Wird der obsessive Judenhass des iranischen Regimes sein Verhängnis sein?

* von Victor Rosenthal

Qassem Soleimani war ein Terrorist, ein einzelner Mann, der direkt für zahlreiche Terrorakte gegen den Westen und Israel verantwortlich war, aber – was noch wichtiger ist – er verfügte in seinem Projekt über die Ressourcen eines Staates, um in anderen Ländern des Nahen Ostens asymmetrische Kriegsgüter zu entwickeln. Er war ziemlich erfolgreich darin, die Hisbollah im Libanon zu der wahrscheinlich ersten existenziellen Bedrohung für den jüdischen Staat seit 1973 aufzubauen. Er war dabei, dasselbe für schiitische Milizen im Irak und in Syrien zu tun, als Trump klugerweise seinem Unheil ein Ende setzte.

Aber er hatte ein anderes Ziel; abgesehen davon, die iranischen Rivalen Saudi-Arabien und Israel zu schwächen, ging es darum, die Kontrolle über den Irak, Syrien und den Libanon zu erlangen und die USA aus der Region zu vertreiben. Das sollte weltweit auf das jüdische Volk abzielen. Soleimanis Terroristen griffen nicht nur an mehreren Orten israelische Diplomaten an, sondern ermordeten auch Juden in Argentinien, Bulgarien, Panama und im Libanon. Natürlich war sein wichtigstes jüdisches Ziel Israel, und obwohl seine Unterstützung für die Hisbollah und verschiedene palästinensische Fraktionen als Teil des iranischen Kampfes um die Herrschaft über die Region gesehen werden konnte, könnte dies auch als Teil eines antijüdischen Gesamtprojekts verstanden werden.

Israel ist, wie der Ayatollah Khameini wohl weiß, der Ort der jüdischen Macht in der Welt. Er drückte diese Idee 2018 mit typischen antisemitischen Bildern aus und twitterte:

Unsere Haltung gegenüber Israel ist dieselbe, die wir immer vertreten haben. #Israel ist ein bösartiger Krebstumor im westasiatischen Raum, der entfernt und ausgerottet werden muss: Es ist möglich und es wird passieren. …

Der angeblich gemäßigte iranische Präsident Hassan Rouhani hat diese Metapher ebenfalls verwendet, ebenso wie sein Vorgänger Mahmoud Ahmadinejad. Die iranischen Beamten haben Israel mit einem Hund verglichen, und ihre Feindseligkeiten gegenüber Israel sind weitaus bösartiger und “persönlicher” als die, die gegen ihre anderen regionalen Gegner gerichtet sind. Das Regime veranstaltet regelmäßig Holocaust-Cartoon-Wettbewerbe, obwohl westliche Länder, auch die israelfeindlichen, diese Art von Antisemitismus für beleidigend halten und sie dem Image schaden, das der Iran als moderne, fortschrittliche Nation ausstrahlen möchte.

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Anzeige gegen ARD wegen Volksverhetzung

* von Henny Jahn הני יאן vom 06.11.2019

Heute habe ich bei der Staatsanwaltschaft Dortmund gegen die ARD Anzeige erstattet wegen israelbezogenem Antisemitismus.
Hier mein Schriftsatz im Wortlaut:

Im ARD-Mittagsmagazin vom 05.11.2019 wurde ein mehrminütiger Beitrag ausgestrahlt (s. ARD-Mediathek, ab Minute 27, 48), der dazu geeignet ist, durch propagandahafte und sachlich falsche Berichterstattung den öffentlichen Frieden zu stören, insbesondere Araber in Deutschland gegen Juden aufzubringen und entsprechende Übergriffigkeiten zu begünstigen.

Die Journalistin des Beitrages ist Katharina Kerzdörfer hat den palästinensischen Araber Kashef Tamimi (aus dem Dorf Deir Nasam, Westjordanland) interviewt, dieser hat der Übersetzung der Journalistin zufolge folgendes Zitat im Bezug auf eine Navigations-App getätigt:

„Es bringt mir keinen Nutzen, es bringt mich sogar in Gebiete, die für mich lebensbedrohlich sein können. Wenn ich an einen israelischen Checkpoint fahre, könnte ich einen Soldaten überraschen, und er könnte auf mich schießen.“

Das Zitat an sich ist nicht das Problem, sondern die Tatsache, dass dieses völlig unkommentiert – wie eine Selbstverständlichkeit –  stehen blieb, was impliziert, dass israelische Soldaten nach Lust und Laune einfach Araber abknallen. Dies ist selbstverständlich eine glatte Lüge. Hinzu kommt, dass der Tamimi-Clan bekanntermaßen einer der gefährlichen Clans im Westjordanland ist, was der Journalistin sicher nicht entgangen sein dürfte. Ein hierzulande ebenfalls bekanntes Mitglied dieses Clans ist Ahed Tamimi, Postergirl der internationalen BDS-Bewegung, welche als Gesamtbündnis noch jüngst von der als hochgradig antisemitisch geächtet wurde.

Dass Soldaten mit Mitgliedern dieser Familie, die einen Gutteil ihres Einkommens aus Geldern der Palästinensischen Autonomiebehörde als sogenannte Märtyrerrente als Belohnung für geglückte Attentate an Israelis bezieht, vorsichtig sind, bedarf daher sicher keiner weiteren Erläuterung.

Es kann nicht angehen, dass derartig subtiler Antisemitismus von öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten in Deutschland verbreitet wird, gleichzeitig die wachsende Bedrohung für Juden in Deutschland durch Antisemitismus, explizit auch durch israelbezogenen Antisemitismus von Arabern, bekämpft werden soll. Das passt nicht zusammen.

Ich erwarte als Bürgerin dieses Staates, dass die Staatsanwaltschaft die Verantwortlichen zur Rechenschaft zieht.

Mit freundlichen Grüßen