Buchbesprechung: Hartwig Hausdorf: Grenzerfahrungen

* von Roland M. Horn

Hartwig Hausdorf:
Grenzerfahrungen
Abenteuer am Rande der der Realität
Ancient Mail Verlag, Groß-Gerau, Oktober 2019
ISBN: 978-3-95652-274-1
Preis: € 19,80
DIN A5, 238 Seiten, 17 s/w-Abbildungen

Der Autor berichtet in diesem Buch über seltsame Begebenheiten der unterschiedlichsten Couleur und aus den verschiedensten Zeiten. Bei solchen Erfahren sind für mich immer einige Erlebnisse des Autors von besonderem Interesse. So berichtet er, dass er “einige recht ungewöhnliche Dinge” erlebt hat, die er “an späterer Stelle” “seinen Lesern nicht vorenthalten möchte”. Eines dieser Erlebnisse schildert er jedoch bereits im vorliegenden Buch. Es war Ende der der 1950er Jahre, als er als Vierjähriger mit einem Freund an einem Gehsteig spielte, was zur damaligen Zeit noch ziemlich ungefährlich war. Die beiden Spielgefährten fanden eine uralte Laterne, die das Interesse der beiden Jungen auf sich zog. Irgendwann sahen sich die Freunde von einer “Art Dunkelheit” eingehüllt, obwohl die Sonne weiter schien. Wie Hausdorf später recherchierte, fand zu diesem Zeitpunkt keine Sonnenfinsternis statt. Die Eindrücke, die er schildert, erinnert an den Oz-Faktor, den wir aus Berichten von UFO-Sichtungen kennen: Kein Verkehr mehr auf den Straßen, keine anderen Menschen, kein Vogelgezwitscher, und die Szenerie wirkte irreal. Die Zeitdauer war für Hausdorf nicht einschätzbar, aber irgendwann war alles wieder normal. Hausdorf erinnert sich noch, wie sein Freund sagte, die Laterne habe ihnen das Leben gerettet.

Zwei andere Merkwürdigkeiten konnte Hausdorf zumindest bezeugen: Im australischen Outback bewunderte er mehrmals vor Ort eine Zeichnung auf zwei Felswänden, die auf vier- bis fünftausend Jahre alt geschätzt wird und nach Ansicht zumindest einiger Archäologen einen Ägypter zeigt. 300 altägyptische Hieroglyphen berichten nach der Übersetzung eines australischen Ägyptologen die Geschichte von Alten Ägyptern, die es nach Australien verschlagen hat. Der Herrschername wird namentlich genannt. Es war ein Sohn des Pharos Khufu, Pharao Ra-Djedef. Der Übersetzer datiert auf der Basis der Inschriften und der Erwähnung eines Prinzen namens “Djeseb”, was stark an Ra-Djedef erinnert, dass die Expedition ziemlich genau kurz nach der Herrschaft Khufus, der von 2551 bis 5228 v. Chr. regiert haben soll, stattgefunden haben müsse. Somit hätte sich die Expeditionen vor mindestens 4500 Jahren ereignet. Nur: Wie gelangten die Ägypter damals nach Australien? Die orthodoxe Wissenschaft sieht für diese Zeit keinen Möglichkeit des Reisens von Ägypten nach Australien vor. Doch es gibt bestätigende Berichte dafür.

Die zweite angesprochene Möglichkeit spricht einen von einem Hobby-Paläontologen Mitte der 80er Jahre in einer Wüstenregion in Südamerika getätigten Fund an. Es handelt sich dabei um ein Skelett, das ihm seltsam vorkam und das nach Einschätzung eines mit ihm befreundeten Paläontologen “weltweit einzigartig und somit noch keiner bislang bekannten Spezies zuzuordnen sei.” Bezeichnenderweise nannte der Hobby-Paläontologe das Skelett “Alf“. 2019 sah sich Hausdorf den Fund in jenem Urwald-Museum, in dem der Finder das besagte Fossil untergebracht hatte, selbst an. Er fühlte sich “regelrecht elektrisiert” und fand eine Reihe von Details aufgelistet, die “im Großen und Ganzen den anatomischen Eigenschaften des menschlichen Körpers entsprechen”. Es gab jedoch auch Unterschiede: Der Kopf war langgezogen und die Extremitäten besitzen jeweils drei reptilientypische Klauen, die den Autor an die “Nasca-Mumien” erinnern.

Eine andere Geschichte soll sich im 16. Jahrhundert zugetragen haben: Da wollte ein Schuldner endlich seine Gläubiger bedienen – und verschwand. Bei einer Suchaktion stieß man auf seinen Hut, Mantel, Handschuhe sowie ein von ihm mitgeführtes Gewehr mit dazugehörigen Hüllen. War er umgebracht worden? Ein Verdächtiger wurde gefunden, aber bald wieder freigelassen worden. Erst nach Monaten kam er zurück: Ohne Haare, Bart und Augenbrauen, mit geschwollenem Gesicht, “zersprangenem Angesicht” und einem verunstaltetem Kopf. Er war offensichtlich gealtert und berichtete, dass er seinen Gläubiger nicht gefunden habe und deshalb umkehren wollte, als er ein “seltsames Gestöße und Saußen” vernahm. Dann habe er die genannten Kleidungsstücke/Gegenstände verloren und wurde “in den Lüften hinweg in ein fremdes Land getragen”, das ihm völlig unbekannt war. Er hatte Schmerzen und die Veränderungen an seinem Gesicht wahrgenommen. Dieses fremde Land erwies sich als Mailand, wo er glücklicherweise einem deutschen Gardeknecht traf, der ihm half. Einige Monate später war er zurück in seiner Heimat am Sempacher See. Dieses Erlebnis erinnert Hausdorf an die sogenannten Abductions.

In anderen Kapiteln berichtet Hausdorf über eine “fliegende Missionarin” im 17. Jahrhundert, in einer anderen an eine “Abenteuerliche Seereise Post Mortem”, in der der oft bemühte Zufall eine große Rolle spielt, später geht es um einen “Tranceläufer”, der “überirdische Geschwindigkeiten” erreichte, und einige Seite weiter geht es um eine “Wunderwaffe” im Jahr 1938. Auch in dieser Geschichte spielt der “Zufall” wieder eine (zu) zentrale Rolle.

Weiter ist von einer mysteriösen Begegnung an der damaligen innerdeutschen Grenze die Rede und später von der Begegnung eines Tauchboot-Kapitäns mit einer unheimlichen Kreatur, die an einen Plesiosaurus erinnerte, der aber als vor 60 Millionen Jahren ausgestorben gilt.

In einer englisches Grafschaft liegt eine Örtlichkeit mit dem bezeichnendem Namen “Devil’s Garden”. Dort wollten im Jahr 1978 vier junge Männer “schwarzfischen”, doch auch dem Weg zum Ziel entdeckten sie ein fliegendes Objekt, das über einem Fluss schwebte. Und mehr noch: Bei dem Objekt tauchte urplötzlich ein klein gewachsenes humanoides Wesen auf, später betrat noch ein zweites die Bühne. Beide trugen silberfarbene Anzüge und Helme mit Lampen, die sich anschickten, eine Kuh zu stibitzen. Außerirdische?

Ein amerikanischer Student geriet im Sommer 1985 scheinbar irgendwie in eine frühere Zeit, in der er einen Indianer sah, wie er in der Zeit um 1840 aussah; bei einer anderen Begebenheit verschwand im Jahr 2004 eine Frau in einem Museum von überschaubarer Größe, begegnete einem “Fremden im Trenchcoat“, der auf einen Bildschirm mit Sequenzen aus den 60er-Jahren starrte und dazu meinte: “Hm. Das sieht ganz so aus, als ob es heute wäre”, und als die Frau nach zwei Stunden das Museum verließ, erklärte ihr Mann, der sich in der gleichen Zeit wie sie im Museum befand, sich aber getrennt von ihr dort umsah, aufgelöst, dass sie in der fraglichen Zeit ganz offensichtlich nicht im Museum war. Der Mann im Trenchcoat schien sich zudem in Luft aufgelöst zu haben. Ist auch diese Frau in eine andere Zeit geraten?

Soweit nur eine kurze Zusammenfassung einiger der insgesamt 48 Gegebenheiten/Kapitel des Buches. Natürlich kann man nicht ausschließen, dass einige der Begegnungen erfunden sein könnten, aber für viele gibt es Indizien für die Glaubhaftigkeit. Sei es wie es sei, dieses Buch sorgt für eine spannende Kurzweil. Ein besonderes Lob verdient auch die Aufmachung. Das Cover des Hardcover-Buches wirkt ausgesprochen ansprechend.

(Erstveröffentlichung bei Atlantisforschung.de)

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Buchbesprechung: Hartwig Hausdorf: Götterkriege

* von Roland M. Horn

Hartwig Hausdorf:
Götterkriege
Dramatische Eingriffe einer überlegenen Intelligenz
Ancient-Mail-Verlag Groß-Gerau Dezember 2007
ISBN: 978-3-95652-230-7
Preis: EUR 19,80
DIN A5, Hardcover, 240 Seiten, 21 s/w-Abb.

Die überlegene Intelligenz, von der der Autor im Untertitel spricht, ist für ihn identisch mit Außerirdischen. Dass es eine intelligente Intelligenz geben muss, die in unsere Zivilisation eingriff und eingreift, sollte einem spätestens nach dem Lesen des vorliegenden Buches klar sein. Es gibt noch andere, z. T. modernere, Möglichkeiten, doch die These von den außerirdischen Besuchern ist sozusagen die klassische Möglichkeit. Die sog. ETH (Extraterrestrier-Hypothese) scheint heute grundsätzlich nicht mehr als zu weit hergeholt, zumal die Physik in den letzten Jahrzehnten erstaunliche Fortschritte gemacht hat. Immer mehr theoretische Möglichkeiten wurden gefunden, wie die scheinbar unendlichen Weiten des Universums überbrückt werden könnten. Und wenn es außerirdische Besucher gab, bzw. gibt, die den Weg von wo auch immer zur Erde finden, ist davon auszugehen, dass deren physikalisches Wissen auf einem deutlich höherem Stand ist als das unsere derzeitige.

Hartwig Hausdorf führt einige Hinweise dafür an, dass Außerirdische, die von den Menschen für Götter gehalten wurden, sich einst gegenseitig bekriegten. Einer dieser Hinweise ist das indische Nationalepos Mahabharata, das Vorgänge beschreibt, die stark an einen atomaren Atomaren Holocaust erinnern, der demnach in frühen Zeiten auf der Erde stattgefunden haben könnte. Ein weiterer Punkt sind Höhlensysteme und Tunnel, in die Menschen offensichtlich geflohen sind, während sich die “Götter” untereinander bekriegten. Es gibt sogar regelrechte unterirdische ausgesprochen geräumige Städte, wie z. B. Derinkuyu in der Türkei, doch das ist nur ein Beispiel von vielen. Auch im Dreiländereck der südchinesischen Provinzen Jiangxi, Zhejiang und Anhui liegt ein System von extrem weitläufigen Hallen und Stollen. Eines dieser Objekte, die “Höhle Nr. 24”, fällt dadurch aus der Reihe, das in ihr – insbesondere an den Decken – Bearbeitungsspuren auffallen, von denen einige Winkel zeigen, die plötzlich im rechten Winkel die Richtung ändern, und überhaupt wie maschinell hergestellt wirken. Diese Anlage erscheint so rätselhaft, dass an einem nahen Berghang überdimensionale Schriftzeichen verkünden: “Hier existiert eine andere Welt“, und eine Schautafel besagt gar: “Manche glauben, dass Besucher aus dem Weltall diese Anlage in prähistorischer Zeit errichteten.” Nicht nur das Mahabharata spricht offensichtlich von Fluggeräten, sondern auch Indianer erinnern sich an sogenannte Donnervögel, die eher wie Fluggeräte denn als Vögel beschrieben werden.

Für mich ist die Betrachtung der alttestamentlichen Geschichte ein absolutes Highlight. Anhand zahlreicher Ungereimtheiten bezweifelt Hausdorf, dass der Gott der alten Israeliten tatsächlich ein (allmächtiger) Gott im wahrsten Sinne des Wortes war, sondern dass auch hier eher Außerirdische am Werk waren. Biblische Berichte, nach denen Gott höchstpersönlich gegen die Amalekiter kämpfte, klingt nicht nach einem wirklichen (allmächtigen) Gott. Bei der Zerstörung der Stadtmauer von Jericho sieht Hausdorf eher Waffen als profane Posaunen am Werk. Dabei verweist er auf den ehemaligen Leiter des Forschungsinstitut für Elektroakustik in Marseille, Professor Vladimir Gavreau, der eine wahrliche “Todeskanone” entwickelte, die jedoch in Marseille nicht mit voller Wirksamkeit getestet werden konnte, weil ansonsten zahlreiche Gebäude im Umkreis von mehreren Kilometern eingestürzt wären. Hatten die Israeliten, oder eher die Außerirdischen, die von den Israeliten als Gott und Engel betrachtet wurden, ähnliche Waffen, mit deren Hilfe sie die Stadtmauer von Jericho zum Einsturz brachten?

Auch Alexander der Große, König von Makedonien, hatte möglicherweise Schützenhilfe von Außerirdischen. “Fünf wundersame, fliegende Schilde” sollen ihm in einer Schlacht geholfen haben. Fliegende Schilde kommen, wie Hausdorf berichtet, auch in den Überlieferungen der Hopi-Indianer vor, wenn man den Aussagen des Häuptlings White Bear glaubt, der wie selbstverständlich von außerirdischen Wesen spricht. Ob er möglicherweise von der modernen UFO-Thematik beeinflusst war, wissen wir nicht, aber die “Kachinas” (“hohe geachtete Wissende”) sind fester Bestandteil der Hopi-Mythologie und werden auch als Schöpfer der Menschheit angesehen.

Auch der römischen Kaiser Konstantin der Große hat Hausdorf zufolge “himmlische Hilfe” erhalten; und später erschien den Kreuzrittern ein “strahlender Ritter” über dem Ölberg, der einen leuchtenden Schild schwang und die entmutigten Kreuzfahrer dazu aufrief, einen neuen Angriff zu starten. Eine Lichtgestalt wurde auch in Medina über dem Grab des islamischen Propheten Mohammed gesehen. Sie soll mit einem Schwert und einem Buch in den Händen ein ganzes Moslem-Heer in die Flucht geschlagen haben. Auch in den modernen Kriegen vom II. Weltkrieg bis zur Operation Desert Storm (Zweiter Golfkrieg) griffen offensichtlich fremde Mächte (Außerirdische?) in die Kriege ein. U. a. erinnert Hausdorf an die “Foo-Fighter” (oft orangefarbene Leuchtobjekte unbekannter Herkunft) im Zweiten Weltkrieg, die häufig von Piloten gesehen wurden.

Hausdorf berichtet ausgiebig über Vorkommnisse in verschiedenen Schlachten und Kriegen im Fernost, vom Mittelalter bis in die Neuzeit reichend. Ein Soldat, der 1971 in Thailand stationiert war, berichtet gar von einem kugelförmigen Objekt, das auf vier Landebeinen auf dem Boden stand und von um die 20 Humanoiden im Overall.

Dies war nur eine Auswahl aus einer Fülle von sonderbaren Ereignissen, die sich offensichtlich von der Antike bis heute ziehen und von Hausdorf ausführlich geschildert werden. Natürlich kann die eine oder andere Geschichte letztlich von irgendeinem Informanten erfunden sein, doch muss erwähnt werden, dass sich der Autor oft auch an “anerkannter” Literatur orientiert und häufig selbst vor Ort Relikte ansah oder sich über die dortigen Überlieferungen informierte.

Sicher reicht das Material nicht aus, um die ETH beweisen zu können, aber andererseits ist es genug, um sie in Betracht ziehen zu müssen. Götterkriege” ist zweifelsohne ein sehr interessantes und empfehlenswertes Buch!

Buchbesprechung: Lars A. Fischinger: Rebellion der Astronautenwächter

  • von Roland M. Horn

Cover: Lars A. Fischinger: Rebellion der Astronautenwächter

Lars A. Fischinger:
Rebellion der Astronautenwächter – Gefallene Göttersöhne, die Sintflut und versunkene Ur-Kulturen
Amra-Verlag, Hanau 2015
ISBN: 978-3-939373-46-9
Preis: € 19,95
Hardcover mit Lesebändchen,
302 Seiten

Im Jahr 1997 veröffentlichte Fischinger sein zweites Buch: Götter der Sterne, das ich aufgrund seiner gründlichen Quellenarbeit als “seriöseste Prä-Astronautik-Buch ist, das ich je gelesen habe” bezeichnete. Und, um es vorwegzunehmen: Rebellion der Astronautenwächter ist vom gleichen Kaliber! Es ist auch alles andere als etwa eine Neuauflage von Götter der Sterne, sondern vielmehr eine Ergänzung dazu. Während Fischinger sich bei Götter der Sterne eines Großteil des Alten Testaments vorgekommen hat, konzentriert er sich hier auf die Themen von der Schöpfung bis zur Sintflut, und entsprechend ausführlich fallen auch seine Ausführungen dazu aus.

Fischinger schafft es, sich auf 130 Seiten allein mit lediglich zwei Themen intensiv zu befassen, die in der Bibel nur wenig Raum einnehmen: Henoch, über den nach 1. Mose 5:21 im Rahmen einer chronologischen Auflistung des Stammbaum von Adam bis Noah lapidar gesagt wird: “Und Henoch lebte 65 Jahre und zeugte Metuschelach. Und Henoch wandelte mit Gott, nachdem er Metuschelach gezeugt hatte, 300 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Und alle Tage Henochs betrugen 365 Jahre. Und Henoch wandelte mit Gott; und er war nicht mehr da, denn Gott nahm in hinweg” (zit. nach der Elberfelder Übersetzung); und die “Göttersöhne”, die vom Himmel kamen” (1. Mose 6,1-4), über die es nach der gleichen Übersetzung heißt: “Und es geschah, als die Menschen begannen, sich zu vermehren auf der Fläche des Erdbodens, und ihnen Töchter geboren wurden, da sahen die Söhne Gottes, die Töchter des der Menschen, dass sie gut waren, und sie nahmen sich von ihnen alle zu Frauen, welche sie wollten. Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht ewig im Menschen blieben, da er ja auch Fleisch ist. Seine Tage sollen 120 Jahre betragen. In jenen Tagen waren die Riesen auf der Erde und auch danach, als die Söhne Gottes zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen (Kinder) gebaren. Das sind die Helden, die in der Vorzeit waren, die berühmten Männer.” Danach bricht dieses Thema plötzlich ab, und Gott stellt fest, dass die Bosheit der Menschheit – die er selbst geschaffen hatte – groß war, und obwohl man annehmen sollte, dass ein allmächtiger Gott dies hätte voraussehen können oder sogar müssen, reute es ihn plötzlich, dass er die Menschen geschaffen hatte und beschloss, sie in einer Sintflut zu ersäufen und den Großteil der Tiere gleich mit. Sind die auch böse geworden? Wie wir wissen, beschreibt das Alte Testament, dass Noah “Gnade in den Augen des HERRN fand”. Die Aussage über Henoch ist noch knapper, da werden etliche Personen aufgezählt und am jeweiligen Ende wird beschrieben in welchem Alter sie starben, nur bei Henoch finden wir diese merkwürdige Aussage.

Doch Fischinger wühlt sich durch den Literaturwald und findet Ergänzendes: Größtenteils in Apokryphen, die es nicht mal in den (mehr Bücher erhaltende als der evangelische) katholische Kanon geschafft hatten: Allen voran, das (äthiopische) Buch Henoch, aus dem im neuen Testament (im Judas-Brief) sogar zitiert wird und das zur Zeit des frühen Christentums sehr beliebt war. Doch Fischinger erkundet auch das sehr viel weniger bekannte “slawische Buch Henoch”. Dazu kommen u. a. das Buch der Jubiläen. Fischinger recherchiert weiter im Jerusalemer Bibellexikon und findet auch hier viele interessante Ergänzungen hinsichtlich der Frage, was hinter dieses wenigen Bibelpassagen stecken könnte. Er befasst sich eingehend mit sumerischen und akkadischen Mythen und findet dort sehr viel Erhellendes, dass er seinen Lesern auf flüssige und spannende Weise weitergibt. Eine weitere seiner Quellen sind die Qumran-Rollen.

Fischingers Recherchen zufolge können die merkwürdigen “Göttersöhne” am ehesten Außerirdische gewesen sein, die mit menschlichen Frauen verkehrten und “Mischwesen” erzeugten – eben diese Riesen. Insbesondere den sumerischen Mythen zufolge mussten die extra zu diesem Zweck geschaffenen Menschen für die Außerirdische schuften, waren Sklaven. Die “Engel” (eher als Wächter zu verstehen denn als irgendwelche kindlich und feminin aussehenden Figuren, wie sie oft in kitschiger Weise dargestellt werden) rebellierten gegen ihre Arbeitgeber, was nach sumerischen Überlieferungen der Grund für die Erschaffung des Menschen war, die deren Arbeit übernehmen sollten. Auch in der biblischen Schöpfungsgeschichte, klingt – oft unbeachtet – an, dass der Mensch nicht in einem buchstäblichen “Paradies” lebte, sondern den Garten Eden bebauen sollte.

Die Sintflut sieht Fischinger eher als eine Naturkatastrophe an, die nicht buchstäblich die ganze Erde überflutet haben muss. Die Aussagen im (äthiopischen) Buch Henoch sind schwer anders zu verstehen, als dass Henoch sich in einem Fluggerät (mehrmals und schließlich endgültig) von der Erde entfernt hatte.

Im weiteren Verlauf des Buches spricht Fischinger die Frage nach archäologischen Beweisen an und geht auf verschiedene Sintflut- und Katastrophenszenarien ein, die von verschieden Autoren vertreten werden, so die von Leonard Woolley, der glaubt, Beweise der Sintflut in der Stadt Ur gefunden zu haben und der These von der einstigen Überschwemmung des Schwarzen Meeres, wie William Walter C. Pitman und William Ryan sie als Verursacher der weltweiten Sintflut sehen.

Weiter kommt Fischinger auf die Frage nach einer eventuell versunkenen hochstehenden Zivilisation zu sprechen, die durch die Sintflut ausgelöscht worden sein könnte. Seine Spurensuche führt ihn nach Ägypten und dem “Pyramidenkapitel in Al-Makrizis Hitat” aus dem Mittelalter, einer Sammlung arabischer Berichte verschiedener Geschichtsschreiber, in der ein Autor sagt (wie das christlichen Trancemedium Edgar Cayce in seinen Readings auch, dass die Große Pyramide von Giseh nicht von Cheops, sondern von Hermes erbaut wurde – und der soll identisch sein mit dem arabischen Idris und – dem biblischen Henoch, womit wir wieder am Anfang angelangt sind…

Fischinger geht mit den Sintflut- und Katastrophenthesen, die er betrachtet vorbildlich unvoreingenommen um, wenn auch – zumindest aus meiner Sicht – Immanuel Velikowsky und Ignatius Donnelly etwas zu schlecht wegkommen.

Auch über überraschend zahlreiche Funde von offensichtlichen Werkzeugen oder Skelettteilen von Riesen geht Fischinger ein.

Zusammenfassend ist nur zu sagen, dass jeder, der auch nur am Rande an einem der in diesem Buch behandelten Themenkomplexen interessiert ist, dieses Buch gelesen haben sollte – und anschließend am besten mit “Götter der Sterne” weitermacht…

(Erstveröffentlichung bei Atlantisforschung.de)

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Buchbesprechung: Wilfried Multhammer: Virtuelle Götterspiele

  • von Roland M. Horn

Wilfried Multhammer:
Virtuelle Götterspiele
Unser Leben in einer animierten Welt
Taschenbuch
182 Seiten
14,99 € + Versand
erhältlich über Privatkauf

Nachdem der Autor im vorliegenden durchweg äußerst spannend und flüssig geschriebenen Buch kurz über seine Kindheit, Jugend und weitere Entwicklung und wir er auf alternative Themen zu sprechen kam – wie so viele andere auch durch das Studium der Bücher Erich von Dänikens – kommt er sehr bald recht unvermittelt auf seine Theorie zu sprechen. Bereits nach dem Lesen der Bücher des Paläo-SETI-“Papstes” kam ihm der Gedanke in den Sinn, dass “die Götter letztlich Menschen unseres Planeten sind und zu einer hohen, jedoch verschollenen Zivilisation gehören”, doch von der Theorie einer animierten Welt war er zu diesem Zeitpunkt noch weit entfernt. Erst nach seinem Studium (Philosophie im Hauptfach, Psychologie und Theologie als Nebenfächer) in etwas höherem Alter kam er seiner Theorie näher. Das Studieren mit Lebenserfahrung “bringt eine gewisse Skepsis mit sich, so dass man nicht alles widerspruchslos hinnimmt, was die Dozenten sagen”, und vermutlich hat er damit gar nicht so Unrecht.

Ausgehend von einem Satz, über den er während seines Studiums hörte (“Eines Morgens wachte ich auch und alle meine Sachen waren geklaut und durch identische Nachbildungen ersetzt!”), machte er sich Gedanken über Themen wie Außenweltrealismus, und schließlich kam er aufgrund vieler Quellen, die er studierte, zu der Erkenntnis, dass das bisherigen materialistisch-mechanische Weltbild ausgedient hat und “die Welt da draußen ganz anders funktionieren könnte als bisher gedacht”, um irgendwann weiterzugehen und zu erkennen: “Der Glaube an die reale Außenwelt ist ein weit verbreiteter Selbstbetrug”.

Nach dieser Einleitung stellt Multhammer seine Theorie vor, und hier steht Atlantis im Mittelpunkt, wobei er nicht vergisst zu erwähnen, dass, “das was jetzt kommt, nur eine Arbeitstheorie ist”. Nachdem er lange über Platon und sein berühmtes Atlantis sowie seine eigenen Gedanken darüber referiert, kommt er zu dem Schluss, dass Atlantis “eine hochentwickelte, technisch weit fortgeschrittene Kultur” war, in der die Etablierten hochmütig und rücksichtslos ihren Vorteil suchten, eine Gesellschaft, in der Korruption, Macht und Geldgier wucherten”, bis schließlich eine Sintflut kam. Schließlich flohen die Atlanter mittels eines Fluggerätes – vermutlich einem Raumschiff – von der Erde, um den überfluteten Planeten zu umkreisen. Sie wollten schnellstens wieder auf die Erde zurückkehren und hatten bereits vor Beginn der Sintflut vorsorglich eine große Menge an Saatgut und Zellkulturen in Sicherheit gebracht, mittels derer die biologische Rekultivierung der toten Erde wieder hergestellt werden sollte.

Weiter kommt Multhammer auf den sumerischen Gott Enki zu sprechen, von dem Multhammer aus den Keilschrift-Texten dieser Kultur herausliest, dass der mit einem U-Boot auf der Erde unterwegs war und schließt, dass dieses U-Boot mit der Arche Noah identisch und in Wirklichkeit ein schwimmendes Labor war. In diesem Labor befanden sich Multhammer zufolge menschliche Klone, die den Atlantern, für den Fall, dass sie irgendwann auf die Erde zurückkehren konnten, als Sklaven dienen sollten. Die im Raumschiff um die Erde navigierenden Atlanter bereiteten die Rückkehr zur Erde mittels einer Simulation vor, nachdem eine auserwählte Gruppe in der Arche gerettet werden konnte. Nun schufen die Atlanter eine virtuelle Welt, “in der sie alles animierten, was für dieses Experiment notwendig war”. Völlig richtig erkennt er, dass auf der Erde “eine ordnende Hand im Spiel ist und die Welt sich nicht durch eine Reihe von Zufällen aus dem Urknall entwickelt hat”. Diese “ordnende Hand” oder “Götter” sind für Multhammer die Atlanter. Zur Bekräftigung seiner Theorie zieht der Autor u. a. Legenden über fliegende Götter heran.

Die Atlanter müssen die virtuelle Welt erschaffen haben, und Multhammer sieht verblüffende Vergleiche zum Schöpfungsbericht der Bibel, wenn auch die Sintflut vor der Erschaffung der Erde stattgefunden haben muss. Dazu kann man aber sagen, dass, wenn wir der Restitutionstheorie folgen, auch in der Bibel eine “Urflut” nach der Schöpfung von Himmel und Erde beschrieben wird, bevor die Erde “neu erschaffen”, d. h. wiederherstellt wird. Doch zurück zu Multhammer, der eine holografische Kugel als Projektionsfläche für die animierte Erde sieht, die zunächst eine Blankovorlage ist. Danach beschreibt Multhammer ausführlich, wie die Schöpfung seiner Meinung nach abgelaufen ist.

Danach kommt er wieder zu seiner Studienzeit zurück und schreibt über philosophische Themen wie den Radikalen Konstruktivismus, um schließlich festzustellen, dass das Gehirn “keinen direkten Zugang zur Außenwelt hat”. Dabei weist er auch auf deutsche Vertreter dieser Theorie hin, die sagen “Wir erfinden unsere Wirklichkeit selbst”. Je mehr er über diesen Themenkomplex nachdachte, desto mehr gelangte er zu der Annahme, dass die Welt nur eine Erscheinung ist,” und stellt weiter fest: “Die Welt da draußen ist in mir”. Zu diesen und ähnlichen philosophischen Themen berichtete der Autor ausführlich und trotzdem spannend.

Schließlich landet er wieder bei Platon und dessen Höhlengleichnis: Die Menschheit ist zeitlebens in einer Höhle angekettet, in der sie sich nicht bewegen kann und auf eine gegenüber liegend Felswand schaut, auf die ein Schattenspiel projiziert wird. Die “wahre Welt” kennt der Mensch nicht, sagt Multhammer.

Später schreibt der Autor, dass die Atlanter-Götter eine Simulation der Wiederbesiedlung der Erde ablaufen lassen um durch ständiges Abändern einzelner Parameter immer neue Bedingungen zu simulieren um schließlich die beste Population zu finden.

Multhammer sieht die Seele als Vermittlerin zwischen dem menschlichen Wesen (Körper) und dem “Reich der Ideen”, das oft auch als Akasha-Chronik bezeichnet wird, in Wirklichkeit aber ein Datenspeicher sei und sieht Zahlen als “Maß aller Dinge” an, was er auch eindrucksvoll belegt.

Später kommt er auf “Göttliche Avatare und Botschafter” zu sprechen, und als einen dieser Avatare sieht er Jesus.

Multhammer beschäftigt sich ausführlich mit den Sumerern und belegt, dass dort “Götter” das Kommando führten, wobei Enki eine große Rolle spielt. Die Bundeslade der Israeliten sieht er als Kommunikationsgerät, genauer ein Empfangsgerät, an, über das der Gott der Israeliten mit seinem Volk kommuniziert. Dieser Gott erscheine darin als Hologramm. Die Gesetzestafel, die in der Bundeslade aufbewahrt wurde, war nach Meinung des Autors eine Art Programmdiskette, die er mit den sog. ME-Tafeln der Sumerer vergleicht.

Wenn man den Klappentext des Buches oder vielleicht auch diese Rezension gelesen hat, ist man vielleicht geneigt, Multhammers Gedanken als “zu weit hergeholt” oder gar Phantastereien abzutun, doch wenn man das Buch mit den zahlreichen Belegen gelesen hat, kann man durchaus ins Grübeln kommen. Schade ist nur, dass dieses Buch nur im Privatkauf zu erwerben ist.

(Erstveröffentlichung auf Atlantisforschung.de)

Einzige Bezugsmöglichkeit

Buchbesprechung: David Winder: Mysterien der Bronzezeit

* von Roland M. Horn

David Winder:
Mysterien der Bronzezeit: Von Atlantis bis Troja. Über die großen Sagen und deren einzig richtige Deutung.  Selbstverlag, Daisendorf, 2020
ISBN: 978-3-00-067068-8
Preis: EUR 4,99
TB, 93 Seiten

Die bereits von Paul Borchardt vertretene These, nach der Atlantis in Tunesien lag, zu ergänzen und anhand weiterer Fakten zu erhärten, ist eine Sache, die willkürliche Anpassung von Überlieferungen, um das gewünschte Ziel zu erhalten, eine andere.

Der Autor propagiert die einstige Existenz eines Goldenen und später eines silbernen Geschlechts. Interessanterweise übernimmt er ausgiebige Passagen aus der als Fälschung geltenden Oera-Linda-Chronik, die einst als Beleg für die Theorie, dass Atlantis in Altfriesland lag, verwendet wurde, vollkommen kritiklos. Aus dieser und anderen Überlieferungen schließt er auf einen Kataklysmus, den es zweifellos auch gegeben hat. Mit diesem Kataklysmus lässt er das “Silberne Zeitalter” enden und setzt die biblische Sintflut hier an. Danach kam das “Bronzene Geschlecht”. Insgesamt habe es drei Kataklysmen und drei Zwischenzeiten gegeben. Die biblische Sintflut legt der Autor auf 1050 v. Chr. fest. Sie habe das “Bronzene Zeitalter” beendet.

Weiter behauptet der Autor, dass die Typhon-Sage aus der griechischen Mythologie, der Seevölkersturm und der Trojanische Krieg in Wirklichkeit ein und dasselbe Ereignis waren. Im Zusammenhang mit diesem Ereignis “gönnt” er es den jüdischen Redaktoren des Pentateuch “durchaus”, dass sie “es aus Eitelkeit mit der historischen Wahrheit nicht allzu ernst genommen haben, indem sie aus einer schlimmen Niederlage einen berauschenden, gottgewollten Sieg machten, doch nun ist klar geworden, das am Schilfmeer [das oft mit dem Roten Meer verwechselt wird] einzig der Pharao als großer Sieger hervorgegangen ist.” (S. 30) Dies schließt er daraus, dass der “Durchzug durchs Rote Meer”, (das er aber richtigerweise als “Schilfmeer”) bezeichnet, “von den Ereignissen um die Seevölker nicht zu trennen ist.”

Irgendwann nach seinen etwas wirr erscheinenden Darlegungen stellt Winder im Einklang mit Albert Hermann und Ulrich Hofmann plötzlich und überraschend fest, dass auf der Basis der “reinen Vernunft” und “ohne irgendwelchen esoterischen Spinnereien Raum zu geben” zu der unumstößlichen Feststellung, dass Atlantis in Nordafrika lag.

Unter Heranziehung der von Dr. Albert Hermann publizierten “Erdkarte der Urbibel” kommt er in diesem Zusammenhang auf die Hebräer zu sprechen, die einst vom Tritonsee im heutigen Tunesien auszogen, “um vor der unbarmherzigen Sonne und der immer weiter voranschreitenden Sahara zu fliehen, in der Hoffnung im Osten eine neue Heimat zu finden.” (S. 35)

An Platon, der als erster von der Insel Atlantis sprach, übt er heftige Kritik. Der habe selbst “den vielen Spinnereien durch eine irrige Zeitangabe, mancherlei Vorschub geleistet.” Winder schließt aufgrund seiner bisherigen zusammengewürfelten und angepassten Theorien, dass Platos Zeitangabe falsch ist. Man kommt nicht drumherum, dem Autor ein sehr willkürliches Vorgehen zu unterstellen. In diesem Zusammenhang spricht Winder auch von einer “falsche Ortung der Säulen des Herakles”, die “viel Unheil gestiftet” hätten. Allerdings muss gesagt werden, dass Platons Identifizierung der Säulen von Herakles als die Straße von Gibraltar mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit richtig ist!

Im Gegensatz zu Plato avanciert ausgerechnet Herodot, in dessen Überlieferungen sich – wie der Autor auch selbst zugibt – einige Widersprüche befinden, zum “Größten aller Historiker”. Winder glaubt allen Ernstes, die Widersprüche dadurch lösen zu können, dass, wenn Herodot von Min bzw. Menes oder Cheops spricht, gar nicht die Pharaonen am Nil gemeint sind, sondern “Herrscher am Tritonsee” in Tunesien. Hin und wieder versucht der Autor, seine skurrilen Behauptungen mit Sätzen wie “So und nicht anders ist es gewesen.” zu bekräftigen. Der Ausdruck “Nil” für den Fluss in Ägypten habe sich aus dem griechischen Ausdruck “neilos” eingebürgert.

Die “große arische Wanderung” ging nicht vom Osten, sondern dem Wesen aus, wenn man Winder folgt.

Ein recht unbehagliches Gefühl regt sich, wenn man die Ansicht des Autoren liest, dass die Hebräer ursprünglich eine rote Hautfarbe hatten und von den Hamiten abstammten. Damit sind nur in bedingtem Umfang die Söhne des biblischen Ham gemeint, sondern es wird Bezug auf die sogenannte Hamitentheorie genommen, die die Überlegenheit einer in Nordafrika verorteten „hamitischen Rasse“ über die sogenannte negroide Bevölkerung Afrikas postulierte. Es muss erwähnt werden, dass diese Theorie in Deutschland nach der Nazi-Zeit in Deutschland vollkommen in Misskredit geriet. Für Winder steht dagegen fest: “Die sagenhaften Hamiten waren also saumtierzüchtende Eselnomaden von rötlicher Hautfarbe (…) (S, 53) Der nachfolgende Satz: “Es kann also gar kein Zweifel darüber obliegen, dass die Vorväter der Juden, die Hebräer, saumtierzüchtende Eselnomaden waren, welche den Karawanenhandel und damit den Welthandel der damaligen Zeit in ihren Händen hielten”, (S. 54) gibt zu denken.

Doch es kommt noch dicker: “Die Hebräer waren heimatlose, herumtreibende Eselsnomaden, welche von Kain abstammend, weite Teile der damals bekannten Gebiete durchquerten,” stellt Winder fest und erklärt: “Es war sehr klug von den später auftretenden jüdischen Redaktoren, über die nachträgliche Zufügung des Stammbaums von Seth die eigentliche Abstammung von Kain zu verschleiern, (…) (S. 58) So einfach kann man den Mörder Kain anstelle von Seth zum Stammvater des jüdischen Volkes machen. Dass sich die sesshaften Ägypter nicht mit den Eselsnomaden an einen Tisch setzen wollten, ist für Winder nicht verwunderlich.

Es wird aber immer schlimmer, denn Winder setzt Jahwe, den Gott des Alten Testamentes, mit dem Teufel gleich. Und noch krasser: “Der Esel wurde zum Gott der Herumtreibenden der Nomaden, ob er nur Jahwe, Seth oder Typhon genannt wurde.” Die Farbe “Rot” ist Winder zufolge die Farbe der Juden (beruhend auf ihre angebliche ursprüngliche Hautfarbe), des Kommunismus, des Teufels und – Vorsicht Triggerwort – “der Rothschild-Dynastie”.

Was am Anfang als eine harmlose vielleicht etwas unausgegorene Theorie erscheint, gerät in der Folge immer mehr in die Nähe der jüdisch/bolschewistischen Verschwörungstheorie. Einfach nur noch widerlich!

(Erstveröffentlichung auf Atlantisforschung.de)

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Buchbesprechung: Werner Betz und Sonja Ampssler: Portale

* von Roland M. Horn

Werner Betz und Sonja Ampssler:
Portale
Eine Spurensuche in Vergangenheit und Gegenwart
Ancient-Mail-Verlag, Groß-Gerau, Januar 2001
ISBN: 978-3-95652-298-7
Preis: EUR: 21,90
DIN-A-5, TB, 246 Seiten, 74 Farbabbildungen

Werner Betz und Sonja Ampssler führen mit diesem Werk ihre mit “Riss in der Matrix” begonnenen Forschungen fort. Sie suchen nach Portalen oder Fensterorten – Orte, die möglicherweise einen Übergang in eine andere Dimension darstellen.

Mit auf ihren Reisen ist immer ihr Messgerät, mit dem sie aktuell in der katholischen Pfarrkirche in Amorbach eine zehnfache Erhöhung des empfangenen Signals auf das feststellten. Die Frage, woher diese Erhöhung kam, bleibt offen. In der näheren Umgebung fand das Autorenteam jedoch noch mehr Anomalien.

Die beiden Autoren fanden seltsame Übereinstimmungen von Holundersträuchen und angeblichen Wunderorten – so in Maria Einsiedel, Maria Thalheim, der Kirche von Süderhastedt (Schleswig Holstein), dem Kloster Stockerau bei Wien und der Wallfahrtskirche Mariä Geburt in Schneeberg/Odenwald. In Schneeberg sahen sie auf ihrem Monitor eine weiße Fläche, die ihnen eine erhöhte elektromagnetische Energie anzeigte. Bei weiteren Untersuchungen in der Umgebung stießen sie auf noch mehr Anomalien.

Seltsame Kräfte im thüringischen Arnstadt konnte Betz am eigenen Leib spüren. Zunächst entdeckten die Autoren am Jakobsturm mit ihren Messgeräten ein großes Energiefeld, und dies ging einher mit gesundheitlichen Störungen. Betz wurde von Schlappheit überfallen, von Glieder- und Kopfschmerzen sowie dem Gefühl erhöhter Temperatur – doch eine Erkältung stellte sich nicht ein. Versetzte ein “Feld” Betz in diesen Zustand, fragen sich die Autoren?

Das absolute Highlight dieses Buches ist jedoch ein anderes Erlebnis, das Betz hatte. Er befuhr die Autobahn Route des Estuaires, die von Belgien bis nach Spanien führt. Nachdem die Fahrt recht eintönig verlief, entdeckten er und seine Begleiterin in Richtung Calais plötzlich eine kleine Idylle. Eine Straße zweigte ab, und die Häuser, die sie rechterhand sahen, hatten keine Ähnlichkeit mit jenen, die sie vorher gesehen hatten. Dort spielten Kinder, doch deren Kleidung wirke ärmlich. Viele trugen nicht einmal Schuhe. Die Straße war weder geteert noch gepflastert. Betz fotografierte die Szene, doch wie sich später herausstellte, war auf den Fotos nichts zu sehen. Jahre danach befuhr Betz die gleiche Straße noch einmal, doch dieses Dorf war wie vom Erdboden verschluckt. War er etwas in die Nähe eines Portals geraten, in dem Gegenwart und Vergangenheit zu verschmelzen begannen?, fragt er sich.

Betz und Ampssler berichten weiter vom sagenumwobenen Untersberg. Gerüchten zufolge sollen in der Nazi-Zeit Gravitationsmaschinen und Gravitationsveränderungsgeräte dorthin verbracht worden sein. In diesem Zusammenhang soll Hans Kammler, der General der Waffen-SS. gesagt haben: “Wichtig waren für uns eigentlich nur die Beherrschung der Zeit und die steuerbaren Dimensionstore.” Und Betz selbst schildert ein merkwürdiges Erlebnis, das er selbst am Untersberg hatte. Zu einer Exkursion in die Froasenhöhle hatte er einen CoelestinKristall dabei, den er einst von einem Medium und Portalforscher erhalten hatte und mit dessen Hilfe man angeblich Portale öffnen könne. Nicht so richtig daran glaubend nahm Betz den Kristall in beide Hände und begann zu meditieren. Er kann die Zeit nicht einschätzen, die er in dieser Meditation verbrachte, doch es muss recht lange gewesen sein, denn Ampssler machte sich bereits Sorgen, als ihn aus dieser Meditation holte. Andere haben dort ähnliche Erfahrungen gemacht.

Bereits in ihrem vorangegangenen Buch “Riss in der Matrix” hatten Betz und Ampssler über das Salstal und den dort lebenden Kontaktler Jean de Rignies berichtet, und im vorliegenden Buch wird dieses Thema vertieft. In den Erlebnissen dieses Kontaktlers spiet auch Atlantis eine Rolle, und an anderer Stelle wird in diesem Buch auch auf das geheimnisvolle Agarthi eingegangen.

Auch der berüchtigete Djatlov-Pass findet in diesem Buch Erwähnung. Zur Erinnerung: Dort waren im Jahr 1959 neun russische Ski-Wanderer unter merkwürdigen Umständen verschwunden. Der Name des Berges Otorten, in dessen Gegend das Unglück geschah, bedeutet auf Deutsch so viel mit “Berg des Todes”, und mündliche Überlieferungen sagen aus, dass sich hier zwei Welten treffen und sich merkwürdige Geschehnisse abgespielt hätten. So sollten vor etwa 200 Jahren dort neun Jäger (ja, wieder 9!) einfach verschwunden sein.

Im Zusammenhang mit “Portalen” wird auch das Erlebnis des Offiziers Richard E. Byrd betrachtet, der bei einem Flug über die Arktis eine grüne Landschaft dort entdeckt haben will.

Das sind nur einige der zahlreichen merkwürdigen Vorfälle, die im Buch besprochen werden. Ob Betz und Ampssler tatsächlich auf Portale gestoßen sind, kann natürlich nicht mit Sicherheit gesagt werden, doch man muss schon zugeben, dass sie eine Menge an Belegen aufgefunden haben und einiges auch selbst erlebt haben! Ein sehr interessantes Buch!

(Erstmals veröffentlicht auf Atlantisforschung.de)

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Buchbesprechung: Werner Betz – Udo Vits – Sonja Ampssler: Riss in der Matrix

  • von Roland M. Horn

Werner Betz – Udo Vits – Sonja Ampssler:
Riss in der Matrix
Begegnung mit einer anderen Dimension
Ancient Mail Verlag, Groß-Gerau, 2019
ISBN: 978-3-95652-272-7
Preis: EUR 19,50
Pb, 214 Seiten, 39 größtenteils farbige Abb.

In diesem Buch geht es hauptsächlich um die Person Jean de Rignies, einen weitgehend unbekannten französischen Ingenieur und Piloten im Militärdienst, den Vits jedoch als “außerordentlich bemerkenswert” bezeichnet. Dieser Mann hatte im Jahr 1962 in der Wüste von Marokko ein seltsames Erlebnis, indem er einem UFO begegnete, auch wenn Vits diesen Ausdruck nicht verwendet. Er begegnete sogar “fremden Personen”, könnte nach der “szenengemäßen” Ausdrucksweise also sogar als Kontaktler bezeichnet werden. Eine solche fremde Person schien eine Landkarte von de Rignies zu scannen, und wie in vielen anderen Kontaktler-Fällen erfolgte die Unterhaltung telepathisch.

Später hatte der Mann einen Traum, in dem er eine Stimme hörte, die er “seinem spirituellen Führer” zuschrieb. Er sollte in Frankreich dessen Arbeit fortsetzen. An einem Ort, deren Eigenschaften jener seiner Vision ähnelten – an der Quelle des Flusses Sals bei Rennes-le-Chateau in Südfrankeich kaufte er ein Anwesen. Und hatte später noch einige UFO-Sichtungen.

Später erforschte er das Gebiet, in dem er sich niedergelassen hatte, im festen Glauben, dort Überreste von Othanica – eine angebliche Kolonie von Überlebenden aus Atlantis in den Pyrenäen – gefunden zu haben und war überzeugt davon, dass sich dort auch eine extraterrestrische Basis befand. Weiter soll de Rignies in ständigem Kontakt mit einem “Wesen” resp. “Kommandanten” namens Lilor in Kontakt gestehen haben.

Vits konnte ein Notizbuch auftreiben, in dem Informationen standen, die ihm von “Lilor” übermittelt worden sind. Betz druckt diese Notizen im Original ab. Aufgrund der Anpassung an das DIN-A-5-Buchformat plus der sehr schwer leserlichen Handschrift sind diese Notizen kaum zu lesen, doch das nur für jene Leser ein Problem, die der französischen Sprache mächtig sind und den Originaltext vollständig lesen wollen. Neben den auf den linken Buchseiten über viele Seiten abgedruckten Manuskript findet man rechts eine Übersetzung von Kerstin Kämpf. Im Manuskript selbst geht es um Dinge wie “Universelle Energie”, und auch der “Entrückungsvers” aus dem 1. Tessalonicherbrief 4:13-17 der Bibel wird im Zusammenhang mit einer “Evakuierung” gebraucht – wie in anderen früheren Kontaktlerstorys auch. Den Wert der zahlreichen physikalischen Ausführungen mit massenhaft Formeln, bin ich nicht in der Lage zu beurteilen. Wörter wie “Dimensionen” und “Frequenz” finden sich häufig, und Bezüge zu Spiritualität, Jesus Christus und “Gott” werden hergestellt. Weiter geht es um andere Planeten. Auch der Hinweis auf die nukleare Gefahr fehlt – wie bei anderen Kontaktlern auch – nicht. In den Notizen ist vieles durchgestrichen oder verschoben und ganze Seiten fehlen.

Nun gelten ja Kontaktlerstorys – oft nicht ganz zu Unrecht – als Schwindelgeschichten, und einige Elemente solcher Geschichten (Fotos) wurden sogar als Fälschungen entlarvt. Anderseits verbleiben doch einige Merkwürdigkeiten in solchen Geschichten, so dass ich mir kein Urteil erlauben will.

Betz stellt interessante Überlegungen über die Zahl Pi an, für die “Lilor” “eine ganz einfache Berechnungsweise genannt” habe, die Betz in keiner Abhandlung zum Thema gefunden hat.

Vits berichtet über eigene Untersuchungen bei der Quelle der Sals und hörte dort “merkwürdige Maschinengeräusche”. Er fand heraus, dass dort auch mehrmals seltsame Lichter und Leuchtphänomene beobachtet worden sind

In einem kleinen Megalith-Bauwerk die Reste eines kleinen Megalith-Grabgangs in den Pyrenäen nahe der Quelle der Sals entdeckte Vits Verglasungen, die Betz an eine fortgeschrittene Technologie wie ein Kraftwerk denken lassen.

Die Autoren machten bei Messungen die Feststellung, dass im Hauptgebäude der Domaine de la Sals, dort empfangene VLF-Wellen mitten im Raum plötzlich ihre Richtung ändern: Für Betz ein weitere Hinweis auf das Wirken einer Energie. Weitere Messungen ergaben interessante Ergebnisse. Energie hatte einst Steine in einem “Glasofen” zum Schmelzen bringen lassen. Doch wer entwickelte die dazu nötige Perfektion, diese Energie so zu nutzen, dass die dabei benötigten Temperaturen von ungefähr 2000 bis 2500 Grad entstehen, fragt sich Betz. Hinweise darauf lieferten drei Bücher des Sumerologie-Experten Dr. Hermann Burgard durch seinen Übersetzungen sumerischer Keilschrifttexte.

Wie Vits weiter ausführt, lieferten die Messungen Hinweise auf eine schnurgerade Kraftlinie zwischen der Quelle der Sals und drei anderen Stellen sowie weitere seltsame Zusammenhänge.

In der internationalen UFO-Literatur werden immer wieder Fensterorte erwähnt – Gegenden, in denen im Vergleich zu anderen Gebieten vermehrt UFO-Sichtungen und andere seltsame Erscheinungen aufgetreten sind. Sind die Autoren auf etwas Derartiges gestoßen? Selbst, wenn man die Kontaktlerstory komplett ins Reich der Fabeln verbannt – was ich aber aus den o. g. Gründen und dem gerade Gesagten nicht tue – und die Notizen als unsinniges Gekritzel abtut, bleiben genügend Merkwürdigkeiten.

Der Kauf des Buches lohnt sich so oder so.

(Erstmals veröffentlicht auf Atlantisforschung.de)

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Buchbesprechung: Erich von Däniken: Alles Evolution – oder was?

  • von Roland M. Horn

Erich von Däniken:
Alles Evolution – oder was?
Argumente für ein radikales Umdenken
Kopp Verlag, Rottenburg, 2020
ISBN: 978-3-86445-779-1
Preis: 22,99 €
Gebunden mit Schutzumschlag, 223 Seiten, 52 (meist farbige) Fotos

Bei diesem Buch fällt zunächst die außergewöhnlich schöne Aufmachung des Buches auf, die man in dieser Form heutzutage ansonsten kaum noch findet. Ein dickes Lob für den Verlag schon mal vorab. Der Autor ist von seiner Kernkompetenz her eher als “Präastronautiker” bekannt, ja gilt gar als “Präastronautik-Papst”, aber in diesem Buch beweist er, dass er sich auch mit dem Thema Evolutionstheorie gut auskennt, und als bekannt selbstdenkender Mensch verwundert es auch nicht, dass er sich nicht nur als Kritiker der Evolutionstheorie ausweist, sondern sie letztlich vollkommen verwirft – und das nicht ohne Grund, denn all seine Argumente stechen! Insgesamt kann man sagen, dass dieses Buch vielleicht das wichtigste und beste ist, dass Erich von Däniken je geschrieben hat, doch gehen wir jetzt etwas detaillierter auf den Inhalt ein.

Von Däniken beweist anhand von zahlreichen Beispielen, dass viele Tiere (und auch Pflanzen!) Eigenschaften besitzen, die nicht durch eine langsame Entwicklung, wie die Evolutionsthese sie voraussetzt, entstanden sein können. Als eines von vielen Beispielen geht der Autor auf die Braune Einsiedlerspinne, die gefährlichste Giftspinne der USA, ein, die – im Gegensatz zu anderen Spinnen – nur sechs anstelle von acht Augen besitzt. Warum gab sich die Evolution mit nur sechs Augen zufrieden, fragt er sich mit Recht. Warum nicht acht, wie andere Giftspinnen sie auch haben? Dazu kommt die unterschiedliche Giftmischung der Spinnen. Das Gift der Brasilianischen Wanderspinne ist zwanzig Mal stärker als das der Schwarzen Witwe. Warum?

Doch von Däniken sieht noch größere Probleme und verweist auf den Umstand, dass der Falter “AtlasspinnerFacettenaugen besitzt, die aus ungefähr 8000 kleineren Augen bestehen und dass das Männchen mit seinen leicht gespreizten Fühlern ein Weibchen über größere Entfernungen riechen kann. Dies ist auch dringend geboten, denn der Atlasspinner benötigt dringend Nachwuchs, weil er lediglich einige Tage lebt. Wie andere Schmetterlinge entsteht der Atlasspinner als Raupe, die aus dem Ei schlüpft, um sich dann zu entpuppen, bevor aus dieser Puppe ein Schmetterling schlüpft und sich zu seinem kurzen Leben als Falter aufmacht. Der Prozess ist kompliziert: Die Raupe, die das eigentliche Fressorgan des späteren Schmetterlings ist, besteht aus vierzehn gleichmäßig aneinandergereihten Segmenten mit einem Kopf an der Spitze. Die Raupen fressen nach der Geburt zuerst ihre eigene Schale, bevor sie ihr Ernährungsprogramm umstellen und sich über Samen, Nadeln und Blätter verschiedener Pflanzen hermachen. In der Phase der Verpuppung erkennt von Däniken ein “wunderbares genetisches Programm”. Die Zellen der Puppen verwandeln sich derart, dass ein völlig neuer Körper entsteht – der Schmetterling.

In diesem Zusammenhang stellt von Däniken fest, dass jedes Programm zum Aufbau einer Lebensform seinen Ursprung in der Zelle hat, die die DNA enthält. Und er stellt die Königsfrage: Woher soll die Information stammen, die aus der Puppe einen komplett neuen Körper entstehen lässt, um festzustellen, dass diese Informationen schon im Ei existent gewesen sein müssen? “Was bringt ‘Die Evolution’ dazu, mittels eines derart komplizierten Weges eine Lebensform wie den Schmetterling entstehen zu lassen, ein Tierchen zudem, das gerade einmal einige Tage lebt, ohne etwas zu fressen?” Der Autor stellt weiter fest, dass die Informationen beim “Ablesen” des DNA-Stanges auch “Stop and go”-Befehle enthält. “Wann – im zeitlichen Ablauf – wird die nächste Häutung der Puppe freigegeben? Wann entsteht die grobe Flügelform, wann entstehen die gelblichen Flügelspitzen, wann die leicht gefächerten Flügel? Wann wachsen die Mundwerkzeuge, wann die Beine und die 80000 Äuglein? Wann die Sinnesorgane, um zu ergänzen: “Die Botschaft der Gene muss nicht nur in der richtigen Reihenfolge ‘abgelesen’ werden, sondern auch zum exakten Zeitpunkt erfolgen, ansonsten entstehen Missbildungen.” (S. 24)

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Buchbesprechung: Nick Redfern: The Martians

  • von Roland M. Horn

Nick Redfern:
The Martians
Evidence of Live on the Red Planet
New Page Books, Newburyport, MA, 2020
ISBN: 978-1-63265-176-1
Preis: US $ 19,95
Paperback, 299 Seiten, etwa 40 sw-Fotos, Register

Bereits im ersten Kapitel dieses Buches wird dem Autor klar, dass der Mars etwas mit der Erde zu tun haben muss. Eine seiner wichtigsten Quellen ist der Nachlass des Marsforschers Mack Tonnies, den er mehrmals interviewt hat und der sich positiv zu den “Marsmonumenten” (Marsgesicht, D&M-Pyramide usw. geäußert hat. Tonnies entdeckte u. a. eine tunnelartige Öffnung an letztgenannter (fünfseitiger) Pyramide. Tonnies und Redfern sehen eine Verbindung zwischen Mars und Erde, insbesondere zu Ägypten.

Tonnies geht weiter auf den Umstand ein, dass Jonathan Swift in Gullivers Reisen den Mars ganz selbstverständlich als zwei Monde habend bezeichnet, die jedoch erst später entdeckt wurden. Hierzu wird oft gesagt, es sei kein Wunder, dass Swift auf diese Idee käme, denn schließlich habe die Erde einen, die Venus keinen, warum sollte der Mars denn da nicht zwei haben? Was häufig unter den Tisch fällt, ist aber, wie Redfern feststellt, dass Swift weiterhin auch die Umlaufbahnen der beiden Marsmonde beinahe korrekt “vorhergesagt” hatte. Woher wusste er das? Pikant dabei ist, dass Swift Freimaurer war, eine Gesellschaft, über die oft gemunkelt wird, dass sie geheimes Wissen besitzt und weiterüberliefert.

Weiter beruft sich Redfern auf eine Geschichte, die sich im Jahr 1897 breit machte, der zufolge ein Belgier behauptete, durch einen heruntergefallenen Meteoriten verletzt worden zu sein, der ägyptische Hieroglyphen enthielt. Auch ein Physiker und Astronom will noch im gleichen Jahr einen ähnlichen Meteoriten gefunden haben. Diese Story erschien in den New York Times. Innerhalb des Meteors sei ein Metallstück gefunden worden, dass “eine Anzahl von eigenartigen Zeichen” enthalten haben, die seiner Meinung nach den Ägyptischen Schriftzeichen ähnelten. Ein anderer Wissenschaftler soll dies bestätigt haben. Der genannte Astronom meinte: “Dies war eine Art Kommunikation zwischen dem Mars und der Erde.” Eine Zeitungsente, ein ausgemachter Schwindel oder mehr?

Redfern geht weiter auf die beeindruckenden Marsbilder ein, die so etwas wie Glasröhren zu zeigen scheinen und druckt ein eindrucksvolles Foto ab.

Was in anderen Marsbüchern kaum Beachtung findet, sind die Arbeiten des Ingo Swann, wohl weil sie in den Bereich des “Remote Viewing” (eine Art Hellsehen in moderner und technisierter Form fällt und von den meisten Wissenschaftlicher nicht anerkannt wird.) Redfern setzt sich ausführlich mit dem Thema auseinander. Swann will mit seiner Methode Marsianer unter der Mondoberfläche entdeckt haben. Das Projekt sei natürlich “ultrageheim” gewesen, und der Initiator soll die CIA gewesen sein. Redfern beschäftigt sich im vorliegenden Buch ausführlich mit diesem Projekt. Später im Buch erwähnt er die Magisterin der Naturwissenschaftlerin und Hellseherin Dr. Kimberly Rackley, die gesehen haben will, dass der Mars der Erde einst sehr ähnlich war und klares Wasser sowie Bäume mit Früchten besessen habe. Ebenso will sie “ameisenähnliche” Wesen wahrgenommen haben, die auf zwei Beinen gingen, drei Finger und vier Zehen hatten und etwa 1,20 Meter groß und “rötlich-schwarz” waren und schrägstehende Augen hatten.

U. a. druckt Redfern ein Bild von der Marsoberfläche ab, auf der eine Struktur zu sehen ist, die (mehr oder weniger) an die ägyptische Königsgemahlin Neferti (Nofretete)] erinnert.

Ein weiteres Marsbild, das Redfern abdruckt, ist ein Gebiet auf dem Mars, das er “Marshenge” nennt. Es erinnert an Stonehenge, und weiter zeigt er ein Bild von einer Marsformation, die den ägyptischen Totengott Anubis verblüffend ähnelt.

Redfern beschäftigt sich auch mit der These des Plasma-Physikers John A. Brandenburg, der Hinweise dafür gefunden hat, dass einst eine atomare Explosion auf dem Mars stattgefunden hat, was Tonnies bestätigte, der sagte, dass die D&M-Pyramide angeschwollen und eingerissen sei, so, als ob sie einst geschmolzen sei.

Weiter kommt Redfern auf Mac Tonnies’ Kryptoterrestrier-Theorie zu sprechen. Die Kryptoterrestrier sollen verborgen auf der Erde lebende menschenartige Wesen und u. a. für UFO-Entführungen verantwortlich sein. Redfern zufolge zog Tonnies die Existenz einer zweiten Gruppe von Kryptoterrestriern in Betracht (was in seinem Buch zu diesem Thema – The Cryptoterrestrials – allerdings noch nicht zur Sprache kam) geflohene und auf der Erde gestrandete Marsianer gewesen sein könnten.

Redferns Buch ist z. T. etwas spekulativ, doch dies ist ja auch nicht unbedingt negativ zu sehen. Auf jeden Fall enthält es sehr interessante Informationen, und gerade angesichts der jetzt anlaufenden Marssonden-Projekte kann ich dieses Buch ergänzend zur Berichterstattung dazu nur empfehlen.

(Erstveröffentlichung auf Atlantisforschung.de)

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Buchbesprechung: Steven M. Collins: The Origins and Empire of Ancient Israel

* von Roland M. Horn

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The Orgin of Empire of Ancient Israel

Bibel Blessings, Royal Oak, MI, USA, 2003
ISBN: 978-0972584906
Preis: $ 20.—
Tb, 280 Seiten, weit über 100 s/w-Abb., Register

Dieses Buch ist der erste Teil der Serie “The Lost Tribes of Israel”. Die weiteren Bücher dieser Serie sind Israels Lost Empire, Parthia – The Forgotten Ancient Superpower and its Role in Biblical History und Israel’s Tribes today).

Collins beschäftigt sich hier mit dem Ursprung des Alten Israels zunächst hauptsächlich auf Grundlage der Bibel. Überraschenderweise kann er seine Erkenntnisse aber auch anhand nichtbiblischer Quellen belegen.

Collins geht auf die bekannte Stelle in 1. Mose 26 ein, die folgendermaßen lautet: “Lasset uns Menschen machen nach unserem Bilde.” (Hervorhebungen durch RMH] Ihm fällt die Pluralform ins Auge; diese Feststellung bleibt jedoch ohne weitere Erörterung, abgesehen von einem eher unbefriedigendem theologischen Gedanken, nachdem der Hohepriester Melchisedek, der Abraham segnete, der ihm daraufhin “den Zehnten von allem” gab, ein “niedrigeres Wesen der Gottheit” war. Dabei beruft er sich auf Psalm 110, V.4, wo es in der Elberfelder Bibelübersetzung heißt: “Geschworen hat der HERR, und es wird ihn nicht gereuen: ‘Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks.'”1Wuppertal 1985/1991/2006/2007 Dabei bezieht er sich auf den etwas ominös klingenden ersten Vers dieses Psalms, in dem es heißt: “Spruch des HERRN für meinen Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde gemacht habe zum Schemel deiner Füße.” Also zwei Herren? Da ist die von den Zeugen Jehovas herausgegebene Neue Welt-Übersetzung schon deutlicher, wenn sie schreibt: “Der Ausspruch Jehovas an meinen Herrn ist: ‘Setze dich zu meiner Rechten.'”2Selters 1985/1989 Oder in der jüdischen Zunz-Übersetzung , wo es heißt: “Spruch des Ewigen an meinen Herrn: Setze dich mir zu Rechten, bis ich hinlege deine Feinde, einen Schemel deinen Füßen.”3Basel 1980 (Man bedenke, dass in jüdischen Bibeln und Schriften der Begriff “der Ewige” gerne als Ersatz für den Gottesnamen Jahwe, der im hebräischen Original keine Vokale enthält und schlicht “JHWH” lautet und nach einer anderen – vermutlich eher falschen – Transkription – “Jehova genannt wird, weil man den Namen Gottes dort aus Ehrfurcht nicht ausspricht). Man könnte jetzt an das christliche Trancemedium Edgar Cayce denken, der Melchisedek als eine frühere Inkarnation Jesu Christi ansieht. Doch dies nur am Rande.

Collins erinnert an seinem Buch daran, dass Abraham neben Isaak noch einer zweiten (älteren) Sohn hatte, nämlich Ismael, dem versprochen wurde, Stammvater einer großen Nation zu werden, was sich in den Arabern erfüllt hat. Collins sagt aber auch, dass er seinen Bund nicht mit Ismael, sondern mit Isaak aufgerichtet hat.

Einer der Söhne Isaaks war Jakob, der später von Gott in “Israel” umbenannt wurde. Er hatte zwölf Söhne, aus denen die 12 Stämme Israels wurden. Der Stamm Josef wurde gesondert behandelt, und in der späteren Beschreibung der Stämme Israels sehen wir anstelle von Josef dessen Söhne Manasse und Ephraim. Stattdessen wurde der Stamm Levi meist nicht mehr mit aufgezählt, weil er bei der Landnahme Kanaans durch Josua kein eigenes Land, sondern nur Städte in den Gebieten der anderen Stämme bekam, so dass es bei den “12 Stämmen” blieb, obwohl es im Grunde 13 waren.

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