(Quelle Beitragsbild oben: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)

Alle Zeichen scheinen darauf hinzudeuten, dass sich ein Sturm zusammenbraut. Das macht mir etwas Angst – denn es ist kein Winter-, Gewitter- oder Schneesturm, sondern ein drohender Krieg. Ein weiterer drohender Krieg, um genau zu sein. Zwar beginnen in Genf die Verhandlungen zwischen dem islamistischen Regime des Iran und den USA. Zwar betont Trump, dass er fest daran glaubt, ein Abkommen wäre im Sinne aller. Zwar hoffen alle auf Entspannung der Lage.

Doch auf der anderen Seite zeigen die Handlungen der Beteiligten ein anderes Bild: Die USA schicken einen weiteren Flugzeugträger in den Persischen Golf. Auf iranischen Atomanlagen wurden Arbeiten registriert. Dächer über im Juni 2025 beschädigte Gebäude gebaut. Tunnels mit Erde verstopft – wahrscheinlich als Schutz gegen eventuelle Angriffe. Das Regime droht ganz offen Vergeltung an, sowohl gegen die USA als auch (wie könnte es anders sein) gegen Israel. Und es führt eine große Militärübung durch.

Derweil versucht Israel sich in Schadensbegrenzung. Im Libanon werden Ziele der Hizbollah beschossen (Posten, Waffenlager, Terroristen), um die Terrororganisation zu schwächen und sie vielleicht sogar daran zu hindern, sich im Kriegsfall an die Seite des iranischen Regimes zu stellen und Israel auch anzugreifen. Der Gazastreifen ist weiterhin unruhig. Täglich gibt es Vorfälle (meist sind es Terroristen, die aus Tunneln auftauchen und israelische Soldaten angreifen) und Entdeckungen (Waffenverstecke mit Panzerfäusten, Schusswaffen und Sprengsätzen).

Alles in allem also eine Art Ruhe vor dem Sturm. Ich fühle mich müde, ausgepumpt und energielos. Ich möchte keinen weiteren Krieg, ganz sicher nicht mit ballistischen Raketen aus dem Iran. Andererseits sehe ich deutlich, dass ein Regimewechsel einen ganzen Rattenschwanz von Auswirkungen nach sich ziehen könnte, allen voran eine Schwächung der Hizbollah und der Hamas. Und das wäre auf längere Sicht eher positiv für die ganze Region, denke ich.

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Anima Chutzpanit in der Schweiz geboren, machte eine Ausbildung zur Primarschullehrerin, erhielt das Übersetzerdiplom DOZ, trat zum Judentum über, heiratete und machte Aliyah (Einwanderung nach Israel). Sie lebt mit ihrem Ehemann, zwei Kindern und vielen Katzen in Südisrael. Sie betreibt den Blog Kinder, Katzen und Kakteen.

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