Buchbesprechung: Werner Betz – Udo Vits – Sonja Ampssler: Riss in der Matrix

  • von Roland M. Horn

Werner Betz – Udo Vits – Sonja Ampssler:
Riss in der Matrix
Begegnung mit einer anderen Dimension
Ancient Mail Verlag, Groß-Gerau, 2019
ISBN: 978-3-95652-272-7
Preis: EUR 19,50
Pb, 214 Seiten, 39 größtenteils farbige Abb.

In diesem Buch geht es hauptsächlich um die Person Jean de Rignies, einen weitgehend unbekannten französischen Ingenieur und Piloten im Militärdienst, den Vits jedoch als “außerordentlich bemerkenswert” bezeichnet. Dieser Mann hatte im Jahr 1962 in der Wüste von Marokko ein seltsames Erlebnis, indem er einem UFO begegnete, auch wenn Vits diesen Ausdruck nicht verwendet. Er begegnete sogar “fremden Personen”, könnte nach der “szenengemäßen” Ausdrucksweise also sogar als Kontaktler bezeichnet werden. Eine solche fremde Person schien eine Landkarte von de Rignies zu scannen, und wie in vielen anderen Kontaktler-Fällen erfolgte die Unterhaltung telepathisch.

Später hatte der Mann einen Traum, in dem er eine Stimme hörte, die er “seinem spirituellen Führer” zuschrieb. Er sollte in Frankreich dessen Arbeit fortsetzen. An einem Ort, deren Eigenschaften jener seiner Vision ähnelten – an der Quelle des Flusses Sals bei Rennes-le-Chateau in Südfrankeich kaufte er ein Anwesen. Und hatte später noch einige UFO-Sichtungen.

Später erforschte er das Gebiet, in dem er sich niedergelassen hatte, im festen Glauben, dort Überreste von Othanica – eine angebliche Kolonie von Überlebenden aus Atlantis in den Pyrenäen – gefunden zu haben und war überzeugt davon, dass sich dort auch eine extraterrestrische Basis befand. Weiter soll de Rignies in ständigem Kontakt mit einem “Wesen” resp. “Kommandanten” namens Lilor in Kontakt gestehen haben.

Vits konnte ein Notizbuch auftreiben, in dem Informationen standen, die ihm von “Lilor” übermittelt worden sind. Betz druckt diese Notizen im Original ab. Aufgrund der Anpassung an das DIN-A-5-Buchformat plus der sehr schwer leserlichen Handschrift sind diese Notizen kaum zu lesen, doch das nur für jene Leser ein Problem, die der französischen Sprache mächtig sind und den Originaltext vollständig lesen wollen. Neben den auf den linken Buchseiten über viele Seiten abgedruckten Manuskript findet man rechts eine Übersetzung von Kerstin Kämpf. Im Manuskript selbst geht es um Dinge wie “Universelle Energie”, und auch der “Entrückungsvers” aus dem 1. Tessalonicherbrief 4:13-17 der Bibel wird im Zusammenhang mit einer “Evakuierung” gebraucht – wie in anderen früheren Kontaktlerstorys auch. Den Wert der zahlreichen physikalischen Ausführungen mit massenhaft Formeln, bin ich nicht in der Lage zu beurteilen. Wörter wie “Dimensionen” und “Frequenz” finden sich häufig, und Bezüge zu Spiritualität, Jesus Christus und “Gott” werden hergestellt. Weiter geht es um andere Planeten. Auch der Hinweis auf die nukleare Gefahr fehlt – wie bei anderen Kontaktlern auch – nicht. In den Notizen ist vieles durchgestrichen oder verschoben und ganze Seiten fehlen.

Nun gelten ja Kontaktlerstorys – oft nicht ganz zu Unrecht – als Schwindelgeschichten, und einige Elemente solcher Geschichten (Fotos) wurden sogar als Fälschungen entlarvt. Anderseits verbleiben doch einige Merkwürdigkeiten in solchen Geschichten, so dass ich mir kein Urteil erlauben will.

Betz stellt interessante Überlegungen über die Zahl Pi an, für die “Lilor” “eine ganz einfache Berechnungsweise genannt” habe, die Betz in keiner Abhandlung zum Thema gefunden hat.

Vits berichtet über eigene Untersuchungen bei der Quelle der Sals und hörte dort “merkwürdige Maschinengeräusche”. Er fand heraus, dass dort auch mehrmals seltsame Lichter und Leuchtphänomene beobachtet worden sind

In einem kleinen Megalith-Bauwerk die Reste eines kleinen Megalith-Grabgangs in den Pyrenäen nahe der Quelle der Sals entdeckte Vits Verglasungen, die Betz an eine fortgeschrittene Technologie wie ein Kraftwerk denken lassen.

Die Autoren machten bei Messungen die Feststellung, dass im Hauptgebäude der Domaine de la Sals, dort empfangene VLF-Wellen mitten im Raum plötzlich ihre Richtung ändern: Für Betz ein weitere Hinweis auf das Wirken einer Energie. Weitere Messungen ergaben interessante Ergebnisse. Energie hatte einst Steine in einem “Glasofen” zum Schmelzen bringen lassen. Doch wer entwickelte die dazu nötige Perfektion, diese Energie so zu nutzen, dass die dabei benötigten Temperaturen von ungefähr 2000 bis 2500 Grad entstehen, fragt sich Betz. Hinweise darauf lieferten drei Bücher des Sumerologie-Experten Dr. Hermann Burgard durch seinen Übersetzungen sumerischer Keilschrifttexte.

Wie Vits weiter ausführt, lieferten die Messungen Hinweise auf eine schnurgerade Kraftlinie zwischen der Quelle der Sals und drei anderen Stellen sowie weitere seltsame Zusammenhänge.

In der internationalen UFO-Literatur werden immer wieder Fensterorte erwähnt – Gegenden, in denen im Vergleich zu anderen Gebieten vermehrt UFO-Sichtungen und andere seltsame Erscheinungen aufgetreten sind. Sind die Autoren auf etwas Derartiges gestoßen? Selbst, wenn man die Kontaktlerstory komplett ins Reich der Fabeln verbannt – was ich aber aus den o. g. Gründen und dem gerade Gesagten nicht tue – und die Notizen als unsinniges Gekritzel abtut, bleiben genügend Merkwürdigkeiten.

Der Kauf des Buches lohnt sich so oder so.

(Erstmals veröffentlicht auf Atlantisforschung.de)

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Buchbesprechung: Erich von Däniken: Alles Evolution – oder was?

  • von Roland M. Horn

Erich von Däniken:
Alles Evolution – oder was?
Argumente für ein radikales Umdenken
Kopp Verlag, Rottenburg, 2020
ISBN: 978-3-86445-779-1
Preis: 22,99 €
Gebunden mit Schutzumschlag, 223 Seiten, 52 (meist farbige) Fotos

Bei diesem Buch fällt zunächst die außergewöhnlich schöne Aufmachung des Buches auf, die man in dieser Form heutzutage ansonsten kaum noch findet. Ein dickes Lob für den Verlag schon mal vorab. Der Autor ist von seiner Kernkompetenz her eher als “Präastronautiker” bekannt, ja gilt gar als “Präastronautik-Papst”, aber in diesem Buch beweist er, dass er sich auch mit dem Thema Evolutionstheorie gut auskennt, und als bekannt selbstdenkender Mensch verwundert es auch nicht, dass er sich nicht nur als Kritiker der Evolutionstheorie ausweist, sondern sie letztlich vollkommen verwirft – und das nicht ohne Grund, denn all seine Argumente stechen! Insgesamt kann man sagen, dass dieses Buch vielleicht das wichtigste und beste ist, dass Erich von Däniken je geschrieben hat, doch gehen wir jetzt etwas detaillierter auf den Inhalt ein.

Von Däniken beweist anhand von zahlreichen Beispielen, dass viele Tiere (und auch Planzen!) Eigenschaften besitzen, die nicht durch eine langsame Entwicklung, wie die Evolutionsthese sie voraussetzt, entstanden sein können. Als eines von vielen Beispielen geht der Autor auf die Braune Einsiedlerspinne, die gefährlichste Giftspinne der USA ein, die – im Gegensatz zu anderen Spinnen – nur sechs anstelle von acht Augen besitzt. Warum gab sich die Evolution mit nur sechs Augen zufrieden, fragt er sich mit Recht. Warum nicht acht, wie andere Giftspinnen sie auch haben? Dazu kommt die unterschiedliche Giftmischung der Spinnen. Das Gift der Brasilianischen Wanderspinne ist zwanzig Mal stärker als das der Schwarzen Witwe. Warum?

Doch von Däniken sieht noch größere Probleme und verweist auf den Umstand, dass der Falter “AtlasspinnerFacettenaugen besitzt, die aus ungefähr 8000 kleineren Augen bestehen und dass das Männchen mit seinen leicht gespreizten Fühlern ein Weibchen über größere Entfernungen riechen kann. Dies ist auch dringend geboten, denn der Atlasspinner benötigt dringend Nachwuchs, weil er lediglich einige Tage lebt. Wie andere Schmetterlinge entsteht der Atlasspinner als Raupe, die aus dem Ei schlüpft, um sich dann zu entpuppen, bevor aus dieser Puppe ein Schmetterling schlüpft und sich zu seinem kurzen Leben als Falter aufmacht. Der Prozess ist kompliziert: Die Raupe, die das eigentliche Fressorgan des späteren Schmetterlings ist, besteht aus vierzehn gleichmäßig aneinandergereihten Segmenten mit einem Kopf an der Spitze. Die Raupen fressen nach der Geburt zuerst ihre eigene Schale, bevor sie ihr Ernährungsprogramm umstellen und sich sich über Samen, Nadeln und Blätter verschiedener Pflanzen hermachen. In der Phase der Verpuppung erkennt von Däniken ein “wunderbares genetisches Programm”. Die Zellen der Puppen verwandeln sich derart, dass ein völlig neuer Körper entsteht – der Schmetterling.

In diesem Zusammenhang stellt von Däniken fest, dass jedes Programm zum Aufbau einer Lebensform seinen Ursprung in der Zelle hat, die die DNA enthält. Und er stellt die Königsfrage: Woher soll die Information stammen, die aus der Puppe einen komplett neuen Körper entstehen lässt, um festzustellen, dass diese Informationen schon im Ei existent gewesen sein müssen? “Was bringt ‘Die Evolution’ dazu, mittels eines derart komplizierten Weges eine Lebensform wie den Schmetterling entstehen zu lassen, ein Tierchen zudem, das gerade einmal einige Tage lebt, ohne etwas zu fressen?” Der Autor stellt weiter fest, dass die Informationen beim “Ablesen” des DNA-Stanges auch “Stop and go”-Befehle enthält. “Wann – im zeitlichen Ablauf – wird die nächste Häutung der Puppe freigegeben? Wann entsteht die grobe Flügelform, wann entstehen die gelblichen Flügelspitzen, wann die leicht gefächerten Flügel? Wann wachsen die Mundwerkzeuge, wann die Beine und die 80000 Äuglein? Wann die Sinnesorgane, um zu ergänzen: “Die Botschaft der Gene muss nicht nur in der richtigen Reihenfolge ‘abgelesen’ werden, sondern auch zum exakten Zeitpunkt erfolgen, ansonsten entstehen Missbildungen.” (S. 24)

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Buchbesprechung: Nick Redfern: The Martians

  • von Roland M. Horn

Nick Redfern:
The Martians
Evidence of Live on the Red Planet
New Page Books, Newburyport, MA, 2020
ISBN: 978-1-63265-176-1
Preis: US $ 19,95
Paperback, 299 Seiten, etwa 40 sw-Fotos, Register

Bereits im ersten Kapitel dieses Buches wird dem Autor klar, dass der Mars etwas mit der Erde zu tun haben muss. Eine seiner wichtigsten Quellen ist der Nachlass des Marsforschers Mack Tonnies, den er mehrmals interviewt hat und der sich positiv zu den “Marsmonumenten” (Marsgesicht, D&M-Pyramide usw. geäußert hat. Tonnies entdeckte u. a. eine tunnelartige Öffnung an letztgenannter (fünfseitiger) Pyramide. Tonnies und Redfern sehen eine Verbindung zwischen Mars und Erde, insbesondere zu Ägypten.

Tonnies geht weiter auf den Umstand ein, dass Jonathan Swift in Gullivers Reisen den Mars ganz selbstverständlich als zwei Monde habend bezeichnet, die jedoch erst später entdeckt wurden. Hierzu wird oft gesagt, es sei kein Wunder, dass Swift auf diese Idee käme, denn schließlich habe die Erde einen, die Venus keinen, warum sollte der Mars denn da nicht zwei haben? Was häufig unter den Tisch fällt, ist aber, wie Redfern feststellt, dass Swift weiterhin auch die Umlaufbahnen der beiden Marsmonde beinahe korrekt “vorhergesagt” hatte. Woher wusste er das? Pikant dabei ist, dass Swift Freimaurer war, eine Gesellschaft, über die oft gemunkelt wird, dass sie geheimes Wissen besitzt und weiterüberliefert.

Weiter beruft sich Redfern auf eine Geschichte, die sich im Jahr 1897 breit machte, der zufolge ein Belgier behauptete, durch einen heruntergefallenen Meteoriten verletzt worden zu sein, der ägyptische Hieroglyphen enthielt. Auch ein Physiker und Astronom will noch im gleichen Jahr einen ähnlichen Meteoriten gefunden haben. Diese Story erschien in den New York Times. Innerhalb des Meteors sei ein Metallstück gefunden worden, dass “eine Anzahl von eigenartigen Zeichen” enthalten haben, die seiner Meinung nach den Ägyptischen Schriftzeichen ähnelten. Ein anderer Wissenschaftler soll dies bestätigt haben. Der genannte Astronom meinte: “Dies war eine Art Kommunikation zwischen dem Mars und der Erde.” Eine Zeitungsente, ein ausgemachter Schwindel oder mehr?

Redfern geht weiter auf die beeindruckenden Marsbilder ein, die so etwas wie Glasröhren zu zeigen scheinen und druckt ein eindrucksvolles Foto ab.

Was in anderen Marsbüchern kaum Beachtung findet, sind die Arbeiten des Ingo Swann, wohl weil sie in den Bereich des “Remote Viewing” (eine Art Hellsehen in moderner und technisierter Form fällt und von den meisten Wissenschaftlicher nicht anerkannt wird.) Redfern setzt sich ausführlich mit dem Thema auseinander. Swann will mit seiner Methode Marsianer unter der Mondoberfläche entdeckt haben. Das Projekt sei natürlich “ultrageheim” gewesen, und der Initiator soll die CIA gewesen sein. Redfern beschäftigt sich im vorliegenden Buch ausführlich mit diesem Projekt. Später im Buch erwähnt er die Magisterin der Naturwissenschaftlerin und Hellseherin Dr. Kimberly Rackley, die gesehen haben will, dass der Mars der Erde einst sehr ähnlich war und klares Wasser sowie Bäume mit Früchten besessen habe. Ebenso will sie “ameisenähnliche” Wesen wahrgenommen haben, die auf zwei Beinen gingen, drei Finger und vier Zehen hatten und etwa 1,20 Meter groß und “rötlich-schwarz” waren und schrägstehende Augen hatten.

U. a. druckt Redfern ein Bild von der Marsoberfläche ab, auf der eine Struktur zu sehen ist, die (mehr oder weniger) an die ägyptische Königsgemahlin Neferti (Nofretete)] erinnert.

Ein weiteres Marsbild, das Redfern abdruckt, ist ein Gebiet auf dem Mars, das er “Marshenge” nennt. Es erinnert an Stonehenge, und weiter zeigt er ein Bild von einer Marsformation, die den ägyptischen Totengott Anubis verblüffend ähnelt.

Redfern beschäftigt sich auch mit der These des Plasma-Physikers John A. Brandenburg, der Hinweise dafür gefunden hat, dass einst eine atomare Explosion auf dem Mars stattgefunden hat, was Tonnies bestätigte, der sagte, dass die D&M-Pyramide angeschwollen und eingerissen sei, so, als ob sie einst geschmolzen sei.

Weiter kommt Redfern auf Mac Tonnies’ Kryptoterrestrier-Theorie zu sprechen. Die Kryptoterrestrier sollen verborgen auf der Erde lebende menschenartige Wesen und u. a. für UFO-Entführungen verantwortlich sein. Redfern zufolge zog Tonnies die Existenz einer zweiten Gruppe von Kryptoterrestriern in Betracht (was in seinem Buch zu diesem Thema – The Cryptoterrestrials – allerdings noch nicht zur Sprache kam) geflohene und auf der Erde gestrandete Marsianer gewesen sein könnten.

Redferns Buch ist z. T. etwas spekulativ, doch dies ist ja auch nicht unbedingt negativ zu sehen. Auf jeden Fall enthält es sehr interessante Informationen, und gerade angesichts der jetzt anlaufenden Marssonden-Projekte kann ich dieses Buch ergänzend zur Berichterstattung dazu nur empfehlen.

(Erstveröffentlichung auf Atlantisforschung.de)

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Buchbesprechung: Steven M. Collins: The Origins and Empire of Ancient Israel

* von Roland M. Horn

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The Orgin of Empire of Ancient Israel

Bibel Blessings, Royal Oak, MI, USA, 2003
ISBN: 978-0972584906
Preis: $ 20.—
Tb, 280 Seiten, weit über 100 s/w-Abb., Register

Dieses Buch ist der erste Teil der Serie “The Lost Tribes of Israel”. Die weiteren Bücher dieser Serie sind Israels Lost Empire, Parthia – The Forgotten Ancient Superpower and its Role in Biblical History und Israel’s Tribes today).

Collins beschäftigt sich hier mit dem Ursprung des Alten Israels zunächst hauptsächlich auf Grundlage der Bibel. Überraschenderweise kann er seine Erkenntnisse aber auch anhand nichtbiblischer Quellen belegen.

Collins geht auf die bekannte Stelle in 1. Mose 26 ein, die folgendermaßen lautet: “Lasset uns Menschen machen nach unserem Bilde.” (Hervorhebungen durch RMH] Ihm fällt die Pluralform ins Auge; diese Feststellung bleibt jedoch ohne weitere Erörterung, abgesehen von einem eher unbefriedigendem theologischen Gedanken, nachdem der Hohepriester Melchisedek, der Abraham segnete, der ihm daraufhin “den Zehnten von allem” gab, ein “niedrigeres Wesen der Gottheit” war. Dabei beruft er sich auf Psalm 110, V.4, wo es in der Elberfelder Bibelübersetzung heißt: “Geschworen hat der HERR, und es wird ihn nicht gereuen: ‘Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks.'”1Wuppertal 1985/1991/2006/2007 Dabei bezieht er sich auf den etwas ominös klingenden ersten Vers dieses Psalms, in dem es heißt: “Spruch des HERRN für meinen Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde gemacht habe zum Schemel deiner Füße.” Also zwei Herren? Da ist die von den Zeugen Jehovas herausgegebene Neue Welt-Übersetzung schon deutlicher, wenn sie schreibt: “Der Ausspruch Jehovas an meinen Herrn ist: ‘Setze dich zu meiner Rechten.'”2Selters 1985/1989 Oder in der jüdischen Zunz-Übersetzung , wo es heißt: “Spruch des Ewigen an meinen Herrn: Setze dich mir zu Rechten, bis ich hinlege deine Feinde, einen Schemel deinen Füßen.”3Basel 1980 (Man bedenke, dass in jüdischen Bibeln und Schriften der Begriff “der Ewige” gerne als Ersatz für den Gottesnamen Jahwe, der im hebräischen Original keine Vokale enthält und schlicht “JHWH” lautet und nach einer anderen – vermutlich eher falschen – Transkription – “Jehova genannt wird, weil man den Namen Gottes dort aus Ehrfurcht nicht ausspricht). Man könnte jetzt an das christliche Trancemedium Edgar Cayce denken, der Melchisedek als eine frühere Inkarnation Jesu Christi ansieht. Doch dies nur am Rande.

Collins erinnert an seinem Buch daran, dass Abraham neben Isaak noch einer zweiten (älteren) Sohn hatte, nämlich Ismael, dem versprochen wurde, Stammvater einer großen Nation zu werden, was sich in den Arabern erfüllt hat. Collins sagt aber auch, dass er seinen Bund nicht mit Ismael, sondern mit Isaak aufgerichtet hat.

Einer der Söhne Isaaks war Jakob, der später von Gott in “Israel” umbenannt wurde. Er hatte zwölf Söhne, aus denen die 12 Stämme Israels wurden. Der Stamm Josef wurde gesondert behandelt, und in der späteren Beschreibung der Stämme Israels sehen wir anstelle von Josef dessen Söhne Manasse und Ephraim. Stattdessen wurde der Stamm Levi meist nicht mehr mit aufgezählt, weil er bei der Landnahme Kanaans durch Josua kein eigenes Land, sondern nur Städte in den Gebieten der anderen Stämme bekam, so dass es bei den “12 Stämmen” blieb, obwohl es im Grunde 13 waren.

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Buchbesprechung: Eire Rautenberg: Volk des Lichts

  • von Roland M. Horn

Eire Rautenberg:

Volk des Lichts:

Die Herkunft der Teuta & der deutsche Ahnengott

Epubli GmbH, Berlin, 2017
ISBN: 978-3-7450-0714-5
EUR 11,99
Paperback, 314 Seiten

Die Autorin befasst sich im vorliegenden Buch mit der Besiedlung des Ostens der BRD, die bereits 4.600-4800 v. u. Z. begann. Sie erinnert in diesem Zusammenhang an das Sonnenobservatorium von Goseck in Sachsen-Anhalt und andere hölzerne Kreisgrabenanlagen und stellt fest, dass der Ursprung dieser Kultur weitgehend im Dunkel liegt.

Rautenberg stellt weiter fest, dass es zu verschiedene Vermischungen zwischen Germanen und Kelten kam. Bei dem dem Begriff “Germanen” zugrunde liegenden Terminus “germanoi”, der erstmals vom griechischen Philosophen Poseidonius benutzt wurde, handelt es sich Rautenberg zufolge in Wirklichkeit um “lupenreine Kelten” (“celtoi”), die am Rhein und östlich davon die Zusatzbezeichnung “celtoi germanoi” erhielten, wobei das “celtoi” mit der Zeit wegfiel.

Die Autorin erkennet reale Wurzeln in der Deutschen Mythologie und befasst sich ausgiebig mit dem “dreifachen Ahnengott Tiwaz“. Sie kommt auf drei südgermanischen nach dem Gott Mannus benannten Mannus- bzw. Man-Stämme “Mannus-” (Man-Stämme) zu sprechen, die “sowohl sich selbst als Nachfahren als auch ihrer dreifaltigen ältesten Hauptgott nach der ‘Man-Rune‘ darstellen, welche sich oben in die Äste verzweigt, in denen die himmlische Energie dreifach einfließt, und sich nach unten im Stamm vereint, um die Erde zu befruchten”. Diese Mannus-Stämme teilen sich wieder in drei Zweige: Ist(wio), Irmon(o) und Ing(wio) – in urgermanischer Lautform: Istwaz, Ermnaz und Ingwaz. Die Man-Stämme kamen der Mythologie zufolge von der Sternen. (Das wäre für die Paläo-SETI-Anhänger ein interessanter Ansatz, doch darauf geht Rautenberg nicht ein.) Der Begriff “Man” erinnert die Autorin an die Termini “Monus” bzw. “Mon”, die im indogermanischen Sprachraum “Mensch” bedeuten, sowie an das altindische “Manuh”, das phyrgische und ägyptische “Manes” (der ägyptischen Überlieferung nach ein eine vordynastische Dynastie) und an den urgermanischen “Man”. Die Römer identifizierten den Oberbegriff für den oben angesprochenen Dreifaltigen Gott “Tiwaz” in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten mit dem römischen “Mars“. Dieser Gott war es, der unter dem Namen Ziu den altdeutschen Ziostag (Dienstag) prägte. Dieser Gott in althochdeutschen Quellen nicht erwähnt, und Rautenberg hegt den Verdacht, dass die “Verehrer im späten 8. Jahrhundert einem eingeschleppten hebräischen ‘Zion‘ verfallen” waren, worin sie den “himmlischen Wohnsitz” sieht, der später zu “Jerusalem” konkretisiert wurde. Auf diese heiße Spur nach Jerusalem geht die Autorin leider nicht weiter ein, sondern erkennt den Ursprungsort der Man-Stämme an den Küsten des Schwarzen Meeres, was aber nicht minder interessant und begründet ist.

Weiter geht Rautenberg auf den geheimnisumwitterten Begriff Thule ein, der oft für ein angebliches einstiges Land im Norden steht, Rautenberg stellt jedoch fest, dass Thule eben für keinen Ort steht, sondern in den Wodan/Odin-Mysterien als ein von Gott bestimmter “Spruchmeister” im Sinne von “würdiger Nachfolger”.

Rautenberg wendet sich entschieden gegen den antisemitischen, rassistischen und esoterischen Armanenorden, der den Begriff “Armanen” missbraucht und weist daraufhin, dass es sich bei den Armanen bzw. Ermanen um Edelleute im südgermanischen Raum handelte.

Besonders interessant ist die Auseinandersetzung der Autorin mit dem berüchtigten Begriff “Arier” und weist daraufhin, dass es im Gegensatz zu Hitlers Halbwissen zu seiner Zeit gar keine “reinrassigen Arier” gab, sondern die Deutschen “immer Einwanderer aus verschiedenen Völkern und Stämmen” waren. Weiter weist sie in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Arier im Iran genauso bekannt sind wie hier. Bereits der Perserkönig Darius I. bezeichnete sich als Arier, womit schlicht ein “edler Mensch” gemeint sei. Das “Reich der Arier” lag Rautenberg zufolge am Aralsee.

Eine große Rolle in Rautenbergs Ausführungen spielt der Stamm der keltischen Göttin Dana in Irland, der wohl aus der Gegend des Schwarzen Meers stammt. Rautenberg erkennt Namensähnlichkeiten des Begriffes “Dana” mit zahlreichen Flüssen und Namen von Göttinnen. Den Vogel schießt sie ab mit der Behauptung, dass Poseidon ursprünglich kein griechischer Gott war, da die Wortwurzel aus dem Indoiranischen komme und nicht nur das: Er habe einmal weibliche Attribute besessen. Die letzten drei Buchstaben dieses Poseidon bzw. “Os(ei)don” sieht Rautenberg ebenfalls als in Verbindung mit Dan/Dana stehend an. Die ehemaligen Don-Dana-Stämme jedenfalls stammten, wie Rautenberg sagt, der irischen Überlieferung zufolge aus der Gegend des Kaspischen und Schwarzen Meeres.

Auf eine Namensähnlichkeit in diesem Zusammenhang geht Rautenberg leider nicht ein: Der Begriff “Dan” ist auch der Name eines der “verlorenen” Stämme Israels, und bestimmten Autoren zufolge siedelten diese sich nach der Befreiung aus der assyrischen Gefangenschaft in der Gegend des Schwarzen Meers an. Hier hätten wir eine zweite Spur nach Jerusalem!

Weiter geht Rautenberg auf den alten ägyptischen Gott Theuth bzw. Thoth ein, den sie dem ägyptischen Papyrus Augenstern des Kosmos als “Sohn des Hermes” anzieht. (In den meisten bekannten Quellen sind jedoch Hermes und Thoth identisch.) Die Autorin stellt die Frage in den Raum, ob Hermes möglicherweise mit Herm(an)/Erman bzw. Arman, nach denen die Armanen benannt sind, gleichzusetzen ist. Der Gott Hermes-Thoth wurde später zu einem griechischen Gott.

Rautenberg stellt fest, dass das Ursprungsgebiet der Indogermanen das Schwarze Meer ist. Wenn man das mit meiner oben erkannten Spur nach Jerusalem verknüpft, könnte das eine weitreichende Implikation haben, nämlich das “Hitlers Germanen” letztlich Israeliten waren! Träfe das zu, wäre das wahrlich eine Ironie des Schicksals!

Die Autorin geht noch auf zahlreiche weitere Themen ein – und alle sind gut belegt und wohlbegründet! Um es einmal ganz plakativ auszudrücken: Wer dieses – dazu noch ausgesprochen preisgünstige – Buch nicht kauft, ist selbst schuld!

(Erstveröffentlichung auf Atlantisforschung.de)

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Buchbesprechung: “Darwin? Jahwe? Elohim? Schöpfung vs. Evolution” von Daniela Mattes und Peter Hoeft

  • von Roland M. Horn

Daniela Mattes und Peter Hoeft:

Darwin? Jahwe? Elohim?

Schöpfung vs. Evolution

Ancient-Mail-Verlag, Groß-Gerau, August 2020
978-3-95652-289-5
Preis: EUR 14,90
Paperback, 192 Seiten, 33 sw-Bilder

Ein Buch, das die immer noch gegenwärtige Frage „Schöpfung vs. Evolution“ stellt, grundsätzlich sehr interessant, da die Evolutionstheorie, wie sie heute gelehrt wird, doch einige gewaltige Lücken aufweist. Die beiden Autoren dieses Buches haben je ein gemeinsames Vor- und Nachwort, aber eigene vollständige Artikel geschrieben, und Daniela Mattes beginnt den Kapitelreigen mit dem Thema „Schöpfungsmythen der Menschheit“. So beginnt sie erwartungsgemäß mit der Schöpfungsgeschichte, wie die meisten von uns sie aus der Bibel kennen dürften und ordnet sie zunächst dem Christentum zu. Mattes fällt sofort auf, dass die Bibel im Grunde zwei unterschiedliche Schöpfungsberichte liefert, die einfach hintereinander gesetzt sind. Im ersten Schöpfungsbericht erschafft Gott den Menschen erst, nachdem er (Gott) Pflanzen und Tiere erschaffen hatte und erklärt dem geschaffenen Menschen ausdrücklich, dass die Pflanzen zur Nahrung dienen; im zweiten erschafft er den Menschen, bevor es Pflanzen gab.

Mattes befasst sich auch mit anderen Religionen wie dem Judentum, dem Islam, die ja wie das Christentum, auf dem sogenannten Alten Testament fußen sowie dem Hinduismus. Interessantes hat Mattes über den Buddhismus zu berichten, wenn sie schreibt: „Buddha hat die Frage nach der Schöpfung selbst auch nicht beantwortet, sondern stets darauf hingewiesen, dass bereits das Nachdenken über diese Frage sinnlos sei, da sie nicht beantwortet werden könnte.“ (S. 69) Nun ja, vielleicht hat er ja Recht!

Das nächste Kapitel „Der Vater der Evolutionstheorie: Charles Darwin stammt von Hoeft, der spannend und informativ über dieses Thema informiert.

Besonders gefreut habe ich mich auf das von Hoeft geschriebene Kapitel „Was Fundamentalisten glauben“, weil ich ja weiß, dass Hoeft – wie im Übrigen ich selbst auch – einst Bibelfundamentalist war. Leider ist aber gerade diese Kapitel mit Abstand das schlechteste in diesem Buch (alle andere sind sehr gut bis gut), weil es scheinbar in einem Zustand der Wut geschrieben wurde. Anstatt über den Bibelfundamentalismus zu berichteten, reiht er Hasstirade an Hasstirade, die sich gegen Politiker richten, die eine gewisse Nähe zum Evangelikalismus pflegen. Ganz klar: Thema verfehlt! Gegen Schluss des Kapitels fängt er sich dann aber wieder und berichtet sachlich und fundiert über die Intelligent Design-Theorie und den Kreationismus in den USA und Deutschland.

Anschließend kommt Mattes wieder an die Reihe, die fundiert über das Thema „Evolution vs. Schöpfung“ berichtet und explizit darauf hinweist, dass es ja nicht nur eine Evolutionstheorie gibt, sondern gleich mehrere. Sie musste immer wieder verändert werden, da immer wieder neue Erkenntnisse vorlagen. Andere Wissenschaftler bauen immer wieder verschiedene Thesen und Ansätze ein, die später modifiziert oder verworfen werden. Die Autorin stellt am Ende der Einleitung zu ihrem Artikel fest: „Somit haben wir ein komplexes Gedankengebäude aus verschiedenen Thesen und Erklärungen, die versuchen, uns die Entstehung und Entwicklung des Menschen sowie aller Tierarten zu erklären.“ (S. 101) Insgesamt ist das Kapitel sehr informativ. Mattes vergisst auch nicht zu erwähnen, dass unter den Wissenschaftlern, die die Evolutionstheorie befürworten, auch schon mal geschummelt wird. Der bekannteste Fälscher ist wohl der Zoologe Ernst Haeckel. Mattes stellt weiter mit Recht fest, dass die Kirchen zwangsläufig ein Problem mit der Evolutionsthese haben, da in der Bibel „alle Tiere ‚fertig‘ geschaffen“ wurden und keiner Mutation bedurften. Ja, im Gegenteil: Konkret heißt es, dass „ein jedes Tier nach seiner Art“ geschaffen wurde. Ein deutlicher Widerspruch zwischen der offiziellen wissenschaftlichen und der kirchlichen Lehre also.

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Buchbesprechung: Eire Rautenberg: Die Deltagöttin-Kultur

* von Roland M. Horn

Eire Rautenberg:

Die Deltagöttin-Kultur

Atlantis und die Vorfahren der Deutschen

epubli, Berlin 2017
978-3-7450-1439-6
Preis: EUR 10,99
Pb, 295 Seiten

Wie der Untertitel schon zeigt, gehört dieses Buch in die Gattung der Atlantis-Literatur, doch die Autorin spricht lieber von einer „Ersten Deltagöttin-Kultur“, da ihr der Begriff „Atlantis“ zu esoterisch geprägt ist. Zudem findet sie diesen Begriff treffender, da Atlantis ihren Recherchen zufolge etwa in den Jahren zwischen 10.500 und 5.500 v. u. Z „rund um das umfassende Großgebiet des Schwarzen Meeres, einschließlich der jetzt überall überfluteten Küsten“ existierte.

Diese erste Deltagöttin-Kultur entstand der Meinung der Autorin zufolge nach der letzten Kaltzeit um 10.500 – ca. 5.500 v. Chr., und Solons Notiz, über die Plato berichtete, bezieht sich demnach auf die anschließende neue Kulturphase, die wieder mehr Wärme brachte. Diese erste Kultur verschwand der Autorin zufolge vermutlich mit der klimatischen Umstellung auf die Warmzeit, während die zweite sich vom untergegangenen Zentrum aus ausbreitete und enorme Fluchtbewegungen der Bevölkerung in die umliegenden Gegenden und letztlich Völkerwanderungen in alle Himmelsrichtungen zur Folge hatte.

Hier spricht die Autorin insbesondere die wirklich erstaunliche Kultur von Göbekli Tepe, sowie Jericho und Catalhöyuk an und bringt stichhaltige Argumente für Völkerwanderungen bis nach Mitteleuropa!

Bezüglich der Idee der Überflutung des Schwarzen Meeres bezieht sie sich auf William Ryan und Walter C. Pitman, die 1997 die Idee „ihrer“ Schwarzmeerflut als Ursache für die Sintflutmythen populär gemacht haben und verweist darauf, dass die Küstenlinie des Schwarzen Meeres heute erheblich anders verläuft als damals.

Rautenberg ist nicht die einzige, die den Ursprung der Goten, der Teutonen, der Skythen und der Kelten am Schwarzen Meer vermutet, und ihre Spuren sind verdammt heiß. Ich weiß nicht, ob eine Überschwemmung des Schwarzen Meeres tatsächlich die Ursache für die Atlantis- und die Sintflut-Legenden war, aber die Spur der Deutschen vom Schwarzen Meer bis nach Mitteleuropa ist ebenso faszinierend wie begründet. Ich freue mich schon auf die Lektüre ihres bereits früher verfassten Buches Volk des Lichts, das genauso unschlagbar günstig wie Die Deltagöttin Kultur ist. (Nebenbei sei angemerkt, dass unter dem Titel Der deutsche Lebensbaum zu einem unschlagbaren Preis von ebenfalls 10,99 € ein Taschenbuch von Eire Rautenberg erhältlich ist, das aufgrund der Fülle von Informationen mit kleiner Schrift geschrieben wurde, aber beide Bände einschließlich aller Quellen beider Bücher in numerologischer Reihenfolge enthält.)

Die Informationen in Die Deltagöttin-Kultur erfolgen Schlag auf Schlag, so dass der eine oder andere Leser sich möglicherweise buchstäblich erschlagen fühlen könnte, aber hätte man das Werk durch Einschiebungen anekdotischer Art aufgelockert, wäre man leicht auf die doppelte Seitenzahl gekommen, und der äußerst günstige Preise wäre wohl kaum zu halten gewesen. Ich kann jedem nur raten, sich dieses wertvolle Buch zuzulegen!

(Erstveröffentlichung auf Atlantisforschung.de)

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Buchbesprechung: Dr. Karina Reiss, Dr. Sucharit Bhakdi: Corona-Fehlalarm? Zahlen, Daten und Hintergründe

* von Roland M. Horn

Dr. Karina Reiss, Dr. Sucharit Bhakdi:

Corona-Fehlalarm?

Zahlen, Daten und Hintergründe

Goldegg, Wien, 2020
ISBN: 978-3-99060-191-4
Preis: EUR 15.—
Pb, 159 Seiten, zahlreiche sw/Abb.

Die Autoren haben das heißeste Eisen angepackt, das aktuell überhaupt denkbar ist. Und sie wagen es, die offiziellen Darstellungen, wie sie von der WHO, dem RKI und den meisten Regierungen der Welt, einschließlich der BRD-Regierung, verbreitet werden, in Frage zu stellen.

Schon zu Beginn des Buches zünden die Autoren eine Bombe, wenn sie einen Tweet des Bundesgesundheitsministeriums vom 14.03.2020 wiedergeben, in dem es heißt:

!Achtung FAKE-NEWS !
Es wird behauptet und rasch verbreitet, das Bundesministerium  für Gesundheit / die Bundesregierung würde bald massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens ankündigen. Das stimmt NICHT!
(S. 51)

Und was geschah zwei Tage später, am 16.03.2020? Die BRD-Regierung kündigte „weitere massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens“ an. Was ist also von diesem Tweet zu halten? Letztendlich beweist diese Ankündigung die Richtigkeit des Inhalts des angeblichen Fake-News-Tweets! Insofern ist es kein Wunder, dass sich Dr. Reiss und Dr. Bhakadi von einem Déjà-vu heimgesucht fühlen und ihnen der bekannte Spruch des ehemaligen DDR-Staatsratsvorsitzenden Walter-Ulbricht „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“ in den Sinn kommt. Der Lockdown erfolgte dann am 23. März – also auch noch ziemlich kurz nach der Fake-News-Warnung, die allem Anschein nach selbst eine Fake-News-Meldung war!

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Buchbesprechung: Luc Bürgin: Neues aus Absurdistan

* von Roland M. Horn

https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51wBrEjo3fL._SX318_BO1,204,203,200_.jpgLuc Bürgin:

Neues aus Absurdistan

Sind wir noch zu retten?

Kopp, Rottenburg, Mai 2020
ISBN: 978-3-86445-744-9
Preis: EUR 12,99
Gebunden, 151 Seiten

„März 2020: Der Tag, an dem die halbe Welt stillstand. Der Tag, an dem ich dieses Manuskript dem Verlag abliefern musste. Der Tag, ab dem unser Leben plötzlich kopfstand. Und der Tag, an dem mir endgültig klar wurde, dass uns keine noch so luxuriöse Gesichtsmaske je vor der Mikrobe der menschlichen Dummheit schützen wird.

‚Wenn ich mir die weltweite Coronavirus-Panik angucke, verstehe ich endlich, warum unsere Regierungen Informationen über Ufos oder Außerirdische verheimlichen‘, mailte mir eine liebe Freundin, als vielen Supermärkten wegen Hamsterkäufen nicht etwa die Grundnahrungsmittel ausgingen – sondern das Toilettenpapier’! Und die trotz kostenloser Papierflut. Im Briefkasten. Hand auf’s Herz – und bei allem Respekt: Wie fortschrittlich ist eine Gesellschaft, die in Krisenzeiten zuallererst darüber aufgeklärt werden muss, wie man sich effizient die Hände wäscht?“,

schreibt Luc Bürgin auf s. 149 in „Nachtrag und Danksagung“. Ja, irgendwie ist es schade, dass Bürgins Manuskript schon zu Beginn der „Coronakrise“ abgegeben werden musste – andererseits aber wäre es bei späterer Fertigstellung vermutlich mindestens doppelt so lang ausgefallen, oder bestimmte Absurditäten hätten herausgenommen werden müssen. So sehen wir aber, dass es schon vor Corona genug Absurditäten auf diesem Planeten gibt, so dass der Titel vollauf gerechtfertigt ist. Mit spitzer Zunge führt Bürgin uns die Welt der Absurditäten ein.

Ist es nicht absurd, dass die Schweiz 2018 über 500 Millionen Franken an Entwicklungshilfe nach Ruanda pumpte, während der englischen Fußballverein Arsenal London das genannte afrikanische Land gleichzeitig mit 35 Millionen Euro pro Jahr sponserte? Oder, dass im gleichen Jahr chinesische Produktionsfirmen westliche Blutdruckmedikamente mit krebserregenden Zusatzstoffen verseuchten, ohne den jeweiligen Patienten vor seinem Ableben mit einem Glückskeks zu entschädigen, wie Bürgin in typischer Manier hinzufügt? Dass Liebeshungrige in Schweden gemäß Staatsdiktat vor sexuellen Höhenflügen neuerdings ihren ausdrücklichen Willen zum Akt befunden müssen, „ehe sie juristisch konform schnackseln dürfen?“ Und dass die Paparazzi von Google Street View es mit dem Datenschutz derart genau nehmen, dass im englischen Cambridge sogar die Köpfe von Kühen verpixelt werden?

„Hilfe, unser Wald stirbt: In 10 Jahren gibt es keinen einzigen Baum mehr!“, lernte Bürgin in den 1980er Jahren im Gymnasium und erhielt für das stupide Abschreiben aus WWF-Broschüren damals Bestnoten. – Und unsere Wälder blühen zur Stunde immer noch. Heute demonstriert man mit Smartphone am Ohr, Cola-Dose oder Fastfood-Burger in der Hand und edlen Markenklamotten aus billigster Kinderproduktion am Leib gegen den Klimawandel, während es gegen den Intelligenznotstand noch keine Demos gibt.

Auch das deutsche Telefonbuch weist einige Absurditäten auf: Da wohnt in Wismar ein Herr Hitler, während im Telefonbuch Bergisch-Gladbach der Name „Stalin“ aufgeführt ist. In Bad Freienwald agiert ein „Abschleppdienst Norbert Schwanz“, während in Gifhorn ein Chirurg namens Dr. Grausam operiert. Weiter sind in Deutschland Steuerberater namens „Geldmacher“ verzeichnet, während der Sanitäter Michael Nothdurft, das Bettenfachgeschäft Ficker, die Bäckerei Kotz und die Fahrschule Folter in Deutschland aktiv sind; von der Totengräber-Firma „Geile Bestattungen“ und dem Urologen Uwe Sackmann ganz zu schweigen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Menschen mit den Nachnamen Judenfeind oder gar Neger. Ist es nicht rassistisch, wenn das „Neger Beerdigungsinstitut“ in Leimen zu Werke geht?

Am allerheiligsten Feiertag der Christenheit, dem Karfreitag, ist nicht nur Monty Pythons Klassiker „Das Leben de Brain“ verboten, sondern auch beispielsweise „Quax, der Bruchpilot” mit Heinz Rühmann, „Piefke, der Schrecken der Kompanie“ mit Harald Juhnke, „Die Abenteuer des Rabbi Jacob“ mit Louis de Funès, „Banana Joe“ mit Bud Spencer und sogar der Trickfilm „Heidi in den Bergen” von 1975, „weil selbst in diesem Fall eine Verletzung des religiösen oder sittlichen Empfindens zu befürchten sei“.

Selbst die deutsche Nationalhymne wird von den Absurditäten nicht verschont. Im Gender-Wahn soll „Vaterland“ durch „Heimatland“ und „brüderlich“ durch “couragiert” ersetzt werden, wie die Gleichstellungsbeauftragte des Bundesfamilienministeriums im März 2018 forderte.

Doch es wird noch schlimmer mit den Kuriositäten: So ist zwar das Radfahren auf Helgoland grundsätzlich verboten, das Parken im Haltverbot für Blinde jedoch erlaubt. Eine Sorte Bionüsse aus Asien enthält die Aufschrift: „Achtung, kann Spuren von Nüssen enthalten!“ Wikipedia, das wohl meistgelesene Lexikon der Welt enthält „etwa in einem verunglückten Artikel zum Suchbegriff ‘Chiemsee-Sessel’“ ein Zitat aus einem DTV-Buch von 2011, das freilich nie erschienen ist…

Interessant auch so manche Wendung im Bürgerlichen Gesetzbuch, das fachgerecht erklärt: „Mutter eines Kindes ist die Frau, die es geboren hat.“ Oder: „Tiere sind keine Sachen. […] Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden…“

Das ist nur eine kurze Auswahl der Kuriositäten-Sammlung aus Luc Bürgins Buch. Lach- wie Tränenausbrüche sind wie Momente des Entsetzens beim Lesen dieses Werkes garantiert. Unbedingt kaufen!

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Buchbesprechung: Vera Lengsfeld: “Was noch gesagt werden muss”

* von Roland M. Horn

Vera Lengsfeld:

„Was noch gesagt werden muss…“

Meine Kommentare 2019

BOD Norderstedt 2020
ISBN: 978-3-750452-62-6
Preis: EUR 19,89
Pb, 256 Seiten

Die Ex-DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld, betreibt einen Blog, den man gelesen haben muss. Ihre kritische Einstellung gegenüber der Obrigkeit hat sie auch in der BRD nicht aufgegeben, und so finden sich auf ihrem Blog zahlreiche lesenswerte Beiträge, die dem Leser die Augen offenstehen lassen. Nun ist es im Nachhinein Recht mühselig, alle Blogbeiträge nachträglich aufzurufen, und so ist die Idee, aus ihren Blogbeiträgen aus dem Jahr 1919 ein Buch zu machen, hervorragend gewählt, um dem interessierten Leser zu ermöglichen, sie an einem Stück zu lesen.

Zum Inhalt ist zu sagen, dass die Autorin etliche Ungeheuerlichkeiten aufdeckt. So stellt sie mit absoluter Berechtigung beispielsweise fest, dass ausgerechnet eine Partei, die sich bei ihrer Gründung „Umweltschutz“ auf die Fahnen geschrieben hat, sich für Windräder einsetzt, die Vögel und Insekten geradezu schreddern und für deren Errichtung oft große Waldflächen weichen müssen. Und – als ob es Satire wäre – sagt die Grünen-Politikerin Katrin Göring Eckardt: „Wir wollen, dass in den nächsten vier Jahren jede Biene und jeder Schmetterling und jeder Vogel in diesem Land weiß: Wir werden uns weiter für sie einsetzen.“ (S. 80)

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