Am 1. Januar wurde der (T)Euro 25 Jahre alt

  • von Albrecht Künstle

zu Beitragsbild oben: Logo von Albrecht Künstles Blog “Die andere Sicht”

  • Wunderwaffe oder Grund für die bekannten Verwerfungen?
  • EZB-Präsidentin Lagarde änderte Euro-Verrechnungen
  • Plötzlich stehen Deutschland 200 Mrd. Euro weniger zu

Den Euro gibt es nicht erst seit dem Jahr 2002. Schon zum 1.1.1999 ging er als elektronische Verrechnungseinheit von 11 der 15 damaligen EU-Staaten an den Start. Am 1. Januar 2002 wurde die D-Mark dann feierlich beerdigt. Anders als in anderen Ländern wurden wir dazu nicht befragt. Der Euro sollte die Europäische Union noch mehr einigen als zuvor. Doch je größer die EU wurde und je mehr Länder sich dem Euro anschlossen, desto größer wurden die Probleme. Was die EU-Kommissionspräsidentin Christine Lagarde nicht davon abhielt, zum Jubiläum zu schwärmen, „Der Euro ist ein Symbol für unsere gemeinsamen Ideale und die für uns so wichtige Stabilität.“ Weniger rosig aus deutscher Sicht:

Nach Einführung des Euros erlebte Deutschland eine wirtschaftliche Schwächephase. Hierfür sehen Ökonomen mehrere Gründe, die zum Teil mit dem Euro zusammenhängen. So sei Deutschland aufgrund politischer Fehler mit einem überhöhten Wechselkurs in die Euro-Währungsunion eingetreten, wodurch ein zu hohes Preisniveau entstand. Dies habe die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands verringert. Erst durch langjährige Lohnzurückhaltung der Tarifparteien sei es wieder zu einer Verringerung des Preisniveaus und damit zu einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit gekommen. Hans-Werner Sinn fasst die Realabwertung (innere Abwertung) wie folgt zusammen: Wir sind billiger geworden und in gewisser Weise auch ärmer. Zusätzlich entfielen mit Einführung des Euros die Wechselkursrisiken, die Finanzmarktakteure glichen daraufhin die Kreditzinsen für den gesamten Euroraum auf ein einheitliches Niveau an. Die Zinskonvergenz sorgte dafür, dass Kapital aus Euroländern mit niedriger Inflation abgezogen wurde und in Euroländer mit hoher Inflation floss, wo es zu einer wirtschaftlichen Überhitzung und später zu Zahlungsschwierigkeiten kam. Länder wie Deutschland erlitten in dieser Zeit eine Investitionsschwäche“ (Wikipedia, Stand 05.01.2024).

Dass die Inflationsrate des Euro im Durchschnitt 2,05 Prozent betrug, ist für die EZB-Präsidentin kein Problem. Noch schlechter: Aus der Geldentwertung wurde eine Tugend gemacht. Während früher das geldpolitische Credo galt, die Inflation auf max. zwei Prozent zu begrenzen, gelten diese zwei Prozent nun als Ziel. Dieses Ziel wurde die letzten zwei Jahre deutlich übererfüllt. Genehmigten sich die Damen und Herren der Europäische Zentralbank EZB deshalb saftige Erhöhungen ihrer Bezüge?

Doch die Medien halten der Geldpolitik der EZB zugute, dass die Preissteigerungen in D-Mark-Zeiten 2,8 Prozent betragen haben, also mehr als unter dem Euro. Was sie ausblenden: Bei 4- bis 5fachen Wachstumsraten in der D-Mark-Zeit war das kein so großes Problem. Auch stieg unter der D-Mark die Kaufkraft der Deutschen deutlich, unter dem Euro leider kaum noch. Und gute D-Mark-Zinsen gab‘s auch noch, doch seit zehn Jahren liegen die Realzinsen im Minus. Wohin fließt das ganze Geld?

Das Problem der gemeinsamen Währung ist, dass den Mitgliedsstaaten zwei wichtige Stabilitätsinstrumente aus der Hand geschlagen wurde, die Zinspolitik und die Wechselkursanpassung. Für die volkswirtschaftlichen Ziele der „Globalsteuerung“, Vollbeschäftigung, Wirtschaftswachstum, Preisstabilität und ausgeglichener Außenbilanz (Handels-, Kapitalverkehrs- und Zahlungsbilanz) fehlt der Bundesbank seither das Instrument der Währungspolitik, die Möglichkeit der Auf- oder Abwertung.

Die Politik der EZB orientiert sich leider nicht an der ökonomischen Situation der Euroländer, sondern an der der schwächsten Glieder, insbesondere ihrer Staatsverschuldung. Sonst wären die „Pleiteländer“ des Südens, die sogenannten Olivenstaaten Portugal, Spanien, Italien und Griechenland, tatsächlich pleite. Deshalb senkte die EZB die Leitzinsen zwölf Jahr lang unter ein Prozent bis sogar auf null. So wurden die deutschen Sparer zugunsten der verschuldeten Staaten schleichend enteignet. Dazu kam …

Deren faktische Staatspleiten wurden auch durch das TARGET-Instrument verhindert. Denn im innereuropäischen Euro-Zahlungsverkehr darf „angeschrieben“ werden. So wie es früher einmal möglich war, auf Kosten des Stammwirts zu saufen, bis man irgendwann wieder einmal „flüssig“ war, so gönnen sich heute ganze Staaten den „Schluck aus der Pulle“, es sind Fässer ohne Boden zulasten anderer Länder. Die Crux: Ohne dass sich diese Verwerfung in den Zahlungsbilanzen niederschlagen.

Im Jahr 2023 verzeichnete die Bundesbank einen „positiven“ TARGET2-Saldo von 1,05 bis 1,1 Milliarden Euro. Das bedeutet, dass die Bundesbank über eine Billion Euro grenzüberschreitende Forderungen Deutschlands gegenüber den Verbindlichkeiten der anderen am TARGET2-System teilnehmenden Zentralbanken hatte. Mit anderen Worten: Die Euroländer standen gegenüber Deutschland zum 29. Dezember 2023 mit der unglaublichen Summe von

1.093.370.929.417 Euro in der Schuld. Selig, die glauben, dass wir Gläubiger dieses Geld einmal wiedersehen werden. Spitzenreiter unserer Gläubiger ist Italien mit rund 557 Mrd. Euro, Spanien mit 412 Mrd. Euro und Griechenland mit 111 Mrd. Euro. Überboten werden die Griechen – man kann es fast nicht glauben – von Frankreich mit 114 Mrd. Euro, siehe statista. Doch auf der Homepage der Deutschen Bundesbank datiert die letzte Veröffentlichung der TARGET-Salden vom 17.12.2018. Das Fremdschämen hält seit fünf Jahre an, aber hinter den Kulissen tat sich äußerst Interessantes: Die französische Präsidentin der EZB setzte alles dran, die Auslandsschulden ihres Landes mit einer TARGET-„Reform“ besser zu kaschieren – und hatte damit Erfolg.

Das System Target 2 wurde im März 2023 durch „T2“ abgelöst. Und Simsalabim: Die Schulden der Euroländer gegenüber Deutschland sanken von knapp 1,3 Billionen um rund 200 Mrd. auf den aktuellen Stand, siehe TARGET | Deutsche Bundesbank. T2 ist die „dritte Generation“ des unbaren Zahlungsverkehrs zwischen den Euroländern. Voraus ging mit der Euro-Einführung „TARGET“ einfach. 2008, interessanterweise im Jahr des Börsen-Crash, folgte „TARGET2“. Erweiterungen folgten 2015 und 2018. Und seit dem 20. März 2023 nun T2. Waren denn die Vorgänger-Systeme falsch? Und warum lösten sich seither 200 Mrd. Euro in Luft auf, die theoretisch Deutschland zugestanden hatten?

Rätsel über Rätsel, die durch die Erklärung der Deutschen Bundesbank nicht aufgelöst werden: „Mit der in 2023 eingeführten dritten TARGET-Generation hat das Eurosystem seine Marktinfrastruktur fit für die Zukunft gemacht, um weiterhin mittels harmonisierter Services und einer einheitlichen Preisstruktur auf EU-Ebene, der Unterstützung von Nebensystemen mit maßgeschneiderten Abwicklungsverfahren und der Unterstützung ihrer Nutzer mittels erweiterter Werkzeuge für das Liquiditätsmanagement zur Förderung der Finanzmarktintegration, der Finanzmarktstabilität und der Liquiditätseffizienz im Euroraum beitragen zu können.“ Zitat Ende.

Für mich vernebeln diese Begriffe mehr, als dass sie für Transparenz sorgen. Was ist z.B. mit „Nebensystemen“ gemeint? Sind es Sondervermögen, die „maßgeschneiderte Abwicklungsverfahren“ benötigen?

Wie steht es um den Euro tatsächlich? Zwar stieg der Kurs des Euro gegenüber dem Dollar anfangs einige Jahre an. Doch seit 2008  verlor der Euro 26,5 Prozent seines Wertes. Wie gewonnen, so zerronnen. Und in diesem Chart erkennt man den Wertverlust des Euro in den vergangenen 20 Jahren gemessen an der Kaufkraft einer Unze Gold: es sind unglaubliche 80 Prozent Verlust! Soviel zum Thema „stabiler Euro“ oder „fähige Europäische Zentralbank“.

Euro in Gold: verheerender Kaufkraftverlust!

Was bleibt ist der lästige Wegfall des Umtauschs der Währungen bei Reisen innerhalb Europas. Aber sonst? Doch bleiben Sie zuversichtlich, „ab jetzt wird alles besser „😊?

 

Dieser Artikel ist ohne „KI“ ausschließlich mit Künstle-Intelligenz 😊 erstellt; zuerst erschienen bei ANSAGE

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