, die Jesus bei diesem Anlass zurückgelassen hatte, wissen zu lassen, dass es etwas ‚Finales’ über die Weise gab.“ (Downing 1973, S. 137)

Für mich klingt es, wenn man Downing folgt, es unlogisch, dass im Alten Testament und den Evangelien immer wieder von dieser Wolke, die als UFO gedeutet wird, liest, während die Himmelfahrt, in der die Wolke eine Rolle spielt, nur eine „Vorführung“ für die Jünger sein soll. Aber, wie Downing auch sagt, „verbot“ Jesus seiner Mutter, ihn anzufassen, weil er ja noch nicht aufgestiegen sei und dieser Vorgang erst nach 40 Tagen geschehen würde. Er schließt aber daraus, dass Jesus tatsächlich bis zu seiner Himmelfahrt zwischen den Welten hin- und zurückwechselte, um schließlich völlig in die „Auferstehungswelt“ zurückzukehren.

Downing sieht selbst einen Schwachpunkt in seinem Gedankengang, nachdem die anderen Welten sich am gleichen Ort befinden wie unsere, darin, dass Jesus Johannes Worten zufolge (Joh, 14:2) sagte „In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen.“ (Jesus sagt dieser Stelle zufolge weiter, dass er hingehen und den Jüngern eine Stätte bereiten würde, damit sie dort seien, wo auch er sei.) Dies widerspricht der Aussage Downings, dass jedes Universum Teil eines einzigen Raumes, also einer Wohnung sei.

Ich möchte betonen, dass Downing sich dessen bewusst war, dass seine Gedanken spekulativer Natur sind und dass er deswegen in vorbildlicher Weise immer im Konjunktiv schreibt und die Frage, ob es sich tatsächlich so verhält, offenlässt. Dessen ungeachtet lässt sich sagen, dass seine Anregungen bezüglich eines Zusammenhangs zwischen den fliegenden Untertassen und der Bibel äußerst interessant und diskussionswürdig sind.

Nicht mehr und nicht weniger.

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