Mein Problem mit Rechts und Links

Um es gleich vorwegzunehmen: Nein, ich kann durchaus Rechts von Links unterscheiden – zumindest, wenn es um die optisch zu sehenden und zu gehenden Richtungen geht. In der Politik, in der auch ein Links-Rechts-Schema verwendet wird, ist es da schon schwieriger. So wurde ich aufgrund verschiedener Beiträge auf Facebook sogar indirekt als NAZI denunziert und habe dort einige liebgewonnene Freunde verloren, wie z. B. eine nette Frau, die mir noch vor wenigen Jahren  so etwas wie meine Zwillingsschwester war, sowie zwei Verwandte, von denen einer sehr nahe steht. Das tut weh!

Dabei bin ich per Definition dieses Schemas eigentlich ein Linker: Ich bin für ein bedingungsloses bzw. bedarfsgerechtes Grundeinkommen, ich bin für eine soziale und gerechte Politik, insbesondere Arbeitern gegenüber, ich bin für einen deutlich höheren Mindestlohn, und ich bin für eine deutlich höhere und unbesteuerte Grundrente. Darüber hinaus bin ich in Ausnahmefällen sogar für Enteignungen, aber nicht, wenn es um Immobilien geht, sondern in einem angenommenen Fall, dass ein bestimmter Telefonanbieter aus irgendeinem Grund Eigentümer des Kabelnetzes wäre, das auch andere Anbieter zu nutzen gezwungen seien, der Eigentümer aber Reparaturen an dem ihm gehörenden Netz selbst durchführen und andere Anbieter insofern benachteiligen würde, dass er Reparaturen an seinem Netz für deren Kunden verzögert. Da sähe ich einen aus einen Monopolstellung heraus entstandenen Machtmissbrauch, der m. E. um der Gleichbehandlung willen  nur durch Enteignung gestoppt werden könnte. Der dann ehemalige Eigentümer dieses Netzes wäre aber großzügig zu entschädigen. So gesehen stehe ich gerade so weit vom linken Rand entfernt, wie ich von der Wand entfernt bin, an die ich mich gerade anlehne.

Was mir aber die Schlinge um den Hals zuzuziehen scheint, ist, dass ich strikt  gegen die Errichtung eines von der EU gebildeten europäischen Superstaats bin, da ich einen solchen für sehr gefährlich halte, u. a. deswegen, weil ich in der EU deutliches antisemitisches, sprich antiisraelisches, Gedankengut sehe; sondern für ein Europa, das aus starken Nationalstaaten besteht. Insofern bin ich für einen EU-Austritt Deutschlands und die Wiedereinführung einer nationalen Währung, wie sie zumindest bis vor ein paar Jahren auch von linker Seite gefordert wurde. Und ja: Ich bin auch für m. E. überfällige Verhandlungen mit den Alliierten des sogenannten Zweiten Weltkriegs, der in meinen Augen nur eine Folge des nach dem Ersten Weltkrieg auf der Basis einer Erpressung Deutschlands abgeschlossenen, sprich sittenwidrigen, „Friedensvertrags“ durch die Siegermächte  war, über einen echten Friedensvertrages. Und ja: Als Ziel dieser Verhandlungen von deutscher Seite aus sehe ich die Wiederstellung der nationalen Grenzen Deutschlands, wie sie in den Jahren zwischen 1871 und 1914 bestand! Für Personen, die ein derartiges „Gedankengut“ nach außen hin zu vertreten wagen, wurde der Ausdruck  „Gebietsrevisionisten bzw. „Geschichtsrevisionisten“ eingeführt, und in diesem Rahmen wird in heuchlerischer Weise auf die Hitler-Zeit und den Holocaust verwiesen. Zweifelsohne war die Hitler-Zeit äußerst schlimm und der Holocaust vielleicht das größte Verbrechen aller Zeiten. Aber ihn zu instrumentalisieren, um die Vertreter ungeliebter Positionen diskreditieren zu können, halte ich ebenfalls für verwerflich; insbesondere dann, wenn ich die Positionen der EU sehe, die deutlich gegen den jüdischen Staat, Israel – den Juden unter den Völkern –, gerichtet sind. Heuchelei pur, sag‘ ich da nur! Und nein: Ich habe nichts mit den zahlreich im Land vertretenen „Reichsbürgergruppierungen“ am Hut.

Während sich die Schlinge um meinen Hals immer fester zu zieht, möchte ich noch auf den gegen mich gerichteten Vorwurf eingehen, ich sei „Flüchtlingsgegner“. Das bin ich nämlich nicht! Ich bin nur für die Einhaltung der gültigen Gesetze: Natürlich müssen politisch Verfolgte vorübergehend in Deutschland aufgenommen werden,  bis sie nicht mehr als Verfolgte gelten dürfen. Wenn allerdings Flüchtlinge aus einem Erstaufnahmeland kommen, in dem sie nicht verfolgt werden, müssen sie dort bleiben bzw. dorthin zurückgeschickt werden, da sie in diesem Land ja nicht verfolgt werden und Deutschland nur Verfolgte aufzunehmen hat. Wenn die Kapazität dieses Erstaufnahmelandes allerdings erschöpft ist, sollte Deutschland aus Kulanzgründen und in der Hauptsache um der Verfolgten willen, auch Migranten aus anderen europäischen Ländern aufnehmen. Diese in ihrem Heimatland Verfolgten bedürfen allerdings keiner Integration, da sie ja nur aus einer Notlage heraus vorübergehend aufgenommen worden sind. Das hat nichts, aber auch gar nichts, mit dem Asylrecht zu tun, da Flüchtlinge keine Asylanten sind, was aber leider oft durcheinandergeschmissen wird.

Nachdem nun mein Ruf vollkommen ruiniert sein dürfte, verabschiede ich mich für heute und sage:

Tschüss, Euer Roland

4 Gedanken zu „Mein Problem mit Rechts und Links“

  1. Ich bin einer der Verwandten und nachdem ich diesen Blog gelesen habe stimme ich jedem Wort 100% zu ! Ja ich habe auf einige Postings mit blocken und Kontaktabbruch reagiert weil es anders rüberkam ! Mit großem Respekt habe ich diesen Text hier jetzt gelesen und muss sagen wer Roland jetzt noch als rechts oder nazi bezeichnet sollte das ganze nochmal lesen ! Ich fürchte in der ganzen Breite dieser Themen ist es wichtig sich so wie in diesem Text auszudrücken ! Du hast meinen vollen Respekt und ich bin dir dankbar dass du so ausführlich diesen Block geschrieben hast ! Wer das nicht versteht will es nicht verstehen oder er will halt grundsätzlich was anderes als ehrliche Demokratie ! Ich habe inzwischen auch verstanden, dass es bei Europa nur darum geht Machenschaften der Wirtschaft aufrecht zu erhalten und einige Länder nur egoistisch nehmen und auf dem Rücken von europa wenig einbringen ! Man sieht es am Brexid dass dieser gegen jede Vernunft mit Gewalt verhindert werden soll da es nicht darum geht gemeinsam mit GB gutes zu erreichen sondern dass ohne GB Machenschaften platzen! Europa ist längst Geschichte und wird künstlich weitergeführt ! Danke Roland für diese Ausführung jetzt versteh ich dich und nochmal es ist keine Schlinge das fühlt sich nur so an weil man anscheinend hilflos dem ganzen zu sehen muss ! Wie wollen wir abends in den Spiegel sehen ? Wie manche unserer Politiker oder Einige der VW betrüger die immer noch frei rumlaufen oder als Roland oder Freddy die ehrlich sagen was sie denken ! Nicht rechts nicht linksradikal ,aber so wie sie tatsächlich erlebt werden! Ich habe auch gelernt durch das Geschehen hier , dass einzelne Worte Missverständnisse machen und manchmal es wichtig ist den ganzen Blog Text einmal unmissverständlich zu schreiben ! Mit großem Respekt vor deinem Mut und deinen absolut nachvollziehbaren Worten ! Freddy

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