(Zum Beitragsbild oben: Die Meerenge von Hormus mit maritimen politischen Grenzen und Schifffahrtswegen, (2004). Public Domain)
- von Albrecht Künstle
Leider brachte die versuchte Vermittlung zwischen den iranischen Machthabern und den dortigen Möchtegern-Machthabern der USA in Pakistan am Wochenende keine Verständigung – nicht einmal in der Sache des völkerrechtlichen Verstoßes des Iran gegen den Grundsatz, dass internationale Seewege ungehindert von jedem genutzt werden dürfen. Obwohl die Straße von Hormus vor ihrer Haustüre alles andere als eine „Meerenge“ ist: Die Breite dieses Seeweges ist gegenüber anderen Stellen auf dem Globus eher eine vielspurige Autobahn, keine Nationalstraße. Die unterschiedlichen Dimensionen der Wasserstraßen rückte jetzt wieder in mein Bewusstsein: Als ich vor 16 Jahren die Straße von Hormus passierte, hatte ich nicht den Eindruck, mich in einer Meerenge zu befinden.
Ich vermaß die damalige Schiffspassage nun mit Google Earth – und kam auf 50 bis 52 Kilometer an der engsten Stelle. Von diesen kann der Iran 12 Seemeilen – also 22,2 Kilometer vor seiner Küste – für sich beanspruchen, die Vereinigten Arabischen Emirate VAE ebenso viele Kilometer vor dem gegenüberliegenden Ufer – aber dann bleiben immer noch 5 bis 6 Kilometer internationale Gewässer. Dafür braucht sich kein Schiff schlanker zu machen, als es schon ist. Doch die iranischen Machthaber wollen selbst die Passage durch die Gewässer der VAE behindern und für den gesamte Seeweg Transitgebühren verlangen. Das ist so, als würde Trump auch die Zölle anderer Länder kassieren wollen. Wofür die islamischen Revolutionsgardisten das Geld brauchen, ist klar: Natürlich für ihr unerschöpfliches Raketenarsenal und natürlich das zwar zurückgeworfene, aber mangels echtem Regimewechsel weiterhin angestrebte Atomprogramm, außerdem auch für die Unterstützung der Terrorbanden der Hisbollah, Hamas und Huthi. Und für neue Stricke fürs Volk, die für die vielen Hinrichtungen nötig werden.
Es gibt engere Schiffsstraßen
Was wäre, würde diese Frechheit der iranischen Oberislamisten woanders Schule machen? Im Vergleich der Straße von Hormus sind andere Stellen auf den Globus viel enger und tatsächliche Engstellen. Der Südausgang des Roten Meeres zwischen Dschibuti und dem Jemen misst rund 20 Kilometer. Der Nordausläufer zum Suezkanal hin ist an der engsten Stelle 16 Kilometer breit. Und ich erinnere mich an die von mir mehrfach durchfahrene Straße von Gibraltar, die nur 15 Kilometer breit ist. Auch die Straße von Dover zwischen Frankreich und England misst mit 30 Kilometern viel weniger als die Hormus-“Fahrrinne”. In der Ostsee ist es noch enger. Wegen der vielen Inseln im Finnischen Meerbusen zwischen Russland und Finnland sind es oft nur 10 Kilometer Abstand; zwischen Estland und Finnland immerhin 36 Kilometer – aber zum Bottnischen Meerbusen zwischen Schweden und Finnland nur 7 Kilometer. Und zwischen Schweden und Dänemark ist die Ostsee zur Nordsee hin bei Goleb sogar nur 4,25 Kilometer breit.
Die “Neue Zürcher Zeitung” berichtete am 10. April: „Die Revolutionswächter, eine paramilitärische iranische Eliteeinheit, die auch die Meerenge mit Schnellbooten und Drohnen kontrolliert, prüfen das Gesuch (einer Durchfahrt, die Red.). Für einen Öltanker gehen Beobachter von einer Gebühr von mindestens 1 Dollar pro Fass Erdöl aus, womit sich für einen sehr großen Tanker ein Betrag von 2 Millionen Dollar ergibt. Die Zahlung erfolgt in chinesischen Yuan oder mit einer Kryptowährung. Diese Summe könnte in der Praxis einer faktischen, teilweisen Verstaatlichung der Schifffahrtsroute gleichkommen, sagt Neil Shearing, Chefökonom bei Capital Economics. Länder wie China, Malaysia, der Irak, Pakistan, Japan, Indien und Oman hätten mit Teheran Abkommen geschlossen, um die sichere Durchfahrt ihrer Schiffe zu gewährleisten, heißt es bei Lloyd’s List weiter. Für das mit Sanktionen belegte Regime in Teheran ergibt sich daraus eine lukrative neue Geldquelle, die Einnahmen in Milliardenhöhe bringen könnte. Eine Maut für die Straße von Hormus wäre ein finsteres Omen für die Weltwirtschaft.”
Gebühren für die Schiffspassage
Und weiter: “Nach dem Uno-Seerechtsübereinkommen von 1982 gilt die Straße von Hormus als Meerenge, die der internationalen Schifffahrt dient. In solchen Meerengen gilt für alle Schiffe die sogenannte Transitdurchfahrt, selbst wenn (…) diese in die Territorialgewässer der Anrainerstaaten fällt. Die Transitdurchfahrt darf von den Küstenstaaten Oman und Iran nicht verhindert werden, und sie dürfen keine Gebühren verlangen. Das gleiche Regime gilt für andere Meerengen, etwa die Straße von Gibraltar. Iran hat das Uno-Abkommen allerdings nie ratifiziert.” Das zeigt, dass die schiitischen Islamisten schon drei Jahre nach ihrer Machtergreifung sich auch in dieser Frage einen Dreck scheren, wie die islamischen Staaten es mit ihrer Kairoer Erklärung zur Menschrechtskonvention taten und tun. Würde nun alle Anrainer solcher Wasserstraßen den Iran zum Vorbild nehmen und diese blockieren, stünde uns eine Weltwirtschaftskrise und der Dritte Weltkrieg ins Haus.
Doch Merz und viele andere politische Blindgänger meinen, der Konflikt am Golf habe mit uns nichts zu tun – obwohl die Energiepreise gerade in Deutschland am stärksten von allen Ländern steigen. Auch wenn wir unser Oel und Gas überwiegend aus anderen Weltregionen beziehen. Wäre nicht jetzt die Gelegenheit, unsere Schiffe aus dem Südchinesischen Meer an den Persischen Golf zu beordern und unsere Minenräumschiffe (die weltbesten!) dorthin zu schicken. Ebenso unsere Kriegsschiffe, die in der Ostsee russische Frachter in Schach halten sollten. Haben die neuen Mullahs gar von der EU abgeschaut, wie man Seeblockaden macht? Jetzt haben die USA die Minenräumung übernommen – weil wir nicht da sind, wenn wir gebraucht werden. Dieser Konflikt ist zwar kein NATO-Fall – aber wir Deutsche hätten zeigen können, dass unsere Marine mehr kann als mit der Gorch Fock spazieren zu fahren.
Islamische Schutzsteuern
Fast scheint es, dass die neue Praxis des schiitischen Islam die Tradition der Dschizya, der muslimischen Schutzsteuer gegenüber „Ungläubigen“ (den Dhimmi), wieder aufleben lassen, um von diesen Schutzgeld zu erheben. Dieses ist im Koran verankert, wurde bislang aber eher vom arabischen und osmanisch-sunnitischen Islam angewendet. Die Erhebung dieser Steuer von der unterworfenen nichtmuslimischen Bevölkerung – den Juden und Christen – gründet sich auf das Prophetenwort in Sure 9, Vers 29: “Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und den jüngsten Tag glauben und nicht verbieten (oder: für verboten erklären, die Red.), was Allah und sein Gesandter verboten haben, und nicht der wahren Religion angehören – von denen, die die Schrift erhalten haben – kämpft gegen sie, bis sie kleinlaut Tribut entrichten!” Dieser Tribut (respektive Kopfsteuer) heißt auf Farsi vermutlich nicht wie im Arabischen Dschizya, der entsprechende Begriff dürfte aber sicher ebenfalls geläufig sein.
Aus jener Kopfsteuer scheint nun eine Schiffssteuer zu werden, die in der Straße von Hormus erhoben wird. Damit öffnet der Iran eine Büchse der Pandora. Wenn wir jetzt Schwäche zeigen, wird der Islam nicht nur im fernen Iran die Welt zum Narren halten, sondern auch bei uns in Deutschland, wenn er einmal an der Macht ist. Islamgelehrte meinen, die Zeit des Kopfgeldes – der Dschizya – sei bereits angebrochen. Denn wie anders sei zu erklären, dass Deutschland nicht nur millionenfach Muslime zuwandern und sich überproportional zahlreich vermehren lässt, und wir sie mit unseren Steuern unterhalten? Islam heißt übersetzt anscheinend nicht umsonst “Unterwerfung”. Und alle, die Bürgergeld beziehen und denen steigende Heizkosten egal sind, können sich doch nur noch ins Fäustchen lachen, in welchem Ausmaß wir uns dies alles gefallen lassen. Und auch jene, die noch kein spritfressendes Auto besitzen und öffentliche Verkehrsmittel benutzen, hegen eine klammheimliche Freude, dass aus dem Straftatbestand des Schwarzfahrens demnächst eine bloße Ordnungswidrigkeitsbagatelle wird. So kommt eins zum anderen.
Dieser Artikel ist ohne „KI“ ausschließlich mit Künstle-Intelligenz 😊 erstellt; zuerst hier https://ansage.org/die-buechse-der-pandora-hormus-und-kein-ende/ erschienen.

