(Quelle Beitragsbild oben: Jacek Proszyk, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons)
Wir schreiben das Jahr 1944. Die Alliierten beschließen, dass der 2. Weltkrieg nun lange genug gedauert hat. Man will ihn beenden und zur Tagesordnung übergehen.
Also beginnen Verhandlungen zwischen dem Naziregime und Abgeordneten der Alliierten. Es geht hoch her, niemand will so richtig nachgeben, doch nach mehreren Monaten hat man sich auf eine Absichtserklärung geeinigt, die unterzeichnet werden soll. Sie beinhaltet eine 60-tägige Frist, in der Nazideutschland aufhört, Juden zu vernichten. Sämtliche Kampfhandlungen an allen Fronten werden mit sofortiger Wirkung eingestellt, und Deutschland erhält Reparationszahlungen von mehreren Milliarden Mark. Während der 60 Tage sollen dann die Bedingungen für einen dauerhaften Frieden ausgehandelt und unterzeichnet werden – sollte das nicht klappen, kann die Frist beliebig verlängert werden, sofern beide Seiten einverstanden sind.
Unvorstellbar?
Ja.
Denn uns allen ist klar, dass sich Deutschland einen Dreck um dieses Abkommen geschert hätte. Klammheimlich hätten die Nazis weiterhin Juden in Konzentrationslager getrieben und vergast. Hitler wäre an der Macht geblieben, stärker als je zuvor. Nicht auszudenken …
Zum Glück handelt es sich hier um ein fiktives Szenario. Doch was jetzt gerade zwischen den USA und der Islamischen Republik Iran abgeht, ist real. Sehr real sogar, bedenklich und sehr beängstigend. Das Regime soll sich verpflichten, kein Uranium mehr anzureichern, keine Atombombe zu bauen, das bereits angereicherte Uranium zu verdünnen, die Straße von Hormuz offenzuhalten, einfach mal brav zu sein.
Wer um alles in der Welt glaubt denn, dass sie sich daran halten werden?
Niemand. Außer vielleicht Präsident Trump, die Kindergärtnerin der ganzen Welt („jetzt vertragt euch wieder!“)
Nazideutschland wurde zur bedingungslosen Kapitulation gezwungen. Es durfte keinerlei Forderungen stellen; die Bedingungen des Waffenstillstands und des Kriegsendes wurden ihm diktiert. So gehört sich das.
Nicht aber mit der Islamischen Republik Iran. Da ist es anders, mit denen kann man verhandeln. Obwohl Khamenei II. bereits verlauten lässt, der Iran werde sich nicht unterwerfen. Ballistische Raketen seien dazu da, sie abzufeuern, nicht, sie zu verhandeln. Und Krieg im Libanon werde als Bruch des Abkommens gesehen. Oder wie es Hassan Khomeini, der Enkel des ersten „Obersten Führeres“ des Iran, sagt: Die Absichtserklärung ist ein Sieg für den Iran! Jetzt beginnt der größere Jihad.
Die USA haben verloren. Der nächste Krieg zwischen Israel und der Islamischen Republik Iran wird kommen, wahrscheinlich eher früher als später – denn deren Ziel, die Vernichtung Israels, hat sich nicht geändert. Und vielleicht steht Israel dann alleine da, denn auf den bisher stärksten Verbündeten, die USA, ist kein Verlass mehr.
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