Joe Biden in Israel eingetroffen und andere Nachrichten aus Israel

Foto: GPO/Facebook, Joe Biden in Israel, 13.07.2022

US-Präsident Joe Biden ist am heutigen Mittwochnachmittag in Israel eingetroffen. Er wurde vom israelischen Staatspräsidenten Isaac Herzog, Premierminister Jair Lapid sowie vom stellvertretenden Premierminister Naftali Bennett am Flughafen von Tel Aviv empfangen. Es ist Bidens erster Besuch in Israel als US-Präsident und sein zehnter Besuch insgesamt. Während seines Aufenthalts wird er zahlreiche weitere israelische Politiker treffen, u.a. Verteidigungsminister Benny Gantz sowie Oppositionsführer Benjamin Netanjahu. Geplant ist die Besichtigung israelischer Raketenabwehrsysteme, darunter der Iron Dome („Eisenkuppel“), dessen Betrieb von den USA finanziell unterstützt wird. Während seines Aufenthalts in Israel wird Biden die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem besuchen sowie an der Eröffnung der Makkabiade, der „jüdischen Olympiade“, im Teddy-Stadium in Jerusalem teilnehmen. Anschließend ist ein Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Bethlehem vorgesehen. Am Freitag reist der US-Präsident nach Saudi-Arabien weiter, wo er am Wochenende gemeinsam mit Vertretern Ägyptens, Jordaniens und des Irak an einem Gipfel des Golf-Kooperationsrats teilnimmt. Angesichts zahlreicher Spekulationen, Biden werde während seines Besuchs eine weitere Annäherung Israels und Saudi-Arabiens bekanntgeben, erklärte Jake Sullivan, nationaler Sicherheitsberater der USA, engere Beziehungen zwischen den beiden Ländern seien zwar ein Thema bei der Reise, die Normalisierung der Beziehungen jedoch ein „langwieriger Prozess“.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns, dass der Besuch Joe Bidens zum Segen für Israel wird. Beten wir für gute Beziehungen Israels zur US-Regierung und dass Israels Anliegen Gehör finden.

Nach Übergriffen: Egalitärer Gebetsbereich soll gesichert werden

Foto: Pixabay, Robinson-Bogen (li.) nahe des Gebetsbereichs, Symbolbild

Die Jewish Agency will Sicherheitsvorkehrungen am egalitären Gebetsbereich an der Westmauer des Tempelbergs (Jerusalem) treffen. Das beschloss der Verwaltungsrat der Organisation, deren Aufgabenbereich sowohl die Einwanderung nach Israel als auch die Förderung des Gemeinschaftssinns von Juden weltweit umfasst, am Dienstag. Vor knapp zwei Wochen war es in dem südlich der Klagemauer am Robinson-Bogen gelegenen Gebetsbereich zu gewalttätigen Übergriffen auf mehrere Bar- und Bat-Mitzwa-Feiern nordamerikanischer Familien, die dem Konservativen und Reform-Judentum angehören, gekommen. Dutzende ultraorthodoxe Jugendliche und Kinder störten die Feiern, beschimpften die Familien als „Christen“, „Nazis“ und „Tiere“ und zerrissen Gebetsbücher. Anwesende israelische Polizisten verhinderten Augenzeugen zufolge tätliche Übergriffe, griffen anderweitig jedoch nicht ein.

Der Vorfall sorgte unter Juden weltweit für Empörung. Weltweit gehören 2-3 Millionen Juden diesen Strömungen an, darunter etwa die Hälfte der Juden in den USA, dem Land mit der nach Israel weltweit größten jüdischen Bevölkerungszahl. In Israel identifizieren sich nur knapp 5% der jüdischen Bevölkerung mit diesen Bewegungen. Die prominente Stellung des orthodoxen Judentums in Israel, wo z.B. Juden nur nach orthodoxem Ritus heiraten können, sorgt immer wieder für Spannungen zwischen Juden in Israel und der Diaspora. Beobachter fürchten eine zunehmende Entfremdung beider Gruppen. Konservative und Reform-Juden kritisieren insbesondere die Tatsache, dass die Klagemauer, eine der wichtigsten heiligen jüdischen Stätten, den Status einer orthodoxen Synagoge genießt. Neben der Geschlechtertrennung ist es Frauen dort u.a. untersagt, aus der Thora zu lesen oder einen Gebetsschal zu tragen. 2003 ordnete Israels Oberster Gerichtshof an, einen Mauerabschnitt südlich der Klagemauer, nahe des Robinson-Bogens, als Gebetsbereich für nicht-orthodoxe jüdische Strömungen herzurichten, der 2013 eröffnet wurde. Dennoch kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen beiden Gruppen.

Israel: Tote und Verletzte nach Badeunfällen

Foto: Unsplash, Rettungsschwimmer-Häusschen in Tel Aviv, Symbolbild

An Israels Mittelmeerstränden sind am Dienstag drei Menschen ertrunken. Zahlreiche weitere Personen konnten nach Badeunfällen im Meer und anderen Gewässern gerettet werden. Fünf von ihnen schweben weiterhin in Lebensgefahr. Ein Vater (55) und seine Tochter (18) aus der Beduinen-Stadt Hura in Südisrael wurden am späten Abend an einem nicht freigegebenen Strand bei Palmachim aus dem Wasser geborgen. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Wenige Stunden zuvor war ein französischer Tourist (60) in Netanja ertrunken. Die Zwischenfälle ereigneten sich am Tag des muslimischen Opferfests Eid Al-Adha, den viele muslimische Israelis mit einem Besuch an Israels Stränden begehen. In Aschkelon wurden ein 14-jähriges Mädchen und ihre zwei jüngeren Geschwister im kritischen Zustand aus dem Meer geborgen.

Die drei aus der Beduinen-Stadt Rahat waren im Meer schwimmen gegangen, nachdem die Rettungsschwimmer ihre Schicht beendet hatten. Auch aus anderen Landesteilen musste Israels Rettungsdienst Magen David Adom Kinder und Erwachsene aus zahlreichen Gewässern retten. Mit den Todesfällen vom Dienstag sind seit Beginn der diesjährigen Badesaison am 16. April bereits 19 Personen an Israels Stränden ertrunken.

Somalia erwägt Beziehungen mit Israel

Foto: Wikipedia, Fahne Somalias, Symbolbild

Die somalische Regierung will mit dem Parlament über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Israel beraten. Das bestätigte ein Sprecher des somalischen Präsidenten Hasan Scheich Mohamud am Samstag. Somalischen Medien zufolge soll Mohamud vor kurzem israelische Regierungsvertreter in den Vereinigten Arabischen Emiraten getroffen haben und auch selbst nach Israel gereist sein. Die Berichte wurden jedoch von offizieller Seite dementiert. Am Montag berichtete die Times of Israel unter Berufung auf einen ehemaligen Diplomaten, dass im Februar 2020 der damalige Präsident Somalias, Mohamed Abdullahi Mohamed, den damaligen israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu in Jerusalem getroffen habe. Dabei sei es ebenfalls um die Aufnahme diplomatischer Beziehungen gegangen. Die Pläne wurden jedoch vom damaligen US-Präsidenten Donald Trump nicht unterstützt.

Netanjahu und Mohamed hatten sich bereits 2017 am Rande von Netanjahus Besuch in Kenia getroffen. Das 15-Millionen-Einwohner Land am Horn von Afrika ist Mitglied der Arabischen Liga und hat Israel bisher nicht anerkannt.

Knesset-Wahlen: Gantz und Sa’ar treten gemeinsam an

Foto: Flickr, Knesset-Gebäude, Symbolbild

Die Parteien des israelischen Verteidigungsministers Benny Gantz (Blau-Weiß, zentrisch) sowie des Justizministers Gideon Sa’ar (Tikwa Chadascha, nationalkonservativ) werden bei den für den 1. November angesetzten Knesset-Wahlen gemeinsam antreten. Das gaben die beiden Parteivorsitzenden am Sonntag bekannt. Gantz erklärte, man wolle eine „verantwortungsvolle, realistische, sichere und liberale“ Regierung bilden, die „Rassismus und Extremismus“ ablehnt und die „Einheit aller Landesteile und Bürger jeder Art“ anstrebt, ganz gleich welcher Religion oder Bevölkerungsgruppe sie angehören. Die seit knapp viereinhalb Jahren andauernde politische Patt-Situation mit immer wiederkehrenden Neuwahlen bezeichnete Gantz als die „größte demokratische und politische Krise in der Geschichte“ Israels. Sa’ar, ein ehemaliger Parteifreund von Likud-Chef Benjamin Netanjahu, sagte, Israel „braucht neue Hoffnung und einen Ausweg aus dieser Krise“.

Die gemeinsame Liste sei „breit, patriotisch und Mitte-Rechts“. Gantz‘ Blau-Weiß-Partei erhielt bei den letzten Knesset-Wahlen acht Mandate, Sa’ars Tikwa Chadascha sechs Mandate. Premierminister Jair Lapid, dessen linksliberale Jesch-Atid-Partei bei drei Wahlen zwischen April 2019 und März 2020 gemeinsam mit der Blau-Weiß-Partei antrat, wünschte seinen noch-Koalitionspartnern „alles Gute“. Medienberichten zufolge versuchen sowohl Gantz und Sa’ar als auch Lapid den ehemaligen israelischen Generalstabschef Gadi Eisenkot, der als sehr beliebt gilt, als Kandidaten für ihre jeweilige Liste zu gewinnen.

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