Wenn man dem, was gestern in der Jerusalem Post stand, Glauben schenken kann, soll Israel auch diesmal die Drecksarbeit übernehmen.
Donald Trumps Berater finden es nämlich besser, wenn Israel zuerst angreift und die Islamische Republik Iran dann an den USA Vergeltung übt. Der Grund? Es sieht besser aus, und die Unterstützung der amerikanischen Bevölkerung für den Krieg wäre größer, wenn die USA oder einer ihrer Verbündeten (lies: Israel) angegriffen werden, bevor die USA „eingreift“.
Dreimal darfst du raten, wer dann wieder (einmal mehr) der Buhmann der ganzen Welt ist, nicht?
Wer sagt denn überhaupt, dass die Islamische Republik als Vergeltung für einen ersten Angriff wirklich die USA (oder stellvertretend deren Armeestützpunkte in der Region) attackiert? Vielleicht begnügen sie sich dann auch einfach damit, Israel mit sämtlichen verfügbaren Waffen zu beschießen und die umliegenden Terrororganisationen zum Mitmachen anzustacheln. Zwar ließ die Hizbollah verlauten, sie würden nicht mitmischen, sofern die amerikanischen Angriffe im Iran „nur punktuell“ seien. Doch was werden sie tun, wenn nicht die USA sondern der Erzfeind Israel als Erstes zuschlägt? Und wenn „das Ziel des Krieges der Umsturz des Regimes und/oder die Ermordung des Obersten Führers Khamenei“ ist, wird die Hizbollah sehr wohl eingreifen. Sie können wohl gar nicht anders, denn im Juni 2025 hatten sie sich herausgehalten – und wenn sie sich weiterhin nicht positionieren, könnte der Terrororganisation der Geldhahn zugedreht werden.
Gestern verhandelten die Parteien in Genf, obwohl eine Einigung mehr als unwahrscheinlich scheint. Ein weiteres Treffen ist nächste Woche in Wien geplant, als „letzte Chance“. Hatten wir das nicht schon mal, diese letzte Chance? Ich zähle jetzt bis drei…
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